Georges Simenon Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien

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Inhaltsangabe zu „Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien“ von Georges Simenon

'Niemand bemerkte etwas. Niemand ahnte auch nur, dass sich im Wartesaal des kleinen Bahnhofs, wo bloß sechs Reisende teilnahmslos im Dunst von Kaffee, Bier und Limonade warteten, ein Drama abspielte.' Aus einer Eingebung heraus heftet sich Kommissar Maigret während einer kurzen Dienstreise nach Brüssel an die Fersen eines schäbig gekleideten Mannes, den er in einem kleinen Café Tausend-Franc-Scheine zählen sah. Für den Kommissar wird daraus zunächst eine lange Reise und dann ein quälendes Schuldgefühl.

Für mich nicht der beste der Maigret-Romane, streckenweise etwas mühsam. Einfach nicht meins.

— juergenalbers

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  • Wenn das Mitgefühl triumphiert

    Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien

    Stefan83

    09. December 2012 um 19:05

    Nachdem Georges Simenon im Winter 1929/1930 seinen Kriminalkommissar Jules Maigret aus der Taufe gehoben und den ersten Roman „Maigret und Pietr der Lette“ geschrieben hatte, entstanden die folgenden drei Romane aus der Serie in rascher Folge im Sommer 1930. Darunter war auch „Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien“, den er im Februar 1931 veröffentlichte. Gepaart mit einer ganzen Reihe werbewirksamer Maßnahmen (u.a. ein Maskenball mit an die 1.000 Personen) sorgte dieser Roman für den Durchbruch Simenons, der sowohl bezüglich der Schauplätze als auch der Handlung sehr viel Autobiographisches in die Handlung mit einfließen ließ. Ihren Anfang nimmt diese an einem Bahnhof an der holländisch-deutschen Grenze, wo Maigret, der von einer Dienstreise aus Lüttich zurückkehrt, ein ärmlich gekleideter Mann auffällt, der gedankenverloren durch einen großen Stapel von 1000-Francs-Scheinen blättert. Der Kommissar verfolgt den Fremden kurzerhand zur Post und beobachtet aus sicherer Entfernung, wie dieser die Geldscheine in einen Briefumschlag gen Paris verschickt. Als der Mann schließlich einen Koffer kauft, tut es ihm Maigret, der argwöhnt es mit einem Schmugglerring zu tun zu haben, gleich. Gemeinsam besteigt man den Zug nach Bremen, wo im günstigen Moment die Koffer vertauscht werden. Erst in einem heruntergekommenen Hotel realisiert der Fremde, dass er den Inhalt des Koffers verloren hat. Bevor Maigret, der ihn durch ein Schlüsselloch beobachtet, eingreifen kann, zieht der Mann einen Revolver und schießt sich in den Kopf. Von Schuldgefühlen getrieben macht sich der Kommissar daran, dass Geheimnis um diesen seltsamen Selbstmord zu lüften. Und schon bald ist er nicht mehr der einzige, der reges Interesse am Ableben des Fremden zeigt … Wohin führen die Verwicklungen im Fall des merkwürdigen Fremden? Worin besteht das Verbrechen? Und hat es überhaupt eins gegeben? Es ist ein ziemlich dichter und dunkler Nebel, durch den Leser diesmal dem Kommissar folgen muss, versehen mit allerlei Hinweisen, auf mögliche Hintergründe, die sich im nächsten Moment wieder als hinfällig erweisen. Dabei bleibt die Frage nach dem Wieso sehr lange offen, weil sich die Verdächtigen als findige, trickreiche Gegenspieler erweisen. In Maigret finden sie aber natürlich dann doch ihren Meister. Seine hartnäckige Beschattung und die schiere entnervende Anwesenheit wirken so zermürbend, dass die Fassaden letztlich bröckeln und dahinter die Wahrheit zutage kommt. Diese ist – für Ermittler und Leser gleichermaßen – ernüchternd. Simenon greift an dieser Stelle in hohen Maße auf eigene Erfahrungen zurück, schildert die möglichen Folgen nihilistischen Gedankenguts – eine Begleiterscheinung ihrer Zeit, welche, geprägt von Arbeits- und Perspektivlosigkeit, einen fruchtbaren Boden für jegliche Art von Gewalt geboten hat. Und welche hier für den düsteren Grundtenor der Geschichte sorgt. Am Ende der Jagd stellt sich dennoch keinerlei Hochgefühl ein. Im Gegenteil: Die Gejagten erweisen sich als allzu menschlich. Das Mitgefühl triumphiert über das Loblied auf die Gerechtigkeit. Es ist diese traurige und zugleich schöne Schilderung des Unglücks, die uns verstehen und nicht verurteilen lässt. Und damit den Roman zu mehr als nur einem Krimi macht. Meiner Ansicht nach hat sich Georges Simenon mit seinem dritten Maigret-Roman nochmals steigern können. Ein berührendes, in den Bann ziehendes kleines Literaturjuwel, das etwas beherzigt, was dem Spannungs-Genre heutzutage zumeist gänzlich abhanden gekommen ist: Glaubwürdigkeit. Knapp, dicht, eindringlich. Unbedingte Leseempfehlung!

