Gerhard Jäger Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

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Inhaltsangabe zu „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ von Gerhard Jäger

Ein sprachgewaltiger Roman über eine unerfüllte Liebe, einen ungeklärten Mord und eine spannende Spurensuche.
Im Herbst 1950 kommt der junge Wiener Historiker Max Schreiber in ein Tiroler Bergdorf, um einem alten Geheimnis auf den Grund zu gehen. Konfrontiert mit der archaischen Bergwelt und der misstrauischen Dorfgemeinschaft , fühlt er sich mehr und mehr isoliert. In seiner Einsamkeit verliert er sich in der Liebe zu einer jungen Frau, um die jedoch auch ein anderer wirbt. Als ein Bauer unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ein Stall lichterloh brennt und der Winter mit ungeheurer Wucht und tödlichen Lawinen über das Dorf hereinbricht, spitzt sich die Situation dramatisch zu. Schreiber gerät unter Mordverdacht und verschwindet spurlos – nur seine Aufzeichnungen bleiben zurück.
Mehr als ein halbes Jahrhundert später will ein alter Mann endlich die Wahrheit wissen. Von seinen eigenen Schatten verfolgt, begibt er sich auf Spurensuche in die Vergangenheit.
Raffiniert, voller Rhythmus und Poesie erzählt Gerhard Jäger von der Magie, aber auch von der Brutalität eines Ortes, der aus Raum und Zeit gefallen scheint.

Sprachlich sehr eindrucksvoll und bildhaft, dazu unglaublich atmosphärisch und packend. Ein großartiges Debüt des Autors!

— Nepomurks

Stellenweise sehr bedrückend, aber sprachlich ein voller Genuss!

— SomeBody

Wunderschöne Geschichte

— cat10367

Das Buch ist so bildlich geschrieben, dass man selber glaubt dabei zu sein. Die perfekte Lektüre für einen gemütlichen Sonntag.

— JessSpa81

Ich bin mit dem Stil des Buches nicht richtig warm geworden. Poetisch, aber auch sehr verschnörkelt. Das Ende hat mich etwas versöhnt.

— TanyBee

Mein bisheriges Jahreshighlight!

— germanbookishblog

Ein sehr tiefgehender Roman, der einem fesselnd. Die Sprache ist sehr schön, fast Poetisch.....

— Arietta

Jeder Satz ein Pinselstrich, der emotionsgeladene Bilder entstehen lässt. Poetisch und eindringlich. Für mich ein Lesehighlight!

— Gela_HK

Ein besonderer Roman, der mit seinem wunderbaren Schreibstil beeindruckt. Sehr gelungen!

— -nicole-

Fesselnder und poetischer Schreibstil - ein toller Debütroman

— Hexchen123

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Wieder ein wunderschöner Roman. Ich kann ihn sehr empfehlen.

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  • Ein großartiges Debüt des Autors!

    Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

    Nepomurks

    24. September 2017 um 23:49

    Gerhard Jäger legt meiner Meinung nach mit „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ ein fulminantes Debüt vor. Ein vom Verlauf her eher ruhiges Buch, das aber sprachlich zu überraschen vermag und inhaltlich einfach nur unglaublich bildhaft und atmosphärisch ist.Ein 80-jähriger Mann in der Gegenwart. Ein abgelegenes Berg-Dorf in den frühen 1950er Jahren. Dazu ein vermeintliches Verbrechen in der Vergangenheit. Das sind die sehr reduzierten Themen dieses ausdrucksstarken und packenden Romans. In 2 wechselnden Zeitebenen werden 2 unterschiedliche, doch immerzu miteinander verbundene Erzählstränge skizziert. Man kommt schon zu Beginn gut in die Geschichte hinein und erhält einen ersten Vorgeschmack auf das Feingefühl des Autors. Jäger‘s Schreib- und Erzählstil sind sehr eingängig und mit einer wahnsinnig eindrücklichen und bildhaften Sprache versehen. Oftmals gibt es Spitzen mit sehr geradlinig abgestimmten, beinahe schwarzem Humor. Dem gegenüber steht eine bedrückende und düstere Szenerie und Stimmung. Gerhard Jäger versteht es, das abgelegene Bergdorf, seine Bewohner und die sich dort abspielenden Inhalte perfekt darzustellen und aufleben zu lassen. Er schafft nahezu nahtlos eine dichte, intensive Atmosphäre – lediglich stellenweise unterbrochen durch die gegenwärtigen Zwischenepisoden. Inhaltlich wirken die Protagonisten, sowie der Verlauf der Geschichte sehr authentisch, insbesondere durch die markanten anschaulichen Schilderungen.Insgesamt fand ich den Roman extrem gelungen. Er verfügt meiner Meinung nach über die richtige Mischung aus besagtem feinen Humor, Spannung, szenischem Gefüge und Tiefgang. Sprachlich hat Gerhard Jäger mich eh sofort überzeugen können. Deshalb eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 20.10.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   259 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  691 Punkte Beust                                          ---   352 Punkte Bibliomania                               ---   233 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  444,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 285 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   154,5 Punkte Code-between-lines                ---  154 Punkte DieBerta                                    ---   ?  Punkteeilatan123                                 ---   80 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   216 Punkte Frenx51                                     ---  103 Punkte glanzente                                  ---   94 Punkte GrOtEsQuE                               ---   84 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   181 Punkte Hortensia13                             ---   148 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  191 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   135 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   88 Punkte Katykate                                  ---   121 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   145 Punkte Kuhni77                                   ---   129 Punkte KymLuca                                  ---   110 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   285 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   257 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  148 Punkte Nelebooks                               ---  245 Punkte niknak                                       ----  313 Punkte nordfrau                                   ---   143 Punkte PMelittaM                                 ---   242 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   132 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 76 PunkteSandkuchen                              ---   241 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   195 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   315 Punkte SomeBody                                ---   189,5 Punkte Sommerleser                           ---   215 Punkte StefanieFreigericht                  ---   236,5 Punkte tlow                                            ---   165 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   97 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   184 Punkte Yolande                                       --   189 Punkte

