Gerhard Falkner Apollokalypse

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Inhaltsangabe zu „Apollokalypse“ von Gerhard Falkner

Georg Autenrieth ist eine zwielichtige Gestalt in zwiegesichtigen Zeiten, immer wieder taucht er auf in Berlin, der Mann aus Westdeutschland, hält Kontakt mit der Szene, durchsucht die Stadt und zelebriert Laster, Lebensgier und Liebeskunst. Wohin aber verschwindet er dann? Wer ist der »Glasmann«? Und welche Rolle spielen seine Verbindungen zur RAF?
Gerhard Falkners »Apollokalypse« ist ein Epochenroman über die 80er und 90er Jahre, eine apollokalyptische Zeit, in der das Apollinische mit dem Dionysischen verschmolz im Tiegel der aufregendsten Stadt der Welt. Dem Vergeuden von Jugend, der Ausschweifung jeglicher Couleur und der Hypermobilität stellt er einen rauschhaften Rückverzauberungsversuch der Welt entgegen. Bulgakows »Meister und Margarita« begegnet dem »Ferdydurke« von Gombrowicz und Oskar Matzerath schrammt an Tyron Slothrop, Bruno Schulz und Wilhelm Meister. Die Hauptrolle spielt die Stadt Berlin selbst, haufenweise gehen Künstlerexistenzen an ihrer magischen Gestalt in die Brüche. Und wenn die RAF sich über den BND mit der Stasi berührt, gerät die Zeitgeschichte unter das Messer der Psychiatrie. Am Schluss nimmt der Teufel leibhaftig das Heft in die Hand. Ein mythologischer Roman von unvergleichlicher Sprachmächtigkeit, ein literarisches Ereignis, das alles auf den Kopf stellt, verfasst von einem »der großen deutschen Sprachzauberer«. (Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung).

Zu wirr und unsinnig. Weder interessante, noch bildende, noch spaßige Unterhaltung.

— BettinaR87

Selten konnte mir ein text so wenig sagen.

— miss_mesmerized

Gerhard Falkners Roman “Apollokalypse” konzentriert Facetten einer altbundesrepublikanischen Daseinsform vor vielen Kulissen.

— jamal_tuschick

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  • Berlin, Berlin und das streunende Leben

    Apollokalypse

    michael_lehmann-pape

    25. November 2016 um 15:26

    Berlin, Berlin und das streunende LebenEs sind die Zeiten Mitte der 80er Jahre. RAF noch hoch aktuell, Kalter Krieg, Berlin, Kreuzberg (aber auch ein kleiner Abstecher nach Amsterdam ist für Protagonisten drin).„Beide waren sie ganz und gar Vertreter dieses neuen Typs junger Männer…… Mit Vorsprung auf die Welt gekommen. Söhne, Erben, Luxusausführungen mit Sonderausstattung“.Die beiden engeren Bekannten des nicht richtig greifbaren Georg Authenrieth, aus dessen Perspektive Falkner dieses „Streunen durchs Leben“ jener gesellschaftlichen Gruppe und jener Zeit erzählt.Sex, das Wichtigste. Drogen zudem. Irgendwie „Kunst“ sein, das vor allem. In einem Kreuzberg, dass noch ein „dunkles Loch“ war. Als die Luft an nicht wenigen Orten in Berlin noch wie ein „von der Braunkohle gesüßter Frühlingstag“ war.Als Isabel, Kunststudentin im dritten Semester nach Berlin kommt und Büttner (einer der beiden Freunde) unrettbar sich „verliebt“, was vor allem heißt, „Bella“ unbedingt „haben zu müssen“. Was vergehen wird.Wie so viele Personen im Roman auftreten, ein wenig auch vom Hintergrund erzählt wird, dann aber auch durchaus wieder, teils auf Dauer, teils für Länger, von der Bildfläche verschwinden, wie eben jene Isabel.„In unserem Leben herrschte damals ziemlich viel Unruhe. Mindestens eben so viel Unruhe wie in den Verhältnissen“.Weswegen Authenrieth auch in Wohnungen anzutreffen ist, deren Schrank nur eine Geheimtür in die nächste Wohnung ist, wo konspirative Treffen stattfinden, wo jeder gegen jeden auch seinen Vorteil such (zumindest auf den oberen Ebenen staatlicher Dienste“ und merkwürdige Konstellationen eintreten können, wer sich da mit wem warum trifft.Wobei Falkner den Ton der Zeit pointiert, massiv steigert und in einer bildkräftigen Sprache sondergleichen den Leser emotional hineinnimmt. Wobei man das dann wirklich mögen muss, diese ständigen Sprachbilder, die ununterbrochen weniger den Roman „voranbringen“ in Richtung eines roten Fadens, sondern eher in die Breite einer Darstellung des Lebens und Lebensgefühls aus vielfachen Perspektiven in sich trägt.„Unsere erste Nacht, in einem nach Schlachtschüssel riechenden Hotel in Tischenreuth, voll mit gutmütig blickenden Wanderern“.Frauen, Abenteuer, verrauchte Clubs, Szene, wo die Nacht zum Tag wird und die Anerkennung von außen fürs „cool sein“ alles an Ziel zu sein scheint, was antreibt. „Ich wollte eine gute Antwort. Die eine, die es herauszufinden galt, die andere, die ich wahrscheinlich zu hören kriegen würde und die dritte, für die ich sie stöhnen sehen wollte“.Nicht immer ist der rote Faden in all dem klar, nicht leicht fällt es, die „Agentengeschichte“, die sich im Roman ergibt, mit all den kleineren und größeren Nebenschauplätzen, im Blick zu behalten und insgesamt, bei aller sprühenden Freude an der Sprache, an der Erzählweise, an den ständigen Bildern, die im Kopf entstehen ist auch nicht alles unbedingt von Nöten, was sich in diesem Roman der „Selbstfindung in Berlin“ findet.Und dennoch findet der Roman ein befriedigendes Ende, in dem die vielfachen Handlungsstränge und auch Personen ein sinnvolles Miteinander ergeben. Und in dem vor allem die psychologisch als „corporate identity“ angelegten Hauptfiguren ihren, im ersten Teil des Werkes eher nur zu ahnenden, inneren Determinationen deutlich näher gekommen sein werden.Eine andersartige, sprachlich überaus anregende und den Ton der Zeit und der Sttadt zu jener Zeit perfekt treffende Lektüre.

