George Saunders

 4.1 Sterne bei 55 Bewertungen
Autor von Lincoln im Bardo, Zehnter Dezember und weiteren Büchern.
Autorenbild von George Saunders (©David Shankbone CC BY-SA 3.0)

Lebenslauf von George Saunders

Kurze Geschichten mit großen Themen: Der 1958 in Amarillo in Texas geborene Autor George Saunders schloss 1981 sein Studium der Umweltgeophysik ab. 1988 erwarb er an der Syracuse University den Master-Abschluss in kreativem Schreiben. Bevor er sich ausschließlich seiner Autoren- und Lehrtätigkeit an der Syracuse University widmete, arbeitete er von 1989 bis 1996 in Rochester in New York als technischer Redakteur. Anschließend konzentrierte sich George Saunders für lange Zeit auf das Schreiben von Kurzgeschichten. In diesen setzt er sich mit einem ausgeprägten Sinn für das Tragikomische mit der amerikanischen Konsumgesellschaft, mit der Konzernkultur und mit den Massenmedien auseinander. In seinen eigenen Worten bezeichnet Saunders seine Erzählungen als leicht zynische und teilweise düstere Science-Fiction. Einen radikalen Kurswechsel schlug Saunders mit seinem Romandebüt „Lincoln in the Bardo“ ein, für das er 2017 den renommierten Man Booker Prize erhielt. Hierbei handelt es sich um eine packende Meditation über das Leben, den Tod und die Trauer, bei der er den Humor nicht zu kurz kommen lässt. Im Mittelpunkt der Handlung dieses national und international erfolgreichen Buches steht der berühmte US-Präsident Abraham Lincoln, der um seinen toten Sohn trauert. Die Kritiker und seine Leser feiern Saunders wegen seiner erzählerischen und stilistischen Originalität.

Neue Bücher

Fuchs 8

Erscheint am 28.10.2019 als Hardcover bei Luchterhand.

Lincoln im Bardo

 (28)
Erscheint am 11.11.2019 als Taschenbuch bei btb.

Herzlichen Glückwunsch übrigens

 (1)
Neu erschienen am 23.08.2019 als Hardcover bei Arche Literatur Verlag AG.

Alle Bücher von George Saunders

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Lincoln im Bardo (ISBN:9783442718979)

Lincoln im Bardo

 (28)
Erscheint am 11.11.2019
Cover des Buches Zehnter Dezember (ISBN:9783442718450)

Zehnter Dezember

 (10)
Erschienen am 08.04.2019
Cover des Buches Die furchtbar hartnäckigen Gapper von Frip (ISBN:9783827051547)

Die furchtbar hartnäckigen Gapper von Frip

 (2)
Erschienen am 01.11.2005
Cover des Buches Bürgerkiregsland fast am Ende (ISBN:9783421050717)

Bürgerkiregsland fast am Ende

 (2)
Erschienen am 01.01.1997
Cover des Buches Lincoln im Bardo: Roman (ISBN:B077C3B2CL)

Lincoln im Bardo: Roman

 (1)
Erschienen am 14.05.2018
Cover des Buches Herzlichen Glückwunsch übrigens (ISBN:9783716027813)

Herzlichen Glückwunsch übrigens

 (1)
Erschienen am 23.08.2019
Cover des Buches I can speak (ISBN:9783935890892)

I can speak

 (2)
Erschienen am 20.02.2012

Auf einen Ingwer Kombucha mit...

George Saunders wurde für seinen 2017 erschienen Roman "Lincoln in the Bardo", der im Mai 2018 in deutscher Sprache erscheint, mit dem renommierten Man Booker Prize ausgezeichnet. Der Vater zweier Töchter studierte ursprünglich Ingenieurwesen und Geophysik, ehe er über Kurse in Kreativem Schreiben an der Syracuse Universität zum Schreiben fand. "Lincoln im Bardo" ist der Debütroman des Kult-Kurzgeschichtenautors. Wir haben mit ihm über flüsternde Wälder, den Traum vom Rockstar-Leben und den Grund gesprochen, aus dem ihn Hemingway bei einem Aufeinandertreffen verprügeln würde...

Hallo George, was ist das schönste Feedback von Lesern?

Tränen. Oder Geld, in vergoldete Umschläge gesteckt. Mir ist beides recht.

Wann kommen dir die besten Ideen?

