George Takei

 4.8 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von They called us Enemy, Zu den Sternen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von George Takei

Cover des Buches They called us Enemy (ISBN: 9783966580397)

They called us Enemy

 (6)
Erschienen am 13.05.2020
Cover des Buches To the Stars (ISBN: 0671536230)

To the Stars

 (0)
Erschienen am 01.12.1995

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Rezension zu "They called us Enemy" von George Takei

Ein Stück unbekannte Geschichte der USA
Flaventusvor 8 Tagen

Im Jahre 1942 begann die Internierung von Menschen allein aufgrund ihrer Herkunft auf Basis rassistischer Vorurteile. Am Ende sollten es annähernd 120.000 Menschen sein, denen Unrecht getan wurde. Das klingt nach deutschen Internierungslagern, aber dieses Ereignis spielte sich auf us-amerikanischem Boden ab und betraf die japanischstämmigen Amerikaner nachdem japanische Streitkräfte Pearl Harbor angegriffen und damit die USA zur aktiven Teilnahme in den zweiten Weltkrieg gedrängt haben.

Es ist ein wenig bekanntes Kapitel us-amerikanischer Geschichte, das von einem sehr bekannten Schauspieler in dieser Graphic Novel erzählt wird. Kein Geringerer als George Takai erzählt seine Lebensgeschichte und wie er die Zeit in den Internierungslagern verbracht hat. Der Name George Takai ist unbekannt? Dann fällt vielleicht der Groschen, wenn der Name der Filmfigur fällt, die er jahrelang bis heute verkörpert hat: Hikaru Sulu von der USS Enterprise.

Natürlich waren die Internierungslager nicht mit den deutschen in irgendeiner Art und Weise vergleichbar, aber die Geschichte zeigt dennoch sehr eindrücklich, wie schnell Menschen der Boden unter den Füßen weggezogen werden kann, selbst wenn sie sich in einem vermeintlich demokratischen und sicheren Land wie die USA befanden. Dass sich die Politik der USA sehr schwertut, seine eigene Vergangenheit aufzuarbeiten und eigenes Unrecht anzuerkennen ist ebenso Bestandteil dieser Erzählung wie die Eindrücke Takais selbst, die er als Kind in den Lagern machen musste.

Sehr zur Geschichte passend, ist die gesamte Graphic Novel in schwarz-weiß gehalten. Die Zeichnungen sind stilistisch sehr zielsicher und markant ausgeführt und lenken den Blick auf das eigentliche Geschehen. Sie sind zwar nicht so opulent als dass sie für sich allein sprechen, passen aber dennoch sehr gut zu der Erzählung.

Fazit

In einem jeden Land gibt es dunkle Kapitel in seiner Geschichte. Und vor allem dieses Beispiel zeigt sehr eindrücklich, wie wichtig es ist, diese Kapitel aufzuarbeiten und in den Köpfen der Menschen präsent zu halten, damit sich ein solches Unrecht nicht wiederholt. Zudem ist es ein Lehrstück, dass sich auch die Vereinigten Staaten von Amerika, die sich gern als “Vorzeigeland” darstellen, mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen müssen.

                               

                                                   


                                                            

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Rezension zu "They called us Enemy" von George Takei

Rache nach Peal Harbor
Gwhynwhyfarvor 13 Tagen

«Ich sah Menschen weinen und verstand den Grund nicht. Daddy sagte, wir fahren in den Urlaub. Ich dachte, jeder fährt mit einem Zug voll bewaffneter Wachen in den Urlaub.»


Bereits Julie Otsuka hat in ihrem Roman «Als der Kaiser ein Gott war», dieses schwarze Kapitel der amerikanischen Geschichte beschrieben, ihre Familiengeschichte aufgearbeitet. Ein ähnliches Erlebnis präsentiert uns George Takei. Die meisten kennen ihn: Er spielte als «Lieutenant Hikaru Sulu» den Steuermann des «Raumschiffes Enterprise» (später «Star Treck»). George Takei beleuchtet autobiografisch vier Jahre seiner Kindheit im «Enemy Alien», einem Internierungslager. Zusammen mit den Co-Autoren Justin Eisinger, Steven Scott sowie der Illustratorin Harmony Becker entstand diese Graphic Novel. Takeis Vater, geboren in Japan, besitzt 1942 eine florierende Textil-Reinigung. Seine Mutter ist in Amerika geboren, sie wohnen mit drei Kindern in Los Angeles, und es geht ihnen finanziell recht gut. George, fünf Jahre alt, wird vom Vater in der Nacht geweckt: Man würde in den Urlaub fahren, schnell sind die Koffer gepackt. Sein Bruder ist vier, seine Schwester noch ein Baby. Nur was sie tragen können, dürfen sie mitnehmen. Sie besteigen in L.A. einen Zug zusammen mit vielen anderen US-Bürgern, die japanischstämmig sind, wissen nicht, wohin die Reise führt. Vier Tage lang werden sie unterwegs sein. Sie wissen nur eins: Ab heute sind sie Staatsfeinde!


