Gerd Schmidinger Hiobsbotschaft (OneShots - Fantastic Stories 1)

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Inhaltsangabe zu „Hiobsbotschaft (OneShots - Fantastic Stories 1)“ von Gerd Schmidinger

Alles begann damit, dass ihm sein Name geraubt wurde. Als Lukas war er aufgestanden, hatte sich die Zähne geputzt, hatte geduscht, hatte schweigend sein Müsli zu sich genommen. Er hatte Gott für das Essen gedankt und für den Tag und das Leben, er hatte auch eine kurze Phase des Zweifels hinter sich gebracht, ob er seine Beziehung zu Eva nicht doch beenden sollte. Nicht nur auf Grund ihres Namens schickte sich die Liaison mit der jungen Studentin nur bedingt für einen katholischen Priester. Keinen Augenblick jedoch hatte er daran gezweifelt, dass er Lukas hieß, Lukas Breitscheider, aufgewachsen in Habichtsloch in Tirol. Auch auf dem Weg zur Kirche spürte er keinerlei Veranlassung, seinen Taufnamen in Frage zu stellen; sowohl der Huberbauer samt Familie als auch die Taxacher Loise begrüßten ihn wie immer mit „Grüß Gott, Herr Pfarrer!“. Die alte Geißbacherin nannte ihn gar Hochwürden, was Lukas jedes Mal viel Selbstbeherrschung abverlangte, da er sich erst zu grinsen gestattete, wenn seine Züge dem Blickfeld der Alten entschwunden waren. Auch die Messfeier selbst ging in gewohnt würdevoller Weise vorüber. Zeitweise war er ein wenig abgelenkt, weil ihn die in der ersten Reihe sitzende Theresa Leitner, die seit einem halben Jahr die Erstklässler an der örtlichen Volksschule unterrichtete, an Eva erinnerte. Oder gefiel sie ihm einfach nur so? Während der Predigt allerdings, die er in der Tradition der katholischen Soziallehre verfasst hatte, gelang es ihm, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren mit dem Ziel, den einen oder die andere von der Gottgewolltheit solidarischen Verhaltens gegenüber Schwächeren zu überzeugen. Wie so oft verlieh er seinen Worten mit einem Schnaps Nachdruck, den die Ministranten nach der Messfeier auf dem Kirchplatz verteilten. Das Ganze nannte sich Agape und der Schnaps spielte dabei eigentlich nur eine Nebenrolle. Vielmehr sollten sich die Leute im gedanklichen Austausch beim Genuss von Gottes Gaben der Liebe des Allmächtigen bewusst werden. Hier trug sich nun zu, was ihn zuerst erheiterte und schließlich verstörte ...
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