Gerald Durrell

 4.3 Sterne bei 28 Bewertungen
Autor von Meine Familie und andere Tiere, Der Spottvogel und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gerald Durrell

Die faszinierende Welt der Tiere: Gerald Malcolm Durrell ist im Januar 1925 in Jamshadpur, Indien, als jüngstes von vier Kindern geboren. Nach dem Tod seines Vaters zieht Durrell 1928 mit seiner Familie zunächst nach England, 1935 nach Korfu. Dort beschäftigt er sich intensiv mit der Tierwelt der Insel und weckt dadurch sein späteres berufliches Interesse. Er absolviert eine Ausbildung als Tierpfleger und beginnt, als Tierfänger für verschiedene britische Zoos zu arbeiten. Seine Suche nach seltenen Tieren führt ihn um die ganze Welt: so bereist er unter anderem Paraguay, Mexiko und Madagaskar. 1950 erkrankt er an Malaria und nutzt die damit einhergehende Ruhephase für die Arbeit beim Rundfunk und Fernsehen. 1959 gründet er seinen eigenen Zoo auf Jersey, einer Insel im Ärmelkanal, um bedrohte Tierarten vor dem Aussterben zu bewahren. Zudem hat Durrell mehr als 30 Bücher über Tiere und Zoologie geschrieben. Seine Autobiographie mit dem sarkastischen Titel „Meine Familie und anderes Getier“ wurde 2005 sogar verfilmt. Das Buch befasst sich mit seinen Entdeckungen während seiner Kindheit auf Korfu. Für seine Arbeit ist er mehrfach ausgezeichnet worden, hat zwei Doktortitel verliehen bekommen und wurde 1982 zum Mitglied des Order of the British Empire ernannt. Gerald Durrell starb am 30. Januar 1995 auf Jersey.

Alle Bücher von Gerald Durrell

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Cover des Buches Meine Familie und andere Tiere (ISBN:9783492059176)

Meine Familie und andere Tiere

 (11)
Erschienen am 02.11.2018
Cover des Buches Der Spottvogel (ISBN:9783499158568)

Der Spottvogel

 (5)
Erschienen am 01.06.1997
Cover des Buches Ein Koffer voller Tiere (ISBN:9783548229645)

Ein Koffer voller Tiere

 (2)
Erschienen am 01.01.1999
Cover des Buches Gerald Durrells Naturführer (ISBN:9783881993180)

Gerald Durrells Naturführer

 (0)
Erschienen am 01.11.1988
Cover des Buches Die Tiere in meiner Arche (ISBN:9783548204994)

Die Tiere in meiner Arche

 (4)
Erschienen am 01.02.1997
Cover des Buches My Family and Other Animals (ISBN:9781907360572)

My Family and Other Animals

 (3)
Erschienen am 19.03.2012
Cover des Buches Eine Verwandte namens Rosy (ISBN:9783499115103)

Eine Verwandte namens Rosy

 (3)
Erschienen am 01.07.1993
Cover des Buches Dominoes (ISBN:9780194248242)

Dominoes

 (1)
Erschienen am 29.03.2010

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Neue Rezensionen zu Gerald Durrell

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Rezension zu "Meine Familie und andere Tiere" von Gerald Durrell

Meine Rezension zu "Meine Familie und andere Tiere" von Gerald Durrell
Belladonnavor 6 Monaten

Der humorvolle autobiographische Roman “Meine Familie und andere Tiere” von Gerald Durrell ist mir durch die Verlagsvorschau von Piper ins Auge gesprungen. Der Klassiker wurde in einer Neuübersetzung von Andree Hesse herausgebracht und ist in ein hübsches blau-rotes Cover mit Tier- und Menschensilhouetten gekleidet.

Gerald Durrell berichtet in seinem Roman von seiner Kindheit, in der er mit seiner Familie dem regnerischen England entfloh und auf die sonnenverwöhnte Insel Korfu reiste um dort einige Zeit zu leben. In einer mitreißenden Ich-Perspektive erzählt nimmt Gerald Durrel seinen Leser mit zurück in seine Kindheit in den 30er Jahren und lässt die wunderbar unbeschwerte Zeit von damals aufleben. Seine Erzählung sprüht geradezu voller Lebensfreude und kindlichem Entdeckerdrang und ist vor allem durch die Fauna geprägt, die Durrell auf Korfu von Früh bis Spät erkundete.

