George Tabori Son of a bitch

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Inhaltsangabe zu „Son of a bitch“ von George Tabori

Erzählungen. 203 S. (Quelle:'Sonstige Formate/01.02.1996')

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  • Zwischen Faszination und Ekel

    Das Nilpferd
    Kopf-Kino

    Kopf-Kino

    11. November 2014 um 20:04

    Ich bin absolut nicht scheißglücklich. Tatsache ist, ich fühle mich so mies wie die verdammte Sünde. Edward Wallace, auch Ted genannt, - ein in die Jahre gekommener Trinker, geschiedener Frauenheld, intellektuelles Lästermaul, zynisch und doch hochsensibel – wird, nachdem er als ehemals gefeierter Poet und geschmähter Theaterkritiker auf ganzer Linie versagte, von seiner wohlhabenden Patentochter mit einem fürstlichen Honorar angeheuert, im ländlichen Anwesen ihres Onkels Lord Michael Logan Nachforschungen zu betreiben. Er solle dort lediglich die Augen offen halten und seine Eindrücke ausführlich berichten. Nach und nach finden sich ebenfalls zahlreiche Bekannte und Verwandte dort ein, deren Beweggründe tiefer zu gehen scheinen als anfangs gedacht. Welche unerklärliche Ereignisse Wallace schließlich enttarnen soll, weiß er nicht – denn selbst seine Auftraggeberin ließ ihn im Unklaren. Den größten Teil des Romans nehmen jene Briefen ein, die Wallace als Berichterstatter brav an seine Patentochter schickt und stets auf einem schmalen Grad zwischen reiner Böswilligkeit, Kritik und Zynismus wandeln. Der arme, verdammte Dichter kann nicht mehr »kosen« für »knutschen«, oder »Ephebe« für »Teenager« verwenden, man erwartet von ihm, daß er aus dem Plastik und Styropormüll, die den Sprachboden des 20. Jahrhunderts übersäen, neue Gedichte schafft, daß er aus den gebrauchten Wortkondomen gesellschaftlichen Verkehrs frische Kunst macht. Der Plot ist meiner Meinung nach spannend und geistreich konstruiert, da er mit der Ratlosigkeit und Neugier des Lesers spielt und letztlich sämtliche gesponnene Fäden zu einem überraschenden Showdown zusammenführen lässt. Der Autor weiß die Kunst der vulgären Verzierung zu beherrschen, wo andere längst die gute Geschmacksbremse ziehen. Die Sprache ist überwiegend sehr derb und schreckt somit keineswegs vor Flüchen, Peinlichkeiten, Direktheit und zweideutig-schlüpfrigen Formulierungen zurück. Das mag gewiss nicht jedermanns Sache sein. Im Laufe der Geschichte entpuppt sich Wallace als sympathischer Kerl, der keineswegs auf den Kopf gefallen ist, sondern intelligent die Vorkommnisse evaluiert und lediglich eine sehr harte Schale aus bissigen Kommentaren und verschrobenen Weltansichten besitzt. Da es meiner Meinung nach nur wenige Dinge auf dieser Welt gibt, die durchsichtiger würdelos sind als die Bemühungen eines Alkoholikers, strahlend und vital zu erscheinen, um der Welt zu beweisen, daß er sich keines Katers schuldig gemacht hat, schlucke ich die Beleidigung ihres Blickes runter und lehne den angebotenen Sherry ohne weitere Beteuerungen meiner Unschuld ab. Zusammenfassend war „Das Nilpferd“ für mich ein amüsanter Roman mit schillernden und skurillen Charakteren, dichter Atmosphäre, englischem Humor und netten Wortspielereien, wie beispielsweise 'Neuroticker'. Dass sich hinter dem bitterbösen und oftmals witzigen Schreibstil samt massenhafte Verwendung an Kraftausdrücken eine Geschichte mit Sinn versteckt, ist eher auf den letzten Seiten erkennbar. »Also, um die Wahrheit zu sagen, Michael, es ist nicht leicht, wenn man mit sechsundsechzig Jahre erfährt, daß alles, woran man immer geglaubt hat, keinen Sinn ergeben soll.« »Und woran hast du je geglaubt, Edward Wallace?« »Och, weißt du, Kleinkram. Zum Beispiel, wie schwer es ist, ein Gedicht zu schreiben.« Ich ziehe einen Punkt ab, da ich am Anfang etwas brauchte, um mich in Wallace „Geschwafel“ reinzulesen, und mir die spätpubertierende Erotik stellenweise ein wenig zu viel des Guten war. Aber das ist wohl – wie so oft – reine Geschmackssache. Wer keine Scheu vor direkter Sprache und Perversion hat und dem Buch eine Chance geben möchte, wird in die Welt der Reichen eintauchen und ihre menschlichen Verfehlungen samt Abgründen entdecken können. Demjenigen rate ich, mindestens ein paar Sätze zu lesen, um sich ein Bild von Frys Schreibweise machen zu können. Nichts für Zartbesaitete! Wer's mag, möchte ich zusätzlich noch George Taboris Son of a bitch empfehlen.

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