Gerda Stauner Grasmond

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Inhaltsangabe zu „Grasmond“ von Gerda Stauner

Die fesselnde Familiengeschichte ist eingebettet in die Ereignisse der lebensbedrohenden letzten Tage des Zweiten Weltkrieges im Oberpfälzer Dorf Fichtenried. Gleichzeitig spannt sie einen Bogen zu den turbulenten Geschehnissen rund um das erste Regensburger Bürgerfest im heißen Sommer 1973. Der 20-jährige Volontär Melchior versucht emotionalen Abstand zu seiner Familie, im Besonderen zu seiner dominanten Mutter Walburga, zu bekommen. Bei einer zufälligen Begegnung mit dem Staatssekretär Schmiedl stößt er auf ein bedrohliches Familiengeheimnis aus dem Zweiten Weltkrieg, über welches vor allem sein Großvater Anderl schweigt. Irritiert macht Melchior sich auf, die zwischenmenschlichen Verstrickungen zu entwirren.

Auf raffiniert verwobenen Zeitebenen erzählt die Autorin in schöner Sprache ein Stück Zeitgeschichte aus der Oberpfalz. Gelungener Erstling.

— Sabine_Rädisch

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  • Spannend erzählte Zeitgeschichte 1945/1973 mit regionalem Touch

    Grasmond

    Sabine_Rädisch

    10. July 2016 um 15:03

    April 1945 in der Oberpfalz: Bauer Anderl ist kein Widerstandskämpfer gegen die Nazis, aber ein rechtschaffener Mann. Er behandelt die Fremdarbeiterin Olga gut und sorgt sich um seine Frau Theres, Tochter Burgi und die friedliche Übergabe seines (fiktiven) Heimatdorfes Fichtenried. Gut dreißig Jahre später engagiert sich sein Enkel Melchior bei den Altstadtfreunden Regensburg und den Vorbereitungen zum ersten Bürgerfest 1973. Dabei trifft der angehende Journalist zufällig auf einen Staatssekretär, der seinen Opa in jenen letzten Kriegstagen gekannt hat. Auf diesen beiden miteinander verwobenen Handlungssträngen führt uns die Autorin langsam auf die Spur eines Familiengeheimnisses - und löst schließlich auch das schwierige Verhältnis Melchiors zu seiner Mutter ein Stück weit auf. Am Ende ist Verstehen und Versöhnung möglich und ein Fanatiker wird doch noch seiner gerechten Strafe zugeführt. All das ist in einer schlicht-poetischen Sprache geschildert auch die Dialektpassagen sind schön zu lesen, ohne dass Heimattümelei aufkäme. Für (Wahl)OberpfälzerInnen ein packendes Stück Regionalgeschichte. Spannend auch die Ereignisse rund um das erste Regensburger Bürgerfest und Altstadtfreunde - ich hätte mir fast gewünscht, darüber noch ein wenig mehr zu erfahren. Darüber hinaus hält die Autorin die verschiedenen Handlungsfäden gut in der Hand und das Leben der "einfachen Leute" unter der Nazidiktatur wird weder einseitig dramatisiert noch beschönigt. Vor allem die Perspektive Olgas lässt deutlich werden, dass es nicht nur Gut oder Böse gibt, sondern auch Vieles dazwischen.

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