Gerd Schneider

 3.5 Sterne bei 42 Bewertungen
Autor von Kafkas Puppe, Der letzte Code und weiteren Büchern.

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Kafkas Puppe

Kafkas Puppe

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Erschienen am 06.06.2018
Der letzte Code

Der letzte Code

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Erschienen am 10.06.2013
Politik

Politik

 (2)
Erschienen am 01.01.2008
Globalisierung

Globalisierung

 (1)
Erschienen am 01.06.2008
Guarno Guarini Ungebaute Bauten

Guarno Guarini Ungebaute Bauten

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Erschienen am 25.08.1997
Bauer, Dame, König – MATT!

Bauer, Dame, König – MATT!

 (0)
Erschienen am 06.06.2018
Bauer, Dame, König - MATT!

Bauer, Dame, König - MATT!

 (0)
Erschienen am 26.02.2015

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Logosos avatar

Rezension zu "Der letzte Code" von Gerd Schneider

Wird er das Mädchen je wiedersehen, in welches sich sein Avatar verliebt hat?
Logosovor 5 Jahren

Das Werk ,,Der letzte Code-Ein Roman über die Geschichte der Zivilisation“ erschien 2013 bei Arena. Der in Bonn lebende Autor Gerd Schneider schrieb bereits mehrere Romane und Drehbücher.

Wenn du in die Vergangenheit reisen könntest, für welche Zeit würdest du dich entscheiden? Renaissance? Antike? Das alte Ägypten? Oder doch lieber bei den Neandertalern anfangen und sich bis zur Neuzeit vorarbeiten? Als Testspieler für den ominösen User ,,Pandora“ erlebt Tamas eben diese Reise.
Keine Animation, die Tamas kennt war je so real. Alle seine Sinne werden angesprochen, er hört, fühlt, sieht, ja sogar schmeckt all jenes, das das Spiel bereit hält. Mit wachsender Begeisterung lässt er sich von dieser Welt mitreißen. Die Bewerbung, die er schreiben muss? Vergessen. Moki, der ihn einlädt? Uninteressant. Für ihn zählen immer nur noch der Code zum nächsten Level und sein Mondmädchen aus der Animation zu retten. Doch was passiert, wenn die Programmkapazität erschöpft? Wenn Tamas die Spielzeit überschreitet? Wird er das Mädchen je wiedersehen, in welches sich sein Avatar verliebt hat?

Der Roman von Gerd Schneider ist nicht nur gut geschrieben, sondern ebenso informativ. Die verwendete Sprache ist für jeden gut verständlich, falls geschichtliches Hintergrund wissen nicht vorhanden ist, kann der Leser wichtige Personen in einem Glossar am Ende des Buches nachschlagen. Insofern die dargestellte Zeit Fragen aufwirft, ergeben sich hieraus auch keine Probleme für das Textverständnis, da Schneider Informationstexte mit eingebunden hat.
Die Idee des Romans an sich ist so ähnlich schon oft dagewesen. Eine Person, welche die Vergangenheit bereist und danach als neuer Mensch von seinen Erlebnissen zurückkehrt. Allerdings will ich damit nicht sagen, dass ,,Der letzte Code'' als Durchschnittsroman ausgelegt werden sollte. Unsere Hauptfigur reist nicht als moderner Mensch zu Wüstenvölkern, den Gladiatoren, den Sumerern, sondern nur virtuell und als einer von Ihnen. Tamas kann seinen Avatar nach Belieben verändern. Ebenso lenkt er die Geschichte mit, wenn er sich genug konzentriert.
Doch wie passt das Mondmädchen in diese Geschichte? Ist sie ebenfalls eine Testspielerin, allerdings als Gefangen der virtuellen Welt. Wird Tamas dasselbe Schicksal zu teil? Wird er je erfahren, ob die Person auch in der realen Welt existiert? Und wer ist die unbekannte Pandorra? Genau das gespannte Erwarten dieser Antworten macht den einen Teil aus, welcher den Leser antreibt immer weiter zu blättern. Allerdings haben mich die Antworten enttäuscht, sie fielen für meinen Geschmack entweder unzureichend oder zu leicht aus. Vor allem, da die letzten Kapitel mit verstärkter Intensität auf das Ende des Spiels und somit der Auflösung hinarbeiten.
Der zweite Part, welcher für mich als Antrieb zum Lesen fungierte war der hohe Informationsgehalt des Romans. Als Leser lernt man viel über die kulturellen Gegebenheiten der Vergangenheit, oder kann sein Wissen auffrischen. Die Kapitel sind nicht vollgestopft von Informationen, sodass es leicht fällt zu folgen. Die Unterteilung ist gut gelungen.

Kurz gesagt: Ich kann diesen Roman allen weiter empfehlen, die sich für Kulturgeschichte interessieren. Dann ist man hier genau richtig!

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MHoevermanns avatar

Rezension zu "Kafkas Puppe" von Gerd Schneider

Rezension zu "Kafkas Puppe" von Gerd Schneider
MHoevermannvor 6 Jahren

Die heilende Kraft der Fantasie

Wenige Wochen vor seinem Tod macht Franz Kafka bei einem Spaziergang durch den Steglitzer Park eine ganz besondere Bekanntschaft: Auf einer Bank begegnet ihm ein kleines Mädchen namens Lena. Sie ist unglücklich und weint, denn sie hat ihre Puppe verloren. Um das Kind zu trösten, erklärt er, dass er sie gesehen habe. Sie sei nur auf Reisen gegangen. Das Mädchen ist anfangs skeptisch. Wie sollte denn eine Puppe verreisen? Und woher will dieser an eine Fledermaus erinnernde, große, hagere Fremde das überhaupt so genau wissen?
Kafka erfindet Geschichten, die er die Puppe erleben lässt. Er verfasst Briefe für Lena, angeblich von ihrer Puppe persönlich.

