Georges Simenon Der Zug aus Venedig

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Inhaltsangabe zu „Der Zug aus Venedig“ von Georges Simenon

Am Ende der Ferien nimmt Justin Calmar allein den Zug von Venedig zurück nach Paris. Seine Familie wird erst ein paar Tage später nachkommen. Ein Mitreisender in Calmars Zugabteil bringt es fertig, den zurückhaltenden Pariser eingehend auszufragen. Dieser schämt sich zutiefst seiner Selbstgefälligkeit, was ihn jedoch nicht daran hindert, dem Unbekannten zu Willen zu sein und einen kleinen Gang für ihn zu tun: In Lausanne, wo Calmar zwei Stunden Aufenthalt hat, bevor er in den Zug nach Paris umsteigen kann, soll er bei der Gepäckaufbewahrung einen kleinen Koffer abholen und ihn gleich um die Ecke zu einer gewissen Arlette Staub bringen. Kurz danach verlässt der Fremde das Abteil, um nicht wieder aufzutauchen.§Verwirrt und unbehaglich macht sich Calmar auf den Weg zu Arlette Staub. Diese liegt jedoch tot in ihrer Wohnung - erschlagen. Von Panik ergriffen, flieht er nach Paris, wo er zu seinem Entsetzen feststellt, dass der Koffer ein Vermögen in englischerWährung enthält ...

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  • Rezension zu "Der Zug aus Venedig" von Georges Simenon

    Der Zug aus Venedig

    Fanje

    13. October 2011 um 10:33

    Justin Calmar, der Protagonist des Zugs aus Venedig, fährt vor seiner Familie aus dem Urlaub in Venedig zurück nach Paris. Im Zug trifft er auf einen Fremden, der ihn über sein Leben ausfragt, wobei Calmar bereitwillig antwortet. Dann bittet ihn der Fremde, für ihn einen Koffer aus einem Schließfach am Bahnhof von Lausanne zu holen und an eine bestimmte Adresse einer gewissen Arlette Staub zu bringen. Calmar erfüllt diese Bitte, obwohl er sich darüber wundert. Als er bei Arlette Staub eintrifft, liegt diese tot in ihrer Wohnung. Hals über Kopf flieht Calmar mit dem Koffer ohne die Polizei zu benachrichtigen. Zu Hause in Paris bricht er den Koffer auf und findet in ihm ein Vermögen in englischen Pfund, Schweizer Franken, DM und Dollar. Von Panik ergriffen überlegt er, was er nun tun soll. Das Geld bei der Polizei abgeben, behalten oder in die Seine werfen? Schließlich behält er das Geld - nicht aus Habgier, wie er sich stets selbst sagt - sondern weil niemand seine Geschichte glauben würde. Er verfolgt die Geschehnisse in Lausanne, wo die Ermittlungen im Mord an Arlette Staub im Gange sind und wird immer panischer, dass man ihn aufspüren könnte. Doch der Reiz des Geldes, das auf so merkwürdige Weise in seinen Besitz gelangt ist, bringt Calmar schließlich dazu, es auch tatsächlich ausgeben zu wollen. Daraus entsteht ein weiteres Netz aus Lügen, Verstellungen und Schuldgefühlen, in das sich der Protagonist immer weiter verstrickt. Ich fand diesen Krimi interessant, da er mehr einem Roman als einem Krimi ähnelt. Das Verbrechen in Lausanne und die Herkunft des Geldes werden nicht aufgeklärt. Stattdessen wird die Entwicklung von Calmar nach dieser Begegnung mit dem Fremden aufgezeigt, es geht also eher um eine psychologische Analyse als einen Kriminalfall. Wer also einen klassischen Krimi mit Mord, Ermittlung und Aufklärung lesen möchte, sollte sich von diesem Buch also nicht viel versprechen. Wem jedoch die menschliche Psyche gefällt, wer diese unter extremen Einflüssen studieren möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Ich fand es insgesamt spannend geschrieben, es ließ sich auch gut lesen, die Übersetzung aus dem Französischen fand ich gut. Doch nach der Inhaltsangabe auf dem Buch hatte ich eher einen Krimi erwartet, was dann nicht wirklich der Fall war. Doch trotzdem war die Handlung spannend und interessant aufgebaut.

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