Gerard Donovan

 4 Sterne bei 347 Bewertungen
Autor von Winter in Maine, Ein bitterkalter Nachmittag und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gerard Donovan

Gerard Donovan wurde 1959 in Wexford, Irland, geboren und lebt heute im Staat New York. Er studierte Philosophie, Germanistik und klassische Gitarre, veröffentlichte drei Gedichtbände, Shortstorys und drei Romane. Sein erster Roman „Ein bitterkalter Nachmittag“ wurde mit dem Kerry Group Irish Fiction Award ausgezeichnet und stand auf der Longlist des Man Booker Prize 2003. Sein jüngster Roman „Winter in Maine“ war ein internationaler Bestseller.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gerard Donovan

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Cover des Buches Winter in Maine9783442747597

Winter in Maine

 (285)
Erschienen am 11.08.2014
Cover des Buches Ein bitterkalter Nachmittag9783641168032

Ein bitterkalter Nachmittag

 (34)
Erschienen am 26.02.2015
Cover des Buches Morgenschwimmer9783641168025

Morgenschwimmer

 (5)
Erschienen am 09.02.2015
Cover des Buches Winter in Maine9783869741079

Winter in Maine

 (15)
Erschienen am 18.09.2011
Cover des Buches Julius Winsome9780571235377

Julius Winsome

 (6)
Erschienen am 07.02.2008
Cover des Buches Schopenhauer's TelescopeB000IOF148

Schopenhauer's Telescope

 (2)
Erschienen am 31.05.2003
Cover des Buches Country of the Grand9780571235551

Country of the Grand

 (0)
Erschienen am 01.08.2009
Cover des Buches Young Irelanders9781590202623

Young Irelanders

 (0)
Erschienen am 27.10.2009

Neue Rezensionen zu Gerard Donovan

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Rezension zu "Winter in Maine" von Gerard Donovan

Tiefgründig und sehr vielschichtig
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Monaten

Die Geschichte an sich ist schnell erzählt: Ein Mann Anfang 50 lebt zusammen mit seinem Hund in einer einsam gelegenen Hütte in den Weiten Maines. Nachbarn hat er keine, die nächste Siedlung ist weit entfernt. Er hat Sinn für das Schöne dieser Welt, so fassen seine Regale zum Beispiel über 3000 von seinem Vater geerbte Bücher, die für ihn nach wie vor einen hohen Stellenwert einnehmen. (Die Länge eines Winters berechnet er zum Beispiel in der Anzahl von ihm gelesener Bücher.) Er liebt Pflanzen, Tiere und überhaupt die Natur und ihren ganz eigenen Rhythmus. Menschen  sind ihm eher suspekt, manchmal hat man fast sogar das Gefühl, er wäre Misanthrop. 

Eines Tages nun findet er seinen Hund Hobbes angeschossen und im Sterben liegend in seinem Blumenbeet. Jemand muss ihn aus aller nächster Nähe mit einem Schrotgewehr erschossen haben. Der Tierarzt kann ihn nicht mehr retten und so beerdigt der Mann seinen Freund in eben jenem Blumenbeet.

Nun fängt es an zu eskalieren, denn der Mann macht fortan Jagd auf die Jäger, die in den ihn umgebenden Wäldern unterwegs sind. Immer in der Hoffnung, dabei auch den Mörder seines Hundes zu eliminieren. 

Hört sich verstörend an? Ist es auch, zumindest in Teilbereichen. Zum Beispiel bei den Schilderungen, wie die Jäger zu Opfern seiner Rache werden. Allerdings hat diese Geschichte so unendlich viel mehr zu bieten und man ist mit ihr geistig sehr viel länger beschäftigt, als man zum lesen / hören braucht. Alleine die absolut ruhige und trockene Sprache, in der sie erzählt wird, macht sie bereits zu etwas Besonderem. Auch die Figur des Protagonisten in all seinen vielen Widersprüchlichkeiten und Gegensätzen ist faszinierend und fesselnd. (Mal ist er einem sehr sympathisch und wirkt als Mensch interessant und freundlich, auf der anderen Seite wird er zum kaltblütigen Psychopathen, der sprichwörtlich über Leichen geht.)

