Georgi Gospodinov

 4 Sterne bei 52 Bewertungen
Autor*in von Zeitzuflucht, Physik der Schwermut und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Georgi Gospodinov wurde 1968 in Jambol, Bulgarien, geboren. Einem großen internationalen Publikum wurde er mit seinem ersten Roman bekannt, dem »Natürlichen Roman« sowie dem Roman »Physik der Schwermut«, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Gospodinov wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. zweifach mit dem bulgarischen Buchpreis und dem Jan Michalski-Preis. Für seinen Roman »Zeitzuflucht« erhielt er 2023 den International Booker Prize. Er lebt und arbeitet in Sofia. 

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Der Gärtner und der Tod (ISBN: 9783863527662)

Der Gärtner und der Tod

(2)
Neu erschienen am 22.09.2025 als Hörbuch bei Hierax Medien.

Alle Bücher von Georgi Gospodinov

Cover des Buches Zeitzuflucht (ISBN: 9783746639963)

Zeitzuflucht

(25)
Erschienen am 14.11.2023
Cover des Buches Physik der Schwermut (ISBN: 9783423145336)

Physik der Schwermut

(11)
Erschienen am 11.11.2016
Cover des Buches Der Gärtner und der Tod (ISBN: 9783746643427)

Der Gärtner und der Tod

(7)
Erscheint am 15.04.2026
Cover des Buches 8 Minuten und 19 Sekunden (ISBN: 9783854209485)

8 Minuten und 19 Sekunden

(4)
Erschienen am 05.02.2016
Cover des Buches Natürlicher Roman (ISBN: 9783854207283)

Natürlicher Roman

(3)
Erschienen am 01.08.2007
Cover des Buches Kleines morgendliches Verbrechen (ISBN: 9783854207672)

Kleines morgendliches Verbrechen

(0)
Erschienen am 29.01.2010
Cover des Buches Physik der Schwermut (ISBN: 9783351042912)

Physik der Schwermut

(0)
Erscheint am 13.05.2026
Cover des Buches Der Gärtner und der Tod (ISBN: 9783863527662)

Der Gärtner und der Tod

(2)
Erschienen am 22.09.2025

Neue Rezensionen zu Georgi Gospodinov

Cover des Buches Der Gärtner und der Tod (ISBN: 9783863527662)
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Rezension zu "Der Gärtner und der Tod" von Georgi Gospodinov

Farast
Ein ganz besonderer Garten

Das Buch hat mich mitten in mein Herz getroffen. Sich von einem geliebten Menschen für immer zu verabschieden und ihn auf seiner letzten Reise zu begleiten ist nicht leicht. Darüber zu schreiben erst recht nicht. Gospodinov ist es gelungen dies zu tun. Und das mit einer für mich überraschenden Leichtigkeit. Er erzählt über seinen verstorbenen Vater und dessen langen Erkrankung davor.

 
 Gospodinov hat einen neuen Garten angelegt und ihn mit Geschichten über seinen Vater, mit Erinnerungen und liebevollen Bildern bepflanzt. Er reflektiert, beleuchtet und erzählt. Als Leserin bin ich ihm aufmerksam gefolgt. Es stehen wunderbare Abschnitte und Sätze darin, die man immer wieder lesen möchte. Ich mochte sehr die Geschichten und den Wortwitz seines Vaters. Besonders hatte mir da das Wort „Stillsamkeit“ gefallen. Da merkt man schon woher der literarische Samen von Georgi Gospodinov kam, um bei der Metapher des Gärtners zu bleiben.  

„Der Gärtner und der Tod“ ist ein Buch über Trauer und übers Abschiednehmen. Ein wunderbares Buch, das ich wärmstens empfehlen kann. 

