Gerhard Jäger

 4.2 Sterne bei 46 Bewertungen

Neue Bücher

Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod
 (35)
Neu erschienen am 08.10.2018 als Taschenbuch bei Heyne.
All die Nacht über uns
 (3)
Neu erschienen am 27.08.2018 als Hardcover bei Picus Verlag.

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Gerhard JägerDer Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod
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Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod
Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod
 (35)
Erschienen am 08.10.2018
Gerhard JägerAll die Nacht über uns
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All die Nacht über uns
All die Nacht über uns
 (3)
Erschienen am 27.08.2018
Gerhard JägerDer Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod: Roman
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Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod: Roman
Gerhard JägerEine beweistheoretische Untersuchung von (Delta-CA) + (BL) und verwandter Systeme
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Eine beweistheoretische Untersuchung von (Delta-CA) + (BL) und verwandter Systeme
Gerhard JägerErnst Specker: Selecta
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Ernst Specker: Selecta
Ernst Specker: Selecta
 (0)
Erschienen am 30.06.2009
Gerhard JägerEine syntaktische Abgrenzung der Δ 1:1-(A)-Analysis
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Eine syntaktische Abgrenzung der Δ 1:1-(A)-Analysis
Gerhard JägerDer Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod
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Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod
Gerhard JägerDie neue Rente
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Die neue Rente

Neue Rezensionen zu Gerhard Jäger

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Sikals avatar

Rezension zu "All die Nacht über uns" von Gerhard Jäger

Ein außergewöhnlicher Roman
Sikalvor einem Monat

Das Buch von Gerhard Jäger erzählt die Geschichte eines Soldaten, der auf einem Wachturm eine Grenze zu bewachen hat. In den Kapiteln wird jede einzelne Stunde beschrieben, Stunden voller Ängste, Trauer, Erinnerungen, … Begleitet von seiner Waffe, von der er sich beschützt fühlt – doch beschützt wovor? Erst mit der Zeit erfährt der Leser, dass es um Flüchtlingsströme geht, die man mit einem Zaun daran hindern will, die Grenze zu passieren. Bewacht von Soldaten mit Schießbefehl, die darauf warten, dass Menschen unerlaubt diese Grenze überschreiten wollen.

 

Ebenfalls begleitet ihn ein Heft seiner Großmutter, die ursprünglich ebenfalls Flüchtling war und ihre Erinnerungen notierte, damit diese nicht in Vergessenheit geraten. So liest der Soldat über Flüchtlinge, die von Familien aufgenommen werden ebenso wie von solchen, die vergeblich an eine Tür klopfen. Er liest über Krieg und Vertreibung, grausame Bilder, die sich in Menschen einbrennen.

 

„Ist es immer so, fragt er sich. Wenn irgendwo Menschen kommen, stellen die einen Teller auf die Tische und die anderen marschieren mit Transparenten. …, manche stehen mit Gewehren an der Grenze und warten auf Bäcker, Maurer, Hilfsarbeiter und Ingenieure.“

  

Doch der Soldat hat auch mit seinen eigenen Erinnerungen zu kämpfen. Der Verlust seiner kleinen Familie betäubt sein Handeln, er verkriecht sich in Dunkelheit und Stille und trotzdem scheint die Nacht lang zu werden. So vergeht Stunde um Stunde, während es stürmt und regnet … Er versinkt in seinen Träumen und Erinnerungen, liest das Heft der Großmutter und hält Ausschau nach dem Unbekannten, dem Fremden, das nicht gewünscht wird.

 

Für mich ist die Sprache das Besondere dieses Romans, der mich sehr beeindruckt hat. Die Großmutter, die mit wenigen Worten so vieles sagt, berührt sehr – ihr Erinnerungsheft soll den Enkel erinnern, wenn „sie kommen“.

Ein Roman, der mich noch oft nachdenken lässt über Grenzen und Toleranzen, über Ängste und Eingeschränktheit, über das Glück, dass ich mit meiner Familie gemeinsam in einem Land wie Österreich leben darf.

 

„Nicht jeder hat das Glück, dass ihm die Heimat bleibt.“ – schreibt Gerhard Jäger.

 

Ein großartiger Roman, dem ich viele Leser wünsche. Gerne vergebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Sigismunds avatar

Rezension zu "Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod" von Gerhard Jäger

