Georgi Gospodinov

 4.5 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Physik der Schwermut, Natürlicher Roman und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Georgi Gospodinov

Physik der Schwermut

Physik der Schwermut

 (5)
Erschienen am 11.11.2016
Natürlicher Roman

Natürlicher Roman

 (3)
Erschienen am 01.08.2007
8 Minuten und 19 Sekunden

8 Minuten und 19 Sekunden

 (2)
Erschienen am 05.02.2016
Kleines morgendliches Verbrechen

Kleines morgendliches Verbrechen

 (0)
Erschienen am 29.01.2010
And Other Stories

And Other Stories

 (0)
Erschienen am 27.07.2007
The Physics of Sorrow

The Physics of Sorrow

 (0)
Erschienen am 07.04.2015

Neue Rezensionen zu Georgi Gospodinov

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Jaris avatar

Rezension zu "8 Minuten und 19 Sekunden" von Georgi Gospodinov

Georgi Gospodinov - 8 Minuten und 19 Sekunden
Jarivor 2 Jahren

Vor Kurzem wurde Gospodinovs Werk "Physik der Schwermut" den Jan Michalski-Preis. So wurde ich auf den Bulgaren aufmerksam. Leider war erwähntes Buch nicht in der Onleihe verfügbar, sodass ich mich nach einigem Hin und Her für "8 Minuten und 19 Sekunden" entschied. Erst war ich skeptisch, da mir Kurzgeschichten grundsätzlich nicht so zusagen. Zu oft vergesse ich Inhalte und Figuren, da man sie nur kurz begleitet. Doch Gospodinov ist anders. Ganz anders.

Gospodinov kann man nicht vergessen. Was dieser Autor aus ein paar Worten hervorzaubert - das ist Magie. Verzauberung. Entrückung. Entzückung.

Jede Geschichte ist einzigartig und doch sind sie miteinander verbunden. Und sei es nur dadurch, dass in jeder Erzählung Bulgarien in irgendeiner Form vorkommt. Der Kreis schliesst sich mit dem Auf- bzw. Untergehen der Sonne, mit den 8 Minuten und 19 Sekunden. Alle Geschichten schweben zwischen Realität und Phantasie, kratzen an der Schicht zum magischen Realismus.

Selten habe ich Vergleichbares gelesen, selten war ich so fasziniert, so tief berührt. Dabei gehen die meisten Geschichten nicht einmal über zwei Seiten hinaus. Ausserdem ist Gospodinov ein Meister der Überraschung. Selbst in diesen kurzen Texten schafft er es, den Leser kalt zu erwischen, seine Welt auf den Kopf zu stellen.

Gospodinov ist ein Zauberer, ein Künstler, ein Hexer. Ihm zu Ehren schreibe ich nicht weiter und halte die Rezension kurz. Meine symbolische Verbeugung vor dem Können dieses Schriftstellers ist hoffentlich deutlich zum Ausdruck gekommen.

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KasiaJaeckels avatar

Rezension zu "8 Minuten und 19 Sekunden" von Georgi Gospodinov

Sogwirkung garantiert!
KasiaJaeckelvor 2 Jahren

Lasst mich Euch einige der Erzählungen näher vorstellen. Die titelgebende Geschichte wirft uns vorbereitungslos und ohne großes Getue rein in eine Ankündigung einer bevorstehenden Apokalypse. Der an der Stelle geradezu atemlose Schreibstil baut in null komma nichts Spannung auf. Nur, um in die Kiste mit schwarzem Humor zu greifen und die Geschichte in eine Erzählung über die Zufallskarriere eines Sonnenuntergangsfotografen münden zu lassen. Was für ein Ritt!

Weit sensibler baut sich die Geschichte um einen Mann, der nach 40 Jahren die Dame seines ersten Mals wiedersehen möchte, auf. Aber vorsicht! Wappnet Euch vor dem unromantischen Ende.

Oder die darauf folgende, in der es um die gespenstische Atmosphäre von historisch belasteten Orten geht. Manche Gespenster, die schlimme Ereignisse hinterlassen, sind trotz baulicher Maßnahmen einfach nicht weg zu bekommen.
Wenn man da als Leser denkt, der Neigung zur Melancholie sei Genüge getan, hat sich sehr verschätzt. Die Geschichte um einen Heimjungen, der einen Vater adoptieren möchte, oder auch die um einen Kinodreh in einem langsam aussterbenden Dörfchen berühren tief.

Einfach da "drüberlesen" ist keine Option. Pausen und Durchatmen muss man sich bei Gospodinovs Erzählungen gönnen.

Sehr prägend für den Autor ist auch, dass bei mindestens jeder zweiten Geschichte der Eindruck einer starken autobiografischen Komponente entsteht. Die Akteure sind wiederholt selbst Literaten und auch an anderen Hinweisen, wie gern gewählter Ich-Perspektive, mangelt es nicht.
Die Komposition und Phantasiefülle der Erzählungen sowie der absorbierende Stil bewegen mich für Georgi beide Däumchen nach oben zu heben.

Kommentare: 5
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Saphires avatar

Rezension zu "Physik der Schwermut" von Georgi Gospodinov

Ein Labyrinth
Saphirevor 4 Jahren

Ein Labyrinth.

"Und Theseus war so gefangen vom Faden der Geschichte, dass er nicht einmal begriff, wovon die Rede war."

Ein roter Faden? Einen Anfang? Ein Ende? All das existiert in diesem Buch nur insoweit man als Leser selbst bereit ist die Initiative zu ergreifen und sich ein Weg durch dieses Labyrinth aus Worten zu suchen. Egal wie. Ob von vorn nach hinten, ob an Hand der Überschriften oder mit Hilfe des Zufalls. Dieses Buch spielt nicht nach den Regeln der Logik oder der eines normalen Handlungsstrangs. Es geht um Erinnerungen, Geschichten, um essayhafte Beschreibungen und Hinterfragungen von dem eigenen Selbst, der eigenen Erinnerung und den Gesellschaften durch die man taumelt. Immer wieder nach Orientierung suchend, weiß man häufig selbst nicht ganz genau über wen man da liest. Den Autor, einen Hauptcharakter (falls er überhaupt existiert), Theseus, den Vater, den Großvater oder einen Fremden.  Wege kreuzen sich, Wege verlieren sich, Wege lassen manchmal sogar das Gefühl aufkommen, man würde den roten Faden des Buches noch in der Hand halten.

Wer nach spannender Handlung sucht, nach einem Buch das nicht viel Arbeit macht, etwas das einen führt,  ist mit diesem Buch falsch beraten. Wer etwas neuartiges sucht, eine Leseerlebnis bei dem der Leser selbst für sein Schicksal verantwortlich ist und dafür auch das Risiko eingehen muss manchmal den falschen Weg durchs Buch genommen zu haben, wer seine Rolle als Leser hinterfragen möchte (sind wir nun das Opfer, sind wir der Täter oder sind wir die helfende Hand des Autors?), dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.

Auch auf die Gefahr hin, dass man keinen Ausgang gefunden hat und nicht einmal weiß wovon die Rede war.

Ein Labyrinth eben.

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