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  • Literarische Gedenktafel für eine Stadt?

    Apollokalypse

    BettinaR87

    11. October 2016 um 13:00

    Berlin in den 80er und 90er Jahren - die Kulisse für die letzten Jahre der DDR, eingeschlossen zwischen ehemaligem Wirtschaftswunder, Kalter Krieg und der Stasi. Mittendrin lebt Georg Authenrieth, der in "Apollokalypse" seinen Erinnerungen nachhängt.Der ich-Erzähler ist sich nicht so ganz sicher: Gibt es ihn? Ist er der Mann, von dem er erzählt? Das könnte nämlich Georg Authenrieth sein, der mit seiner akademischen Karriere bricht und irgendwie so nebenher mal in Berlin, mal in Franken, mal in München unterwegs ist. Wird er in der DDR von der Stasi beobachtet? Gehört er zur RAF? Könnte sein, vielleicht aber auch nicht. Seine Freunde verfrachtet er auch mal in die geschlossene Anstalt, nimmt sich deren Freundin und reist mit ihr in die Staaten. Sexuell ist er sehr umtriebig und doch vollkommen leidenschaftslos. Andere seiner Geliebten lässt er in seiner Geschichte einfach irgendwann unter den Tisch fallen oder von einer Baggerschaufel erledigen. Dann begeht er einen Anschlag, von dem er anscheinend nicht im geringsten weiter beeinflusst wird. und immer zieht es ihn nach Berlin, wo die Großeltern der heutigen Hipster noch viel hipper waren. In der Vergangenheit war die Zukunft einfach noch besser, nicht wahr?Die KritikMit den ersten Worten wird die Hauptperson eingeführt - ein "ich", obwohl später die persönlichen Identitäten des Georg Authenrieth noch erweitert werden. Der werte Herr könnte also gelebt haben oder nicht. Er könnte sich richtig erinnern oder nicht. Die gesamten 426 Seiten wirken deswegen sehr substanzlos und eher flüchtig. Nach der Einführung der Hauptperson redet der Autor erst mal los. Es gibt keine klare, längerfristige Handlung, die angedeutet wird - und für den Leser hilfreich sein könnte zum entlang hangeln. Aber nein, worauf man sich bei dem Buch eingelassen hat, erfährt man nie so richtig. Vielmehr wird einfach so vor sich hin erzählt, werden Zeitsprünge absolviert und der Leser fragt sich: Wohin soll das Ganze gehen?" Bis kurz vor dem Ende ein kleines Familiendrama offenbart wird, was aber trotzdem keine klassische Auflösung des Romans bietet. Alles in allem lässt sich nur sagen: Sehr seltsam. Die Figuren, ihre Zusammenhänge, hauptsächlich aber die Gedanken der Hauptperson. Teilweise springen die nämlich von Absatz zu Absatz zu neuen Themen, sodass viel erzählt wird, was vollkommen überflüssig scheint. Sätze wie "Pünktliuch mit dem 1. April begann der April und hörte fast den ganzen April nicht mehr auf, den April zu spielen." zeigen, wie vielschichtig die Wahrnehmung der Hauptperson ist und die des Lesers sein muss, um sich auch nur ansatzweise in das Geschehen hineindenken zu können. Das verkompliziert das "Lesevergnügen" aber einfach zu stark.Was man dem Buch und dem Autor zugute halten muss: Die Sätze sind meistens gut verständlich. Oft wird der Begriff "moderne Literatur" gleichgesetzt mit "Ich muss genauso kompliziert schreiben wie James Joyce, sonst ist das Buch nicht intellektuell genug.". Diese Ansätze finden sich durchaus auch hier, aber eben nur in geringerem Maße.Einzig wirklich interessant: Was es mit dem Kunstwort "Apollokalypse" auf sich hat. Das Fazit: Kompliziert, wenig sinnvoll, zu wirr. Meines persönlichen Erachtens leider kein gelungenes Beispiel für moderne Literatur.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Gerhard Falkner - Apollokalypse

