Gerald Hüther , Wolf Bergmann Computersüchtig

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Inhaltsangabe zu „Computersüchtig“ von Gerald Hüther

Im Bann der virtuellen Welten - Über 600 000 spielsüchtige Kinder und Jugendliche in Deutschland - Computersucht besser verstehen - Für alle Eltern, die Bescheid wissen und helfen wollen - Die Ursachen der Zeitkrankheit Computersucht und ihre Folgen für Psyche und Hirnentwicklung unserer Kinder. Sie sitzen Tag und Nacht vor ihrem PC, übermüdet, unterernährt, vergessen die Freunde, die Schule und sogar sich selbst: computersüchtige Kinder. Was macht PC-Spiele so attraktiv? Wer ist besonders gefährdet und wann beginnt die Sucht? Der Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann und der Hirnforscher Gerald Hüther erklären das Phänomen Computersucht und zeigen Wege auf, wie Eltern helfen können. Eines ist gewiss: die neuen Medien prägen die Seelen der Kinder und sie beeinflussen sogar die Entwicklung ihres Gehirns. Wie werden unsere Kinder in Zukunft denken, hören, sehen und fühlen? Ein tiefgreifender Wandel steht uns bevor, dessen Tragweite wir heute noch gar nicht abschätzen können... »Es wird Zeit, dass wir einander auf neue Art begegnen – und uns selbst und unsere Kinder wiederfinden«, so das eindringliche Plädoyer der Autoren.
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  • Rezension zu "Computersüchtig" von Gerald Hüther

    Computersüchtig
    secretdanny

    secretdanny

    04. October 2007 um 12:47

    »Gefangen im Netz: Die Internet-Blüte in Südkorea treibt viele Menschen in die Abhängigkeit – und manche in den Tod.« Sie fliehen zuhauf in die virtuelle Welt, verlieren größtenteils den Realitätsbezug und tragen im schlimmsten Fall nicht unerhebliche physische als auch psychische Schäden davon. Es ist die bunte Welt der Unterhaltung, das virtuelle Schlachtfeld, auf dem sie – anders als im wahren Leben – als Helden gefeiert werden, Teams leiten und ganze Schlachten planen und koordinieren. Nicht selten ist der Tribut auf der anderen Seite hoch: Übermüdung, Probleme in der Schule als auch im sozialen Umfeld, Unterernährung, Aggressionen und letztendlich auch der Punkt des Selbstvergessens, der Sucht, dem völligen Verlust des Realitätsbezuges. Doch wie kommt es dazu, dass Kinder und Jugendlich in unserer medienbestimmten Informationsgesellschaft dieser Sucht erliegen? Worin besteht der Reiz, sich völlig abzuschotten, ein zweites Ich aufzubauen und sich letztendlich selbst aufzugeben? Erziehungswissenschaftler Wolfgang Bergmann und Hirnforscher Gerald Hüther – beides renommierte Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet – gehen den Ursachen hartnäckig auf den Grund und erstellen ein Bild der Gesamtsituation. Neben Erfahrungsberichten ehemaliger Computersüchtiger, ist es vor allem der psychologische Hintergrund, der hier näher beleuchtet wird. Obwohl die zahlreichen Ausflüchte in die Bereiche der Hinforschung und der Psychologie doch hin und wieder vom eigentliche Thema abweichen und ein wenig zu tief in die Materie führen, so zeigen uns die Autoren gleichermaßen, wie und warum der Strudel der Farben und Helden, die Kinder und Jugendlichen unserer heutigen Gesellschaft sosehr in seinen Bann zieht. Nicht selten ist das reale Leben dieser Kinder langweilig, zu Ziel- und Leistungsorientiert, zu rigide in seiner Schulstruktur und nicht actiongeladen genug. Kann man doch in der virtuellen Welt, als Sieger ganzer Schlachten hervorgehen, als Meister von Gilden, als Held und Vorbild für andere Spieler. Wer in der Schule keinen Anschluss findet, möglicherweise an starken Kommunikationsproblemen zu knabbern hat, findet hier eine Möglichkeit seine Identität zu wechseln und in eine neue, ruhmreiche Hülle zu schlüpfen, wo Anerkennung und Begeisterung zur täglichen Ernte seitens anderer User gehören. Dass die Kommunikation im Alltag stetig abnimmt, das persönliche Umfeld arg zu leiden hat, Freundschaften zerbrechen, Beziehungen scheitern, die Leistungsfähigkeit in Schule und/oder Beruf abnimmt und der Strudel der Sucht sich immer schneller zu drehen beginnt ist keine Seltenheit. »Wer in den Strudel virtueller Welten eintaucht, bekommt ein Gehirn, das zwar für ein virtuelles Leben optimal angepasst ist, mit dem man sich aber im realen Leben nicht mehr zurechtfinden.« Bergmann und Hüther ziehen Bilanz und malen uns ein Bild der Informationslandschaft, wo Farben und Formen nur eine sekundäre Rolle spielen. Primär werden soziale Probleme aufgezeigt, Methode des Erkennens und mögliche Hilfestellungen. Die virtuelle Spielmaschinerie hingegen entwickelt sich alles andere als rückläufig und bindet schon die jüngsten Nutzer gezielt mit kostenpflichtigen Online-Games an sich. Eine grausame Bestandsaufnahme, die sicher noch Unmengen an Gesprächs- und Diskussionsstoff nach sich ziehen dürfte. Jüngste Schreckensmeldungen von Amokläufen in Schulen haben uns gezeigt, dass vor allem die Verschmelzung der so genannten Identitäten in einigen, wenigen Fällen bis ins Extreme reichen. Dass hier bestimmte Games als Vorgaben dienen und die Hemmschwelle beeinflussen wurde auch auf politischer Ebene erkannt und fordert vor allem akuten Handlungsbedarf in der Gesetzgebung. Doch die Spirale dreht sich weiter und weiter. Es sei denn, das Suchtopfer erkennt – wie in wenigen Fällen – die Gefahren und schafft den Sprung von der virtuellen, zurück in die reale Welt, wo es sich zurechtfinden und neu orientieren muss. © by Daniel Biester | Literaturreport.com

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