Ein Debütroman als sprachgewaltiges Meisterwerk
Sigismundvor 10 Monaten

Was für ein „gewaltiges“ Werk ist der bereits 2016 im Blessing-Verlag erschienene Debütroman „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ von Gerhard Jäger (51). Voller Sprach- und Bildgewalt schildert der österreichische Autor den mehrwöchigen Forschungsaufenthalt des 25-jährigen Wiener Historikers Max Schreiber in einem kleinen, von der modernen Welt abgeschiedenen Tiroler Bergdorf, dessen Ereignisse während des historischen Lawinenwinters im Januar 1951 in einem dramatischen Höhepunkt enden.
Gerhard Jäger lässt uns eintauchen in eine dörfliche Welt, aus Raum und Zeit gefallen, geprägt von Härte, Wortlosigkeit und Misstrauen gegenüber allem Fremden. Die Dörfler hängen noch immer ihren alten Mythen an. Hier herrscht noch die Natur über den Menschen: „Schreiber begann zu laufen, er hetzte, stolperte den steinigen Weg abwärts, Wurzelarme griffen nach seinen Beinen.“ Der junge Großstädter dringt unerwünscht in diese fremde Welt ein. Die ersten Wochen sitzt er allein am Wirtshaustisch. Gespräche verstummen, wenn er den Raum betritt. Es dauert Wochen, bis er sich nach dem Schneeschippen „Schulter an Schulter“ von den Männern des Dorfes endlich angenommen fühlt. Doch schon bald zerstört er alles durch unüberlegtes Handeln: Er verliebt sich ausgerechnet in die stumme Maria vom abseitigen Lanerhof, die als Urenkelin einer vermeintlichen Hexe von den Dörflern gemieden und nur vom Jungbauern Georg Kühbauer umworben wird. Pfarrer, Ortsvorsteher und auch der blinde Seiler warnen den verliebten Historiker: „Deine Welt ist nicht meine Welt“ wird eine alpenländische Sage zitiert. Doch der junge Großstädter hört nicht auf die Ratschläge. So erreicht das Geschehen bald seinen dramatischen und mit tödlichen Lawinenabstürzen auch naturgewaltigen Höhepunkt: „Oben auf den Bergen ein Beben und Zittern. Bewegung, wo keine Bewegung sein sollte, ein langsames Loslassen, ein langsames Nachlassen, ein langsames Drängen abwärts, und dann ist kein Halten mehr, und alles stürzt brüllend in die Nacht.“ Ein Bauer kommt unter ungeklärten Umständen ums Leben, ein Stall brennt lichterloh und die jetzt auf das Dorf herabbrechenden Lawinen sind tödlicher als je zuvor. Für alles Unheil geben die Dörfler den Fremden aus Wien die Schuld. Zuletzt gerät Schreiber sogar unter Mordverdacht. Seite für Seite hält Gerhard Jäger den Leser mit seiner sprachgewaltigen Formulierungskunst und eindringlichen Beschreibung des dörflichen Lebens in mystischer, unheildrohender Stimmung: Der Leser fühlt sich gleich von zwei Seiten bedrängt - durch das bedrohliche Naturgeschehen, den stürmischen Winter, den Gefahr verheißenden Schneefall, die bittere Eiseskälte, die sich unheilvoll als Gefühlskälte auf die Dorfbewohner überträgt, und durch die Handlung, die in einem dramatischen Höhepunkt sich zuspitzt. Dieser Debütroman ist wirklich lesenswert, allein schon seine sprachliche Ausdruckskraft begeistert.

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Nepomurkss avatar

Rezension zu "Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod" von Gerhard Jäger

Ein großartiges Debüt des Autors!
Nepomurksvor einem Jahr

Gerhard Jäger legt meiner Meinung nach mit „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ ein fulminantes Debüt vor. Ein vom Verlauf her eher ruhiges Buch, das aber sprachlich zu überraschen vermag und inhaltlich einfach nur unglaublich bildhaft und atmosphärisch ist.

Ein 80-jähriger Mann in der Gegenwart. Ein abgelegenes Berg-Dorf in den frühen 1950er Jahren. Dazu ein vermeintliches Verbrechen in der Vergangenheit. Das sind die sehr reduzierten Themen dieses ausdrucksstarken und packenden Romans. In 2 wechselnden Zeitebenen werden 2 unterschiedliche, doch immerzu miteinander verbundene Erzählstränge skizziert. Man kommt schon zu Beginn gut in die Geschichte hinein und erhält einen ersten Vorgeschmack auf das Feingefühl des Autors. Jäger‘s Schreib- und Erzählstil sind sehr eingängig und mit einer wahnsinnig eindrücklichen und bildhaften Sprache versehen. Oftmals gibt es Spitzen mit sehr geradlinig abgestimmten, beinahe schwarzem Humor. Dem gegenüber steht eine bedrückende und düstere Szenerie und Stimmung. Gerhard Jäger versteht es, das abgelegene Bergdorf, seine Bewohner und die sich dort abspielenden Inhalte perfekt darzustellen und aufleben zu lassen. Er schafft nahezu nahtlos eine dichte, intensive Atmosphäre – lediglich stellenweise unterbrochen durch die gegenwärtigen Zwischenepisoden. Inhaltlich wirken die Protagonisten, sowie der Verlauf der Geschichte sehr authentisch, insbesondere durch die markanten anschaulichen Schilderungen.

Insgesamt fand ich den Roman extrem gelungen. Er verfügt meiner Meinung nach über die richtige Mischung aus besagtem feinen Humor, Spannung, szenischem Gefüge und Tiefgang. Sprachlich hat Gerhard Jäger mich eh sofort überzeugen können. Deshalb eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne.

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Gespräche aus der Community

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