Besonders gut gefallen hat mir die scharfe Beobachtungsgabe die sich hinter Durrells Figuren verbirgt. Seine gesamte Familie zeichnet er mit liebevollen Pinselstrichen, die mich durchaus an die scharfe Zunge Jane Austens erinnerte. Im Ganzen betrachtet dann zwar nicht ganz an die Klasse einer Austen heranreicht und dennoch zu bezaubern weiß. Vor allem die Zeichnung seiner Mutter hat mir einige Male ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Sie ist wunderbar schrullig und ihre unabsprechliche Liebenswürdigkeit strahlt wie ein Polarstern durch die Zeilen. Von seinen Geschwistern wird Gerald Durrell meist schräg beäugt, denn er ist der Sonderling der Familie, der komisches Tierzeug mit ins Haus schleppt und damit für jede Menge Unordnung und Unmut sorgt. Nur seine Mutter Louisa scheint die einzige Person in der Familie zu sein, die ihn in seinem Tatendrang ermutigt und niemals ein böses Wort darüber verliert.

“Meine Familie und andere Tiere” von Gerald Durell ist ein Wohlfühlbuch von der ersten bis zur letzten Seite und besticht zusätzlich mit seinem humorvollen Unterton. In die Kindheit des autodidaktischen Zoologen eintauchen zu können und die Welt mit seinen Augen zu betrachten hat mir unheimlich viel Freude bereitet. Wer hier allerdings einen Spannungsroman erwartet der sollte liebe der Finger von dem Buch lassen.

Fazit

Dieses Buch ruft das Gefühl des Kind sein und Entdeckens wach und verzaubert mit humorvoll porträtierten Persönlichkeiten.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 01.04.2019

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Rezension zu "Meine Familie und andere Tiere" von Gerald Durrell

Wir haben unsere Mutter gut erzogen
Bibliomarievor 10 Monaten

Als ich in den frühen 70igern meine Ausbildung zur Buchhändlerin begann, war dieses Buch von Gerald Durrell immer noch ein Standardtitel. Regelmäßig wurde diese heiter-turbulente Familiengeschichte verkauft. Nun bringt der Piper Verlag eine neu übersetzte Ausgabe auf den Markt und aus Nostalgie habe ich das Buch gelesen.

 Es hat nichts von seinem Charme verloren. Es mutet fast exotisch an, wie die englische Familie 1935 nach Korfu übersiedelt. Sonne und Wärme und wahrscheinlich auch die günstigen Lebenshaltungskosten waren wohl der Grund. Die inzwischen verwitwete Mutter Durell und ihre vier Kinder stammen aus einer typischen Kolonialbeamten-Familie. Sie lebten in Indien, dort wurden die Kinder geboren und haben ihre Kindheit verbracht. Die Rückkehr nach England war wohl auch ein Kulturschock, was zart angedeutet wird, wenn die Mutter ihre indischen und ceylonesischen Kochbücher hortet und auch auf Korfu Currys und andere asiatische Köstlichkeiten zubereitet.

Die Beschreibung der Insel mutet fast archaisch an, Hirten und einfache Bauern werden Freunde, immer zur Gastfreundschaft bereit und Trauben, Feigen und Melonen zu teilen. Eine untergegangene Welt, in die ich hier eintauchen konnte.

Für Gerry war Korfu Freiheit und Paradies. Ohne lästige Schule – ein Freund der Familie erteilt ein wenig planlos Privatunterricht – kann er sich ganz seiner Leidenschaft widmen: Tiere zu beobachten. Hier wird der Grundstein zu seiner Karriere als autodidaktischer Zoologe gelegt. In der Familie geht es turbulent zu: der älteste Bruder schreibt an seinem Roman, Gerry schleppt allerlei Viehzeug an, die Schwester testet ihre Wirkung auf Inselbewohner und allerhand seltsame und skurrile Gäste bevölkern das Haus. Diese Idylle dauert einige Jahre, bis der drohende Zweite Weltkrieg die Familie wieder zurück an England bringt.

Auch wenn das Buch schon 1956 zum ersten Mal erschien, es hat sich seine Frische bewahrt und lohnt auch heute noch das Lesen. Eine amüsante, mit typisch englischem Humor geschriebene Geschichte, die viel von der Faszination Durrells für Flora und Fauna vermittelt


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Rezension zu "Meine Familie und andere Tiere" von Gerald Durrell

Rundherum schön
Giselle74vor einem Jahr

Endlich kann ich mal wieder hemmungslos schwärmen! Dieses Buch ist nahezu perfekt. Zum einen hat es einen wunderbar passenden Einband, auf dem viele der Tierchen zu sehen sind, denen man im Laufe der Lektüre begegnet und zum anderen ist es einfach so charmant und lustig geschrieben, dass man es nur höchst ungern wieder aus der Hand legt.
Auf der Flucht vor dem nasskalten Wetter Englands zieht die Familie Durrell auf die griechische Sonneninsel Korfu. Fünf Jahre bleiben sie dort, fünf Jahre, die allen unvergesslich geblieben sein dürften. Zu diesem Zeitpunkt ist der Autor Gerald Durrell zehn Jahre alt und interessiert sich zum Leidwesen seiner Familie sehr für die Fauna der Insel. Im Laufe der Jahre nehmen sie vier Hunde, diverse Schildkröten, eine Möwe, zwei Elstern und anderes Getier, einschließlich einer Skorpionmutter und Brut, bei sich auf. Meine Bewunderung gilt dabei Mutter Louisa, die mit unendlicher Ruhe und Liebenswürdigkeit die Eskapaden ihrer Kinder ausbadet. Denn neben Gerry wären da noch der dreiundzwanzigjährige Larry, auf dem Wege zum Schriftsteller, allwissend und über den Dingen stehend; der neunzehnjährige Leslie, ein Waffennarr und Traumschiffbauer und die achtzehnjährige Margo, deren knappe Badeanzüge die gesamte männliche Inseljugend auf den Plan ruft.
Selten habe ich ein so unbeschwert fröhliches Buch gelesen, so durchgehend geschmunzelt und gekichert. Diese Erinnerungen sind sonnenwarm und liebevoll und so gut geschrieben, dass ich sogar die detaillierten Beschreibungen diverser Insekten hochspannend fand. Und ich bin sonst kein großer Freund langbeiniger Krabbelviecher...
Eine meiner liebsten Szenen ist diese: Gerry hat Geburtstag und die Familie plant eine kleine, feine Feier. " Wir hatten abgemacht, nur wenige Leute zur Party einzuladen. Menschenmassen seien nicht unsere Sache, sagten wir uns, und deshalb hielten wir zehn sorgfältig ausgesuchte Gäste für das Äußerste, worauf wir uns einlassen wollten. (...) Nachdem wir uns einvernehmlich darauf geeinigt hatten, ging jedes Familienmitglied los und lud zehn Leute ein." Erst am Tag vor der Party fällt auf, dass jeder andere zehn Leute geladen hatte und es nun 46 zu erwartende Gäste sind. Natürlich rettet die Mutter die Situation und es wird ein schönes Fest.
Aus dem kleinen Gerry wurde übrigens ein weltweit bekannter Tierschützer und Erforscher seltener Arten. Das mag auch daran gelegen haben, wie offen seine Familie seine Interessen unterstützt und gefördert hat. Und so ist dieses Buch eigentlich nicht nur charmant, sondern auch eine Art Lehrbuch für den Umgang mit Kindern. Obwohl ich persönlich keine Wasserschlangen in der Badewanne haben möchte, aber sogar die findet man ganz nett, so lange, wie sie in der Geschichte bleiben jedenfalls.
"Meine Familie und andere Tiere" ist meine diesjährige Empfehlung für Weihnachtsgeschenkesuchende. Es ist herzerwärmend, aber nicht kitschig, leicht zu lesen, aber nicht seicht, witzig, aber nicht albern, kurz: es ist nahezu perfekt.

Ich danke dem Piper Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

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Zusätzliche Informationen

Gerald Durrell wurde am 07. Januar 1925 in Jamshadpur (Indien) geboren.

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