Ausschließlich, wenn ich mich zum Schreiben hinsetze. Fast alle anderen meiner Ideen sind nicht gut genug.

Hast du ein Lieblingswort?

Ja. "Autumnal" (dt.: Herbstlich). Im Englischen ruft es, wenn man es ausspricht, beinahe das gleiche Gefühl hervor, wie wenn man in einem flüsternden Wald steht.

Welchen anderen Job würdest du gerne für einen Tag ausüben?

Gitarrist bei Wilco (amerikanische Rockband).

Wie prokrastinierst du am liebsten?

Ich mag es wirklich gar nicht zu prokrastinieren, da es mich nervös macht. Aber manchmal finde ich mich dann doch Gitarre spielend vorm Computer wieder.

Kannst du uns eine TV Serie empfehlen?

Ich mochte "The Handmaid's Tale" (dt: Der Report der Magd) und "Atlanta" richtig gerne.

Welches Buch verschenkst du gerne?

"The Americans" (dt.: Die Amerikaner) von Robert Frank.

Wohin sollten wir unbedingt reisen und welches Buch sollte uns begleiten?

Vielleicht nach Cannery Row in Monterey, Kalifornien, und bevor ihr fahrt, lest "Cannery Row" (dt.: Die Straße der Ölsardinen) oder "Sweet Thursday" (dt.: Wonniger Donnerstag) von John Steinbeck. Oder, falls ihr ambitioniert seid, lest "On the Road" (dt.: Unterwegs) und folgt exakt Jack Kerouacs Weg. Aber lasst die Amphetamine aus!

Was ist dein Seelentier?

Ein sehr reumütiger Hund.

Gibt es etwas, was du gerne lernen würdest?

Ich habe gerade erst eine Pedal-Steel-Gitarre bestellt und freue mich darauf, sie spielen zu lernen. Da ich ein sehr rücksichtsvoller amerikanischer Mann bin, habe ich zusätzlich ein paar lärmabweisende Kopfhörer für meine Frau gekauft.

Hast du eine heimliche Leidenschaft?

Ich hasse es, dass ich immer wieder bei dieser Gitarren-Sache lande - aber ich mag es, Lieder zu schreiben, sie aufzunehmen, für zwei bis drei Tage total verrückt nach ihnen zu sein und sie dann wieder zu löschen. Es ist meine ganz persönliche Form von Sand-Mandalas.

Ein Satz über dein neues Buch:

Ich hoffe, es gefällt euch.

Ein Satz aus deinem neuen Buch:

Sein (Lincolns) Geist neigte von neuem dem Leid zu; der Tatsache, dass die Welt voller Leid war; dass jeder auf seine Weise unter einer Last des Leides ächzte; dass alle litten; dass man, welchen Weg man auch immer einschlug auf dieser Welt, nie vergessen durfte, die anderen litten alle auch (keiner zufrieden; alle ungerecht behandelt, vernachlässigt, übersehen, missverstanden), und deshalb musste man tun, was man konnte, um die Bürde derjenigen zu erleichtern, denen man begegnete.

Zu guter Letzt: Welchen Buch-Charakter würdest du gerne treffen und was würdet ihr zusammen unternehmen?

Ich würde wirklich gerne Ernest Hemingway treffen und ihn im Googling-Wettbewerb herausfordern. Und dann, wenn er verloren hat, weil er keine Ahnung hat, wie er sich einloggen muss oder überhaupt, was ein Computer ist, dann würde er aufgrund seiner super wetteifernden Natur wütend werden, mich deshalb zusammenschlagen, wir könnten zusammen auf ein Bier gehen, und dann könnte ich ihm sagen, dass ich denke, dass Nikolai Gogol ein besserer Autor als er war.

Neue Rezensionen zu George Saunders

Neu

Rezension zu "Lincoln im Bardo: Roman" von George Saunders

Am Gottesacker Lincolns
Nespavanjevor 4 Monaten

„Lincoln im Bardo“ ist ein Roman, der aus der Masse der Neuerscheinungen eindeutig heraussticht. George Saunders Stil ist gänzlich eigen. Es gibt darin keinen allwissenden Erzähler. Es sind die Toten, die am Gottesacker verweilen, die in beinahe ausnahmslos kurzen Sätzen und Kapiteln, ganz selten in ganzen Seiten zu Wort kommen. Durchbrochen werden sie in ähnlicher Manier von Zeitungsausschnitten, Artikeln und Zeitzeugen. Seite für Seite entsteht aus diesem Wirrwarr, dieser Kakophonie, eine eigene emotionale Dynamik, die ich in dieser Form noch nicht erlebt und lesen durfte.

