All die Nacht über uns

von Gerhard Jäger 
5,0 Sterne bei3 Bewertungen
All die Nacht über uns
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Ein außergewöhnlicher Roman, dem ich viele Leser wünsche.

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Inhaltsangabe zu "All die Nacht über uns"

»All die Nacht über uns« ist auf der Shortlist für den Österreichischen Buchpreis 2018!

Die Chronik einer Nacht, die Chronik eines Lebens. Ein bestechender Roman über Schuld und Verlust, Flucht und Heimat, die Liebe und ihre Vergänglichkeit – dicht komponiert und packend erzählt.Ein Soldat allein auf dem Wachturm. Er bewacht eine Grenze, die unvermutet traurige Relevanz erhalten hat. Seine Gedanken wandern immer wieder zurück in der Zeit, zurück zu einem Leben voll Liebe und Glück, das jäh eine Kehrtwende erfahren und ihn gebrochen zurückgelassen hat. Die Nacht ist lang, da ist Regen, da ist Sturm, da ist Verzweiflung und Aufruhr und ein Gesicht auf der anderen Seite des Zaunes, ein Mann auf der Flucht – so wie der Soldat selbst …Hält der Grenzzaun, halten die inneren Dämme?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783711720641
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Picus Verlag
Erscheinungsdatum:27.08.2018

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    Sikalvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein außergewöhnlicher Roman, dem ich viele Leser wünsche.
    Ein außergewöhnlicher Roman

    Das Buch von Gerhard Jäger erzählt die Geschichte eines Soldaten, der auf einem Wachturm eine Grenze zu bewachen hat. In den Kapiteln wird jede einzelne Stunde beschrieben, Stunden voller Ängste, Trauer, Erinnerungen, … Begleitet von seiner Waffe, von der er sich beschützt fühlt – doch beschützt wovor? Erst mit der Zeit erfährt der Leser, dass es um Flüchtlingsströme geht, die man mit einem Zaun daran hindern will, die Grenze zu passieren. Bewacht von Soldaten mit Schießbefehl, die darauf warten, dass Menschen unerlaubt diese Grenze überschreiten wollen.

     

    Ebenfalls begleitet ihn ein Heft seiner Großmutter, die ursprünglich ebenfalls Flüchtling war und ihre Erinnerungen notierte, damit diese nicht in Vergessenheit geraten. So liest der Soldat über Flüchtlinge, die von Familien aufgenommen werden ebenso wie von solchen, die vergeblich an eine Tür klopfen. Er liest über Krieg und Vertreibung, grausame Bilder, die sich in Menschen einbrennen.

     

    „Ist es immer so, fragt er sich. Wenn irgendwo Menschen kommen, stellen die einen Teller auf die Tische und die anderen marschieren mit Transparenten. …, manche stehen mit Gewehren an der Grenze und warten auf Bäcker, Maurer, Hilfsarbeiter und Ingenieure.“

      

    Doch der Soldat hat auch mit seinen eigenen Erinnerungen zu kämpfen. Der Verlust seiner kleinen Familie betäubt sein Handeln, er verkriecht sich in Dunkelheit und Stille und trotzdem scheint die Nacht lang zu werden. So vergeht Stunde um Stunde, während es stürmt und regnet … Er versinkt in seinen Träumen und Erinnerungen, liest das Heft der Großmutter und hält Ausschau nach dem Unbekannten, dem Fremden, das nicht gewünscht wird.

     

    Für mich ist die Sprache das Besondere dieses Romans, der mich sehr beeindruckt hat. Die Großmutter, die mit wenigen Worten so vieles sagt, berührt sehr – ihr Erinnerungsheft soll den Enkel erinnern, wenn „sie kommen“.

    Ein Roman, der mich noch oft nachdenken lässt über Grenzen und Toleranzen, über Ängste und Eingeschränktheit, über das Glück, dass ich mit meiner Familie gemeinsam in einem Land wie Österreich leben darf.

     

    „Nicht jeder hat das Glück, dass ihm die Heimat bleibt.“ – schreibt Gerhard Jäger.

     

    Ein großartiger Roman, dem ich viele Leser wünsche. Gerne vergebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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    Liserons avatar
    Liseronvor 5 Tagen
    Tupenis avatar
    Tupenivor 3 Monaten

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