Julius Winsome

von Gerard Donovan 
4,2 Sterne bei6 Bewertungen
Julius Winsome
Bestellen bei:

Zu diesem Buch gibt es noch keine Kurzmeinung. Hilf anderen Lesern, in dem du das Buch bewertest und eine Kurzmeinung oder Rezension veröffentlichst.

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Julius Winsome"

Julius Winsome lives in a cabin in the hunting heartland of the Maine woods, with only his books and his dog for company. That is until the morning he finds that his dog has been shot dead - and not by accident. This story tells the tale of revenge.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9780571235377
Sprache:Englisch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Faber And Faber
Erscheinungsdatum:07.02.2008

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,2 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne3
  • 4 Sterne2
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    WildRoses avatar
    WildRosevor 10 Monaten
    Packend....

    "Julius Winsome" von Gerard Donovan ist ein eher kurzer Roman, der es aber in sich hat. Die Atmosphäre des Buches ist eher düster, bedrückend, verstörend - dem Autor gelingt es voll und ganz, dem Leser das Gefühl zu geben, auch dabei zu sein in dem klirrend kalten Wald in Maine zur Winterzeit.

    Der Protagonist, Julius Winsome, lebt mit seinem Hund Hobbes alleine in einer Hütte in den Wäldern Maines. Die Behausung ist voller Bücher, die einst Julius' verstorbenem Vater gehörten und in denen Julius liest, um sich so die eintönigen, langen, melancholischen Wintertrage zu vertreiben.

    Doch die Eintönigkeit und Vorhersehbarkeit von Julius' Tagen ändert sich schlagartig, als sein vierbeiniger Begleiter Hobbes im Wald erschossen wird. Der Tod des Hundes löst in Julius etwas aus - und er begibt sich auf eine blutige Jagd in die Wälder, um die abscheuliche Tat zu rächen, wobei er immer mehr in einen Strudel der Gewalt hineingezogen wird, dem er sich nicht zu entziehen vermag.

    "Julius Winsome" ist eines jener Bücher, die im Gedächtnis bleiben. Mir gefiel die klare und doch poetische Sprache, die Schlichtheit der Erzählung, und nicht zuletzt, dass der Autor dem Leser sehr oft die Gelegenheit gibt, sich selbst Gedanken zu machen; bis zum Schluss werden nicht alle Fragen beantwortet und Julius' Handlungen bleiben teilweise ein Rätsel - doch genauso ist es ja auch im Leben, nicht jede Reaktion, nicht jede Handlung ist immer rational und perfekt nachvollziehbar.

    Vier Sterne für dieses ungewöhnliche, unter die Haut gehende Buch.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Fauns avatar
    Faunvor 8 Jahren
    Rezension zu "Julius Winsome" von Gerard Donovan

    Schauplatz maine (äußerster nordosten der usa): ein mann lebt alleine in einer hütte im wald, alleine mit 3.282 büchern und einer vorliebe für shakespeare…

    Eine frau und ein hund brechen ein in diese idylle, und schüsse…

    Julius Winsome hat keine sympathien für jäger und er hat einen guten grund dafür…

    Und er besitzt ein Enfield scharfschützengewehr aus dem ersten weltkrieg, mit dem er umzugehen weiss…

    In dem buch wird eine woche im leben des Julius winsome geschildert, die entscheidende woche, es geht um leben und tod, liebe und schmerz, kameradschaft und einsamkeit…

    Auf gut 200 seiten in einer glasklaren sprache, kein wort zuviel, kein wort zuwenig…

    Ein wintermärchen und doch kein wintermärchen…

    Ein buch für einen langen winterabend oder auch für mehrere kurze abende, zum geniessen…

    Kurz: ein meisterwerk, am besten im original zu lesen, für die übersetzung übernehme ich keine gewähr ;-)

    …möglichst mit einer kanne tee und/oder einem sherry, wer es Julius Winsome gleich tun möchte, vor dem kamin, in einer hütte, die langsam eingeschneit wird......

    Kommentare: 1
    9
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Julius Winsome" von Gerard Donovan

    „Julius Winsome“ erzählt die Geschichte eines Mannes im „Winter in Maine“. Eines sympathischen Bücherwurms und feinsinnigen Einzelgängers den der Tod seines Hundes Hobbes aus seiner Bahn wirft und nach blutiger Rache suchen lässt... doch weiß er gar nicht wer den Hund erschossen hat.