Der Roman ist aus Sicht des Mannes, der übrigens Julius Winsome heißt, geschrieben. Auf diese Weise ist man als Leser natürlich sehr dicht an ihm, seinen Gedanken, Überlegungen und Gefühlen, dran und bekommt so einen sehr guten Einblick in sein Seelenleben und seine gestörte Psyche.

Am Ende lässt Gerard Donovan dem Leser sehr viel Interpretationsspielraum, indem er den weiteren Fortgang der Geschehnisse relativ offen lässt. Und was mir ansonsten bei Romanen nicht behagt, passt meiner Meinung nach hier sehr gut und rundet das Gesamtwerk hervorragend ab. Es lässt diese psychologisch so tiefsinnige Erzählung erst richtig beim Leser wirken. 

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Rezension zu "Winter in Maine" von Gerard Donovan

Gewinnspiel oder Realität
Sannivor 4 Monaten

Für mich nicht das was ich erwartet hatte. Habe den Rest im Hörspiel gehört. Für mich eher eine Art philosophierenede Geschichte. 

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Rezension zu "Winter in Maine" von Gerard Donovan

Ein düsteres Buch
sydneysider47vor 10 Monaten

Die folgende Rezension habe ich in längerer Form für die Verbraucherplattform Ciao.de im April 2011 geschrieben und dort veröffentlicht.

 Auf das Buch „Winter in Maine“ von Gerard Donovan wurde ich durch diverse Rezensionen im Internet aufmerksam. Deswegen lieh ich es mir aus der Ortsbücherei aus:

 

Ein Mann verliert seinen Hund – und dreht durch – oder: Die Handlung

Julius Winsome wohnt schon seit einigen Jahren in einem Wald in Maine – in der Nähe von New Brunswick. Die Blockhütte, die sein Zuhause ist, beinhaltet 3282 Bücher – alle stammen von seinem Vater, und sein Vater hat alle gelesen.

 Von seinem Vater hat Julius den Umgang mit dem Gewehr gelernt. Es geht ihm gut in der Einsamkeit, er erinnert sich an seinen Vater und an seinen Großvater.

 Julius bester Freund in der Einsamkeit ist sein Pitbullterrier Hobbes, den er seit vier Jahren besitzt.

 Das Buch beginnt damit, dass Julius den Schuss hört, der seinen Hund tötet. Als er seinen toten Hund findet, rastet „irgendwas“ in ihm aus. Das Leben ist nicht mehr so wie vor dem Schuss. Der Hund wird begraben, und Julius macht sich auf, die Person zu finden, die seinen Hund umgebracht hat. Er wird zum Rächer für seinen Hund – und auf einmal sind ihm auch Menschenleben egal. Wer seinen Hund umgebracht hat, muss selbst sterben, davon ist Julius überzeugt…

 

Ein düsteres Buch – oder: meine Leseerfahrung

Auf das Buch „Winter in Maine“, das im englischen Original unter dem Titel „Julius Winsome“ erschien, wurde ich durch mehrere Rezensionen aufmerksam.

Ich war froh, es hier in der Ortsbücherei ausleihen zu können. Gut und flüssig liest sich das Buch, der Ich-Erzähler Julius Winsome erzählt seine Geschichte in der Vergangenheit. Die Kapitel sind kurz, so kann man das Buch immer wieder gut unterbrechen und zur Seite legen.

 Daran, dass die wörtliche Rede weder durch Anführungszeichen noch auf andere Art und Weise gekennzeichnet ist, sondern einfach „mitten in die Handlung“ platzt, kann man sich gewöhnen. Das störte mich beim Lesen nicht.

