George Steiner

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Autor von Warum Denken traurig macht, Gedanken dichten und weiteren Büchern.

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Warum Denken traurig macht

Warum Denken traurig macht

 (9)
Erschienen am 18.06.2008
Im Raum der Stille

Im Raum der Stille

 (1)
Erschienen am 17.04.2011
Grammatik der Schöpfung

Grammatik der Schöpfung

 (1)
Erschienen am 01.05.2004
Gedanken dichten

Gedanken dichten

 (1)
Erschienen am 12.12.2011
Die Logokraten

Die Logokraten

 (1)
Erschienen am 04.03.2009
Der Meister und seine Schüler

Der Meister und seine Schüler

 (1)
Erschienen am 20.03.2009
Meine ungeschriebenen Bücher

Meine ungeschriebenen Bücher

 (1)
Erschienen am 15.09.2007
Sinn und Form 6/2012

Sinn und Form 6/2012

 (0)
Erschienen am 30.11.2012

Neue Rezensionen zu George Steiner

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Rezension zu "Gedanken dichten" von George Steiner

Rezension zu "Gedanken dichten" von George Steiner
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

In seinem 2006 ebenfalls bei Suhrkamp erschienen Buch "Warum Denken traurig macht" hatte der in Paris geborene und in Oxford lehrenden Literaturwissenschaftler George Steiner mit einer kühnen kosmischen Perspektive aufgewartet, die zugleich eine metaphysische ist; im Fokus aber stand, aus solcher Perspektive rückbetrachtet, die einzelne menschliche Existenz. Von dieser wurde behauptet, dass ihr eine gewisse, unentrinnbare Traurigkeit anhafte, die wiederum der trübe Grund sei, aus dem Bewusstsein und Erkenntnis Kraft schöpften. Das Kosmische daran ist der Vergleich mit jener Hintergrundstrahlung, wie sie die Radioteloskope der Astronomen als Echo des großen Urknalls empfangen, mit dem das Universum, einer gültigen Theorie zufolge, entstanden sein soll. Mit anderen Worten: Der Ursprung des Alls und die unzerstörbare Melancholie allen Lebens sind nut zwei Seiten derselben Medaille.

Das Buch zeugte damals von unabhängigem Denken in bester Tradition und wurde trotz aller Vergeblichkeit nie zynisch oder gar hoffnungslos. Genau diese Geisteshaltung scheint auch in dem hier vorliegenden langen Essay durch, den Suhrkamp unter dem Titel "Gedanken dichten" veröffentlicht hat. In gewisser Weise ist es unter dem Fokus des Zusammenhangs zwischen dem Denken und dem Dichten, eine Art Fortsetzung der im Frühjahr 2011 unter dem Titel „Im Raum der Stille“ bei Suhrkamp veröffentlichten Auswahl von George Steiners brillanten Essays, die er über einen langen Zeitraum immer wieder im "New Yorker" veröffentlicht hat.

Lesefrüchte sind das auf hohem Niveau, hier wie dort. Immer wieder geht es Steiner darum, das Geheimnis, das Wunder und auch die Abgründe künstlerischer Schöpfung auszuloten und zu beschreiben. Dabei leitet ihn immer seine Überzeugung:
"Ich bin misstrauisch gegenüber Theorien: Die Kunst der Lektüre, das ist die Kunst des Zuhörens und des Staunens. Die Kunst einer konzentrierten und präzisen Hinwendung."

In einer Zeit, in der selbst unter gebildeten Menschen diese Fähigkeit immer schneller abzunehmen scheint, ist auch das vorliegende Buch ein Lehrstück unabhängigen Denkens.

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Rezension zu "Im Raum der Stille" von George Steiner

Rezension zu "Im Raum der Stille" von George Steiner
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

In seinem 2006 ebenfalls bei Suhrkamp erschienen Buch „Warum Denken traurig macht“ hatte der in Paris geborene und in Oxford lehrenden Literaturwissenschaftler George Steiner mit einer kühnen kosmischen Perspektive aufgewartet, die zugleich eine metaphysische ist; im Fokus aber stand, aus solcher Perspektive rückbetrachtet, die einzelne menschliche Existenz. Von dieser wurde behauptet, dass ihr eine gewisse, unentrinnbare Traurigkeit anhafte, die wiederum der trübe Grund sei, aus dem Bewusstsein und Erkenntnis Kraft schöpften. Das Kosmische daran ist der Vergleich mit jener Hintergrundstrahlung, wie sie die Radioteloskope der Astronomen als Echo des großen Urknalls empfangen, mit dem das Universum, einer gültigen Theorie zufolge, entstanden sein soll. Mit anderen Worten: Der Ursprung des Alls und die unzerstörbare Melancholie allen Lebens sind nut zwei Seiten derselben Medaille.

Das Buch zeugte damals von unabhängigem Denken in bester Tradition und wurde trotz aller Vergeblichkeit nie zynisch oder gar hoffnungslos. Genau diese Geisteshaltung scheint auch in den hier vorliegenden „Lektüren“ durch, die Suhrkamp unter dem Titel „Im Raum der Stille“ veröffentlicht hat. Es ist eine Auswahl von George Steiners brillanten Essays, die er über einen langen Zeitraum immer wieder im „New Yorker“ veröffentlicht hat.

Lesefrüchte sind das auf hohem Niveau über Autoren, die zum großen Teil zu der berühmten „Suhrkamp-Kultur“ gehören, Brecht, Walter Benjamin, Gershom Scholem, Paul Celan, Hermann Broch und viele andere. Immer wieder geht es Steiner darum, das Geheimnis, das Wunder und auch die Abgründe künstlerischer Schöpfung auszuloten und zu beschreiben. Dabei leitet ihn immer seine Überzeugung:
„Ich bin mißtrauisch gegenüber Theorien: Die Kunst der Lektüre, das ist die Kunst des Zuhörens und des Staunens. Die Kunst einer konzentrierten und präzisen Hinwendung.“

In einer Zeit, in der selbst unter gebildeten Menschen diese Fähigkeit immer schneller abzunehmen scheint, sind diese Essays Lehrstücke unabhängigen Denkens.

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