Georgi Gospodinov 8 Minuten und 19 Sekunden

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Inhaltsangabe zu „8 Minuten und 19 Sekunden“ von Georgi Gospodinov

Menschenliebe, Schlitzohrigkeit und Weltuntergang: neue Erzählungen des bulgarischen Melancholikers: In Georgi Gospodinovs Erzählungen begegnen wir hinterwäldlerischen Dorfbewohnern auf dem südlichen Balkan, einem Kind, das nacheinander verschiedene Väter adoptiert, einem Autor, der ganz Lissabon nach einer unbekannten Schönen absucht, und zahlreichen simplen oder auch raffinierten Ehebrüchen; einige Geschichten werfen Blicke in die kommunistische Vergangenheit des Landes und andere in die Zukunft der Menschheit. Wie in der Titelgeschichte die Zeit, die das Licht von der Sonne zur Erde braucht, gerade das bisschen Zeit ist, die der Autor dem Leser zur Lektüre des Textes einräumt, so lauern in vielen Texten Gospodinovs Weltuntergangsgedanken, Sorgen und Trauer um die Unzuverlässigkeit der Menschen. Verspielt, elegant und mit allen Wassern der Postmoderne gewaschen, breitet Gospodinov eine Welt vor uns aus, wie wir sie aus seinen beiden Romanen schon kennen – eine Welt, die zwar detailgenau und oft sehr komisch diesseitig ist, aber dennoch mehr den Einfällen und Eskapaden der Phantasie als den Gesetzen der Realität folgt.

Was dieser Autor aus ein paar Worten hervorzaubert - das ist Magie.

— Jari
Jari

Tolle Erzählungen mit SOGWIRKUNG!

— KasiaJaeckel
KasiaJaeckel

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  • Georgi Gospodinov - 8 Minuten und 19 Sekunden

    8 Minuten und 19 Sekunden
    Jari

    Jari

    08. February 2017 um 23:13

    Vor Kurzem wurde Gospodinovs Werk "Physik der Schwermut" den Jan Michalski-Preis. So wurde ich auf den Bulgaren aufmerksam. Leider war erwähntes Buch nicht in der Onleihe verfügbar, sodass ich mich nach einigem Hin und Her für "8 Minuten und 19 Sekunden" entschied. Erst war ich skeptisch, da mir Kurzgeschichten grundsätzlich nicht so zusagen. Zu oft vergesse ich Inhalte und Figuren, da man sie nur kurz begleitet. Doch Gospodinov ist anders. Ganz anders. Gospodinov kann man nicht vergessen. Was dieser Autor aus ein paar Worten hervorzaubert - das ist Magie. Verzauberung. Entrückung. Entzückung. Jede Geschichte ist einzigartig und doch sind sie miteinander verbunden. Und sei es nur dadurch, dass in jeder Erzählung Bulgarien in irgendeiner Form vorkommt. Der Kreis schliesst sich mit dem Auf- bzw. Untergehen der Sonne, mit den 8 Minuten und 19 Sekunden. Alle Geschichten schweben zwischen Realität und Phantasie, kratzen an der Schicht zum magischen Realismus. Selten habe ich Vergleichbares gelesen, selten war ich so fasziniert, so tief berührt. Dabei gehen die meisten Geschichten nicht einmal über zwei Seiten hinaus. Ausserdem ist Gospodinov ein Meister der Überraschung. Selbst in diesen kurzen Texten schafft er es, den Leser kalt zu erwischen, seine Welt auf den Kopf zu stellen. Gospodinov ist ein Zauberer, ein Künstler, ein Hexer. Ihm zu Ehren schreibe ich nicht weiter und halte die Rezension kurz. Meine symbolische Verbeugung vor dem Können dieses Schriftstellers ist hoffentlich deutlich zum Ausdruck gekommen.

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  • Sogwirkung garantiert!

    8 Minuten und 19 Sekunden
    KasiaJaeckel

    KasiaJaeckel

    22. January 2017 um 23:00

    Lasst mich Euch einige der Erzählungen näher vorstellen. Die titelgebende Geschichte wirft uns vorbereitungslos und ohne großes Getue rein in eine Ankündigung einer bevorstehenden Apokalypse. Der an der Stelle geradezu atemlose Schreibstil baut in null komma nichts Spannung auf. Nur, um in die Kiste mit schwarzem Humor zu greifen und die Geschichte in eine Erzählung über die Zufallskarriere eines Sonnenuntergangsfotografen münden zu lassen. Was für ein Ritt! Weit sensibler baut sich die Geschichte um einen Mann, der nach 40 Jahren die Dame seines ersten Mals wiedersehen möchte, auf. Aber vorsicht! Wappnet Euch vor dem unromantischen Ende.Oder die darauf folgende, in der es um die gespenstische Atmosphäre von historisch belasteten Orten geht. Manche Gespenster, die schlimme Ereignisse hinterlassen, sind trotz baulicher Maßnahmen einfach nicht weg zu bekommen. Wenn man da als Leser denkt, der Neigung zur Melancholie sei Genüge getan, hat sich sehr verschätzt. Die Geschichte um einen Heimjungen, der einen Vater adoptieren möchte, oder auch die um einen Kinodreh in einem langsam aussterbenden Dörfchen berühren tief. Einfach da "drüberlesen" ist keine Option. Pausen und Durchatmen muss man sich bei Gospodinovs Erzählungen gönnen.Sehr prägend für den Autor ist auch, dass bei mindestens jeder zweiten Geschichte der Eindruck einer starken autobiografischen Komponente entsteht. Die Akteure sind wiederholt selbst Literaten und auch an anderen Hinweisen, wie gern gewählter Ich-Perspektive, mangelt es nicht. Die Komposition und Phantasiefülle der Erzählungen sowie der absorbierende Stil bewegen mich für Georgi beide Däumchen nach oben zu heben.

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