Gerard Donovan

 4 Sterne bei 332 Bewertungen
Autor von Winter in Maine, Ein bitterkalter Nachmittag und weiteren Büchern.

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Winter in Maine

Winter in Maine

 (273)
Erschienen am 11.08.2014
Ein bitterkalter Nachmittag

Ein bitterkalter Nachmittag

 (33)
Erschienen am 04.10.2010
Morgenschwimmer

Morgenschwimmer

 (5)
Erschienen am 03.10.2011
Winter in Maine

Winter in Maine

 (13)
Erschienen am 18.09.2011
Julius Winsome

Julius Winsome

 (6)
Erschienen am 07.02.2008
Schopenhauer's Telescope

Schopenhauer's Telescope

 (2)
Erschienen am 31.05.2003
Young Irelanders

Young Irelanders

 (0)
Erschienen am 27.10.2009
Country of the Grand

Country of the Grand

 (0)
Erschienen am 01.08.2009

Neue Rezensionen zu Gerard Donovan

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Rezension zu "Winter in Maine" von Gerard Donovan

Ein eigenwilliges Buch.
Leserzeichenvor 7 Monaten

Einsamkeit, das karge Leben in den Wäldern von Maine und ein Mann, der gezwungen wird, die selbstgewählte Zurückgezogenheit aufzugeben, sind die Hauptzutaten für dieses eigenwillige Buch mit seiner seltsam ruhigen, fast meditativen Grundstimmung.

Julius Winsome lebt zurückgezogen in einer Hütte in den Wäldern von Maine. Er hat dort immer gelebt, früher zusammen mit Großvater und Vater, später nur mit dem Vater und nach dessen Tod schließlich allein. Besonders die Winter sind lang und einsam, und Julius verbringt die Tage lesend am Kaminfeuer. Allein mit Hund und tasuenden von Büchern, die ihm sein Vater hinterlassen hat und die aus Julius einen hochgebildeten Menschen machten. Eines Tages wird sein Hund erschossen, der Verdacht fällt auf einen der vielen Jäger, deren Schüsse Julius in den umliegenden Wäldern tagein, tagaus hört. Was folgt, ist ein blutiger Rachefeldzug.

Ein eigentümliches Buch, das der irische Autor Gerard Donovan da geschrieben hat. Ein Roman, der mich zwiespältig zurückgelassen hat. Beim Lesen der ersten Hälfte war ich überzeugt davon, eines der besten Bücher in Händen zu halten, das ich je gelesen habe. Weil es so eigen ist: in der Sprache, der Melodie, nicht zuletzt durch die Geschichte, die erzählt wird. Und dabei - und das ist die bemerkenswerte Syntheseleistung, die Donovan vollbracht hat - von einer philosophischen Tiefe, die ich nicht erwartet hatte und die mich an einigen Stellen nachdenklich, fast ehrfürchtig hat nicken lassen. Wenn jemand wie der Hauptprotagonist, dessen Leben stets geprägt war von Einsamkeit, dem Alleinsein mit all seiner zermürbenden Kraft, über das Wie und Warum zwischenmenschlichen Verhaltens, ja des Lebens an sich, nachdenkt in einer Klarheit und Konsequenz, die man ihm niemals zugetraut hätte, dann sind das für mich die großen Momente dieses Buches. Natürlich neben der, aus heiterem Himmel und in klinischer Distanziertheit beschriebenen, ersten Tötung. Das war im wahrsten Sinne des Wortes packend.

Allerdings geht dem Autor für meine Begriffe in der zweiten Hälfte zu sehr die Luft aus, als dass ich in diesem Buch ein wirklich großartiges sehen könnte. Das ist schade, aber bei allem Dank für die bewegenden Momente, die sich beim Lesen des ersten Teils eingestellt haben, kann ich nicht darüber hinwegsehen, dass der Roman schließlich zu sehr schleppt in den redundanten Beschreibungen, wie sich Julius Tee kocht, das Kaminfeuer entfacht oder in der Kälte des Winters friert.

Ein weiteres Manko sehe ich darin, dass die Motivation des Protagonisten für mich nicht glaubwürdig genug herausgearbeitet wurde. Kann der gewaltsame Tod eines Hundes solche Auswirkungen haben, die man aufgrund des kalkuliert wirkenden Verhaltens nicht einmal als Kurzschlusshandlung bezeichnen könnte? Vielleicht, möchte ich glauben. Wahrscheinlich sogar, vor allem, wenn man bedenkt, dass Julius in den Tiefen seiner Seele viele Verletzungen mit sich trägt: die Mutter, die bei seiner Geburt gestorben ist, der als distanziert beschriebene Vater, das Leben in der Einöde ohne Freunde. Aber hier hätte Donovan gut daran getan, uns den Menschen Julius Winsome etwas näher zu bringen.

Dennoch, ein durchaus gutes Buch, das vor allem durch seinen eigentümlichen Charakter heraussticht, und das sehr starke Momente hat. Aber leider nach meinem Geschmack dann zu sehr abflacht.