Im Zweiten Weltkrieg greifen die Japaner im Dezember 1941 den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor an. Damit treten die Vereinigten Staaten offiziell in den Krieg ein. Nun tritt ein neues Gesetz in Kraft, die Executive Order No. 9066. Präsident Franklin D. Roosevelt verfügt, dass circa 120.000 US-Bürger mit japanischen Wurzeln als potentielle Spione und Attentäter verhaftet und eingesperrt werden. Das Verbrechen dieser US-Bürger ist es, in Japan geboren zu sein oder in zweiter, dritter, vierter Generation von Japanern abzustammen.


«Jeder Familie wurde eine Pferdebox zugeteilt, in der es schneidend nach Dung stank. Als Kind konnte ich diese Ungerechtigkeit schlicht nicht begreifen.»


Zunächst bezieht Familie Takei einen leeren, muffligen Pferdestall auf der Pferderennbahn Santa Anita. Als Möbel bekommen sie Feldbetten zugewiesen. 


«Es war ein feuchtes Klima, wie im Sumpf. Man hörte draußen die Tiere komische Geräusche machen. Eine Junge erzählte mir, das seien Dinosaurier.»


Später geht es weiter ins «Camp Rohwer» im Osten des Landes, umzogen von Stacheldraht, eingesperrt wie Gesetzesbrecher. 1943 wird die Familie ins «Tule Lake War Relocation Center» in Kalifornien verlegt, das wie ein Gefängnis für Schwerverbrecher bewacht wurde. Auf den Wachtürmen standen Aufseher mit Maschinengewehren bewaffnet, sechs Panzer patrouillierten um das Gelände herum.


 «Panzer gehören in den Krieg und nicht an einen Ort voller unschuldiger Amerikaner!»


Was war passiert? Alle Internierten hatte einen Fragebogen auszufüllen. Sie wurden gefragt, ob sie bereit seinen, für die USA in den Kampf zu ziehen, dem Land Treue zu schwören und dem japanischen Kaiser abzuschwören. Die Takeis waren Amerikaner, für sie gab es keine Loyalitätsfrage zum Kaiser. Was sollten sie abschwören? Nein sie würden nicht abschören, auf was denn? Durch diesen Fehler gelten sie als illoyal. Nun gehören sie den Kollaborateuren. Dazu kommt, Georges Vater wurde als asiatischem Einwanderer bereits in der Vorkriegszeit die US-Staatsbürgerschaft abgelehnt und mit einem «Ja» hätte er seinen japanischen Pass abgeben müssen – er wäre staatenlos geworden. Die Mutter gab den US-Pass unter Zwang ab, erkämpfte ihn später per Gericht zurück.


Die Graphic Novel ist aus der Sicht von George beschrieben. Damals ein kleines Kind, nahm er die Lager eher als Abenteuer wahr, da seine Eltern dies makaber als Urlaub bezeichneten und alle Konflikte von den Kindern fernhielten. Erst als Jugendlicher begreift George, was seiner Familie und allen anderen angetan wurde. Mehrfach wird mit Recht erwähnt, dass die internierten US-Bürger gute Staatsbürger waren, fleißige Arbeiter, Unternehmer, Steuerzahler, Soldaten der US-Army. Die Geschichte geht über die Zeit, der Internierung hinaus, über den Konflikt zwischen Vater und Sohn. Der Vater trat als Lagersprecher und Vermittler auf, hielt immer den USA die Treue, zeigte ein gewisses Verständnis, hielt Roosevelt für einen großartigen Präsidenten. Warum ließ er die Dinge mit sich geschehen?, fragt George.


Harmony Becker, die einige Zeit in Südkorea und Japan lebte, zeichnet die Geschichte in klaren schwarzweißen Bildern im Manga-Stil. Am Ende geht es den Autoren darum, Bezug zu anderen historischen Größen zu schaffen, zu aktuellen Ereignissen. Präsident Roosevelt, Dr. Martin Luther King, Clinton und Obama – gelungen, sie sind für mich klar erkennbar in den Zeichnungen. Zum Ende wird Trumps Dekret von 2017 erwähnt, das Bürgern aus mehrheitlich muslimischen Staaten die Einreise in die USA verbot, ebenso die Lager, in denen illegale Einwanderer eingesperrt werden. Rassismus ist leider immer noch ein Thema und diese Graphic Novel nimmt es sehr einfühlend auf.


George Takei ist Schauspieler und ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Gerechtigkeit. Er setzt sich unermüdlich für die Menschenrechte ein. Er spielte als «Lieutenant Hikaru Sulu» den Steuermann des «Raumschiffes Enterprise» (später «Star Treck»)

Justin Eisinger ist Editorial Director, Graphic Novels & Collections bei IDW Publishing, wo er sich seit mehr als zwölf Jahren mit grafischem Geschichtenerzählen beschäftigt. Nach einer schicksalhaften Begegnung mit dem March-Autor und Bürgerrechts-Pionier John Lewis, dem Kongressabgeordneten John Lewis, brachte er seine Erfahrung bei der Adaption von Fernsehfolgen und Filmen für Objekte wie My Little Pony, Transformers und Teenage Mutant Ninja Turtles, um den Lesern fesselnde Sachgeschichten zu bieten. In Akron, Ohio, geboren lebt Eisinger mit seiner Frau und zwei Hunden in San Diego, Kalifornien, und gibt in seiner Freizeit das einzige Inline-Skating-Magazin Nordamerikas heraus.

Harmony Becker ist Künstlerin und Illustratorin. Sie ist die Autorin verschiedener Comics: Himawari Share, Love Potion und Anemone und Catharus. Sie entstammt einer multikulturellen Familie und hat einige Zeit in Südkorea und Japan gelebt. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich oft mit dem Thema der Sprachbarriere, wie diese Menschen und ihre Beziehungen prägt. Derzeit lebt sie in Columbus, Ohio.

Steven Scott ist vor allem als Publizist. Seine Texte sind in Publikationen von Archie Comics, Arcana Studios und dem Heavy Metal Magazine erschienen. Seit der Veröffentlichung seines Debüt-Comics im Jahr 2010 arbeitet er regelmäßig in diesem Segment. Als Blogger und Kolumnist hat er für die Popkultur-Websites Forces of Geek, Great Scott Comics und PopMatters geschrieben.


https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/they-called-us-enemy-eine-kindheit-im.html

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Rezension zu "They called us Enemy" von George Takei

Bewegend und lehrreich
-Leselust-vor 23 Tagen

Kurzmeinung

"They called us enemy" von George Takei ist ein großartiger Comic, der mir ein mir bisher nicht bekanntes Kapitel der amerikanischen Geschichte nährgebracht hat –die Unterbringung tausender japanisch-stämmiger Familien in Internierungslagern.


Meine Meinung:

Wie der Titel schon sagt erzählt George Takei in dem großartigen Comic "They called us enemy" von seiner Kindheit in einem Internierungslager in den USA.

Er erzählt davon, wie ein Teil der amerikanischen Staatsbürger plötzlich zu Feinden im eigenen Land wurden. Das war nach Pearl Harbour. Als es in der Mitte des 20sten Jahrhunderts auch in den USA Lager gab, in die Teile der Bevölkerung aufgrund ihrer Herkunft oder der Herkunft ihrer Eltern gegen ihren Willen gebracht wurden. Familien, die entwurzelt wurden und unter unwürdigen Bedingungen in engen Blöcken zusammenleben mussten. Eingesperrt hinter Stacheldrahtzäunen, Bewacht von Soldaten und Panzern. Diese Ereignisse geschahen nicht nur aus aus einer Stimmung im Land heraus, sondern wurden untermauert mit Japano-feindlichen Gesetzen.

Takei erzählt eindrücklich von seinen persönlichen Erlebnissen. Wie er als Kind mit seiner Familie entwurzelt wurde und vom einen auf den anderen Tag alles verlassen musste, was er kannte, um wie ein Sträfling in einem Lager gefangen gehalten zu werden. Er erzählt von Scham, Wut, und vom Trauma, welches er in den Internierungslagern erlebt hat.

Aber er war zu der Zeit ein Kind und hat in seiner kindlich-naiven Sicht auch positive Erlebnisse festgehalten. Wie er mit anderen Kindern in den Lagern gespielt hat, oder wie der Weihnachtsmann zu Besuch kam. 

Diese Graphic Novel erzählt von einem Kapitel der amerikanischen Geschichte, der mir bisher nicht bekannt war. Dieses Kapitel hat mir der Comic sehr anschaulich und eindrücklich näher gebracht. 

Der Zeichenstil ist ganz in schwarz-weiß gehalten und hat mir sehr gut gefallen. Die Bilder haben die Ereignisse veranschaulicht und die Bildsprache hat gut zu dem Thema gepasst. Das Lettering war klar und gut zu lesen und hat sich gut in das Gesamtbild eingefügt.                            


Fazit:

George Takei berichtet in "They called us enemy" von seiner Kindheit in Internierungslagern, als er und seine Familie plötzlich im eigenen Land zu Feinden erklärt wurden und sein Leben sich radikal änderte. Takei hat mir mit diese Graphic Novel einen Teil der us-amerikanischen Geschichte näher gebracht, der mir bisher noch nicht bekannt war.

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