    Apollokalypse

    miss_mesmerized

    21. September 2016 um 18:50

    Georg Authenrieth erinnert sich. Soweit er das noch kann, denn vieles ist weg oder nur noch verschwommen da, manches ergibt auch wenig Sinn. Aber vielleicht sind das ja auch nicht seine Erinnerungen, sondern die seines Doppelgängers. Schließlich ist ohnehin alles nur Rekonstruktion. Die Kindheit in Nürnberg, die erste Liebe zu Isabel, das Leben im Berlin der 80er Jahre. Die zweite wichtige Frau, Billy, der Anschlag, der Geheimdienst, die Freunde, die Reisen in die USA und die DDR. Man muss das nehmen, was man hat und so macht es auch Georg oder Georg über den Menschen Georg Authenrieth, der vorgibt, er zu sein und es vielleicht sogar ist.Gerhard Falkners Roman hat es 2016 auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Die Presse hat den Roman bejubelt: ein neues Kapitel der Berlin-Literatur (Süddeutsche), großartig (Deutschlandradio Kultur), fantastisch (Zeit), kunstvoll und komisch erzählt (LiteraturSpiegel). Ich habe mich auf jeder Seite gefragt: was soll das? Was will mir das sagen? Hä?Ein Erzähler, der sich seiner Erinnerung nicht sicher ist – ok, keine ganz originelle Idee, aber kann man was draus machen. Diskontinuierliche, unchronologische Erzählung – kein Thema, man darf als Leser schon ein wenig gefordert werden. Episodenhafte Erzählungen, lose Verbindungen – auch das kann seinen Reiz haben. Aber hier war mir alles zu lose, zu unverbindlich, zu wenig greifbar. Phasenweise waren zwar Ansätze einer Erzählung vorhanden, diese wurden dann wiederum von absurden Spekulationen über das Sein abgelöst und der Erzähler springt von der ersten zur dritten Person. Wenn alles im Rahmen von Spekulation und Unverbindlichkeit bleibt, wozu dann noch ein Roman? Wenn selbst die Literatur sich nicht mehr in der fiktiven Welt festlegt, wer soll dies denn noch in der Realität tun? Ein Roman, der nichts sagen will, ist für mich letztlich egal und auch irrelevant.Rechnet man die Idee einer inhaltlichen Aussage raus, könnte der Text immer noch durch seine Konstruktion und die Sprache punkten. Aber auch da erreicht er mich nicht. Insbesondere die Ergüsse im Bereich der Fäkalien sind einfach nur widerlich, die Wortwahl abstoßend und dezidierte Beobachtungen des Stuhlgangs sind für mich keine Kunst, sondern schlichtweg verzichtbar.Irgendwer scheint den Roman verstanden zu haben, ich offenkundig nicht. 