George Saunders ist im anglikanischen Raum durch seine ShortStories dem breiten Lesepublikum bekannt. Hierzulande mit seinem Debütroman, für den er mit dem Man Booker Prize 2017 ausgezeichnet wurde. Definitiv ein Lesehighlight!


Kommentieren0
5
Teilen

Rezension zu "Lincoln im Bardo" von George Saunders

Lincoln im Bardo, Stephanie im Irgendwo
StephanieJonesvor 9 Monaten

Bewertung: ★★★★★

Lincoln im Bardo ist der erste Roman von Kurzgeschichtenautor George Saunders und auch das erste Werk überhaupt , das ich von im gelesen habe.

Ich habe nun wirklich einige Monate gebraucht, und habe mehrmals gestartet, und fühle mich immernoch nicht bereit, nicht "würdig" eine Rezension über dieses Buch zu schreiben.

Es ist ein Buch, was ich als "Lebenshighlight" bezeichnen würde. Denn ich denke ich muss und werde es n och einige male Lesen und durchblättern müssen, um es ganz zu erfasse.

Es handelt sich nicht um eine Story am Stück, wie man es kennt, erwartet.

Ich würde sagen, es ist eine "Schrift" die einem Klassiker der alten Schule entspricht, denn es wird nie an bwdeutung oder Sinnsuche verlieren. ( Sinnsuche ist hier nicht so gemeint, ob das Geschriebene Sinn macht. Das muss jeder nämlich mit sich selbst ausmachen, wie er die Gegebenheiten der einzelnen Passagen für sich interpretiert. Ob man sie nun annimmt oder nicht, darüber nachdenkt oder weniger. Und ich denke in den lezten Monaten immer wieder an einige Passagen und darüber auch nach, wenn sie zum realen Leben plötzlich passen.

Es handlet sich nicht um eine "eingleisige Geschichte" wie es meistens in Romanen der Fall ist.

Es ist auch schwer, eine geradlinige Rezension über den Inhalt zu verfassen.

Es handlt sich eher um eine Mischung aus einem Roman der Essayes, Kurzgeschichten und etwas wie Tagebucheinträge beinhaltet.

Daher wird man beim Wiederlesen auch nochmal oder zum ersten Mal überrascht, wenn sich nach einiger Zeit die eigenen Erfahrungen mehren und Lebensumstände ändern, man sich dann Stellenweise Kopfnickend oder – schütteln, lächelnd oder erinnernd beim Lesen erwischt.

Und ich sage das nach nur ein paar Monaten.

Für mich fühlt sich das Buch an, wie ein begleiter. Ein wenig wie ein alter erfahrener Freund. Hört sich komisch an, ist aber so. Man erfährt vieles, von dem man noch keine Ahnung hatte, und hat sehr viele geballte Textstellen, die in ihrer Kürze wirklich die besagte Würze haben, einen mitreissen oder einen so zum Nachdenken anregen, dass man pausierend hochschaut, mit dem Finger im Buch und erst wieder "aufwacht" weil der Finger einschläft ( ist mir ein paar mal passiert :)

Ich habe weder so ein Buch gelesen, und ich habe gefühlt alle Klassiker und Neuklassiker durch. Und genau dort gehört diser Roman dazu: die Lebensverändernde Literatur im Romanform. Kein Unterhaltungsliteratur, keine schnöde Spannung oder Thrill.

Und trotzdem mitreissend.

Den Klappentext und die Inhaltsangabe findet ihr unter der ISBN jederzeit, denn ich kann hier einfach keine wiedergeben. Es klappt nicht, ich habe es versucht.

Aber: Lasst euch nicht abschrecken, wenn ihr eine Leseprobe anfordern solltet oder in einer Buchhandlung der Anfang lest. Mir ging es erst so, dass ich dacht: was wie wo ist der Wegweiser? Aber glatt gesagt: der Wegweiser entsteht beim Lesen und wie ich finde sehr individuell.

Ich wünsche nicht Spass und Vergnügen, aber wer es lesen will und wird:

Viel Freude und ganz viel Tee und eine ruhige Ausdauer und einen offenen Lesekopf, der bis ins Herz reicht.

