Georges Simenon Der Tod des Auguste Mature

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Inhaltsangabe zu „Der Tod des Auguste Mature“ von Georges Simenon

Mit seiner Kochkunst ist es dem kleinen Gastwirt aus der Provinz gelungen, ein florierendes Bistro im alten Pariser Hallen-Viertel aufzubauen. Doch dann bricht er plötzlich mitten im hektischen Essenstrubel tot zusammen. Was soll aus seinem Lebenswerk werden? Seine Witwe und die drei Söhne verfolgen ganz unterschiedliche Pläne: Antoine will in die Fußstapfen des Vaters treten und das Bistro weiterführen, doch Ferdinand und Bernard brauchen dringend Geld. Doch davon wie auch von einem Testament fehlt jede Spur. Dann taucht ein Schlüssel zu einem Bankschließfach auf, dessen Inhalt alle überrascht.

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    Der Tod des Auguste Mature

    Creed

    18. May 2016 um 21:09

    Ein leiser aber nichtsdestotrotz eindringlicher Roman aus Simenons literarischer Spätphase. Das Oberhaupt einer Familie und Besitzer eines bekannten Pariser Restaurants stirbt unerwartet mitten im Geschäftsbetrieb. Sein Sohn, der mit ihm zusammen das Restaurant leitet, kümmert sich um die anstehenden Trauerformalitäten und wird zusehends von seinen zwei Brüdern bedrängt, die an jeder Ecke Betrug wittern und ihre Gier bezüglich des Erbes nur schlecht verbergen können. Simenons Roman ist ruhig und nüchtern erzählt, seine (wie immer) scharf gezeichneten Charaktere wachsen dem Leser ans Herz oder stossen ihn ab, je nach dem, welches Familienmitglied man genauer betrachtet. "Der Tod des August Mature" enthält viele menschliche Emotionen und Eigenarten wie Habsucht, Neid, Angst, Trauer und Eifersucht, ein Kaleidoskop von familiären Abgründen, die immer dann zutage treten, wenn vermeintlich eine große Menge Geld im Spiel ist. Simenon wäre nicht Simenon, wenn er diesen Plot nicht mitleidlos und konsequent schildern würde. Seine Figuren sind einmal mehr schmerzhaft realitätsnah, ein Talent, dass dieser Schriftsteller (in meinen Augen) wie kein anderer beherrschte. Man liest 3-4 Seiten und meint, die handelnden Personen schon viele Jahre zu kennen. Die Geschichte endet anders, als die Familienmitglieder des Mature-Clans erwarten. Und Simenon beweist zum wiederholten Mal, dass er bis heute einer der besten Realisten der Literaturgeschichte ist. Fazit: Ruhig, glaubwürdig und nachdenkenswert schildert Simenon, was Geld in einer Familie für tiefgreifende Probleme hervorrufen kann. Ein kluger Plot voller Emotionen, wie immer äußerst atmosphärisch.

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  • Rezension zu "Der Tod des Auguste Mature" von Georges Simenon

    Der Tod des Auguste Mature

    Julietta271080

    24. February 2011 um 19:34

    Auguste Mature hat es geschafft: Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Land in kleinsten Verhältnissen großgeworden bricht er als Jugendlicher nach Paris auf. Er eröffnet ein kleines Lokal, heiratet, zeugt drei Söhne. Harte Arbeit zeichnet sein Leben aus und auch nun als alter Mann von beinahe achtzig Jahren will und kann er nicht stillstehen, er mischt immer noch im Restaurant mit. Sein mittlerer Sohn Antoine ist nach dem Zweiten Weltkrieg in den Betrieb mit eingestiegen, mit ihm teilt er die Hälfte der Einkünfte. Mittlerweile ist das Lokal mit zwei Sternen ausgezeichnet, Prominenz zählt zur Kundschaft, kurz der Laden floriert. Doch schlagartig ist alles zu Ende: Auguste bricht mitten im Restaurant zusammen, erleidet eine Embolie und stirbt kurz darauf. Seine Frau bekommt davon nichts mit, denn seit einem Jahr dämmert sie in geistiger Umnachtung vor sich hin. Der Betrieb muß weiterlaufen. Routiniert wird der Abend durchgestanden. Die Brüder müssen verständigt werden. Ferdinand, ein Richter, erscheint mit seiner Frau sofort. Bernard, ein alkoholkranker Luftikuss und Blender, ist verreist. Seine Lebensgefährtin Nicole macht sich aber für diesen sofort auf den Weg. Schließlich hatte der Verstorbene Besitz und seine Söhne haben Anspruch auf diesen. Nur Antoine und dessen Frau Fernand sind schockiert und emotional belastet, auch wenn im Restaurant alles wie gehabt weiterlaufen muß. The show must go on... Die Brüder haben sowohl die Beziehung untereinander als auch die zu ihren Eltern verloren. Sowohl Ferdinand als auch Bernard sind scharf auf das Vermögen des Vaters. Skurril ist es, wie nun auf Antoine alles abgewälzt wird, diesem aber auch unterstellt wird, Besitz unterschlagen zu wollen. Doch es gibt ein Problem: Es gibt anscheinend kein Testament. Und wo ist das Geld aus den Einnahmen des Lokals verblieben? Noch bevor das Begräbnis stattgefunden hat, setzen die Brüder und deren Frauen alles daran, um dies zu klären… Simenon entwirft eine bedrückende Atmosphäre von einer zum Teil zerrütteten Familie. Wie Bestien kommen einem Ferdinand und Bernard sowie deren Frauen vor, die auf der Lauer liegen und jederzeit zum Sprung bereit sind. Keiner traut dem anderen. Keine Trauer, kein Trost. Manchmal hat man den Eindruck, als wären die Bekannten und Freunde Augustes mitgenommener als die eigene Familie, natürlich mit Ausnahme Antoines und Fernands. Was die Gier aus Menschen macht zeichnet Simenon hier brillant. Erschütternd realistisch wird hier geschildert, daß Erbschaften nicht gerade positiv sein können…

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