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    • 2500
  • Gut durchdacht, spannend, witzig - ein echter Klassiker!

    Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

    germanbookishblog

    02. August 2017 um 21:53

    Dieses Buch, dieses Buch. Was soll ich sagen? Dieses Buch war einfach der Hammer! Es ist mein bisheriges Jahreshighlight, womit ich gar nicht gerechnet habe, da ich dieses Buch vom Bloggerportal zugeschickt bekommen habe und ich den Blessing-Verlag vorher gar nicht kannte. Und nun das. Einfach nur der große Hammer!In dem Buch folgen wir zwei Männern. Herr Miller, ein amerikanischer Witwer, will wissen, wie damals Max Schreiber in einem kleinen Dorf in den Bergen umgekommen ist. Er reist nach Innsbruck, wo er sich in einem Archiv auf die Suche nach der Wahrheit hat, indem er in Schreiber's Skript von dem Buch, das er damals schrieb blättert. In diesem erzählt er seine eigene Geschichte.Und das ist auch der zweite Handlungsstrang, der den Großteil des Buchs einnimmt. Max Schreiber will unbedingt ein Buch schreiben. Um ein wenig Inspiration zu bekommen, fährt er in ein kleines Dorf in den Bergen und lernt dort die ganze Ortschaft kennen. Er will ein Teil von ihnen sein, und so packt er an, selbst bei einem der sträksten Schneestürme, die das Dorf je erlebt hat. Als dann noch die Lawinen mehrere Tode fordern, und das ganze Dorf in die Kirche evakuiert werden muss, wird die Sache langsam brenzlig. Vor allem, da er 'die Stumme' liebt. Leider ist Kühbauer auch in sie verliebt und als dieser erfährt, dass jener sie auch liebt, ist er ihm nicht ganz so wohl gesinnt wie vorher.Wo soll ich bloß anfangen? Das Buch habe ich beim Bloggerportal angefragt, da es sich ein wenig wie »Der Besuch der alten Dame« von Friedrich Dürrenmatt angehört hat. Und ich wurde nicht enttäuscht.Die Geschichte war so mega interessant. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Nicht nur der doppelte Handlungsstrang war klasse, das Feeling, Schnee, Berge, Misstrauen, wurde so gut über liefert, man dachte man wäre mittendrin. Einfach große Klasse. Am Ende sind beide Geschichten zusammen gelaufen und es gab eine Enthüllung, mit der ich nie und nimmer gerechnet hätte. Es war so gut gemacht!Die Charaktere waren sehr unterschiedlich und man ist bei den wichtigeren Charakteren in diese hin eingedrungen, was Vergangenheit und Emotionen betrifft, was mir mega gut gefallen hat. Alles in allem ein großartiges Werk. So gut durchdacht, so einfallsreich, so kreativ, so...ach, macht euch ein eigenes Bild! Eine sehr große Kaufempfehlung!

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  • Toller Debütroman mit kleinen Schwächen

    Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

    Fleur91

    23. March 2017 um 11:17

    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Es ist ein sehr ruhiger Roman, in dem es sehr um das Miteinander und das Zwischenmenschliche geht. Dennoch herrscht die ganze Zeit über eine unterschwellige Spannung, geknüpft mit einer tollen Atmosphäre, die einen spüren lässt, dass es bad eskalieren wird.Der Schreibstil hat mir grundsätzlich gefallen. Ich kam gut damit zurecht und kam auch im Buch gut voran. Allerdings bedient sich der Autor vieler Wiederholungen, die ich mit zunehmender Lesedauer etwas ermüdend fand. Leider kam mir ungefähr ab der Hälfte des Buches auch ein Gedanke, wie das Buch enden könnte. Und genau so ist es dann auch gekommen. Fand ich doch etwas schade. Alles in allem ein absolut toller und lesenswerter Roman, trotz kleiner Schwächen, der nur knapp an den 5 Sternen vorbeigeschrammt ist.

