Gerald F. Wakolbinger

 5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor*in von Mordshochwasser, Mordsgrenzverkehr im Böhmerwald und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Gerald F(ranz) Wakolbinger, 1962 in Linz an der Donau geboren, ist leidenschaftlicher Leser. Früher Weltliteratur von Hesse über Dostojewski bis Joyce, heute bevorzugt er Krimis mit Ironie und Witz wie jene von Rita Falk (Eberhofer-Krimis), Claudia Rossbacher (Steirer-Krimis) oder Franz Friedrich Altmann (Turrini-Krimis). Mit dem Schreiben hat er vor zehn Jahren begonnen. Der Autor hat an der Wirtschaftsuniversität Wien Handelswissenschaften mit Schwerpunkt Werbung und Marktforschung studiert und mehrere Jahre in einer PR-Agentur gearbeitet. Seit gut 30 Jahren ist er als Redakteur und Chef vom Dienst bei einer oberösterreichischen Wirtschaftszeitung tätig.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Mordspartys (ISBN: 9783990744055)

Mordspartys

Erscheint am 02.11.2026 als Taschenbuch bei Verlag Federfrei.

Alle Bücher von Gerald F. Wakolbinger

Cover des Buches Mordsgrenzverkehr im Böhmerwald (ISBN: 9783839204559)

Mordsgrenzverkehr im Böhmerwald

(1)
Erschienen am 12.07.2023
Cover des Buches Mordshochwasser (ISBN: 9783990743249)

Mordshochwasser

(1)
Erschienen am 21.05.2025
Cover des Buches Mordspartys (ISBN: 9783990744055)

Mordspartys

(0)
Erscheint am 02.11.2026

Neue Rezensionen zu Gerald F. Wakolbinger

Cover des Buches Mordshochwasser (ISBN: 9783990743249)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Mordshochwasser" von Gerald F. Wakolbinger

Bellis-Perennis
Kurt Kowalski is back! - Sehr zum Leidwesen seiner Kollegenschaft

Als sich das Wasser nach dem zweiten Jahrhunderthochwasser der letzten zwanzig Jahre zurückgezogen hat, hat es nicht nur eine Spur der Verwüstung durch zahlreiche oberösterreichische Dörfer, darunter Gusen-Dorf gezogen, sondern auch drei unvollständige Skelette, zwei alte männliche und ein jüngeres weibliches angespült. 

Während manche Dorfbewohner und Archäologen von Bronzezeit und Kelten träumen, ist recht bald klar, dass die männlichen Knochen auf Grund ihrer Beschaffenheit zu jenen KZ-Häftlingen gehören müssen, die knapp vor Kriegsende aus dem KZ Gusen geflohen sind und sich in einem Brunnen versteckt haben müssen, als man Jagd auf sie gemacht hat.  

Noch während das Team der Linzer Kriminalpolizei also Lukas Klaus, Andrea Ziegler und der aus der, zum Leidwesen der Kollegen, aus der Reichenthaler Verbannung zurückgekehrte Kurt Kowalski, versuchen die Identität des weiblichen Skeletts herauszufinden, wird eine weitere Tote gefunden. Die ist allerdings erst vor kurzem getötet worden. 

Vier Tote, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben, oder ist alles doch ganz anders?  

Als man nach mühsamer Kleinarbeit einen Verdächtigen ausfindig gemacht hat, macht Kowalski mit seinem Drang, den Fall alleine lösen zu wollen, um allen zu zeigen, welch toller Ermittler er doch ist, alles zunichte. Vor allem seinen weiteren Verbleib bei der Polizei .... 

Meine Meinung: 

Wie schon im ersten Krimi dieser Reihe (Mordsgrenzverkehr im Böhmerwald), bekommt es die Truppe um Chefinspektor Schmaranzer, der letztlich aus dem wohlverdienten Urlaub anreist, um den - wie man ihn allgemein nennt - „Fettnapfspringer“ Kurt Kowalski aus der direkten Schusslinie zu holen, es mit lange zurückliegenden Kränkungen und damit verbundenen Verbrechen zu tun. 

Auch ein historisches Ereignis flicht Autor Gerald Walkobinger wieder sehr geschickt ein: Das, als von der SS zynisch als „Mühlviertler Hasenjagd“ bezeichnete Endphasenverbrechen, das Massaker an jenen 500 vornehmlich sowjetischen KZ-Häftlingen, die am 2. Februar 1945 aus dem KZ Gusen, einem Nebenlager von Mauthausen, fliehen konnten. Von diesen 500 Menschen haben nur 11 überlebt, die anderen wurden in einer beispiellosen, dreiwöchigen Hatz von der SS, der Gendarmerie, Feuerwehr, Wehrmacht, Volkssturm und Zivilisten gejagt und ermordet. Die elf Überlebenden wurden unter Gefährdung des eigenen Lebens auf verschiedenen Bauernhöfen versteckt, mitunter so, wie es hier im Krimi geschildert wird. Das Kapitel dieser Mühlviertler Menschenhatz, wie die Ermordung der ausgebrochenen Zwangsarbeiter besser bezeichnet wird, ist ebenso wie das Kapitel KZ Gusen noch nicht restlos aufgearbeitet. Die Zeitzeugen sind leider entweder bereits verstorben oder hochbetagt.  

