Georges Simenon Maigret und die verrückte Witwe

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Inhaltsangabe zu „Maigret und die verrückte Witwe“ von Georges Simenon

Wer kann ein Interesse am Tod einer alten Dame haben, die schon nicht mehr von dieser Welt ist, weil sie sie nicht mehr versteht? Den Neffen nicht, weil er sich die Haare lang wachsen lässt und von seiner merkwürdigen Musik leben will, und auch nicht die Nichte, deren Besuche sie über sich ergehen lässt, obwohl sie sich nichts zu sagen haben. Vier Tage lang ist Madame de Caramé um das Gebäude der Pariser Kriminalpolizei herumgeschlichen, erst dann lässt sie sich bei Kommissar Maigret melden. Doch der hat keine Zeit, sich ihre Ängste anzuhören, weil wie von Geisterhand Vasen und Bilder in ihrer Wohnung den Platz wechseln. Noch so eine Spinnerin, denkt er. Aber er täuscht sich, und am nächsten Tag wird die alte Dame ermordet.

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  • Der Mord an einer reizenden alte Dame

    Maigret und die verrückte Witwe

    LEXI

    01. April 2013 um 16:01

    Das Ersuchen der Witwe Léontine de Caramé, ein vertrauliches Gespräch mit Kommissar Jules Maigret zu führen, wird im Sitz der Kriminalpolizei, am Quai des Orfèvres in Paris, nicht allzu ernst genommen. Zu viele Verrückte erzählen den Beamten von ihren Verfolgungstheorien und stehlen auf diese Weise den Ermittlern kostbare Arbeitszeit. Die zierliche alte Dame mit den feinen, ebenmäßigen Gesichtszügen bleibt jedoch hartnäckig und obgleich sie sehr höflich und wohlerzogen ist und zudem ein wenig schüchtern scheint, lässt sie sich nicht abwimmeln. Schließlich spricht sie den Kommissar auf seinem Weg nach Hause an und erzählt ihm von merkwürdigen Begebenheiten in ihrer großen Wohnung am Quai de la Mégisserie, in der sie nun seit dem Tod ihres zweiten Ehemannes vor zwölf Jahren alleine lebt. Die 86jährige Witwe besitzt einen ausgeprägten, beinahe schon als manisch zu bezeichnenden, Ordnungssinn und merkt seit einiger Zeit, dass Gegenstände plötzlich nicht mehr an ihrem üblichen Platz positioniert sind. Zudem hat sie laufend das Gefühl, beobachtet zu werden. Aus erster Verunsicherung wurde Angst, und sie bittet Jules Maigret vertrauensvoll um seine Hilfe. Dieser versichert ihr zwar, sich in den nächsten Tagen die Sache genauer anzusehen, nimmt die „verrückte Witwe“, wie sie von seinen Kollegen mittlerweile tituliert wird, nicht sehr ernst. Und plötzlich ist es zu spät. Die Nachricht vom gewaltsamen Tod der alten Dame trifft Maigret hart und er intensiviert seine Bemühungen, diesen Fall aufzuklären. Da sowohl die erste, als auch die zweite Ehe Léontines kinderlos blieb, hat sie nur noch zwei entfernte Verwandte, die sie gelegentlich besuchen. Und diese beiden sind es auch, auf die der Kriminalkommissar sein Hauptaugenmerk legt. Angèle Louette, die etwa 55jährige Nichte von Madame de Caramé, lebt in ihrer Nähe, auf der anderen Seite des Pont-Neuf in der Rue Saint-Andrés des Arts und besucht ihre Tante ein- zweimal pro Monat. Die derbe, vierschrötige Frau, die ihre mangelnde Zuneigung zu ihrer Tante nicht leugnet, arbeitet als Masseuse und hat kaum Kontakt zu ihrem 25jährigen Sohn Émile, den sie als Versager einstuft. Émile ist Künstler und verdient sein Geld mit Auftritten in Nachtlokalen, wo er Gitarre spielt und teilweise auch eigene Kompositionen einbringt. Er scheint ein netter Junge zu sein, der zwar ein ziemliches Lotterleben führt, der alten Dame jedoch zugetan zu sein scheint. In sporadischen Abständen kommt es zu Besuchen bei ihr, die nicht selten damit enden, eine finanzielle Unterstützung zu erbitten – die ihm in den meisten Fällen auch gewährt wird. Als Maigret im Zuge seiner Ermittlungen auf den 35jährigen Liebhaber Angèles trifft, stellt sich heraus, dass es sich bei Marcel Montrond um einen polizeibekannten Kriminellen handelt, der bereits einige Male wegen Kuppelei verhaftet und als Spitzel für eine Korsenbande auffällig wurde. Mangels Beweisen schaffte er es jedoch immer wieder, seine Freilassung zu erwirken. Kommissar Maigret hat nun in diesem verzwickten Fall einige schöne Fährten mit Verdächtigen, die triftige Gründe hätten, eine begüterte alte Dame aus dem Weg zu räumen. Er arbeitet mit akribischer Vorgehensweise und seiner ihm eigenen unerschütterlichen Ruhe an diesem Mordfall und liefert dem Leser überraschende Ergebnisse. Georges Simenon bezaubert wieder einmal mit einem höchst unterhaltsamen Schreibstil, einer vortrefflichen Beschreibung von Lokalitäten und Protagonisten, und liefert Krimigenuss auf höchstem Niveau. Nach dem mittlerweile vierten Kriminalroman aus der Feder dieses großartigen Autors besteht meinerseits bereits ein gewisser Suchtfaktor, der mich immer wieder dazu bringt, zu Büchern Simenons zu greifen. Die Hardcover-Ausgabe wird durch einen färbigen Stadtplan von Paris auf der Innen-, und eine ebensolche Landkarte von Frankreich auf der Außenseite des Einbands optisch aufgewertet, ein rotes Lesebändchen und ein nostalgisch wirkendes Coverfoto mit einer in schwarz gekleideten Dame mit Hut, die in Begleitung von zwei Hunden entlang einer Straße flaniert, umgeben von altmodisch anmutenden Automobilen, runden das Gesamtbild dieser edlen Edition ab. Obgleich die Dame auf dem Foto viel zu jung erscheint, um als Léontine de Caramé durchzugehen und sie tatsächlich auch niemals Hunde hatte, vergebe ich nur allzu gerne fünf Bewertungssterne für Simenons 72. Band „Maigret und die verrückte Witwe“!