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WildRoses avatar

Rezension zu "Julius Winsome" von Gerard Donovan

Packend....
WildRosevor einem Jahr

"Julius Winsome" von Gerard Donovan ist ein eher kurzer Roman, der es aber in sich hat. Die Atmosphäre des Buches ist eher düster, bedrückend, verstörend - dem Autor gelingt es voll und ganz, dem Leser das Gefühl zu geben, auch dabei zu sein in dem klirrend kalten Wald in Maine zur Winterzeit.

Der Protagonist, Julius Winsome, lebt mit seinem Hund Hobbes alleine in einer Hütte in den Wäldern Maines. Die Behausung ist voller Bücher, die einst Julius' verstorbenem Vater gehörten und in denen Julius liest, um sich so die eintönigen, langen, melancholischen Wintertrage zu vertreiben.

Doch die Eintönigkeit und Vorhersehbarkeit von Julius' Tagen ändert sich schlagartig, als sein vierbeiniger Begleiter Hobbes im Wald erschossen wird. Der Tod des Hundes löst in Julius etwas aus - und er begibt sich auf eine blutige Jagd in die Wälder, um die abscheuliche Tat zu rächen, wobei er immer mehr in einen Strudel der Gewalt hineingezogen wird, dem er sich nicht zu entziehen vermag.

"Julius Winsome" ist eines jener Bücher, die im Gedächtnis bleiben. Mir gefiel die klare und doch poetische Sprache, die Schlichtheit der Erzählung, und nicht zuletzt, dass der Autor dem Leser sehr oft die Gelegenheit gibt, sich selbst Gedanken zu machen; bis zum Schluss werden nicht alle Fragen beantwortet und Julius' Handlungen bleiben teilweise ein Rätsel - doch genauso ist es ja auch im Leben, nicht jede Reaktion, nicht jede Handlung ist immer rational und perfekt nachvollziehbar.

Vier Sterne für dieses ungewöhnliche, unter die Haut gehende Buch.

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MinaRicos avatar

Rezension zu "Winter in Maine" von Gerard Donovan

Pflichtlektüre!
MinaRicovor 2 Jahren

Julis trifft einen folgenschweren Entschluss.
Er begräbt seinen Hund und hängt in der Stadt Plakate auf, erhofft sich dadurch Hinweise, wer Hobbes erschossen hat. Seine Plakate werden mit Parolen beschmiert und verspottet, was Julius zunehmend wütender macht.
Er ist gebrochen, flüchtet sich in seine Bücher, in die Werke Shakespeares, nutzt dessen Wortkreationen, die ihm fortan täglich bei der Suche nach Hobbes Mörder begleitet.
Wer hat seinen Hund erschossen? Hat Claire etwas damit zu tun, die ihm erst zu einem Hund geraten hat?
Die unerbittliche Suche eines Mannes nach dem Mörder seinen geliebten Hundes. Er geht wortwörtlich über Leichen.

Die Sprache ist klar, ohne Schnörkel, abgesehen von der shakespeareschen Wortschöpfungen.
Es ist ein klassisches Werk über Verlustängste, die jedem von uns innewohnen. Das Buch hat für ein paar kurzweilige, aber schöne Stunden gesorgt. Man überlegt sich die ganze Zeit, was man an seiner Stelle getan hätte. Man leidet mit ihm und kann seine Taten sehr gut nachvollziehen.
Was Claire betrifft, so war ich mir bis zum Schluss nicht sicher, ob sie mir nun sympathisch ist oder nicht. Aber vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig, solange einem der Hauptprotagonist sympathisch erscheint.
Darüber hinaus hat Donovan den Winter in den Wäldern Maines sehr schön beschrieben. Man fühlt die Kälte, hört das Knirschen des Schnees unter den Schuhsohlen, hört das leise Rieseln der Schneeflocken, das Prasseln im Kamin, sieht durch Julius´ Augen die Bäume in diesem abgelegenen Waldstück, scheinbar so fernab der Zivilisation. Julius´ innerer Frieden wird damit verdeutlicht, bevor die Tragödie ihren Lauf nimmt. Seine Ausflüge in die Stadt, um Lebensmittel einzukaufen oder Plakate aufzuhängen, empfand ich als störenden Gegensatz zu den sonst so friedlichen Begebenheiten in seinem kleinen Reich, hoch oben in den verschneiten Wäldern von Maine. Allein dieser wundervollen Beschreibungen willen würde ich ganz klar sagen: Pflichtlektüre!

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Gespräche aus der Community

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S
dieses buch wird sehr gelobt und von elke heidenreich als eventuelles : kultbuch" genannt. nun... ich persönlich habe mich mit dieser geschichte sehr schwer getan. es geht um einen man,julius, der in den wäldern von maine. ... (östlicher bundesstaat der usa) alleine mit seinem hund hobbs , lebt . dann wird dieser hund erschossen. julius nimmt rache... donovan hat zwar einen phantastischen schreitbstil, einfühlsam, beobachten sehr emotional, aber... stellenweise musste ich weiterblättern oder das buch weglegen, da mich diese geschichte als hundebesitzerin total tief berührt... fazit. das buch sollte man unbedingt lesen, nur emotionale hundebesitzerinnen!! möchte ich dieses buch nicht unbedingt empfehlen.
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