Was mich gewaltig stört, ist die Handlung. Ich kann die Denkweise der Hauptperson Julius Winsome nicht nachvollziehen. Sicher ist es möglich, dass schlimme Ereignisse im Leben von Menschen „irgendwas“ mit diesen Menschen machen können – sie beeinflussen weiteres Handeln, weitere Gedanken, weitere Sichtweisen solcher Menschen. Aber muss man deswegen gleich Menschen umbringen, weil ein Hund tot ist?

 Sorry, das ist mir zu drastisch. Wobei Julius Winsome da auch besonders kaltblütig und herzlos vorgeht – ich habe den Eindruck, er hat nach dem Tod seines Hundes alle Gefühle „ausgeschaltet“. Er schießt auf Leute „einfach so“ und fragt sie erst dann, ob sie vielleicht am Tode seines Hundes Hobbes schuld sein könnten. Auch wenn die Menschen das abstreiten, so müssen sie sterben.

Und während all dieser Morde erinnert sich Julius an sein bisheriges Leben zurück. Da gab es Claire, eine Frau in seinem Leben, für die er Gefühle hatte – die ihn aber wegen eines anderen Mannes verließ. Dank Claire kam er dazu, sich einen Hund anzuschaffen – Hobbes, seinen besten Freund. Julius Winsome erinnert sich zurück an Claire, seinen Vater, seinen Großvater – an die langen Winter in Maine. Der Schluss ist für mich nicht vorhersehbar, ist aber stimmig mit der Handlung.

 Den Lobreden diverser Vorrezensenten auf diversen Plattformen im Internet, dass der Stil dieses Buches außergewöhnlich sei, kann ich nicht beipflichten. Für mich ist der Stil normal, das Buch ist gut und flüssig geschrieben, jedoch vermisse ich irgendwelche „literarisch großartigen Ausdrücke“, wie ich sie beispielsweise im Buch „Atemschaukel“ von Herta Müller oder auch „Nichts“ von Janne Teller gefunden habe. Beide genannten Autorinnen schaffen es, furchtbare Ereignisse in eine wunderbare Sprache, in literarisch hochwertige und noch nie dagewesene Ausdrücke zu fassen. Das schafft Gerard Donovan in „Winter in Maine“ nicht.

 Ich las das Buch, um zu wissen, wie es mit Julius Winsome weitergeht – ob er sich und sein Leben nach dem Tod von Hobbes, seinem Pitbullterrier, wieder in den Griff bekommt. Das habe ich erfahren. Im Gesamten gesehen ist mir die Handlung und die Stimmung in dem  Buch zu düster – und ich werde es garantiert nicht noch einmal lesen.

 

Mein Fazit:

Wer ein düsteres Buch über einen Mann, der in einer Blockhütte lebt und im Winter seinen Hund verliert, lesen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen.

Ich selbst ziehe für mich zwei Bewertungssterne ab. Bleiben also drei von fünf Sternen. Bei einer Leseempfehlung bin ich unentschlossen.

 

Kommentare: 1
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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Winter in MaineundefinedS
dieses buch wird sehr gelobt und von elke heidenreich als eventuelles : kultbuch" genannt. nun... ich persönlich habe mich mit dieser geschichte sehr schwer getan. es geht um einen man,julius, der in den wäldern von maine. ... (östlicher bundesstaat der usa) alleine mit seinem hund hobbs , lebt . dann wird dieser hund erschossen. julius nimmt rache... donovan hat zwar einen phantastischen schreitbstil, einfühlsam, beobachten sehr emotional, aber... stellenweise musste ich weiterblättern oder das buch weglegen, da mich diese geschichte als hundebesitzerin total tief berührt... fazit. das buch sollte man unbedingt lesen, nur emotionale hundebesitzerinnen!! möchte ich dieses buch nicht unbedingt empfehlen.
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