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  • Ein Buch für Leser, die eine schöne Sprache lieben

    Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

    Federfee

    17. February 2017 um 12:02

    "Noch immer sind keine Berge zu sehen. Noch immer hängen graue Tücher über der Stadt. Noch immer glitzern die Straßen, nass von Regentropfen, …" (165)    Doch der 80-Jährige, eigens aus Amerika nach Innsbruck gereiste Mr Miller ist nicht wegen der Berge gekommen, sondern weil er das Schicksal seines Cousins aufklären will, der vor über 50 Jahren in einem abgelegenen Bergdorf spurlos verschwand. Dazu vertieft er sich im Landesarchiv in dessen Aufzeichnungen, die ihn offensichtlich sehr mitnehmen. Von Anfang an klingt durch, dass Miller eine Art Mission hat, dass er etwas Bestimmtes vorhat, nachdem er das Buch seines Cousins gelesen hat.    Der 25-jährige Historiker Max Schreiber flüchtete aus Wien in ein einsames Bergdorf, angeblich, weil er zur Hexenproblematik recherchieren und ein Buch dazu schreiben wollte, aber vermutlicherweise auch, weil seine Freundin ihn verlassen hatte. In dem einsamen Bergdorf schlug ihm anfangs Misstrauen und Ablehnung entgegen und auch mit dem Schreiben klappte es nicht. Schließlich legt sich seine Schreibblockade und die Worte flossen nur so aus ihm heraus:    "… und schon gießt er die Bilder, die aus seinem Inneren aufsteigen, in die Buchstabenformen, lässt sie zu Worten erstarren, ordnet sie zu Sätzen, zu Skizzen, zu Gedanken, zu Gefühlen, …" (116)    Aber dann brach das Unglück über das Dorf herein, persönliche tragische Vorkommnisse, aber auch die Gewalt der Natur in Form von Lawinen. Das Ganze wirkt so archaisch, so aus der Zeit gefallen, dass ich mir immer wieder klar machen musste, dass die Geschichte 1950/51 spielt, im sogenannten Lawinenwinter. Und am Ende ist Max verschwunden; nur seine Aufzeichnungen sind geblieben, in die sich Mr Miller tagelang vertieft.    Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, den Vorfällen rund um Max und Rückblicke in Mr Millers Leben mit seiner inzwischen verstorbenen Frau, Rosalind. Auch hier gibt es ein Geheimnis und am Ende eine kleine Überraschung.    Das Buch, das ich anfangs ein wenig langweilig fand – ich muss mich anscheinend immer erst einlesen – zog mich zunehmend in seinen Bann, nicht nur wegen der steigenden Dramatik, nicht nur, weil Unheil drohte, sondern vor allem wegen der wortgewaltigen poetischen Sprache, faszinierend in ihrer Treffsicherheit und Bildhaftigkeit.    "… und das Jahr endet, nicht aber Gelächter, Geschrei und Musik, das alles füllt die ersten Stunden des neuen Jahres, als ob die Menschen damit das alte und das neue Jahr aneinanderketten möchten, um den Fluss der Zeit nicht zu unterbrechen." (186)    "Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Berge den Strahlen den Weg verstellen, den glitzernden Schmuck vom Dorf und vom Feld nehmen, bis alles in ein Halbdunkel getaucht ist, die Vorbereitung für die Nacht, für die lange Nacht." (192)

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  • Die Suche nach der Wahrheit

    Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

    Arietta

    11. February 2017 um 16:57

    Es ist mein erster Roman von dem Autor Gerhard Jäger. Er wurde mir empfohlen, ich war erst sehr skeptisch, ist dieses Thema doch nicht mein Genre. Aber als ich zu lesen anfing war ich angenehm überrascht, und mein Lesegenuss steigerte sich von Seite zu Seite. Der Spannungsaufbau und Anspruch ist sehr hoch, ein Intelligenter Roman, der einem zum grübeln und zweifeln der Protagonisten angeregt, man muss sich mit ihnen auseinander setzen. Er bedient sich einer sehr klaren, wortgewaltigen und Bildhaften Sprache und doch hat es Poetische Anklänge. Sehr gut sind die einzelnen Protagonisten beschrieben, ihre Verzweiflung, diese unerfüllte Liebe zu Maria. Das schreckliche Lawinenunglück ist detailliert beschrieben, das man das Gefühl hatte dabei zu sein. Der Schreibstil ist fließend und mitreißend, er entführt den Leser in eine andere Welt. Ich bin begeistert von dem Buch ….. Wunder schön sind die Zwei Zeitebenen von John Miller um 2000 in Amerika und Max Schreiber in den Tiroler Bergen 1950 verknüpft . John Miller möchte den Fall um seinen spurlos verschwundenen Cousin unbedingt aufklären, den man eines Mordes an der jungem Maria damals bezichtigte. Er fliegt nach Wien, um im Archiv nach alten Unterlagen über Max zu stöbern und die Wahrheit ans Licht bringen, es ist seine letzte und einzige Chance. Hier im Archiv begeben wir uns auf die Zeitreise vom Max Schreiber, der 1950 aufbrach um in den Tiroler Bergen in einem abgelegen Dorf über einen Brand , bei dem die als Hexe verschriene Katharina Schwarz zu schreiben. Man spürt das Misstrauen der Dörfler dem Fremden gegenüber, einen nicht dazugehörigen. Der einen alten Fall aufrollen willen und seine Nase in Dinge steckt, die ihn nichts angehen. Man hatte beim Lesen das Gefühl, die Dörfler sind im Mittelalter stecken geblieben, dieser Aberglaube, wenn etwas passiert und es passiert einiges, ein Brand, ein Toter der viele Schnee. Da ist noch die Stumme Maria, um die sich auch noch so einiges an Gerüchten rankt, ausgerechnet in diese Frau verliebt sich Max, aber da ist noch der Bauernsohn Gerorg Kühbauer der ebenfalls Maria liebt. Die beiden werden zu erbitterten Rivalen, als ob dies nicht reichte versinkt das Dorf im Schnee, Lawinen gehen herab, verschütten das halbe Dorf und fordern viele unschuldige Opfer, das alles ist sehr beklemmend und real dargestellt. Aber für Max endet es noch dramatischer, seine Liebe zu Maria bleibt unerfüllt, er findet sie Tod im Schnee, heimtückisch erstochen. Der Verdacht fällt unwillkürlich auf Max, er flieht bei Nacht und Nebel durch die gewaltigen Schneemassen, und bleibt verschollen. Die Frage bleibt offen wo ist Max, ist er Tod, war er doch der Mörder?..........

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    • 2
  • Eindrucksvolles und naturgewaltiges Drama

    Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

    Gela_HK

    10. February 2017 um 12:53

    "Es gibt Momente, Orte, die dir Angst machen. Du weißt, dass da etwas ist, das auf dich wartet, gesichtslos, namenlos, jenseits aller Begriffe, jenseits aller Konturen, und doch, es ist da, du spürst es, und du weißt nur eines: Es ist nichts Gutes." Zum Schreiben hat sich der junge Historiker Max Schreiber 1950 in ein Tiroler Bergdorf zurückgezogen. Einsam ist es hier und die Dorfbewohner voller Misstrauen dem Fremden gegenüber, denn er rüttelt an alten Geheimnissen. Er fühlt sich hingezogen zu einer jungen Frau, doch da ist noch der Kühbauer, der schon lange um Maria wirbt. Jemand stirbt und ein Stall brennt, aber zur Klärung bleibt keine Zeit, denn die Lawinen bedrohen das Dorf und alle bangen um ihr Leben. Fast 60 Jahre später fliegt der achtzigjährige John Miller von Amerika nach Innsbruck, um Recherchen über einen Mörder, seinen Cousin, durchzuführen. Der Schreibstil erinnert an ein Gemälde. Jeder Satz ein Pinselstrich, der emotionsgeladene Bilder entstehen lässt. Gerhard Jäger hat einen besonderen Sprachrhythmus, der fesselt und besondere Gefühle heraufbeschwört. Verschiedene Zeit- und Erzählebenen, lange verschachtelte Sätze, die sich erstaunlich gut lesen lassen und akzentuierte Wiederholungen einzelner Sequenzen, zeichnen den Stil aus. "...aus seinem Mund kommen Berge und Hügel, Gipfel und Grate, Wälder und Schluchten, Wege und Pfade, ein paar rot glühende Sonnenstrahlen wie Farbtupfer auf die Bergspitzen gesetzt, zimmern weitere Buchstaben die kleine Alm, die in einer Senke an einer steilen Bergflanke vor den wütenden Winden des Hochgebirges Schutz sucht und Schutz bietet, seit vielen, vielen Jahren, all den Hirten, die die Sommer hier verbringen, hier, bei den Kühen, die die Hänge und die wenigen Ebenen abweiden, ruhig und bedächtig, denn es ist ein friedliches Leben." Es liegt von Anfang an eine spürbare Spannung in der Luft. Ein Fremder, der in die abgeschnittene harte Welt des kleinen Bergdorfes eindringt. Man sieht förmlich, wie Max Schreiber argwöhnisch beobachtet, jeder Schritt und jedes Wort kritisch bewertet wird. Sagen, Mythen und Aberglaube spielen hier eine große Rolle. Unbewusst schürt Max den Unwillen der Dörfler, als er sich für die stumme Marie interessiert. Sein anfänglich als Roman geplantes Buch wird immer mehr zu einem Tagebuch, dessen Form sich von der Ich-Erzählung zur Betrachtung wandelt und seine Unruhe, Verlorenheit und Ängste widerspiegelt. Dann kommt der Winter, so kalt, brutal und unberechenbar, dass man beim Lesen eine Gänsehaut bekommt. Vom geschichtlichen Lawinenwinter 1951 hatte ich vorher noch nichts gelesen und wurde von der unfassbaren Wucht der Lawinen sprichwörtlich mitgerissen. Man kämpft gegen die Schneemassen, die die Häuser einstürzen lassen und am Ende nur noch ums nackte Überleben. Zusammengedrängt in der Kirche hört man das Donnern der ins Tal krachenden alles zermalmenden weißen Flut. Viele kommen darin um, werden vermisst, so auch Max Schreiber. Nur sein Manuskript taucht später wieder auf. Hier setzt die Rahmenhandlung ein. Im Jahr 2006 fliegt der achtzigjährige Amerikaner John Miller nach Österreich, um am spürbaren Ende seines Lebens der Spur eines Mörders zu folgen. Im Innsbrucker Landesarchiv liest er das Manuskript von Max Schreiber, taucht in dessen Geschichte ein und lässt den Leser am Geschehen teilhaben. Eigene Erinnerungen führen ihn immer wieder fort in die Vergangenheit, wecken Gefühle und Sehnsüchte nach seiner verstorbenen Frau Rosalind: "...Rosalind über eine Kiste mit Büchern gebeugt, Rosalind mit einem alten Schmöker am Fenster sitzend, Rosalind in einer angeregten Diskussion mit einem Kunden, Rosalind die mir mit einem triumphierenden Blick ein seltenes Exemplar reicht, Rosalind, Rosalind." Das Lesen wühlt den alten Herren sichtlich auf und man bangt um dessen Gesundheit. Nach und nach wird ersichtlich, dass auch seine Lebensgeschichte ein Geheimnis birgt, welches bis zum Schluss verborgen bleibt. Mich hat dieser Roman mit seiner poetisch eindringlichen Art schlicht und einfach begeistert. Ein absolut empfehlenswertes Lesehighlight.

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    • 2
  • Ein Roman, der mit seinem besonderen Schreibstil beeindruckt.

    Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

    -nicole-

    29. January 2017 um 12:25

    Auf der Suche nach der Wahrheit... Im Herbst des Jahres 1950 reist der junge Historiker Max Schreiber aus seiner Heimatstadt Wien in ein kleines Tiroler Bergdorf, um mehr über ein mysteriöses Verbrechen zu erfahren, das sich Mitte des 19. Jahrhunderts dort ereignet hat. Als Max, der den ganzen Winter dort verbringen will, sich bei den Dorfbewohnern umhört, stößt er auf Misstrauen und Ablehnung. Irritiert von dem Verhalten zieht sich der 25-jährige immer mehr zurück, konfrontiert mit der Abgeschiedenheit der Berge. Einzig eine stumme junge Frau erweckt seine Aufmerksamkeit... Doch eines Tages überschlagen sich die Ereignisse: Es gibt einen seltsamen Todesfall, eine Scheune brennt bis auf die Grundmauern nieder und der Winter hält Einzug - in diesem Jahr mit einer unglaublichen Wucht. Mit den Schneemassen brechen tödliche Lawinen über das Dorf herein. Doch damit nicht genug: Max Schreiber gerät unter Mordverdacht und plötzlich fehlt jede Spur von ihm. Über fünfzig Jahre später reist ein älterer Mann in die Gegend mit dem Ziel, die Wahrheit herauszufinden. Was ist damals, als der Winter mit aller Macht kam, wirklich passiert? Die Spurensuche beginnt... "Es gibt Momente, Orte, die dir Angst machen. Du weißt, dass da etwas ist, das auf dich wartet, gesichtslos, namenlos, jenseits aller Begriffe, jenseits aller Konturen, und doch, es ist da, du spürst es, und du weißt nur eines: Es ist nichts Gutes." - Seite 20 Dieses Buch hat mir mit seinem beeindruckendem Erzählstil sehr gefallen! Es ist eine Mischung aus Krimi, einer kleinen Liebesgeschichte und einem großen Drama - alles angesiedelt in einem kleinen Tiroler Bergdorf. Vor einem beeindruckendem Bergpanorama spielt sich eine Geschichte ab, die sich langsam dramatisch zuspitzt - die unerwarteten Schneemassen spielen dabei eine traurige Rolle... Die Handlung hat zwei Erzählebenen: Zuerst lernen wir den älteren Mann Mr. Miller kennen, der zu einer Reise aus den USA nach Innsbruck aufbricht, mit der Hoffnung, dort die Wahrheit zu finden: Anfang der fünfziger Jahre verschwand ein Verwandter spurlos. Dabei wird er immer wieder von Erinnerungen eingeholt. Dann geht es in die Vergangenheit, ins Jahr 1950, als sich der Wiener Historiker Max Schreiber in ein abgeschiedenes Bergdorf aufmacht, um dort nach einem Verbrechen zu forschen, dass ein Jahrhundert zurückliegt. Doch mit dem, was er in diesem Winter erlebt, hat er nicht gerechnet... Die regelmäßigen Wechsel der beiden Ebenen sind sehr gut aufeinander abgestimmt, nach und nach kommt alles ans Licht. Dieses Buch sticht vor allem mit einem heraus: Dem bildgewaltigen, großartigem Erzählstil. Sehr detailreich und mit einer poetischen Note schildert der Autor hier die Atmosphäre des kleinen Dorfes und des Winters, dessen Idylle trügt. Gerade die Momente, als der Schnee alles einhüllt, sind sehr aussagekräftig. Doch neben den Schauplätzen gibt es auch eine sehr spannende Handlung, die einiges zu bieten hat. Die Sätze sind oft verschachtelt und lang - aber gerade das macht diesen leicht poetischen Schreibstil aus. Das Cover -ganz in Weiß gehalten mit einer einsamen Gestalt, die durch den Schnee stapft- ist, genau wie der Titel, sehr gut auf den Inhalt abgestimmt. "Und er blickt zurück zum Dorf, alles liegt unter einer dicken weißen Schneedecke, auf der die Sonne blinkt, fast schon meterhoch die Schneewände auf den Seiten der freigeschaufelten Straßen, Gassen und Wege, eine idyllische Szene, eine friedliche Szene, die nichts verrät von den Leichen, die im Keller liegen, und Schatten, die nachts ihrer Wege gehen." -Seite 249 Mein Fazit: Ein beeindruckendes Buch, dass mit seiner wunderbaren Erzählweise überzeugt. Ein detailreich geschildertes Winterpanorama, hinter dem sich eine tödliche Gefahr verbirgt. Dazu gibt es noch eine packende Handlung, die einerseits sehr spannend ist, andererseits aber -aufgrund der Katastrophe- auch berührend und traurig ist. Es gibt ausgewählte Momentaufnahmen, in denen man die Hauptcharaktere sehr gut kennen lernt - ihr Denken und Handeln wird bis in kleinste Detail beschrieben. Alles ist sehr gut aufeinander abgestimmt. Ein sehr gelungener Roman - anders, besonders und sehr lesenswert!

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  • Ein klasse Debütroman vor der Kulisse eines Tiroler Bergdorfs

    Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

    Hexchen123

    17. January 2017 um 16:08

    Der heute 80-jährige John Miller begibt sich auf Spurensuche. Sein Cousin Max Schreiber ist 1951 spurlos verschwunden. Schreiber wollte damals über eine Geschichte der Katharina Schwarzmann recherchieren, welche als Hexe beschimpft wurde und in ihrem eigenen Haus verbrannt ist. Das kleine Dorf ist jedoch nicht begeistert, dass Max Schreiber die Vergangenheit neu aufrollen wollte und bringt ihm deshalb nur Misstrauen und Feindseeligkeit entgegen. Die Gerüchteküche brodelt heftig und Schreiber zieht sich immer mehr zurück. Bis er eines Tages der stummen Maria begegnet, sich in sie verliebt und die ganze Situation noch mehr zu eskalieren drohte.„Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ ist ein sprachgewaltiger Roman welcher vor den Kulissen eines malerischen Bergdorfes spielt. Die Winter sind kalt, karg und bringen so manch tödliche Lawinen ins rollen. Die damalige Zeit ist geprägt von Entbehrung und Aberglaube, das Misstrauen gegenüber Fremden groß. Der Autor schafft es mit seiner poetischen Sprache das Gefühl der Kälte, der Wärme und der Gewalten zu vermitteln. Man taucht ab in das Bergdorf und lauscht den alten Geschichten und beschäftigt sich noch lange nach Beenden des Buches mit dieser düsteren Geschichte. Sie hinterlässt ein bedrückendes Gefühl, fast schon wie eine Lawine.An manchen Stellen ist die Story etwas langwierig und ausholend, jedoch sind dies nur kleine Stolperstellen in dieser wortreichen Erzählung.FazitDas Buch ist unbedingt lesenswert. Ein bisschen Krimi, ein bisschen Aufleben in der alten Zeit und ein bisschen anspruchsvoll. Es ist der Debütroman von Gerhard Jäger und den hat er mehr als gut auf Papier gebracht.

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  • Reise in die Vergangenheit

    Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

    serendipity3012

    28. November 2016 um 17:23

    Reise in die Vergangenheit „Und jetzt fährt dieser Winter mit seiner eisigen Hand in diesen Teil des Dorfes hinein, der doch so weit weg ist von den steilen Hängen.“ S. 324John Miller ist ein alter Mann um die 80, der vor vielen Jahren von Österreich aus in die USA emigriert ist und dort ein zufriedenes Leben mit seiner Frau Rosalind hatte. 12 Jahre ist es inzwischen her, seit sie starb. Nun entschließt Miller sich, eine letzte Reise in die alte Heimat zu unternehmen. Eine Woche wird er in Tirol verbringen, wo in den 50er Jahren sein Cousin Max Schreiber unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Schreiber war Historiker, lebte zuvor in Wien und kam in ein kleines Tiroler Bergdorf, um dort eine alte Geschichte aus dem 19. Jahrhundert zu recherchieren, als eine Frau unter mysteriösen Umständen starb. Es ist sein Schreibers Manuskript, das Miller liest. Schreiber wird zunächst misstrauisch beäugt. Als Akademiker, der noch dazu in den alten Geschichten des Dorfs wühlen will, ist er den Einwohnern ein Dorn im Auge. Es dauert seine Zeit, bis es ihm dann doch gelingt, Zugang zu finden, Bekanntschaften zu schließen, die vielleicht auch im ein oder anderen Fall zu einer Freundschaft hätten werden können. Doch die Dinge ändern sich, als eine junge, stumme Frau ins Spiel kommt, von der Schreiber fasziniert ist. Schließlich bricht der Winter mit voller Wucht über das Dorf herein und keiner weiß, wie gefährlich die Lage wirklich ist.In Gerhard Jägers Roman „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ sind die Kapitel, die Schreibers Manuskript umfasst, mit eben diesen Worten überschrieben. Das ist schlüssig und passend. Der Titel verspricht Dramatik, und die hat die Geschichte auch zu bieten. Zwischen den einzelnen Kapiteln des Manuskripts, das der Leser mit dem alten John Miller mitliest, finden sich die Schilderungen des Alten, sowohl zu seiner Recherchereise, auf der er sich gerade befindet, als auch zu Erinnerungen an seine verstorbene Frau. Vor allem in den Romanpassagen des Manuskripts ist die Sprache sehr bildreich und ausschmückend, sind die Sätze lang und verschachtelt, dabei ist Jägers Stil aber auch sehr pointiert und durchdacht – jedes Wort sitzt an der richtigen Stelle. Im Laufe der Geschichte aber, vor allem in der zweiten Hälfte des Romans, geraten diese Ausschmückungen oftmals ein wenig zu lang. Um etwas zu betonen, wird es hier gern in anderen Worten wiederholt. Das kann bekräftigend wirken, den Leser aber auch ungeduldig machen, der doch gerade, wenn die Geschichte an Fahrt aufnimmt, wissen möchte, wie es weitergeht.Was Jäger sehr gut gelingt, ist die Abbildung des Dorfes in den 50er Jahren: Die Atmosphäre dort, die einfachen Menschen, die mit den Händen arbeiten, die Gemeinschaft, in der es ungeschriebene Regeln und Gesetze gibt, die Schreiber, der Außenseiter, erst lernen muss. Schreiber, der ein „Studierter“ ist, was den Menschen im Dorf erst einmal höchst suspekt ist. Und über den natürlich viel geredet wird, ab dem Moment, in dem sich herumspricht, dass er da ist. Insgesamt lässt Jäger uns in eine archaische Welt hineinblicken.Vor allem ist der Roman eine Charakterstudie des jungen Schreibers, die dieser in seinem Manuskript selbst abgibt. Einerseits ist diese Selbstreflexion und die scharfsinnige Analyse seiner selbst fesselnd zu lesen, andererseits ist es auch hier so, dass der junge Mann sich oftmals wiederholt. Der Lesefluss gerät so immer wieder ins Stocken.„Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ ist ein Roman, auf dessen Tempo man sich einlassen muss. Wer mit einem ausufernden, durchaus auch poetischen Stil Probleme hat, wird an der Geschichte wohl keine Freude finden. Ich war bei der Lektüre hin- und hergerissen. Einerseits hat mir der Stil Jägers sehr gefallen, andererseits empfand ich gerade in der zweiten Hälfte des Romans deutliche Redundanzen. Zudem gelingt ihm nicht jede Wendung schlüssig und glaubwürdig.Gerhard Jägers Roman ist eine Reise in eine andere Zeit und eine andere Welt. Über die Suche eines Mannes gegen Ende seines Lebens nach einer alten Wahrheit. Ein eindringlicher Blick in eine archaische Welt und eine gut geschriebene, atmosphärische Geschichte mit kleinen Mängeln.

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    • 4
  • Ein unglaublich fesselnder und poetischer Schreibstil

    Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

    Maerchenfee

    05. November 2016 um 16:16

    Mit achtzig Jahren reist der Amerikaner John Miller nach Innsbruck und möchte das Schicksal, seines Cousins Max Schreiber aufklären, der dort 1951 spurlos verschwunden ist und als Mörder gebrandmarkt war. Der Historiker Dr. Max Schreiber befand sich 1950/51 ins Innsbruck, um ein Buch über die Hexe Katharina Schwarzmann zu schreiben, die vor über hundert Jahren in ihrem Haus verbrannte. Sie hätte sich mit Sicherheit noch retten können, wenn ihre Mitmenschen dies zugelassen hätten. Man konnte es den Einwohnern nicht mal verübeln, war dies doch eine Zeit, wo der Aberglaube noch viel galt. Den Einwohnern war das natürlich gar nicht recht, dass dieser Fall wieder aufgerührt werden soll und standen Max Schreiber daher mit großem Mißtrauen gegenüber. Als er sich dann auch noch ausgerechnet in die Frau verliebt, die Georg Kühbauer `s große Liebe ist droht alles zu eskalieren. Mit Sicherheit finde ich gar nicht die richtigen Worte um diesem tollen Buch gerecht zu werden. Gerhard Jäger hat einen unglaublich tollen und poetischen Schreibstil, der mich viele Textpassagen zwei- und dreimal lesen ließ, weil ich mir die schönen Worte so richtig auf der Zunge zergehen lassen wollte. Die Grundstimmung ist zwar sehr düster und ruhig, trotzdem herrscht aber ständig eine unterschwellige Spannung. Der Leser weiß ja mehr als die Protagonisten. Der Leser weiß, dass Max sich ausgerechnet in die Frau verliebt, der Georg schon immer zugetan war. Und das ausgerechnet dann, als er es endlich schafft durch Georgs Freundschaft von den Einwohnern akzeptiert zu werden. Jetzt fragt man sich natürlich wann und wie kommt es auf und was passiert dann? Der Leser weiß auch, dass die Geschichte nur tragisch enden kann. Wir haben ja den Schnee, das Feuer, die Schuld und den Tod. Genauso ist das Buch auch aufgebaut. Dadurch steigert sich der Spannungsbogen ständig, weil man ständig mit dem schlimmsten rechnet. Was dann auch wirklich eintrifft. Mich konnte die Geschichte, die abwechselnd aus dem Leben von John Miller und Max Schreiber erzählt wird absolut begeistern und kommt daher auf meine Jahresbestenliste. Wenn es nicht sogar das beste Buch war, dass ich in diesem Jahr gelesen habe. Ich war von der Geschichte so gefesselt, als ob ich selbst dabei wäre, konnte die Spannung fühlen, den Hass gegenüber Max Schreiber, den Aberglauben, die Lawinenangst. Das Buch wäre sicher auch als Film ein Bestseller und erhält daher von mir 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung.

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  • Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

    Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

    twentytwo

    04. November 2016 um 12:12

    John Miller, der als junger Mann nach USA ausgewandert ist, kehrt im Alter in seine Heimat zurück. Allzu lange wird er nicht mehr zu leben haben, umso wichtiger wird es für ihn, sich endlich Gewissheit darüber zu verschaffen, was damals wirklich geschehen ist …Man schreibt das Jahr 1950, als der junge Max Schreiber in einem Tiroler Bergdorf aus dem Bus steigt. Schon von Anfang an begegnet man ihm dort mit Mißtrauen. Ein Fremder im Dorf und ein Studierter obendrein, das kann nicht gut gehen. Trotzdem gelingt es ihm sich nach und nach Achtung bei den Einwohnern zu verschaffen. Doch die kurze Phase der Entspannung ist schnell vorbei, nachdem er erneut die ungeschriebenen Grenzen überschreitet und wenig später überschlagen sich die Ereignisse. Während sich der Winter, in einem bisher noch nie erlebten Maß, austobt und keiner mehr weiß, wie er auf die katastrophalen Verhältnisse reagieren soll, kommt es zu einem Mord. Und Schreiber, der danach wie vom Erdboden verschluckt ist, wird zum Mörder erklärt und die Akten geschlossen.FazitEin sehr beeindruckender und stimmungsvoller Roman, der die eigentümliche Atmosphäre eines abgelegenen Bergdorfs aus Sicht eines Gasts schildert, der ungewollt in die Dorfgeschichte hineingezogen wird.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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