Man kann vermuten, dass er sich ein Stück weit in dem Kind wiederfinden konnte. Elternlos lebt sie in einem Waisenhaus, aus dem sie sich immer wieder in den Park hinausflüchtet. Sie hat nichts und niemanden, nur diese Puppe. Er macht ihr ein großes Geschenk: Er gibt ihr Fantasie und Geschichten, eine Art Fahrkarte hinaus aus der Ausweglosigkeit.

Tag für Tag überreicht Kafka ihr einen Brief von der geliebten Puppe. Ihr Verschwinden erklärt er als verzweifelte Flucht vor einem Hund.

Es ist unendlich berührend: Der schwerkranke Franz Kafka versucht mit letzter Kraft am Ende seines Lebens einem anderen Menschen zu helfen, der gerade erst am Beginn des Lebens steht. Ein letztes Mal lässt er seine Seele fliegen, erfindet Abenteuer, schöpft Kraft aus seinem Tun und gibt Kraft.

Während er sonst düstere Parabeln der Gottferne, der Einsamkeit und der ohnmächtigen Ausweglosigkeit verfasste, sind die Erlebnisse der Puppe voller Hoffnung und Freude. Er schenkt ihr in seinen Zeilen das, was ihm versagt blieb: ein glückliches, erfülltes Leben.

Auch Franz Kafkas eigenes Dasein wird ein Stück weit transparent. Man erfährt von der letzten Lebensphase in Berlin und vom Leben mit seiner damaligen Weggefährtin, Dora Diamant. Dabei gestaltet Journalist und Autor Gerd Schneider diese Tage mit viel Einfühlungsvermögen und überaus kenntnisreich. Historische und fiktionale Elemente verbinden sich zu einer Erzählung, die berührt und den Menschen Franz Kafka mit aller Warmherzigkeit lebendig werden lässt.

Dem Dichter bleiben nur wenige Wochen. Er weiß es und auch, dass er für Lena diese begonnene Geschichte abschließen muss. Nur dann würde das Mädchen Frieden mit dem Verlust schließen können. Ein Stück weit greift Schneider auf tatsächliche, biographische Quellen zurück. Darunter auf Franz Kafkas "Briefe an Ottla und die Familie" und besonders auf Dora Diamants: "Mein Leben mit Franz Kafka".

Kafka stirbt im Alter von 40 Jahren am 03. Juni 1924 in einem Sanatorium an Kehlkopftuberkulose.

Alle Versuche, das Mädchen zu finden, sind bislang im Sande verlaufen. Was aus ihr und den Briefen geworden ist, darüber kann nur spekuliert werden. Das Ende des Buches versucht eventuell erneut einen Brückenschlag in die Realität, denn es bietet in Ansätzen eine mögliche Erklärung für diesen Umstand.

Geeignet ist diese rührende Geschichte ausdrücklich für junge Leser. Allerdings ist schwer vorstellbar, dass sie das Buch selbst entdecken. Ohne entsprechendes Hintergrundwissen bleibt das Buch vermutlich eher schwer zugänglich. Weder der Titel noch die Handlungskonstruktion scheinen spannend oder ansprechend für Jugendliche. Ein Einsatz innerhalb des Deutschunterrichts dagegen ist durchaus vorstellbar. In verständlicher und klarer Sprache entfaltet sich die Handlung. Vorrangig geht es darum, Lena zu helfen. Aber auch der Autor wird in seiner Person und mit seinen zentralen Lebenskonflikten ein Stückweit sichtbar: Die schwierige Beziehung zum Vater, die Auseinandersetzung mit seiner lebensbedrohlichen Erkrankung und das Erleben des Scheiterns haben tiefe Spuren in dem feinfühligen Schriftsteller hinterlassen. Das weckt Interesse an seinem Werk. Vielleicht führt es sogar zu einer tiefen Auseinandersetzung mit den literarischen oder biographischen Hinterlassenschaften und trägt zu einem besseren Verständnis der vieldeutigen Texte bei.

Wer sich für Kafka interessiert, wird dieses Buch in jedem Fall schätzen. Es ist eine wunderbare Lektüre für Lesende aller Altersklassen, die den Menschen hinter der Literatur suchen und ein Stückweit besser verstehen wollen.

Das Buch selbst ist eine Augenweide und zeigt, aus welchem Grund ein hochwertig gedrucktes Buch aus Papier nie vollständig durch ein e-Book ersetzt werden kann: Der Schutzumschlag ist sehr aufwändig gestaltet; Leineneinband und Lesebändchen runden das Erlebnis ab.

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P

Rezension zu "Kafkas Puppe" von Gerd Schneider

Rezension zu "Kafkas Puppe" von Gerd Schneider
plaisirdelirevor 9 Jahren

Kafkas letzte Monate in Berlin: Bereits schwer krank, verliebt in Dora und endlich auf ein anderes Leben hoffend. Bei einem Spaziergang trifft er ein kleines Mädchen, das seine Puppe verloren hat. Um es zu trösten, schreibt er ihm Karten und lässt darin die Puppe von ihrer Reise erzählen. - Ob Kinder oder Jugendliche dieses Buch spannend finden? Wohl eher nicht. Aber wenn man Kafkas Biographie und sein Werk zumindest ein wenig kennt, kann man in diesem gut recherchierten Buch dem Menschen Kafka näher kommen und viele Anspielungen an seine Werke entdecken.

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