Georgi Gospodinov

 4.5 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Physik der Schwermut, 8 Minuten und 19 Sekunden und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Georgi Gospodinov

Georgi Gospodinov wurde 1968 in Jambol in Bulgarien geboren, studierte Bulgarische Philologie in Sofia, redigierte eine Literaturzeitung und arbeitet am Literaturinstitut der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. 1992 debütierte Gospodinov mit dem Lyrikband "Lapidarium"; eine Auswahl aus seinen Gedichtbänden ist 2010 auf deutsch erschienen, "Kleines morgendliches Verbrechen". Er veröffentlichte Erzählungen, Drehbücher, Essays und eine graphic novel; von seinem "Natürlichen Roman" (1999) liegen mittlerweileÜbersetzungen in 23 Sprachen vor (deutsch bei Droschl 2007), und über seinen zweiten Roman "Physik der Schwermut" (Droschl 2014) schrieb die NZZ: »Gospodinow katapultiert sich selbst in die erste Liga europäischer Autoren mit einem Buch, dessen ebenso komplexer wie komischer ›Teilchenphysik der Trauer‹ kaum mehr mit Kritik, sondern nur noch mit Begeisterung beizukommen ist.« Gospodinov war Gastautor des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 2008, Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin (2012) und hatte im Sommersemester 2015 die Siegfried Unseld Gastprofessur an der Humboldt-Universität inne.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Georgi Gospodinov

Cover des Buches Physik der Schwermut (ISBN:9783423145336)

Physik der Schwermut

 (7)
Erschienen am 11.11.2016
Cover des Buches 8 Minuten und 19 Sekunden (ISBN:9783854209485)

8 Minuten und 19 Sekunden

 (3)
Erschienen am 05.02.2016
Cover des Buches Natürlicher Roman (ISBN:9783854207283)

Natürlicher Roman

 (3)
Erschienen am 01.08.2007
Cover des Buches Kleines morgendliches Verbrechen (ISBN:9783854207672)

Kleines morgendliches Verbrechen

 (0)
Erschienen am 29.01.2010

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Neue Rezensionen zu Georgi Gospodinov

Neu
L

Rezension zu "Physik der Schwermut" von Georgi Gospodinov

Alte Geister in Transition
Literatur_Famulusvor 3 Monaten

Bald schon werde ich belohnt, Gospodinov lässt seiner Kreativität aus den Erzählungen auch im umfangreichen Roman freien Lauf. Die Leichtigkeit liegt über der Schwermut, sie schwimmt. 

Schon bald weiß ich, die "Physik der Schwermut" verträgt keine Beschreibung, dieses Werk nimmt mich wieder zur Gänze mit. Ich freue mich immer mehr auf Bulgarien, und beginne den alten Geistern ihren Platz in der noch immer anhaltenden Transition zuzuweisen. 

Ob Minotaurus mehr Leichtigkeit oder eher Schwermut verkörpert möge sich die Leserschaft erlesen und erstreiten, entkommen wird sie ihm nicht. So viel sei verraten, Minotaurus träumt einen glücklichen Traum. 

Gospodinovs Sprache dringt in finstere Kanäle ein, verliert sich nur scheinbar in Seitenarmen und erhebt den behörnten Kopf, um in unterschiedlichen Figuren mit der eigenen Geschichte zu tanzen. 

Ja, "ein rohes Ei entspricht einer Injektion."

Und wer hätte gedacht, dass Yellow Submarine von den Beatles ein Aufruf zur bulgarischen Revolution war?

Oder: Ist Beständigkeit oder Unbeständigkeit der Gradmesser einer Entwicklung? 

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L

Rezension zu "8 Minuten und 19 Sekunden" von Georgi Gospodinov

Der Salzstreuer
Literatur_Famulusvor 3 Monaten

Der Erzählband packte mich. Geschichten, die hängen bleiben und Formulierungen wie: „Und Einsamkeit ist ein klebriger Stoff, der danach strebt, den ganzen Raum um sich herum auszufüllen.“ Oder: „Alles beobachtet mich. Ich setze mich an den Tisch und weiß, dass der Salzstreuer ein Auge ist.“ Manchmal erzählt er auch in seiner lyrischen Sprache. Hervorragend!

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Rezension zu "8 Minuten und 19 Sekunden" von Georgi Gospodinov

Georgi Gospodinov - 8 Minuten und 19 Sekunden
Jarivor 3 Jahren

Vor Kurzem wurde Gospodinovs Werk "Physik der Schwermut" den Jan Michalski-Preis. So wurde ich auf den Bulgaren aufmerksam. Leider war erwähntes Buch nicht in der Onleihe verfügbar, sodass ich mich nach einigem Hin und Her für "8 Minuten und 19 Sekunden" entschied. Erst war ich skeptisch, da mir Kurzgeschichten grundsätzlich nicht so zusagen. Zu oft vergesse ich Inhalte und Figuren, da man sie nur kurz begleitet. Doch Gospodinov ist anders. Ganz anders.

Gospodinov kann man nicht vergessen. Was dieser Autor aus ein paar Worten hervorzaubert - das ist Magie. Verzauberung. Entrückung. Entzückung.

Jede Geschichte ist einzigartig und doch sind sie miteinander verbunden. Und sei es nur dadurch, dass in jeder Erzählung Bulgarien in irgendeiner Form vorkommt. Der Kreis schliesst sich mit dem Auf- bzw. Untergehen der Sonne, mit den 8 Minuten und 19 Sekunden. Alle Geschichten schweben zwischen Realität und Phantasie, kratzen an der Schicht zum magischen Realismus.

Selten habe ich Vergleichbares gelesen, selten war ich so fasziniert, so tief berührt. Dabei gehen die meisten Geschichten nicht einmal über zwei Seiten hinaus. Ausserdem ist Gospodinov ein Meister der Überraschung. Selbst in diesen kurzen Texten schafft er es, den Leser kalt zu erwischen, seine Welt auf den Kopf zu stellen.

Gospodinov ist ein Zauberer, ein Künstler, ein Hexer. Ihm zu Ehren schreibe ich nicht weiter und halte die Rezension kurz. Meine symbolische Verbeugung vor dem Können dieses Schriftstellers ist hoffentlich deutlich zum Ausdruck gekommen.

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