Maigrets Memoiren

von Georges Simenon 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Maigrets Memoiren
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Simenon lässt Maigret die Welt gerade rücken

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Inhaltsangabe zu "Maigrets Memoiren"

Als Rentner in seinem Landhaus in Meung-sur-Loire schreibt Maigret seine Memoiren. Er erinnert sich an seine Kindheit, seine Anfänge bei der Polizei und an seine ersten Begegnungen mit Madame Maigret, die ein gewisser Georges Simenon in seinen Romanen nicht ganz wirklichkeitsgetreu gezeichnet hat – wie so vieles andere auch ... Kommissar Maigret muss einiges zurechtrücken.
Maigrets 35. Fall, wenn man ihn überhaupt so bezeichnen kann, spielt in Saint-Fiacre in Allier, in Nantes, Paris und in Meung-sur-Loire.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783311130352
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Kampa Verlag
Erscheinungsdatum:04.10.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 21.09.2018 bei Der Audio Verlag erschienen.

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    aus-erlesens avatar
    aus-erlesenvor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Simenon lässt Maigret die Welt gerade rücken
    Mehr als eine Rückschau

    Auch Maigret findet endlich die Ruhe, um das Leben genießen zu können. Er ist mittlerweile pensioniert. Er hat viel erlebt. Viel gesehen. Zeit Rückschau zu halten, die Regale der Erinnerungen vom Staub zu befreien und so manches schiefe Ding gerade zu rücken. Denn dieser Simenon hat ganz ordentlich im Leben des Hauptkommissars herumgefuhrwerkt. Es ist auch an der Zeit Dankbarkeit zu zeigen. 
    Xavier Guichard zum Beispiel, seinem Chef. Ein Freund der Familie und immerhin so frei Maigret allein Fehler begehen zu lassen. Aber auch eigene Wege – vor allem die richtigen – beschreiten zu lassen. Er war es ja auch, der ihm Monsieur Sim vorgestellt hat. Journalist und Schriftsteller – pardon, nur Schriftsteller. Er wollte damals, Ende der 20er Jahre mehr über die Polizei wissen. Es ging ihm nicht um Ermittlungstaktiken, Gewohnheitsverbrecher und derlei Dinge. Vielmehr wollte er die Atmosphäre schnuppern, in der Maigret und seine Kollegen ihr Leben lang von Berufswegen ihre Nase stecken mussten. Von Sympathie konnte keine Rede sein. Erst als aus dem Schriftsteller George Sim der Erfolgsautor Georges Simenon geworden war, glätteten sich die Wogen der Antipathie. Freunde wurden sie nie so richtig. 
    Oder soll Maigret Felix Jubert vielleicht ewig dankbar sein? Eines Tages treffen sich die beiden wieder. Vor Jahren hatten sie gemeinsam in Nantes begonnen Medizin zu studieren. Beide haben ihr Studium abgebrochen. Während Maigret seiner Leidenschaft und Verbrechern nachging, zog es Jubert an den Schreibtisch des Straßenbauamtes. Am Abend wollen sie die alten Zeiten hochleben lassen. Doch Maigret ist abgelenkt. Von einem jungen Mädchen in einem blauen Kleid, das ihm köstliche Leckereien anpreist. Ihr Name ist Louise. Sie wird später einmal seinen Namen tragen.
    Maigret vermeidet es von sich, seinem Leben und seinen Erfahrungen in den höchsten Tönen zu reden. C’est la vie! Nicht mehr und nicht weniger. Der Boulevard Richard-Lenoir war immer sein Zuhause. Bis auf die Zeit, in der ihr Appartement renoviert wurde. Da residierten er und seine Louise am vornehmen Place des Vosges. Länger als erwartet, in fremden Wänden, mit fremdem Mobiliar. Simenon lässt es in seinen Ausführungen so aussehen als hätten sie dort Jahre, statt Monate verbracht. Ordnung muss sein. Und Wahrheit erst recht!
    Auch, dass Maigret auf der Leinwand agierte, lässt ihn nicht gerade in die Höhe wachsen. Pierre Renoir nimmt er seinen Charakter noch ab. Doch Abel Tarride und Harry Baur kann er nichst abgewinnen. Bei Charles Laughton stört ihn die perfekte englische Aussprache. Dass er auf der Leinwand mal älter, mal jünger, mal dicker, mal dünner ist, nagt mehr an ihm als er zugeben möchte. 
    Georges Simenon lässt seinen Maigret hart ins Gericht mit sich und seinem Schöpfer gehen. Beiden geht dabei in keiner Weise ihre Integrität flöten. Ein kleiner Knuff die Hüfte des Anderen schadet weder dem Einen noch dem Anderen. Als Leser staunt man, sitzt vergnügt am Tisch mit zwei Männern, die gemeinsam Pfeife rauchen. Dieses Buch braucht keine Lesezeichen!

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