Gerd Koenen Traumpfade der Weltrevolution

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Inhaltsangabe zu „Traumpfade der Weltrevolution“ von Gerd Koenen

Das Guevara-Projekt – der letzte Versuch einer sozialistischen Weltrevolution Von allen revolutionären Mythen und Kulten des roten Weltzeitalters hat nur die Figur des Ernesto » Che« Guevara überlebt – schön wie am letzten Tag. Und Kuba als tropisch-utopische Revolutionsinsel war und ist ein unverwüstlicher Intellektuellentraum, der alle Frustrationen überlebt hat - sogar den Untergang des realen Sozialismus. Grund genug, das »Guevara-Projekt« einer historischen Nachmusterung zu unterziehen.

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    Traumpfade der Weltrevolution
    hproentgen

    hproentgen

    Che Guevara und die kubanische Revolution haben tausende Intellektuelle begeistert. Und während der real existierende Sozialismus in sich zusammenstürzte, ohne dass ihm viele nachweinten, bleibt der Mythos Ché so lebendig, dass sogar Hollywood eine Schmonzette darüber drehen wollte. Dass ausgerechnet die Traumfabrik der imperialistischen Supermacht, die er sein Leben lang bekämpft hatte, ihn verfilmen und verehren wollte, das gehört zu den besten Hintertreppenwitze der Weltgeschichte. Nur der juristische Einspruch der Mutter von "Tanja la Guerillera", einer Kampfgenossin Chés, verhinderte das.   Doch wer war Ché wirklich, was hat er wirklich getan, was waren seine Ziele, was trieb ihn an?   Gerd Koenen, selbst einer derer, die ihn verehrt hatten, will in diesem Buch den echten Ché vorstellen. Der junge Ché, eher nicht politisch, sondern mehr literarisch interessiert (und erotisch, wie in diesem Alter nicht unüblich), der Gedichte schreibt und durch Südamerika tourt. Dabei wird er von der dünnen Oberschicht überall willkommen geheißen und weitergereicht, ein realistischer Einblick in die Verhältnisse Südamerikas in den Vierziger und Fünfziger Jahren. Er schreibt schwülstige Gedichte (auch das in dem Alter nicht unüblich), studiert später Medizin und dann fährt er wieder durch den Subkontinent. Ein extremer Individualist, der seine Rolle im Leben sucht. Als Angehöriger der Oberschicht blickt er voller Verachtung auf Kommerz und Geld herab; in einem Job Tag für Tag das gleiche zu tun, das reizt ihn nicht, er will eine wichtige Rolle spielen. Die Welt zu retten, wäre ihm adäquat, noch besser, bei dieser Rettung zu sterben, sein Leben zu opfern und ihm dadurch Bedeutung zu verleihen. Auch das ist in dem ALter nicht unüblich und dürfte ihn kaum von anderen jungen Männern unterschieden haben.   Obendrein teilt er den Hass vieler Latinos auf die Gringos, auf das reiche Nordamerika, das an allem Übel dieser Welt und insbesondere an allen Übeln Südamerikas schuld ist. Diese Überzeugung wird er bis zu seinem Tode nicht ändern.   Dann trifft er Castro. Und der kann ihm das bieten: Kuba vom Tyrann Batista befreien, eine heroische Landung in der Höhle des Löwen und die Chance sein Leben für die Freiheit einzusetzen. Ché schlägt ein, der Rest ist Geschichte. Die kleine Truppe vollbringt das Unmögliche, sie landet unter dem Feuer der Batista-Soldaten, kann sich in die Sierra Maestra durchschlagen, führt dort einen Partisanenkrieg und stürzt schließlich den Diktator.   In diesen Jahren wird Ché zum Politiker. Dass eine kleine, entschlossene Gruppe von Männern (Frauen kommen im Weltbild des Ché als Mitkämpfer kaum in Betracht) einen Diktator stürzen kann, diese Vorstellung baut er von nun an aus. "Sieg im Volkskrieg" ist die Parole. Der große Krake USA kann geschlagen werden, man muss nur den Mut und die Entschiedenheit dazu besitzen. Folgerichtig hält es ihn nur kurz auf dem Stuhl eines Ministers. Ein Leben als Verwalter, Bürokrat ist nichts, das ihn reizt. Auch wenn er die kurzen Jahre als Minister nutzt, auf der diplomatischen Bühne mit frechen Sprüchen sowohl den Feind USA wie den Bundesgenossen Sowjetunion zu düpieren. Zusammen mit Castro schafft er es, dass das kleine Cuba einige Jahre lang die Weltgeschichte bestimmt. Sowohl die USA wie die Sowjets werden immer wieder überrascht und ausmanövriert.   Die ironischen Sprüche, die so ganz anders klingen als die steifen Formeln, hinter denen sich die beiden Supermächte mittlerweile eingegraben haben, die immer neuen unerwarteten Wendungen der kubanischen Politik sind es denn auch, die Ché und Castro die Herzen zufliegen lassen. Selbst eingefleischte CDU Wähler grinsen über „den fidelen Castro“ und können die klammheimliche Schadenfreude nicht verbergen. Hier liegt ganz sicher ein Grund für die ungebrochene Faszination für „den Ché“. Dass jemand die Dinge beim Namen nennt, statt sie mit diplomatischen oder weltanschaulichen Formeln zu kaschieren, gefällt.   In Cuba sieht es allerdings ganz anders aus. Die versprochenen Wahlen werden nie abgehalten, schnell wird das Land gleichgeschaltet, wer sich nicht hinter Castro und Co einreiht, muss das Land verlassen, landet im Umerziehungslager oder gar vor dem Erschießungskommando. „Paredon! Paredon! Paredon!“ (An die Wand!) heißt die Parole.   Ché selbst, der absolute Individualist, der Mann, der selbst im Feld abgesondert von den anderen sitzt und ein Buch liest, hält flammende Appelle gegen den Individualismus:   „Der Individualismus als solcher, als isoliertes Handeln eines Menschen [...] muss verschwinden. Der Individualismus von morgen sollte die angemessene Nutzbarmachung des ganzen Individuums zum uneingeschränkten Wohl der Gemeinschaft sein.“   Dass er den eigenen Individualismus nie aufgab, ist einer der Widersprüche seiner Person. Dass er außerdem einen neuen Menschen nach seinem Ebenbilde schaffen wollte, ein anderer. Er selbst wollte seine ganze Kraft für die große Idee einsetzen:   „Ich arbeite 16-18 Stünden täglich und schlafe 6 Stunden, wenn ich kann [...] ich glaube, dass ich eine Mission zu erfüllen habe auf dieser Welt, und dieser Aufgabe muss ich alles opfern, jedes tägliche Vergnügen, ein Zuhause, persönliche Sicherheit und möglicherweise auch mein eigenes Leben.“   Wenn allerdings das zu einem Lebensentwurf wird, dem alle Menschen zu folgen haben, wird es gefährlich. So ist eine 40 Stunde Woche in Ché Weltbild nicht vorgesehen und allein schon der Gedanke daran konterrevolutionär.   Wie alle südamerikanischen Caudillos vereinigte Ché Großzügigkeit und Grausamkeit in seiner Person. Er hatte keine Hemmungen, politische Gegner zu erschießen, konnte aber auch mit großer Geste vergeben. Sein Weltbild war immer noch das Weltbild der lateinamerikanischen Oberklasse. Der Führer geht voran, denkt für die armen Bevölkerungschichten, sorgt für sie. Demokratie scheint nie mehr als ein Lippenbekenntnis gewesen zu sein. Und seine Verachtung für Kommerz entspricht der Verachtung des preußischen Adels, der ebenfalls nur im Waffenhandwerk, im Kampf das adäquate Betätigungsfeld eines Edelmannes sah und für den Leute, die für Geld arbeiteten, von vorneherein minderwertig waren.   Gerd Koenen schildert in dem Buch anschaulich den Werdegang Ché von dem Hippie, der durch Südamerika zieht bis zu dem Berufsrevolutionär, der mit der Waffe in der Hand durch die Welt reist, um überall die Revolution zu entfachen. Gut lesbar, mit vielen Zitaten und ausführlichem Literaturverzeichnis am Ende fehlt dennoch etwas. Für die meisten Zitate und Behauptungen fehlt der Verweis, woher sie stammen. Fußnoten gibt es leider nur wenige und gar kein Verzeichnis der verwendeten Zitate.   Manches ist auch mehr als fraglich. So verweist der Autor auf Chés Begeisterung für Stalin, allerdings konnte mich das nicht überzeugen. Zwar war auch Ché bereit, notfalls über Leichen zu gehen, zu Kompromissen nicht bereit und Anhänger einer staatlich gelenkten Wirtschaft. Es finden sich auch einige Zitate, die Stalin loben. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede. Bei Stalin war die Partei das A und O, bei Ché war es der Kampf und manches andere auch deuten nicht auf allzu große Übereinstimmung hin. Mir scheint es, dass hier der Autor auf Stalin verweist, weil er damit Ché entzaubern will.   Der schwächste Teil des Buches befasst sich mit Tamara Bunke, einer Deutschen, die bis zu ihrem vierzehnten Lebensjahr in Argentinien lebt, gegen ihren Willen von den Eltern in die DDR verfrachtet wird, sich dort als linientreue Genossin darstellt, um schließlich ohne Erlaubnis der SED die DDR Richtung Kuba zu verlassen und sich der Guerilla Chés als "Tanja la Guerillera" in Bolivien anzuschließen. Koenen schildert sie als brave Parteisoldatin, die allen Anforderungen der SED treudeutsch nachkommt und sie übererfüllt. Dazu zitiert er aus Stasi-Papieren und Texten Tamaras.   Nur vergisst er eins: Tamara hatte nur dann eine Chance zurück nach Lateinamerika zu gelangen, wenn sie sich absolut parteitreu zeigte. Das brave Mädchen, das sie spielte (und das sowohl die SED wie Koenen ihr abnehmen) war sie wohl nicht. Denn gegen den Willen der SED Führung nach Kuba zu fliehen, erfordert nicht nur Mut (immerhin war das Republikflucht), sondern spricht auch nicht für die 150% Genossin. Eine glühende Sozialistin war sie gleichwohl sicher. Nur dass die Morgenröte der jungen kubanischen Revolution und deren ebenfalls junger Führer ihr erheblich anziehender erschien als die verknöcherte Gerontenrepublik der DDR. Was einmal mehr verständlich macht, warum Ende der Sechziger soviele junge Leute begeistert von der kubanischen Revolution waren.   Auch den Zitaten Chés glaubt das Buch, übernimmt sie 1:1 als Wirklichkeit, selbst in Gedichten. Doch Gedichte spiegeln nie hundertprozentig die Auffassungen des Dichters wieder, hier wäre mehr Distanz, mehr Interpretation wünschenswert gewesen.   Koenens Buch wirft natürlich weitere Fragen auf, die nicht alle in dem Buch behandelt werden konnten.   Während er ausgiebig Chés Stalin Zitate darstellt, wird Chés Asthma nur insofern erwähnt, dass er deswegen stets Medikamente braucht. Aber was bedeutete es für einen Jungen in den Dreißiger Jahren Asthma zu haben? Auch in Deutschland war es die Hochzeit des Männlichkeitswahns, ein Junge musste eine Sportskanone, ein „richtiger Kerl“ sein, kein Weichei. Ich vermute, dass dieses Asthma eine ganz zentrale Rolle in Chés Persönlichkeit spielte. Sein ganzes erwachsenes Leben lang spielte er den ganzen Kerl, den Mann, den nichts umhauen kann, den Mann, der weder Tod noch Teufel fürchtet. Lord Byron fällt mir da ein, der durch einen Klumpfuß gehandikappt war und ebenfalls einer Revolution beitrat, nämlich der griechischen. Überhaupt ähnelt Ché Byron, die romantische Pose, die Verachtung für realistische Politik und der Glaube daran, dass man alleine mit Willenskraft alles schaffen könne. Nicht zu vergessen der frühe Tod, der beide zu Helden und Heiligen machte.   Im Buch wird auch die Zeit der Guerilla in der Sierra Maestra nur kurz gestreift. Aber wieweit hat gerade diese Zeit Ché nicht geprägt, war seine goldene Zeit? Immerhin erlebte er hier, der Einzelgänger und Individualist erstmals ein Gemeinschaftserlebnis, eines, dem er immer wieder nachlief, eines, das er immer wiederholen wollte und das er als Ideal allen Menschen aufpfropfen wollte?   Aber was kann man besseres über ein Buch sagen, als dass es zu weiterem Nachdenken anregt? So sind die Traumpfade der Weltrevolution ein lesenswertes Buch, das nicht nur über Ché berichtet, sondern auch die zahlreichen Irrungen und Wirrungen der realsozialistischen Staaten spiegelt, etwa die entsetzte Prüderie der SED und Stasi über die vermeintliche „Unmoral“ der kubanischen Revolution.   Leseprobe: leider keine Leseprobe Homepage des Autors: http://www.gerd-koenen.de/   Traumpfade der Weltrevolution – das Guevara Projekt, Sachbuch, Gerd Koenen, Fischer, Dezember 2011 ISBN-13: 978-3596185764, Tb, 698 Seiten, Euro 12,99  

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    thursdaynext

    thursdaynext

    02. July 2013 um 07:00
  • Rezension zu "Traumpfade der Weltrevolution" von Gerd Koenen

    Traumpfade der Weltrevolution
    Kaivai

    Kaivai

    04. May 2009 um 16:47

    "Als eine Ophelia der Weltrevolution ist Tamara langsam flußabwärts getrieben, bis ihr Rucksack sich im Gebüsch verfing. Ihre blonden Haare wehten in der Strömung und fielen nach und nach aus, bis sie fast kahl war. Die Fische zernagten ihr Gesicht und fraßen eines ihrer Augen aus. Ihre zerrissenen Kleider lösten sich vom Leib, eine blutige Monatsbinde will der Sanitätssoldat an ihr gefunden haben, der sie nach einer Woche schließlich aus dem Wasser zog." Ende August 1967 hatte ein bolivianischer Bauer die zehnköpfige Nachhut Che Guevaras an die Armee verraten. Als die neun Guerilleros und die eine Guerillera einen Fluß durchquerten, schnappte die Falle zu. Tamara Bunke, die den Kampfnamen "Tania" trug, wurde erschossen und trieb ungesehen den Fluß abwärts. Von ihrer Leiche gibt es keine Fotos, gottseidank. Am 8. Oktober '67 wurde Che Guevara von der bolivianischen Armee gefangengenommen. Tags darauf wurde er hingerichtet. Von seiner Leiche gibt es viele Bilder. Sehr eindrucksvolle, einige davon in diesem Buch. Die bolivianischen Militärs versäumten es die Augen der Leiche zu schließen. So kam ein Bild zustande, auf dem der tote Che den Betrachter anschaut. Das ist faszinierend merkwürdig. Diese Bilder, die viele an Christusbilder erinnerten, waren die Geburtstunde eines Messias der Moderne, dessen baskenbemütztes Konterfei wohl jedem von uns, sofern er oder sie am Nabel einer Großstadt wohnt, tagtäglich auf einem T-Shirt begegnet (so wie mir heut). Der Mythos lebt. Auch und gerade weil er in einer Zeit enstand, in der die Menschen nach Mythen gierten. Mythos und Wirklichkeit sind die Pole zwischen denen sich Geschichte abspielt. Aus dem Mythos wird die Geschichte gebacken. Doch die Wirklichkeit is(s)t sie. Geschichte muß vertilgt werden, immer und immer wieder, in diesem Sinn ist die Arbeit eines Historikers die reinste Sysiphusarbeit. Wenn ich auf mein eigenes Leben schaue, meine eigene Geschichte beleuchte, könnte ich soviele Aspekte auf unterschiedlichste Weise ins Licht setzen, daß diese Geschichte ihre Stringenz verliert und wie ein schillerndes Mosaik erscheint. Die Farben des Mosaiks tanzen vor meinen Augen und auch wenn ich das manchmal denke, ich bin mir über meine Geschichte nie wirklich im klaren. Obwohl ich doch in mir drin bin. Wie ist das denn für einen Historiker. Der nicht in seinen Figuren drin ist. Und in diesem Buch sind es gleich drei, die sich der Autor vorgeknöpft hat: Che Guevara, Tamara Bunke und Fidel Castro. Das ist fast schon eine Überforderung. Doch Gerd Koenen ist ein erfahrener Kämpfer. In "Vesper, Ensslin, Baader" hat er sich schonmal ein Dreigespann vorgeknöpft und in "Das rote Jahrzehnt" hat er einen ganzen gesellschaftlichen Zustand unter die Lupe genommen. In diesem Buch läuft beides zusammen. Dreigespann und Zustandsbeschreibung. Das gelingt nur halb. Die Beschreibung der Figuren, die in "Vesper, Ensslin, Baader" immer wieder berührend war, erschien hier fast durchgehend in Distanz verschleiert. Das liegt an den Personen. An dem was sie von sich persönlich preisgaben. Bei Castro war und ist das gar nichts. Bei Guevara und Bunke so gut wie gar nichts. Wie kann ein Biograf aus solchen Verschweigern wirkliche Menschen machen? Und ohne wirkliche Menschen entsteht in einer Biografie auch keine Nähe. Auch die gesellschaftliche Geschichte, die Koenen beschreibt, blieb mir oft fern und fremd. Das war im "roten Jahrzehnt" anders. Dort ging es um Politik an der Basis. Hier geht es um Poltik in den Zentren der Macht. Das ist ermüdend. Deprimierend. Das zu lesen hat mir viel von der Freude an dem Buch genommen. Erst als Guevara sich in sein Himmelfahrtskommando im bolivianischen Dschungel verabschiedete, wurde es nochmal wirklich fesselnd. Gerd Koenen hat keinen leichten Job. Er ist Historiker. Aber was für einer. Selbst wenn er schwächelt, so wie hier, macht er doch etwas deutlich: Menschen die nichts von sich preisgeben, bleiben plakativ und dafür kann der Autor nichts. Aber für die Mühe die er sich macht den Leim aufzudecken, mit dem die Plakate an den Baum des Lebens geklebt sind, für diese Mühe bin ich ihm wirklich dankbar.

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