Der Krimi erzählt von der mühseligen Kleinarbeit der Kriminalpolizei, von der Kriminaltechnik, von Tatverdächtigen und Zeugen, denen ihre Aussagen durch Fakten entweder widerlegt oder untermauert werden muss. Der Ermittler der traurigen Gestalt ist wieder einmal Kurt Kowalski, der glaubt, es allen beweisen zu müssen, dass er, er allein der beste aller Ermittler ist und diesen komplexen Fall alleine lösen kann. Man könnte fast Mitleid mit ihm haben. 

Autor Gerald Walkobinger lässt seine Protagonisten wieder im Dialekt schwadronieren und fluchen. Das ist nicht für alle Leser leicht verständlich. Ich denke, dass haben der Autor und der Federfrei-Verlag bewusst in Kauf genommen, zumal es kein Glossar gibt. Vermutlich werden vielleicht nicht alle Leser mit dem Dialekt zurechtkommen. 

Fazit:

Gerne gebe ich dieser gelungenen Fortsetzung wieder 5 Sterne.

 

Cover des Buches Mordsgrenzverkehr im Böhmerwald (ISBN: 9783839204559)
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Rezension zu "Mordsgrenzverkehr im Böhmerwald" von Gerald F. Wakolbinger

Bellis-Perennis
Mörderisches Grenzland

»Da Sigl Mandi is halt drüben blieben!« 

Diesen Satz sagt das Reichenthaler Faktotum Karl Musil gebetsmühlenartig seit nahezu 30 Jahren jedem, der es hören oder auch nicht hören will. Niemand aus nimmt den unscheinbaren Mann, den man gemeinhin nur als den Hausl bezeichnet, ernst. Bis, ja bis man Überreste eines Mannes in der Nähe von Vyšší Brod, dem ehemaligen Hohenfurth, entdeckt.  

Wie kommt es, dass nach so langer Zeit das Rätsel über das Verschwinden den Manfred Sigl gelöst werden kann?  

Die Geschichte beginnt in der Gegenwart mit damit, das in das Mühlviertel strafversetzte Oberinspektor Kurt Kowalski sich in eine Tschechin verliebt, die er auf einer Sex-Plattform kennengelernt hat. Also setzt sich der liebestrunkene Kurt gemeinsam mit Walter Sax in seinen A3 und besucht seine Angebetene. Einmal Polizist immer Polizist und von den Schmuggelgeschichten der Dorfbewohner getriggert, glauben Kowalski und Sax Mädchenhändler bei ihrer Tätigkeit beobachtet zu haben. Man kehrt rasch nach Reichenthal zurück, nicht ohne Pläne für die Aufdeckung der Straftat zu schmieden, in denen Kowalskis früheren Kollegen von der Kripo Linz eine Rolle spielen werden.  

Während Kurt sich abermals nach Tschechien begibt, steht in Reichenthal zunächst einmal das feuchtfröhliche Dorffest auf dem Plan, der Tote im Brunnen am Marktplatz allerdings nicht. Da ist es ja gut, dass zwei von Kowalskis ehemaligen Kollegen bereits in Marsch gesetzt worden sind, oder? Nur von Kurt Kowalski fehlt jede Spur.  

Und was hat das alles mit dem Verschwinden vom Sigl Mandi zu tun? Nun, der aktuelle Tote ist einer jenes Trios, dem auch der Manfred angehört hat.  

Meine Meinung: 

Mir hat dieser Krimi aus dem Mühlviertler Grenzland sehr gut gefallen! Ich habe Land und Leute rund um den Grenzübergang Weigetschlag bei einem meiner vermessungstechnischen Außendienste, kennengelernt. Damals 1988, gab es den Eisernen Vorhang noch und der Schmuggel von billigen Zigaretten in die eine und in begehrte Güter die andere Richtung waren ein beliebtes Geschäftsmodell. Über den Schmuggel von Menschen ist in meiner Gegenwart nur ganz leise gemunkelt worden, dennoch sind mir solche Geschichten bekannt. Ich habe ähnliche Charaktere, wie sie Gerald Walkobinger hier beschreibt kennengelernt, obwohl man mich als Wienerin ein wenig scheel angesehen hat. 

Der Krimi ist mit seinen zwei Zeitebenen, dem Mord in Reichenthal und der Suche nach den Mädchenhändlern in Tschechien sowie den für seine blöden Alleingänge berüchtigten Kowalski ziemlich komplex. Dafür funktioniert die Zusammenarbeit mit den tschechischen Kollegen reibungslos. 

Der Autor zeichnet ein ziemlich authentisches Bild des dörflichen Lebens an der Grenze. Das (Dorf)Wirtshaus ist für einige Bewohner der Lebensmittelpunkt. Man schwelgt in Bier- und Schnapsseliger Erinnerung an früher. Der Alkoholkonsum ist beachtlich und das Rauchverbot ist noch nicht wirklich angekommen. Entsprechend derb und rau ist auch der Umgangston. Hier lässt der Autor die Protagonisten im Mühlviertler Dialekt schwadronieren und fluchen. Das ist nicht für alle Leser leicht verständlich. Ich denke, dass haben der Autor und der Gmeiner-Verlag, bewusst in Kauf genommen, zumal es kein Glossar gibt. Mir macht das nichts aus, andere werden vielleicht mit dem Dialekt nicht zurechtkommen. 

Fazit: 

Gerne gebe ich diesem Auftakt zu einer Mühlviertler Krimi-Reihe, der mich sehr gut unterhalten hat,  5 Sterne.

 

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