Cover des Buches Der Gärtner und der Tod (ISBN: 9783351042615)
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Rezension zu "Der Gärtner und der Tod" von Georgi Gospodinov

dracoma
Garten als Bild der Hoffnung

Mein Lese-Eindruck:


„Mein Vater war Gärtner. Jetzt ist er ein Garten.“


Diese ersten Sätze gehen unter die Haut, und eigentlich umfassen sie das ganze Buch. Der Autor begleitet seinen sterbenden Vater in den Tod, und er fragt sich selber, welchem Genre er sein Werk zuordnen soll: ist es ein Memoir oder ein Gartenroman? „Der Botanik der Schwermut ist das egal“, meint er, und dem Leser auch.


Der Garten des Vaters ist ein ständiges Beispiel für Veränderlichkeit, Wachstum und Vergehen. Pflanzen wachsen, gedeihen, sterben ab und erneuern sich. Und so wird für den Autor der Garten des Vaters auch zum Bild der eigenen Sterblichkeit und Vergänglichkeit. Was er durchaus mit Humor nimmt, wenn er überlegt, dass Blumen wohl „heimliche Periskope der Toten sind, die unter ihnen liegen und die Welt durch ihre Stängel beobachten“. So wird der Garten zugleich zu einem Bild der Hoffnung auf ein Weiterleben.


Gospodinovs Vater war nicht nur Gärtner, sondern auch ein Geschichtenerzähler. Wichtig war dabei weniger das tatsächliche Geschehen, sondern die Erzählung, die aus dem Geschehen gemacht wurde. Der Vater erinnerte sich an eine Fülle von Anekdoten aus der Familiengeschichte, die er immer wieder zum Besten gab. Damit wurde er zum Chronisten der Familie. Längst verstorbene Familienangehörige und auch vergessene Ereignisse aus der sozialistischen Heimat erwachten wieder zum Leben.


Diese Aufgabe übernimmt nun der Sohn. Er streut diese Geschichten seines Vaters immer wieder in die Erzählung ein und verleiht damit seinem Abschiedsschmerz etwas Heiteres und Tröstliches. Die Verbindung zum Vater bleibt bestehen: im Garten, im Erzählen.


Der Verzicht auf ein lineares Erzählen mag manche Leser irritieren, sie werden aber belohnt durch eine bildhafte und poetische Sprache und ein meisterliches Erzählen. Keine Holprigkeit, keine Umständlichkeiten behindern die wie von selbst fließende Sprache.


Ein Buch zum Mehrmals-Lesen.


5


 


 


 


 

Cover des Buches Der Gärtner und der Tod (ISBN: 9783863527662)
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Rezension zu "Der Gärtner und der Tod" von Georgi Gospodinov

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Eine Hommage an den Vater

Wenn der Autor seinen Roman über den Tod seines Vaters mit dem Satz „Mein Vater war Gärtner. Jetzt ist er ein Garten.“ beginnt, dann bin ich berührt.

Gospodinvo begleitet seinen Vater bis zu seinem letzten Atemzug, hält ihm die Hand, versucht ihm die Schmerzen zu nehmen und ihn abzulenken, ihn an seine Kindheit zu erinnern. So würdevoll, mitfühlend und voll Zärtlichkeit erzählt er abwechselnd über das Leben, die Krankheit und das Sterben seines Vaters, über seine Liebe zu dem Garten und den Stolz auf seinen Sohn.

Der Vater leidet an Krebs und bei vollem Bewusstsein erlebt er den Abbau seines Körpers und die Abhängigkeit, gepflegt und versorgt zu werden. Die Ärzte haben den alten Mann mit dieser Diagnose aufgegeben. Sein Glück ist, dass dies alles zu Hause passiert – und nicht in einem Krankenhaus.

Gerne hätte er Weihnachten noch mit der Familie verbracht, doch er stirbt in den Morgenstunden des 20. Februar 2023. Auch seine Lieblingsblumen, die Schneeglöckchen, hatte er gehofft noch einmal zu sehen, das blieb ihm leider verwehrt.

Ein Buch über Trauer, Tod, Verlust, Kindheit und die Beziehung zu den Eltern, aber auch über Bulgarien im Kommunismus. Eine Geschichte, die so nahe geht, so würdevoll geschrieben ist und berührt. So persönlich habe ich noch nie über den Tod gelesen.

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