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    • 3
  • Vorübergehend ausgestorben

    Apollokalypse

    jamal_tuschick

    08. September 2016 um 18:16

    So zentral wie final ist ein Niederschlag unter den Rankenbögen des S-Bahn-Artdécos am Kottbusser Tor. Der Üble heißt Orhan, ein Drehtürpatient namens Büttner fällt ihm zum Opfer: “Die Psychiatrie hatte mich quasi sterilisiert.” Traumatisiert bis zum Anschlag stürzt sich Büttner nach seiner vordergründigen Genesung mit einer Pistole im Bereit zu Tode.Den autoaggressiven Ausgang kennzeichnen alle Signalfarben. Das erzählende Ich beansprucht in unsentimental-gravitätischer, jüngeresker, pessimistisch-vitaler Nabelschau einen Denker, nach dessen Auffassung “ein Stoff Sichtbarkeit durch die Form” erhält. “Apollokalypse” konzentriert Facetten einer altbundesrepublikanischen Daseinsform vor vielen Kulissen von Berlin-Kreuzberg bis irgendwo im Nirgendwo von Nevada. Drei Biografien transportieren die Varianten. Die Aberrationen von Autenrieth, Büttner und Pruy greifen wie Zahnräder in den Kettenkranz einer Wohlstandspathologie. Zugleich bilden sie Spielverläufe ab. Von Arbeit im engeren Sinn ist nicht die Rede, zu seinem Glück vermeidet der Autor das Wort, in dem der triviale Erguss erstarrt: Selbstverwirklichung. Darum geht es vehement. Zur Arrondierung der Zwecklücke tritt in erster Linie Isabel auf, süddeutsches Fickfleisch mit den Qualitäten eines Wanderpokals, um kurz dem fatal-nachbetrachtenden, immer eine Spur unappetitlichen Greisenlüster des bejahrten Falkner Lichter anzublasen. Ein paar Mal zu oft werden Waden “stramm” gezogen und “das Glück der deutschen Geburt” ist eine Posaune im Text. Das erzählende Ich changiert bis zu einer Doktor Carola Fleischmann; es erscheint so unbefestigt wie in der Burroughsmatrix. Autenrieth erlebt sich doppelt. Der Teufel begegnet ihm als Modernist, “unsereins ist, wie Sie ja aus dem “Faust” wissen sollten ... immer auf dem neusten Stand”, und als Quartiermacher für “ein Einzimmerapartment in der Unterwelt”. Die Erosionen finden ihren Klimax in dem Wunsch des (in Autenrieths Gestalt) Überlebenden: unsichtbar zu werden. Autenrieth greift das Vorhaben rüstig an und erreicht schließlich Pankow fast schon im Freien vor der Stadt als invisible man.“Apollokalypse” ist ein wilder Ritt durch das zusammenverrückte Deutschland. Falkner führt jede Menge Protagonisten ein, bloß um sie “im Schatz seines Witzes baden” gehen zu lassen. Er erzählt RAF-Geschichte episodisch wie in einer Illustrierten nach und illustriert mit ihr seinen Autenrieth. Berlin sieht er so: Da “sammelt sich alles, was abgeschafft wurde und worüber die Zeit ... hinweggegangen ist, in den Archiven des Beiseitegeräumten.” Der Autor entdeckt in der Kapitale nicht die Zukunft, sondern den Basar, geschüttelt von “kultureller Grelligkeit”.Das Abgeschaffte vermehrt sich in der Stadt wie Geziefer unter einem Stein. Auf der basalen Ebene bringt es lauter leicht erregbare Bademeister hervor, koller- und franzbiberköpfig, bollrig, protestbäurisch, auf der anderen Seite Künstler als Mustermänner erschöpfter Wertschöpfung. Nehmen Sie Pruy, diesen ehrgeizigen Scheißer. Falkner leiht ihm den Titel eines “Advokaten des Afters”. “Die morgentliche Redaktionssitzung für Nachrichten aus den Eingeweiden” verlässt er regelmäßig zufrieden. An einem Ufer dieses abortalen Abgrunds verliebt sich Autenrieth in Bilijana, genannt Billy, von Geburt Bulgarin - eine Frau in “Unterhosen ohne Klasse”. Unter “einem zum Platzen fetten” Himmel und auf der Frankfurter Allee schnupft das Paar “weißes Coca-Cola” und tauscht seine Säfte. Seiten später stellt Autenrieth fest: “Am Times Square ... tritt die Welt den Beweis an, dass sie durch Buntheit nicht schöner wird. ... fast alle sind zu dick ... oder ihre Stirn ist zu niedrig, oder sie sind schwanger oder Neger”.Ein Ekel spricht sich aus, vor dem man sich ekeln kann. Interessanter ist, wie der Berliner Dschungel der Achtziger- und Neunzigerjahre in dieser Retrospektive zur Halde wird - zu einer Deponie der Vergangenheit, in der sich die Gegenwart ausnimmt wie eine Maus am Sockel des Ernst Thälmann-Denkmals an der Greifswalder Straße in Prenzlauer Berg.

