Gerald Axelrod

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Neue Rezensionen zu Gerald Axelrod

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Schon vor meinem Studium haben es mir Mythen und Legenden angetan. Während meines Studiums zählten dann Frankenstein, Dracula, The Picture of Dorian Grey, und die Romane von Arthur Conan Doyle und die Geschichte von E.A. Poe zu meinen Lieblingen. Vor allem die Geschichten um Sherlock Holmes sind spätestens seit der BBC-Serie Sherlock wieder sehr beliebt. 

Von Gerald Axelrod habe ich bereits Die fantastische Welt der Brüder Grimm - Entlang der deutschen Märchenstraße für euch besprochen. In seinem neusten Band Sherlock Holmes und der Fluch von Baskerville erforscht Axelrod nicht wieder mehrere Geschichte und Mythen, sondern widmet sich einer ganz speziellen: der Entstehung von Doyles populärstem Roman. 

Während The Hound of Baskerville Sherlock Holmes schwierigster Fall ist, ist die Entstehung dieses Romans nicht minder interessant. Axelrod deckt auf, wie sehr die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion in Doyles Roman verwischen. Geisterhund oder Mord, reine Fiktion oder zum Teil eine wahre Geschichte? Woher nahm Doyle seine Inspiration, welche Rolle spielte die echte Familie Baskerville. Dazu beginnt Axelrod bei Doyles Geburt, der Erschaffung der Figur Sherlock Holmes, seinem Scheitern und seinem plötzlichen Erfolg (wie makaber, dass ausgerechnet Jack the Ripper für steigende Absatzzahlen gesorgt hat). Wir erfahren, welchen Einfluss Poe auf Doyle gehabt hat und warum Sherlock Holmes sterben musste, wie er trotzdem in seinem kniffligsten Fall ermitteln konnte und wie es danach mit ihm weiterging. Wir erfahren mehr über Dr. Watson und seine Rolle in den Romanen und in Holmes Leben, und natürlich auch über Moriarty.

Sherlock Holmes und der Fluch von Baskerville ist halb Essay, halb Bildband. In diesem Buch finden sich nicht nur viele interessante Fakten, Anekdoten und Vermutungen, sondern auch stimmungsvolle Fotos jenes Ortes, an dem The Hound of Baskerville spielt. Dem Ort, den auch Doyle für seine Romanrecherche besucht hat: das Dartmoor. Dazu viele Abbildungen von Statues, Briefen, Bildern, Kartenausschnitten und sogar Fotos von dem Sherlock Holmes Museum in der Baker Street in London. Wobei es sich dabei eigentlich nur um einen hübsch eingerichteten Souvenirshop handelt, der trotzdem einen Blick wert ist. 

Ob man nun Doyles Roman kennt oder nur ein Fan der BBC-Serie, wer sich gerne mit Sherlock Holmes beschäftigt, wer gerne in seine Welt eintaucht und mit ihm ermittelt, der wird Sherlock Holmes und der Fluch von Baskerville lieben.
 

(c) Books and Biscuit

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TheRavenkings avatar

Der Hund von Baskerville ist Arthur Conan Doyles berühmtestes Werk und wohl auch einer der bekanntesten Kriminalromane überhaupt, unzählige Male verfilmt und in den Kanon der großen Werke der (Unterhaltungs-)Literatur eingegangen.

Allerdings ranken sich um die Entstehungsgeschichte des Werkes einige Kontroversen, so soll die Inspiration zum Buch von Doyles Freund Bertram Fletcher Robinson stammen, der dem Autor bei einem Besuch in Dartmoor eine Sage über einen Geisterhund erzählte, die jener als Vorlage für eine neue Sherlock-Holmes-Geschichte nahm.

Manche besonders bösartige Gestalten nehmen sogar an Robinson und Doyle hätten den Roman gemeinsam verfasst und Doyle hätte es mit zwielichtigen Mitteln erreicht, dass allein ihm die Urheberschaft zugesprochen wurde.

Die Suche nach den Ursprüngen des Fluchs von Baskerville ist das Thema dieses Bildbandes, der einige wunderschöne Aufnahmen enthält, die allerdings oft nur am Rande mit Holmes und Doyle zu tun haben. Die Bilder schottischer Burgruinen, alter Friedhöfe und wilder Moorlandschaften vermitteln eine sehr dichte, geisterhafte Atmosphäre.

Arthur Conan Doyle vermerkt in seinen Tagebüchern zur Entstehung von Der Hund von Baskerville so gut wie nichts und viele seiner Aufzeichnungen und Briefe werden von seinen Erben bis heute unter Verschluss gehalten, was der Theorie um irgendein Geheimnis weiteren Zündstoff lieferte. Es gab zwar eine Familie Baskerville, mit der Doyle in Kontakt stand, aber inwiefern deren Geschichte zur Handlung des Buches beitrug ist ungewiss.

