Georges Simenon Mit Maigret in die Bretagne

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Inhaltsangabe zu „Mit Maigret in die Bretagne“ von Georges Simenon

Die Bretagne! Eine Gegend, die jeden in Ferienstimmung versetzt – außer den aus Paris angereisten Kommissar, der in Concarneau einen Mordversuch aufklären soll. Mürrisch setzt er sich ins Café de l’Amiral, um sich bei einem Glas Pernod ein Bild von dem Opfer und den Verdächtigen zu machen. Doch der Pernod ist mit Strychnin versetzt, und ein herrenloser gelber Hund verbreitet Angst und Schrecken. Düster lässt sich auch Maigrets zweiter bretonischer Fall an, obwohl sich eine hübsche Mordzeugin dem Kommissar als Assistentin anbietet.

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    Mit Maigret in die Bretagne

    Bri

    Meine "Krimi-Karriere" begann, wenn ich mich recht entsinne, im zarten Alter von 14 Jahren. Gerne gesehen im Fernsehen waren die Edgar-Wallace-Verfilmungen mit Schauspielern wie Eddie Arent, Blacky Fuchsberger, Gert Fröbe, Klaus Kinski, Karin Baal und Konsorten - und das Ganze natürlich in dezentem Schwarz/Weiß. Gelesen habe ich damals allerdings vor allem Agatha-Christie-Krimis - am allerliebsten Miss Marple. Ob meine Eltern wirklich mitbekommen haben, was ich da lese, weiß ich nicht so recht, denn FSK-Angaben auf den Büchern gab es nicht und die Bücher waren auch in der Stadtbibliothek für mich frei zugängig. Nicht nur zwischen 22 h und 6 h - gut, war ja auch alles noch analog und nicht ganz so gruselig und blutig. Abgerundet hat meine Krimisucht noch der Krimidienstag auf BR2 Radio mit solch genialen Serien wie Dickie Dick Dickens, die mir klar machten, dass Krimi auch als witzige Satire spannend sein kann. Last but not least landete ich bei einem Ermittler, dem man dank des Diogenes Verlages auch heute noch bei der Klärung von über 70 Fällen über die Schulter gucken kann: Jules Maigret. Irgendwann allerdings ließ meine Krimisucht nach. Wurden mir die Geschichten zu blutig? Hatte ich zu viele Details der Taten erfahren und zu wenige der Hintergründe? Genau weiß ich das nicht. Aufgefallen ist mir allerdings, dass ich in den letzten Jahren doch immer mal wieder gerne zu einem Krimi griff, wenn ich Lektüre brauchte, die mich eher entspannte, als forderte. Was aber nicht heißen soll, dass Krimis per se anspruchslos sind. Die "neuen" Krimis, die mir in die Hände fielen und die mich begeisterten, haben Protagonisten, die mich tief in ihre private Welt einließen. Die Fälle selbst wurden geklärt, nicht immer auf die übliche Art und meist erkannten die Ermittler sehr gut, dass Recht nicht gleich Gerechtigkeit ist und handelten dementsprechend unkonventionell. Wieder einmal bei Maigret angekommen, finde ich einiges wieder, was ich eben beschrieb, aber nicht alles. Das persönliche Umfeld bleibt nebulöser, der Kommissar ist ein echter Typ, der aus dem Rahmen fällt. Zusätzlich aber fällt eines sofort auf: Simenon schreibt geradlinig, macht kein Getöse und schickt den Leser trotzdem immer wieder auf falsche Spuren. Spannung pur, unterlegt mit der psychologischen Analyse der Tat und des Täters. Gesellschaftliche Kritik ohne den moralischen Zeigefinger. Reiner Krimistoff, der wunderbar flüssig unterhält. Ein Kommissar, der trotz seines bärbeißigen Auftretens immer konzentriert bei der Sache ist, ein goldenes Herz am rechten Fleck sitzen hat und Gerechtigkeit walten lässt, wo es ihm möglich gemacht wird. Entschleunigte und trotzdem äußerst kurzweilige Lektüre, die sich mir in den derzeit neu als Doppelband Mit Maigret in die Bretagne aufgelegten Krimis Maigret und der gelbe Hund und Maigret und der geheimnisvolle Kapitän darbot. Genau das Richtige für schnörkellose, direkte, spannende Lesestunden, die wieder einmal klar machen, wie sehr auch Schreibstile den unterschiedlichen Zeiten und deren Usancen verbunden sind. Und eine Erinnerung an das, was mich damals schon "anfixte" ... spannend erzählte Geschichten mit menschlichem Hintergrund. Die nächste Reise mit Maigret führt übrigens in die Provence ... ich freue mich drauf!

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