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  • Deutscher Buchpreis 2016: Fragerunden mit den Autoren der Longlist

    TanjaMaFi

    Seit dem 23. August steht die Longlist des Deutschen Buchpreises 2016 fest! Die Jury hat aus allen Einsendungen 20 Bücher ausgewählt, die in ihren Augen die begehrte Auszeichnung verdient hätten. Welche 20 Titel es auf die Longlist geschafft haben, seht ihr hier in der kompletten Liste! Vielleicht erinnert ihr euch noch an unsere Aktionen zum Deutschen Buchpreis aus den letzten Jahren? 2016 möchten wir euch auch wieder etwas besonderes zu diesem Anlass bieten: Ihr habt in den ersten Septemberwochen die Möglichkeit, einigen der Autoren, die es mit ihren Büchern auf die Longlist geschafft haben, Fragen zu stellen und ihre Bücher zu gewinnen! Hier die Termine und Autoren, die euch eure Fragen beantworten: Montag, 05. September 2016Peter Stamm – "Weit über das Land"Hier geht es zur Fragerunde Mittwoch, 07. September 2016Philipp Winkler – "Hool"Hier geht es zur Fragerunde Montag, 12. September 2016Anna Weidenholzer – "Weshalb die Herren Seesterne tragen"Hier geht es zur Fragerunde Mittwoch, 14. September 2016Michelle Steinbeck – "Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch"Hier geht es zur Fragerunde Freitag, 16. September 2016Hans Platzgumer – "Am Rand"Hier geht es zur Fragerunde Sonntag, 18. September 2016Dagmar Leupold – "Die Witwen"Hier geht es zur Fragerunde Sobald die Fragerunden starten, findet ihr hier die entsprechenden Links. Ihr könnt den Autoren dann an dem Tag eure Fragen stellen. Bitte achtet darauf, dass ihr die Fragen in die Fragerunde postet und nicht hier in das Thema. Die Autoren werden dann auch dort alle Fragen beantworten. Da manche Autoren nicht den ganzen Tag für Fragen zur Verfügung stehen, solltet ihr euch die Beschreibung der Fragerunden noch einmal durchlesen. Wir werden in den Fragerunden auch eins bis drei Exemplare des jeweiligen Buchs verlosen. Wenn ihr an der Verlosung teilnehmen möchtet, postet eure Frage bitte, indem ihr den blauen “Jetzt bewerben” Button nutzt. Unter allen Teilnehmern verlosen wir außerdem ein großes Buchpaket mit allen 20 Titeln, die auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2016 stehen: Philipp Winkler – "Hool" Gerhard Falkner – "Apollokalypse" Bodo Kirchhoff – "Widerfahrnis" Dagmar Leupold – "Die Witwen" Eva Schmidt – "Ein langes Jahr" Michael Kumpfmüller – "Die Erziehung des Mannes" Katja Lange-Müller – "Drehtür" Joachim Meyerhoff – "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" Michelle Steinbeck – "Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch" Hans Platzgumer – "Am Rand" Akos Doma – "Der Weg der Wünsche" André Kubiczek – "Skizze eines Sommers" Thomas Melle – "Die Welt im Rücken" Arnold Stadler – "Rauschzeit" Thomas von Steinaecker – "Die Verteidigung des Paradieses" Ernst-Wilhelm Händler – "München" Reinhard Kaiser-Mühlecker – "Fremde Seele, dunkler Wald" Peter Stamm – "Weit über das Land" Sibylle Lewitscharoff – "Das Pfingstwunder" Anna Weidenholzer – "Weshalb die Herren Seesterne tragen" Zwar könnt ihr den Autoren hier im Thema keine Fragen stellen, dafür aber miteinander wunderbar diskutieren! Habt ihr schon eines oder sogar mehrere der Bücher gelesen? Kennt ihr andere Bücher der nominierten Autoren? Welches ist euer Favorit für den Buchpreis? Wie findet ihr die Fragerunden hier auf LovelyBooks? Nun ist auch die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016 heraus! Philipp Winkler – "Hool", Bodo Kirchhoff – "Widerfahrnis", André Kubiczek – "Skizze eines Sommers", Thomas Melle – "Die Welt im Rücken", Reinhard Kaiser-Mühlecker – "Fremde Seele, dunkler Wald", Eva Schmidt – "Ein langes Jahr" Wer ist euer Favorit? Hier könnt ihr darüber abstimmen! Wenn ihr auf euren Buchblogs über den Buchpreis oder unsere Fragerunden mit den Autoren berichtet, freuen wir uns über eure Links! Ich wünsche euch viel Spaß bei den Fragerunden und bin gespannt auf eure Meinungen!

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