Das Buch befasst sich auch ein wenig mit der Lebensgeschichte Doyles und der Entstehung der Kriminalliteratur an sich. Und weil E. A. Poe und dessen Detektiv Chevalier Auguste Dupin das große Vorbild für Doyle waren, wurde auch die Erzählung „Die Morde in der Rue Morgue“ abgedruckt. Das scheint mir recht überflüssig, da die meisten Krimileser diese berühmte Geschichte wohl ohnehin kennen, ich hätte lieber mehr über Doyle und Dartmoor gelesen, aber das ist nur ein kleiner Makel an dieser ansonsten gelungenen Publikation.

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Rezension zu "Die fantastische Welt der Brüder Grimm - Entlang der Deutschen Märchenstraße - MYTHEN & LEGENDEN" von Gerald Axelrod

Von vergifteten Äpfeln und gestiefelten Katern
ForeverAngelvor 2 Jahren

Jedes deutsche Kind wird den Namen dieser Brüder kennen, ob nun durch die ursprünglichen Märchen oder die harmlosen Disney Vesionen: Grimm. Viele Märchen, die heute als Kinderklassiker gelten, stammen aus ihrer Feder: Schneewittchen, Hänsel und Gretel, Rumpelstilzchen, Rotkäppchen, Der gestiefelte Kater, Aschenputtel (Cinderella), Der Froschkönig. Die Liste ist schier endlos. 

Die fantastische Welt der Brüder Grimm - Entlang der deutschen Märchenstraße ist zweierlei. Zunächst ist es ein Sammelband ihrer bekanntesten Märchen. Die oben genannten und noch einige mehr kann man hier nachlesen. Wieso, fragt ihr euch, schließlich kennt man die Märchen schon? Falls ihr nur die Disney Versionen kennt, dann kann ein Blick in die ursprünglichen Märchen euch vielleicht verblüffen. Hier erfährt man beispielsweise, wie oft die böse Königin versucht hat, Schneewittchen zu töten (viermal, nicht zweimal) und dass der Prinz sie nicht wachgeküsst hat, sondern dass er stattdessen den gläsernen Sarg hat fallen lassen, wodurch ihr das Apfelstück aus dem Hals gepresst wurde. So viel also zu Disneys "Kuss der wahren Liebe"...  Auch das Ende ist grausamer als die Disney Version, denn eigentlich war Schneewittchen gar nicht so sanftmütig und hat nicht so leicht vergeben.

Dieses Buch ist aber vielmehr als bloß eine Märchensammlung. Es bietet vor allem weiterführende Informationen rund um die Brüder und die Märchen. Um zunächst einmal bei Schneewittchen zu bleiben. Wusstet ihr beispielsweise, dass in der ersten Version nicht die Stiefmutter die böse Königin war, die Schneewittchen um ihre Schönheit beneidete, sondern die eigene Mutter? Und diese Mutter wollte ihr Kind nicht nur tot sehen, sie wollte auch, dass der Jäger ihr Lunge und Leber des Mädchens bringt, damit sie sie essen kann. Zudem erfahren wir hier, auf welcher wahren Begebenheit das Märchen beruhen könnte, denn die Brüder Grimm benutzen oftmals reale Ereignisse und Personen für ihre Märchen. 

In den Texten erfährt man auch, dass der Franzose Charles Perrault teilweise ähnliche Märchen verfasst hat - noch vor den Brüdern Grimm. Da wären beispielsweise Der gestiefelte Kater, Dornröschen und Aschenputtel. Warum sich in jedem Fall die Versionen der Brüder Grimm durchgesetzt haben, wird ebenfalls erklärt: sie haben ein Happy Ending. Warum also haben die Brüder Der gestifelte Kater trotzdem aus ihren Sammelbänden streichen lassen? Tja, auch darüber wird hier spekuliert. 

Die fantastische Welt der Brüder Grimm - Entlang der deutschen Märchenstraße wäre aber kein klassischer Stürtz-Titel, wenn es nicht auch ihr um Fotos ginge. Und so ist es auch. Dieser Band bietet allerhand Fotos und Bilder rund um die Brüder und ihre Märchen. Holzschnitte, Illustrationen, Skulpturen, mögliche Schauplätze. All das wird hier abgebildet, wodurch dieser Band perfekt abgerundet wird. Als Märchenband würde ich mir dieses Buch nicht ins Regal stellen, da bevorzuge ich Leinen- oder Halbleinenausgaben. Was mich hier fasziniert ist das Gesamtkonzept. Eine kurze Biographie der Brüder und die vielen Hintergrundinformationen zur Entstehung der Märchen. Für mich waren besonders die vielen Unterschiede zu den Disney Versionen spannend, denn mit den Zeichentrickfilmen bin ich groß geworden und die echten Märchen habe ich erst im Laufe meines Studiums kennengelernt. 

(c) Books and Biscuit

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