Jetzt tue ich noch etwas, was ich noch nie gemacht habe:

Bei konkreten Fragen: printbookaholic@gmail.com oder Insta PN

Ich bedanke mich herzlichst beim Luchterhand Verlag und Elsa Antolin (für Buch und Geduld) und dem Bloggerportal 

© printbookaholic Stephanie Jones

25,00 [D]
Gebunden 448 Seiten
ISBN:
978-3-630-87552-1
Erschienen: 14.05.2018 beim
Luchterhand Literaturverlag

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Lincoln im Bardo" von George Saunders

‚Es ist schwer, so schwer, ihn gehen zu lassen!‘ (Seite 64)
sabatayn76vor 9 Monaten

Willie Lincoln, der dritte Sohn des Präsidenten Abraham Lincoln, starb am 20. Februar 1862 im Alter von 11 Jahren an Typhus.

In der Nacht nach der Beerdigung auf dem Oak Hill Cemetery in Georgetown kehrt der trauernde Präsident zurück auf den Friedhof, betritt die Gruft und öffnet den Sarg, um den geliebten Sohn ein letztes Mal im Arm zu halten.

Willie befindet sich im Bardo, laut tibetanischer Lehre das Reich zwischen Diesseits und Jenseits, und mit dem Besuch des Vaters auf dem Friedhof erwachen die Geister der Toten, der Geschichte und der Literatur und sprechen miteinander über den Vater, den Sohn, die Krankheit, den Tod, das Nicht-Verstehen des tragischen Verlusts eines wichtigen Menschen, die Liebe.

George Saunders‘ Roman wurde 2017 mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet, und das war nicht der einzige Grund, warum ich ‚Lincoln im Bardo‘ gerne lesen wollte. Vielmehr war ich gespannt auf das ungewöhnliche Stilmittel, eine Geschichte anhand von Zitaten zu erzählen, und auch das Thema ‚Verlust eines wichtigen Menschen‘ hat mich aus persönlichen Gründen sehr angesprochen.

Ich wollte das Buch aus diesen Gründen mögen, aber Saunders hat es mir wahrlich nicht leicht gemacht. Schon nach den ersten Seiten wollte ich ‚Lincoln im Bardo‘ abbrechen, denn die Sätze und Satzfetzen der Toten haben mich oft recht ratlos zurückgelassen, ließen sich nicht flüssig lesen und zudem nicht immer verstehen. Auch die teils altertümliche Sprache und die Auslassungen haben dafür gesorgt, dass ich mich schwer getan habe, die Zitate begreifen, nachvollziehen und angemessen interpretieren zu können.

Ich habe allerdings durchgehalten, auch aufgrund der Tatsache, dass nach den ersten, eher schwierigen Seiten Passagen kamen, die mich sehr bewegt haben, z.B. als ein Suizident vom eigenen Bedauern erzählt, von Zweifeln, die ihm mitten im Akt des Suizids kamen, vom Entdecken der Schönheit des Lebens in einem Moment, in dem nichts mehr rückgängig gemacht werden kann.

Die 445 Seiten schrumpfen durch das großzügige Layout mit den Zitaten auf einen Bruchteil zusammen, und so lässt sich ‚Lincoln im Bardo‘ verhältnismäßig schnell lesen, auch wenn manche Passagen sehr zum Nachsinnen anregen und erst einmal verdaut werden müssen.

Eines kann man sicher sagen: So ein Buch hat es noch nie gegeben! Saunders hat einen sehr unkonventionellen Weg eingeschlagen, und die Umsetzung ist konsequent, auch wenn ich über Seiten hinweg keinen Zugang zum Erzählten gefunden habe. Allerdings resoniert das Buch stark mit eigener Trauer und eigenen Erfahrungen mit dem Thema, und dies sind die Passagen, die mich weiterlesen ließen und die mich begeistert haben.

Ich bin nach der Lektüre nach wie vor ratlos, ob ich ‚Lincoln im Bardo‘ empfehlen kann, aber gewiss ist, dass ich froh bin, den Roman gelesen zu haben.

Kommentieren0
3
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

George Saunders wurde am 02. Dezember 1958 in Amarillo, Texas (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

George Saunders im Netz:

Community-Statistik

in 117 Bibliotheken

auf 23 Wunschlisten

von 3 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks