Gerd Ludwig , Michail Gorbatschow DER LANGE SCHATTEN VON TSCHERNOBYL

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Inhaltsangabe zu „DER LANGE SCHATTEN VON TSCHERNOBYL“ von Gerd Ludwig

DER LANGE SCHATTEN VON TSCHERNOBYL. National Geographic Fotograf Gerd Ludwig hat in den letzten 20 Jahren Tschernobyl neun Mal besucht. Und er hat sich weiter als jeder andere Fotograf in den „Bauch“ von Reaktor #4 vorgewagt, um die gro¨ßte nukleare Katastrophe der Geschichte zu dokumentieren. Mit packenden und beru¨hrenden Fotografien ist dieses Buch ein Buch des Erinnerns, denn Tschernobyl verschwindet. Im Wortsinn. Ein zweiter „Sarkophag“, das 2,2 Milliarden teure New Safe Confinement wird in Ku¨rze das bekannte Bild des von der Explosion am 26. April 1986 zersto¨rten Reaktors fu¨r immer hinter einer High-Tech-Konstruktion verschwinden lassen. Es ist aber vor allem ein Buch des Erinnerns an jene Menschen, die diese Trago¨die durchleiden mu¨ssen. „Mich treibt die Verpflichtung, im Namen von stummen Opfern zu handeln, um ihnen mit meinen Bildern eine Stimme zu geben. Bei meinem Aufenthalt in Tschernobyl habe ich viele verzweifelte Menschen getroffen, die bereit waren, ihr Leiden o¨ffentlich zu machen – einzig beseelt von der Hoffnung, Trago¨dien wie jene in Tschernobyl zuku¨nftig zu verhindern“, sagt Gerd Ludwig u¨ber sein fotografisches Verma¨chtnis. Michail Gorbatschow reflektiert in einem begleitenden Essay die Bedeutung der Ereignisse von Tschernobyl im Lichte der politischen Entwicklungen, die zum friedlichen Ende des „Kalten Krieges“ gefu¨hrt haben. Das Buch erhielt die Auszeichnung "Deutscher Fotobuchpreis NOMINIERT 2015".

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  • Ein monumentales und wichtiges Buch

    DER LANGE SCHATTEN VON TSCHERNOBYL
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    22. May 2014 um 10:41

    Ein monumentales und wichtiges Buch In drei Sprachen und Bildern, die den Leser jedes für sich emotional mitnehmen und ebenso jedes für sich eine klare, tiefe, Geschichte zu erzählen verstehen hat sich Gerd Ludwig (ergänzt durch ein Essay von Michael Gorbatschow) der noch heute nachwirkenden, zentralen technischen Katastrophe der Moderne angenommen. „Tschernobyl …. Der Krieg aller Kriege. Nirgendwo ist der Mensch in Sicherheit“. Gerade auch da nicht, wo er technisch meint, alles unter Kontrolle zu haben. Mit drastischen Folgen, von denen die Bilder im Buch ihre ganz eigene Sprache sprechen, von denen Bilder und erläuternde Texte viel zu erzählen wissen. Schon das erste, zweiseitig gesetzte Großbild mit dem Foto Lenins, von Staub und kleinen Bruchstücken übersät mit der zerstörten, daneben liegenden Puppe bietet in seiner Symbolkraft von menschlichem „Plan“, technischem Versagen, von Hybris und indirekt sichtbaren Leid eine bewegende Komposition. „Der Atomunfall von Tschernobyl war vielleicht noch mehr als die von mir begonnen Perestroika die wirkliche Ursache für den Zusammenbruch der Sowjetunion….. sie stellte…. einen historischen Wendpunkt dar: Es gab die Zeit vor der Katastrophe und die Zeit nach der Katastrophe“. Eine Einschätzung Gorbatschows, der man nach der Lektüre und Betrachtung dieses schon in der Form monumentalen Bildbandes nur vollständig zustimmen kann. Einmal im Jahr, 10 Tage nach Ostern, zur Feier des „Gedenkens der Toten“, ist der einzige Tag im Jahr, an dem die ehemaligen Bewohner der Zone zurückkehren dürfen, um das Fest zu feiern. Ein Tisch mit einfachen Speisen, ein altes Ehepaar inmitten toter Bäume, an denen die Zerstörung mehr nur zu ahnen als direkt sichtbar sich zeigt erzählt ebenso seine Geschichte des Verlustes, wie der einbeinige Mann, die kahlköpfige, Dermatitis geplagte Patientin, an deren Blick man das existentielle Trauma des Geschehens ablesen kann. Zerstöre Gänge, abgewrackt wirkende Schalttafeln, Bilder eines verwüsteten Klinikraumes voller Gitterbettchen und zerfetzter Kuscheltiere. Ein Haufen benutzter Gasmasken bildet den eindrucksvollen Schlusspunkt dieses Werkes, in dem zuvor „Kerzen der Hoffnung“, mehr aber noch jene Szene mit dem orthodoxen Priester, der ein einsames Grab segnet oder auch die kleine „Feier am Rande“ den Kontrast spürbar in den Raum bringen: Einerseits die Wucht der Zerstörung apokalyptischen Ausmaßes und andererseits die „kleine Flamme“ des Lebens, Inseln in den Ruinen. Neben, wiederum, einem einsamen, roten Mädchenschuh auf dem äußeren Fensterbrett eines zerstörten Hauses. Es ist nicht nur eine Geschichte eines Unfalles oder der Blick auf Überlebende, den Gerd Ludwig in faszinierende Bilder bannt. Es ist eine Grundgeschichte von Menschen und Technik, von der „Nicht-Sicherheit“ des Menschen, vom „Nicht hören wollen“ aufgrund eigenen Ehrgeizes oder dem Durchsetzen eigener Pläne und Ziele um jeden Preis, die zerstörte Landschaft, zerstörte Häuser, zerstörte Maschinen, Computer, Flugzeuge und schweres Gerät zurücklassen, ebenso, wie zerstörte Menschen. Bilder wie aus einem apokalyptischen Endzeitroman oder Film. Mit zwei Kindern vor antik anmutenden Untersuchungsröhren. Bilder, die unter die Haut gehen. „Ein Freund ist gestorben……er wurde immer dicker, schwoll an, wie ein Fass. Und ein Nachbar….Der war auch dort gewesen, als Kranfahrer“. Texte und Bilder, die das leisten, was vielfache Features in den Medien meist nur mit Distanz vor Augen geführt haben. Den Betrachter mitten hinein zu bringen in das Geschehen und seine Folgen. Ungeschminkt und nachhaltig wirkend.

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