Über die Flüsse

von Georges-Arthur Goldschmidt 
4,0 Sterne bei3 Bewertungen
Über die Flüsse
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Inhaltsangabe zu "Über die Flüsse"

Mit radikaler Offenheit schildert Georges-Arthur Goldschmidt seine Flucht vor den Nationalsozialisten in ein Internat in den savoyischen Alpen. Aus einem großbürgerlichen Dasein in äußere und innere Not gestoßen, erfährt der Heranwachsende schmerzlich, was es bedeutet, als Jude geboren zu sein. 'Zu entdecken ist kein "neuer" Goldschmidt, sondern ein vollendeter.' '' Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau''

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596156993
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.07.2003

Rezensionen und Bewertungen

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    Kaivaivor 12 Jahren
    Rezension zu "Über die Flüsse" von Georges-Arthur Goldschmidt

    Am 2.Mai 1928 wurde Georges-Arthur Goldschmidt in Reinbek bei Hamburg geboren.Seine Eltern waren zum Protestantismus konvertierte Juden,die dem liberalen Bürgertum entstammten. "Meine Mutter - sie war sechsundvierzig Jahre alt bei meiner Geburt - wurde sehr schnell müde und wechselte ungemein rasch von einem aufs andere.Sie war ganz fröhlich,voll Charme und Liebe,und im nächsten Augenblick brach sie in Tränen aus und wandte sich von uns ab.Sie küßte und schmuste,und im nächsten Augenblick stieß sie einen weg und schimpfte.Ich erinner mich an Augenblicke des körperlichen Zusammensdchmelzens mit ihr,als wären wir nur noch eine einzige Existenz,denen ein Zustand des Erstickens,der Abweisung folgte,wo man nur noch als senkrechte Insel in gelber Leere stand: es waren die Augenblicke,in denen sie ihre Depression und ihre Ermattung nicht mehr meistern konnte.Zugleich wollte sie mich ganz für sich haben,ich war ihr aber sofort lästig,fühlte mich schuldig und haßte sie aus Liebe." "Mein Vater lehrte mich sehen,das heißt mich wundern,den Blick ganz von dem einfangen zu lassen,was er gerade sah,er lehrte mich unbeweglich zu bleiben,bis der Name der Dinge verschwinde und damit nur die Farben und Formen blieben,womit das Wunder beginnt." G.A.G. war ein Kind seiner Eltern und seine Eltern Kinder ihrer Zeit.Die Zeit war rabenelterig für Juden in Deutschland.Doch auch entsetzlich schwierig für solch ein überquellend wildlebendiges Kind,wie Georges-Arthur es war.Es zappelte in ihm und das potenzierte die Unruhe im Hause,insbesondere die seiner Mutter,die eh grenzwertig veranlagt war und ihren Sohn u.a. durch eine restriktive Sexualerzeiehung,die im Bürgertum damals gang und gäbe war,in den Griff zu kriegen versuchte.Die dunklen Wolken des nationalsozialistischen Rassenwahns,die immer bedrohlicher aufzogen,gaben der Familie den Rest.Beklemmend schildert G.A.G. wie die Angst sich in seinem Zuhause breit macht.Im Mai 1938 wird er mit seinem Bruder in einen Zug gesetzt und nach Florenz gebracht.Von dort aus weiter nach Frankreich in die savoyer Alpen.Die zweite Hälfte des Buches handelt von seinem achtjährigen Aufenthalt im Internat College Florimontane,in dem er vor den Deutschen versteckt wurde,aber sich nicht verstecken konnte vor den prügelnden Erziehungskräften.Nach der Befreiung wird Goldchmidt Franzose und wohnhaft in Paris. Im Jahr 1956 endet diese Autobiographie. Es gibt Schriftsteller,die verschlucken ihre Worte und lassen sie in den Bauch hinab und dort kreisen und verschlingen die Worte sich und steigen auf wie Ranken in den Arm,der schreibt und von dort aufs Papier.Georges-Arthur Goldschmidt ist solch ein Ausnahmetalent, dem dies gelingt und in dieser Hinsicht mit Per Olov Enquist verwandt.Dies ist ein Buch,das ein Dichter Wald in einen Dschungel verzaubert hat und ein Dichter Nebel in ein Meer aus Licht.Absolut lesenswert!

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    Paula
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