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  • Rezension zu "Maigret und die verrückte Witwe" von Georges Simenon

    Maigret und die verrückte Witwe

    Sokrates

    13. September 2011 um 22:43

    Ein wirklich guter Maigret: eine alte Dame hat den leisen Verdacht, dass sich jemand unberechtigterweise Zutritt zu ihrer Wohnung verschafft, hin und wieder Gegenstände anders anordnet, verschiebt und man ihr auf der Straße folgt. Da sie ihren Verdacht nicht widerlegen kann, geht sie zur Pariser Polizei, in der Hoffnung, mit Kommissar Maigret reden zu können. Stattdessen nimmt sie jedoch keiner wirklich ernst, man zögert, denkt, sie wäre nicht ganz auf der Höhe. Maigret zögert noch, sie be-suchen zu wollen, doch am darauffolgenden Tag ist sie bereits tot: erstickt. . Handlung und Dramatik sind wirklich gut gelungen, allerdings ist das Ende erschreckend unspektakulär. Nicht dass der Mörder einen zu ‚einfache‘ Mordmethode gewählt hat, - nein, es ist vielmehr die Banalität des Motivs und die Person des Mörders. Ein Krimi, wie aus dem Leben gegriffen: Gierigkeit, Impulsivität, emotionale Abhängigkeit – und schon hat man sich für eine Idee mobilisieren lassen und ist zum Mörder geworden...

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