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  • Rezension zu "Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien" von Georges Simenon

    Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien

    Sokrates

    05. June 2011 um 10:03

    In Bremen wird ein Mann in einem Hotelzimmer gefunden, der sich durch Kopfschuss selbst gerichtet hat. Neben ihm ein Koffer voll alte Kleidung; nach Recherchen und Untersuchungen der Kriminalpolizei mit Kleidung gefüllt, deren Dreckflecken 10 Jahre alt sind. Auf dem Tisch liegt ein Päckchen belegter Brötchen... Maigret wird hinzugeholt, da es sich bei dem Mann um einen Franzosen handelt. Zunächst denkt man, man wüsste wer der Mann war: Louis Jeunet, doch schon bei genauerem Hinsehen erkennt Maigret, dass der Pass aus eben gerade der Passfälscherwerkstatt stammte, die die Pariser Polizei erst kürzlich ausgehoben hatte. Damit ist die Identität weiter unklar, das Motiv sowieso. Nach Veröffentlichung des Fotos sowie einiger Presseartikel finden sich Menschen, die den "Louis" gekannt haben: seine Frau, ein seltsamer Geschäftsmann, ehemalige Klassenkameraden. Es wird immer deutlicher, dass "Jeunet" ein Doppelleben führte, irgendwann verschwand, ohne nicht vorher dem Alkohol verfallen zu sein. Eine sichtbare Veränderung in seiner Persönlichkeit war all dem voraus gegangen, wie seine Frau zu berichten weiß; seit mittlerweile 2 Jahren würden sie getrennt leben, d.h. sie hätte ihn nie wieder gesehen... Nur was ist nun des Rätsels Lösung? 'Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien' ist recht gut gelungen: die Story erscheint plausibel, die Personen sind gut getroffen. Maigrets Ermittlung erscheint schwierig, immer wieder finden sich seltsame Geister, die irgendwie mit Jeunet in Kontakt standen, warum, kann Maigret nicht feststellen. Jeder lügt - wie immer. Flair und Dramatik sind nicht perfekt, aber in Ordnung. Also insgesamt nicht gerade Simenons bester 'Maigret', aber immerhin gelungene, kurzweilige Krimi-Unterhaltung.

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  • Rezension zu "Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien" von Georges Simenon

    Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien

    Cap'D.

    14. April 2009 um 10:02

    Rangliste nach den ersten drei Maigrets:

    1. Maigret und der verstorbene Monsieur Gallet (Band 2)
    2. Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien (Band 3)
    3. Maigret und Pietr der Lette (Band 1)

  • Rezension zu "Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien" von Georges Simenon

    Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien

    labellokiss

    25. February 2009 um 23:43

    Erstmal muss ich zugeben: Ich bin kein Krimi-Fan - zumindest habe ich das immer von mir behauptet ohne überhaupt einen jemals einen wirklichen Krimi gelesen zu haben. Mittlerweile hab' ich ein paar Krimis durch und muss wohl einlenken: Ich bin nur teilweise Krimi-Fan und Maigret muss man mögen oder nicht, ein Zwischending gibt es da wohl nicht. Vergleiche ich dieses Buch mit anderen Krimis muss ich sagen, dass die Handlung eher oberflächlich bleibt und man wenig Bezug zur Hauptperson, Maigret, bekommt - zumindest ging es mir so. Die Handlungsabläufe sind gut durchdacht und werden spannend erzählt, aber mich hat einfach extrem gestört, dass man sich nicht in die Hauptperson reinversetzen kann. Deswegen auch nur drei Sterne meinerseits.

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