    Julius Winsome ist ein einsamer Mensch, die Mutter bei seiner Geburt verstorben, wurde er allein vom Vater erzogen und lebte mit ihm und nach seinem Tod ohne ihn, fern von der modernen Welt, zwischen vielen Büchern, der liebe zu Worten und den Erzählungen seines Vaters. Er führt ein einsames, aber besinnliches Leben, gibt sich seinen schöngeistigen Gedanken hin und scheint zufrieden. Diese Welt bricht ein wenig auf, als er Claire kennen und lieben lernt. Jene Frau, die unverhofft in sein Leben eindringt und den Hund mitbringt....

    Frau Heidenreich hat in ihren Online Empfehlungen davon gesprochen, das dieser Roman ein Thriller wäre... das kann ich so nicht unterschreiben. Auch wenn es um einen Menschen geht, der seriell andere Menschen umbringt, so kommt auf keiner Seite das klassische, spannungsgeladene Gefühl eines Thrillers auf. Viel zu langsam schreitet die Geschichte voran, viel zu sehr ist man mit dem Täter in seinem Innern und besieht sich durch seine Augen die Welt. Dem Autor gelingt damit ein eindringliches Portrait über die Einsamkeit, ihre Ursachen, ihre Werte... und auch ihre Gefahren. Den letzten Endes geht es in dem Buch meiner Meinung nach um den Punkt, an dem ein Mensch kippt... an dem seine Werte und Normen sich verlieren und die Einsamkeit eine Seele zermalmt. Bis zum Schluss wirkt Julius fast unangenehm objektiv und nur, wenn man sich aus seinem Kopf löst und die Zeilen von außen betrachtet, erkennt man, wie subjektiv und psychopathisch dieser Mensch geworden ist.

    Anspruchsvoll auch wenn das Buch nicht so viele Seiten hat, so ist es nicht gerade einfach zu lesen. Dabei ist die Sprache sehr schön, oft poetisch und selbst die Mordtaten werden zu anmutigen Bildern verdichtet. Ruppig und hart hingegen ist die äußere Welt, die Momente, in denen Julius nicht mehr allein ist, in die Gesellschaft eindringt...

    Zitat: "The winter is fifty books long and fixes you to silence like a pinned insect; your sentences fold themselves into single words, the hand of twelves makes one hand in time."

    Ein Winterbuch für gruselige Momente und lange Gedanken, wenn das Feuer im Kamin brennt und draußen der Schnee fällt... und man selbst in den großen Städten ein wenig von dem Gefühl der tiefen Einsamkeit in der Natur erhaschen kann.

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Rezension zu "Julius Winsome" von Gerard Donovan

    [i]Readers will sympathize with him [Julius Winsome] every step of the way[/i]
    [i]Leser werden jeden Schritt des Weges mit ihm [Julius Winsome] sympathisieren[/i] so zu lesen im Oktober 08 bei RBI.

    Als ich das Buch beendet hatte war aber eher das Gegenteil der Fall oder zumindest hatte ich den Eindruck das der gebürtige Ire Gerard Donovan das Gegenteil erreichen wollte.
    Julius Winsome ist ein Eremit in den nördlichsten Wäldern von Maine, an der Grenze zum französischsprachigen Teil Kanadas, wo er alleine in einer Hütte mit seinem altgdienten Terrier Hobbes lebt.
    Des Sommers über verdient er Geld mit Gelegenheitsjobs und die langen kalten Winter verbringt er meist lesend in seiner Hütte die nicht weniger als 3 282 Bücher beherbergt.
    Eines Novembertages jedoch, als sich sein Hund mit einer Schussverletzung aus dem Wald schleppt und selbst der Tierarzt nicht mehr helfen konnte, wird Julius´ Weltbild erschüttert. Vor allem als der Arzt Vermutungen darüber anstellt das der Hund aus einer Entfernung von gerade einmal einem halben Meter erschossen worden ist.
    Julius entschließt sich zur Selbstjustiz und greift am nächsten Tag zum alten Enfield Scharfschützengewehr seines Großvaters aus dem ersten Weltkrieg mit dem er sich, am vermeintlichen Ort des Geschehens, auf die Lauer legt und auch nicht lange warten muss bis sich ein Jäger zeigt.
    Nun scheint nicht nur die Jagsaison auf das viel gejagte Wild eröffnet zu sein sondern auch auf die Jagenden selbst, denn dieser eine Jäger soll nur der Erste in einer langen Reihe von Toten sein.

    Anfänglich ist die Tat die Winsome hier begeht noch verständlich. Mit dem fortschreiten der Geschichte erfährt man auch wie Julius zu seinem Hund gekommen ist und auch welche Gefühle und Erinnerungen er an das Tier geknüpft hat. Das nun so ein wichtiger Teil seines Lebens einfach von ihm genommen wurde und das er nun versucht, im Affekt, Rache am Schuldigen zu nehmen ist verständlich und bringt ihm viele Sympathien der Leserschaft. Jedoch nicht wirklich verständlich ist das sich dieser eine Mord zum Amoklauf in Zeitlupe auswächst und er, Julius, über mehrere Tage hinweg immer weitere Menschen umbringt. Schon beim ersten Toten wird erschreckend klar das Julius wahllos schießt, sich nicht mal auf Vermutungen stützt sondern einfach drauflos knallt. Und das ist es dann auch wo Donovan den Leser zu verlieren beginnt. Das kaltblütige Vorgehen des Protagonisten wird unverständlich, seine -zuerst schießen und dann fragen- Methode wird im Verlauf des Buches immer fragwürdiger. Zwar kommt es im Charakter Winsomes immer wieder zu Selbstreflexionen und Einsichten die sich mit dem töten Unschuldiger auseinandersetzen aber generell neutralisiert sich die anfängliche Sympathie des Lesers und man bekommt sogar etwas Wut auf die Sturheit dieses Mannes.
    Dies geht Hand in Hand mit der arg rudimentären bis überhaupt nicht vorhandenen Charakterisierung der Hauptfigur. Zwar erfährt man einiges vom Wesen seines Vaters bzw. seines Großvaters, der von den alten Geistern seiner Opfer im ersten Weltkrieg gejagt wurde die ihn des Nächtens wach liegen ließen, aber von Julius erfährt man leider überhaupt nichts. Ob dieser Mann nun Normal oder Geisteskrank ist, wie er in der Schule war und mit welchen sozialen Schwierigkeiten er sich vielleicht herumschlagen musste bleibt alles in einem dunklen Kämmerchen vor dem Leser verborgen.

    In dem Zusammenhang könnte ich mich fast zu der Behauptung versteigen das der wahre Hauptcharakter schon am Anfang des Buches erschossen wurde.
    Gerade in der Erzählperspektive des toten, danach vielleicht geisterhaften, Hundes Hobbes hätte sehr viel erzählerisches Potenzial gesteckt. Eine Stimme die Julius Winsome vielleicht charakterisieren hätte können, diese, sich zur Sinnlosigkeit steigernde, Wut hätte erklären können.
    Somit verliert das Buch ab der Hälfte eindeutig seine Legitimität und bringt den Schriftsteller ins Stolpern und anschließend, am Ende, zu Fall.
    Denn zäh gestaltet sich das Ende das mit der “Serientäterschaft” Winsomes klar bricht und seinen eigenen Regeln widerspricht und noch mehr Konfusion verbreitet.

    Was man nun nicht erwarten wird ist das ich klar und deutlich anerkenne das Gerard Donovan ein wirklich sehr guter Schriftsteller ist der mit [b]Winter in Maine[/b] lediglich einen mittelmäßigen Roman abgeliefert hat. In vielen Details erkennt man seine Klasse als denkender Kopf aber diese reicht nun mal nicht um das Buch über die halbgare Story hinwegzuretten.
    Interessierte sollten sich das Buch mal ausborgen und sich ihre eigene Meinung darüber bilden. Leser die jedoch schon artverwandte Bücher wie z.B. [i]Go with Me[/i] von Castle Freeman gelesen haben können das Buch ruhig im Regal stehen lassen.

    Kommentieren0
    13
    Teilen
    A
    ANNYWAYvor 2 Monaten
    K
    KittyWuvor 8 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks