Gerhard J. Rekel

 4,2 Sterne bei 56 Bewertungen
Autor von Der Duft des Kaffees, Monsieur Orient-Express und weiteren Büchern.
Autorenbild von Gerhard J. Rekel (© privat / Quelle: Styria Books)

Lebenslauf

1965 in Graz geboren. Filmakademie Wien. Danach ausgedehnte Studienreisen durch China, Indien und Südamerika. Für meine erste Filmkomödie TRAUMA durfte ich mich neben einer British-Academy-Nomination über zahlreiche internationale Auszeichnungen freuen. Aus meiner Feder stammen Drehbücher zu erfolgreichen TV-Reihen wie „Tatort“, „Universum“ und „Terra X“. Drei Romane sind erschienen, zuletzt als dtv-premium „Der Duft des Kaffees“. Ich lebe in Berlin, habe aber noch einen Koffer in Wien. Seit 2006 bin ich auch Gastdozent an der Donau-Universität Krems. Ich liebe das Spiel mit Wor­ten, Sze­nen, Emo­tio­nen, ins­be­son­de­re wenn sie au­then­tisch sind.

Alle Bücher von Gerhard J. Rekel

Cover des Buches Monsieur Orient-Express (ISBN: 9783218013055)

Monsieur Orient-Express

(14)
Erschienen am 03.10.2022
Cover des Buches Der Duft des Kaffees (ISBN: 9783423437509)

Der Duft des Kaffees

(17)
Erschienen am 11.01.2023
Cover des Buches Die chinesische Dame (ISBN: 9783222134135)

Die chinesische Dame

(8)
Erschienen am 23.08.2013
Cover des Buches Lina Morgenstern (ISBN: 9783218014663)

Lina Morgenstern

(7)
Erschienen am 14.05.2025
Cover des Buches Mona Lisas dunkles Lächeln (ISBN: 9783222134470)

Mona Lisas dunkles Lächeln

(8)
Erschienen am 18.04.2014
Cover des Buches Der Gott des Geldes (ISBN: 9783903091467)

Der Gott des Geldes

(2)
Erschienen am 01.09.2018

Neue Rezensionen zu Gerhard J. Rekel

Cover des Buches Lina Morgenstern (ISBN: 9783218014663)
Andrea-Karminrots avatar

Rezension zu "Lina Morgenstern" von Gerhard J. Rekel

Andrea-Karminrot
Linas Geschichte

Lina Morgenstern war die Erfinderin der Suppenküchen, eine Urheberin der Kindergärten und eine der ersten Frauenrechtlerinnen in Berlin. Der Autor und Filmemacher Gerhard J. Rekel hat eine lesenswerte Biografie über die kleine, quirlige Frau geschrieben. 


… Wir Frauen brauchen nicht Gnade, sondern Gerechtigkeit! …


Seite 197

Sie wurde 1830 als Lina Bauer in Breslau geboren. Lina heiratete 1854 Theodor Morgenstern und zog mit ihm nach Berlin. Nachdem Theodor als Kaufmann sein Betrieb in den Sand gesetzt hatte, musste Lina einen Weg finden, die größer gewordenen Familie satt zu bekommen. Sie war schon immer ein Mensch, der mit offenen Augen durch die Welt lief und Ungerechtigkeiten sah. Dazu hatte sie ein Talent. Und sie konnte Geschichten schreiben. Dieses Talent nutzte sie erst einmal Bücher zu schreiben, um die Familie zu unterstützen. Lina sah außerdem, wie schlecht sich die Menschen der aufblühenden Stadt Berlin sich ernährten. Die Frauen hatten weder die Zeit noch das nötige Geld, um die Familien satt zu bekommen. Da hatte Lina Morgenstern die Idee, eine Suppenküche ins Leben zu rufen. Gemeinnützig sollte sie sein und eine warme ausgewogenen Mahlzeit, nur mit kleinen Groschen zu bezahlen. Aber eine Frau als Vorsitzende, das ging in dieser Zeit schon gar nicht! Die kleine Frau stieß immer wieder auf Widerstände. Nur Männer dürfen Vorsitzende oder Betreiber sein. Frau ist für eine solche Verantwortung gar nicht geschaffen!  

Sie fand einen Weg und überwand die Hindernisse. Sie ignorierte den aufflammenden Antisemitismus. Genauso fand sie Wege, um die ersten Kindergärten ins Leben zu rufen. Gärten, in denen Kinder wie Pflanzen erwachsen können. Sie gründete eine Lehranstalt für Kindergärtnerinnen nach dem Vorbild von Fröbel. Lina kämpfte nebenbei um das Leben der Soldaten, die aus dem Deutsch-Französischen Krieg, 1870 zurückkamen, … Zudem war Lina Morgenstern die Herausgeberin einer Hausfrauenzeitung und hat unglaublich viele Bücher veröffentlicht. Neben all diesen Tätigkeiten hatte sie fünf Kinder großzuziehen. Hätte sie einen anderen Mann als Theodor an ihrer Seite gehabt, der sie in allem sehr unterstützt haben muss, dann wäre sie nicht so erfolgreich gewesen.

Linas Geschichte

Linas Geschichte wird von dem Autor Gerhard J. Rekel sachlich und doch spannend erzählt. Die Seiten lesen sich schnell und immer wieder staune ich wie viel, die kleine Frau alles geleistet hat und welche Anfeindungen sie aushalten musste, um immer wieder noch mehr zu leisten. Ich wusste gar nicht, dass es 1898 einen internationalen Kongress für Frauenwerke und Frauenbestrebungen im Roten Rathaus in Berlin gab. Clara Zetkin war nicht gerade begeistert über Lina Morgenstern und immer wieder hat sie mit Lina gestritten. Rekel beschreibt das Leben von Lina Morgenstern sehr angenehm und man liest gerne über die Erfolge dieser ungewöhnlichen Frau.

In dem Buch findet man auch einige von Lina veröffentlichten Rezepte aus ihrer Suppenküche und eine Liste ihrer veröffentlichten Bücher. Lina ist in einer turbulenten Zeit groß und bekannt geworden. Berlin und Deutschland kann stolz sein, eine solche patente Frau gehabt zu haben. Schade, dass man so wenig von ihr in unserer Stadt findet. Immerhin betrieb sie 17 Suppenküchen in unserer Stadt Berlin, die in vielen anderen Städten sogar kopiert wurden. 

Dieses Buch bekommt von Rubi und mir 🐭🐭🐭🐭 Eine spannende Biografie über eine ungewöhnliche Frau. Einer Vorreiterin der Emanzipation, sozial und unerschrocken. Besonders schön fand ich, dass man im ganzen Buch Bilder mit und um Lina Morgenstern finden kann. So bekommt diese Biografie etwas Besonderes.
Der Autor Gerhard J. Rekel hat Spaß an präzisen Recherchen. Es ist wohl die Freude am Finden und Erfinden von ambivalenten Charakteren und dramatischen Konstellationen, die seine Bücher lesenswert machen oder seine Filme und Dokumentationen sehenswert.


Cover des Buches Lina Morgenstern (ISBN: 9783218014663)
sofies avatar

Rezension zu "Lina Morgenstern" von Gerhard J. Rekel

sofie
Eine beeindruckende Frau


"Unentwegt arbeitete Lina an ihren Büchern und Projekten, während Theodor sich um Kinder und Haushalt kümmerte - was dem jungen Ehemann einiges abverlangte, denn zahlreiche Zeitgenossen verspotteten ihn als „Schwächling"." S. 54 

Lina Morgenstern war eine beeindruckende Frau. Doch trotz ihrer vielen Unternehmungen, Projekte und Erfolge im Sinne der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts gehört sie heute nicht unbedingt zu den großen Namen ebendieser Bewegung. Von Louise Otto-Peters oder Auguste Schmidt oder natürlich Anita Augspurg sowie Bertha von Suttner hat man da schon eher etwas gehört. Umso wichtiger ist die neue Biografie von Gerhard J. Rekel, die sich umfassend mit Lina Morgensterns Leben und vor allem ihren Leistungen auseinandersetzt.  

Geboren wurde sie 1830 in Breslau in eine jüdische Familie, die ihre Bildungsambitionen teilweise unterstützte. Aus Liebe – damals nicht unbedingt üblich – heiratete sie Theodor Morgenstern, mit dem sie nach Berlin ging. Er unterstützte seine Frau in allen ihren Unternehmungen und nahm dafür sogar, wie das obige Zitat zeigt, fast schon eine moderne Rollenaufteilung auf sich. 

Am bekanntesten ist Lina Morgenstern wohl als Gründerin der Berliner Volksküchen, zu ihren Projekten gehören aber auch eine der ersten Frauenzeitschriften, die sich nicht nur mit Mode und sonstigen vermeintlichen Frauenthemen beschäftigte, sowie die Organisation des ersten Internationalen Frauenkongresses auf deutschem Boden: "Die Ministeriellen empfanden es als geradezu ungeheuerlich, dass eine kleine ältere Frau jüdischer Abstammung mitten in Berlin einen Kongress organisieren wollte, zudem möglicherweise über tausend Besucherinnen aus der ganzen Welt anreisen würden." S. 168 

Der Autor macht immer wieder deutlich, welchen Anfeindungen und Hürden Lina ausgesetzt war. Es geht schon damit los, dass Frauen in dieser Zeit noch keine Vereine führen konnten. Sie brauchte also für all ihre Ideen immer Männer, die sie an die Spitze setzten musste und die teilweise versuchten, sie auch wieder zu verdrängen. Als Jüdin war sie zudem regelmäßig Antisemitismus ausgesetzt, auch durch die Presse. 

Das Buch ist mehr oder weniger chronologisch aufgebaut. Nur am Anfang gibt es einen kleinen Ausblick, der dann im Laufe des Buchs wieder eingefangen wird. Die Kapitel sind recht kurz und umfassen immer einen bestimmten Zeitabschnitt. Da die Volksküchen und generell Ernährung ein wichtiges Thema von Lina Morgenstern waren, ziert jedes Kapitel die Illustration eines Lebensmittels. Auch das Cover ist sehr schön gestaltet. Im Anhang finden sich eine Zeittafel, eine Übersicht über ihre Projekte und ihre Publikationen und sogar einige Rezepte aus ihren Kochbüchern. Ergänzt natürlich durch ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis. 

Der Stil ist populärwissenschaftlich und gut zu lesen. An einigen Stellen nimmt der Autor sich die Freiheit, Szenen nachzuerzählen, von denen keiner wissen kann, ob sie genau so stattgefunden haben. Aber das macht Lina und ihre Familie nur umso lebendiger. Besonders gefiel mir die Einordnung ihrer Tätigkeiten in die allgemeine deutschsprachige (und teilweise auch internationale) Frauenbewegung. Hier sind mir einige Zusammenhänge klarer geworden. Der Fokus liegt aber immer auf Lina Morgenstern. 

Ich fand die Biografie sehr unterhaltsam, interessant und erkenntnisreich und empfehle sie gern weiter an jede (und jeden...), der mehr über die Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts erfahren möchte. 


Cover des Buches Lina Morgenstern (ISBN: 9783218014663)
M

Rezension zu "Lina Morgenstern" von Gerhard J. Rekel

Monikach
eine bemerkenswerte Frau

Ich muss gestehen, der Name Lina Morgenstern (1830 – 1909) kam mir irgendwie dunkel bekannt vor, aber ich hätte dazu nichts Konkretes sagen können.  Als mir die Agentur Buchcontact diese Biographie vorstellte, dachte ich mir, die Wissenslücke muss ich dringend schließen. Also Buch geordert :-)


Knapp 250 Seiten später bin ich schlauer, und muss sagen: wäre Lina ein Mann gewesen, wäre ihr Name in aller Munde, und man würde sie mit Gedenktagen feiern und in Ehre halten! Die Lady war ein Powerpaket, Gründungstalent, Unternehmerin mit Vorbildfunktion,  und es ist eigentlich unfassbar, was sie alles auf die Beine gestellt hat und wie sie unser aller Alltag nachhaltig geprägt hat. Ich nenne jetzt einfach mal ein paar Stichworte zusätzlich zum Klappentext: Frau Morgenstern hat die Volks- und Suppenküchen in Preußen gegründet, die Armenspeisungen also  – und die wurden in aller Welt vielfach kopiert, und ich gehe jetzt mal so weit zu sagen, das diese Küchen (abgesehen davon, dass sowas ja immer noch läuft ) auch ein Vorbild für die Tafeln waren; sie hat sich mit Erziehungswissenschaften befasst und war die Gründerin der Kindergärten, und so ganz nebenbei schrieb sie ein Buch nach dem anderen. Von Kochbüchern, Kinder- und Märchenbüchern bis zu feministischen Streitschriften war da alles dabei. Und 5 Kinder hat sie auch noch mit Theodor, der Liebe ihres Lebens bekommen. Ach ja, Theodor war übrigens Unternehmer, hatte u.a. zeitweise ein sehr großes Modehaus in Berlin, aber leider kein sonderlich glückliches kaufmännisches Händchen; das Ehepaar Morgenstern war diverse Male kurz vor der Pleite, und entweder Lina hat es wieder rausgerissen und einen Bestseller geschrieben – oder ja, man muss es sagen, Linas wohlhabender Papa hat dem insolventen Schwiegersohn auch schon mal aus der Patsche geholfen. Ungern, aber als das Modehaus vor dem Ruin stand, war das mal die Rettung. Womit wir natürlich auch gleich einen interessanten und mMn nicht unwichtigen Punkt in Linas Leben haben: einer wohlhabenden Familie entstammend, hat man durchaus eine andere Ausgangslage als wenn man in prekären Umständen aufwächst. Lina genoss sehr wohl eine gute Bildung, und hatte auch ein unternehmerisches, freidenkerisches Mindset – und ich behaupte mal, ein Mädel aus der Unterschicht hat genau dies eben nicht.


Eine bemerkenswerte Frau also. Sie hat Unglaubliches zustande gebracht in Zeiten, in denen Gleichberechtigung für die meisten Leute ein Fremdwort war, und was man auch nicht vergessen darf: Lina war Jüdin; und hatte sehr oft mit Antisemitismus zu kämpfen.


Und eine witzige (finde ich) Randnotiz: Bei all den Aktivitäten sah es im Hause Morgenstern wohl immer aus, als ob gerade ein Hurrikan durchgefegt hätte – der Autor zitiert hier Nachfahren, die sich wohl Jahrzehnte später immer noch lustig darüber machten, dass Hausarbeit für Lina nicht wirklich eine Priorität besaß :-). Und jetzt sag ich mal: das hat Lina im Gegensatz zu uns modernen Frauen richtig gemacht und erkannt – get your priorities straight. Entweder Unternehmen gründen und führen oder Staub wedeln zuhause. Beides gleichzeitig wird schwierig.


Ja, was soll ich sagen: ein super interessantes Leben. Und wie schade, dass so wenige heutzutage Lina Morgenstern kennen.


Und jetzt mal zur Aufmachung und Gestaltung des Buches: Das Buch ist optisch sehr ansprechend gemacht, mit sehr vielen Originalfotos, Zeichnung und Bildern und Zeitungsausschnitten. Das lockert den Text auf und ist super interessant. Der Autor hangelt sich in sehr vielen recht kurzen Kapiteln chronologisch in Linas Leben entlang, und greift immer wieder exkursmäßig auch einzelne Etappen heraus. Sehr gut gemacht; sehr gut zu lesen, flüssig geschrieben. Man hat hier weniger das Gefühl ein Sachbuch zu lesen, als vielmehr eine Art Memoir.  Ich fand es auf jeden Fall eine sehr anregende und angenehme Lektüre. Am Ende gibt es zusammengefasst noch mal eine Zeittafel, und ein sehr ausführliches Quellenverzeichnis. Und ich muss gestehen, beim Durchsehen des Quellenverzeichnis sieht man durchaus, dass Lina eine historisch präsente Persönlichkeit war / ist – aber irgendwie trotz allem nicht wirklich im öffentlichen Bewusstsein präsent.


Ich würde mir wünschen, dass Lina Morgenstern mit dieser Biographie mehr Aufmerksamkeit bekommt, den diese hat sie mit Sicherheit verdient!


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