Gerhard Klas

 5 Sterne bei 1 Bewertungen

Alle Bücher von Gerhard Klas

Die Mikrofinanz-Industrie

Die Mikrofinanz-Industrie

 (1)
Erschienen am 01.10.2011
Rendite machen und Gutes tun?

Rendite machen und Gutes tun?

 (0)
Erschienen am 01.03.2014

Neue Rezensionen zu Gerhard Klas

Neu
W

Rezension zu "Die Mikrofinanz-Industrie" von Gerhard Klas

Rezension zu "Die Mikrofinanz-Industrie" von Gerhard Klas
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

„Muhammad Yunus hat unzählige Menschen aus den Fängen der Armut befreit, ihnen ein Leben in Würde geschenkt. Dafür wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. Sein neues Buch hat eine ermutigende Botschaft: Wir alle können etwas tun, damit es anderen besser geht, jeder an seinem Platz. Muhammad Yunus stammt aus einem der ärmsten Länder der Erde, aus Bangladesch. Der Wirtschaftsprofessor begriff schnell: Nur wenige Dollars öffnen den Weg in die Freiheit - wenn man sie hat. Oder verdammen zu lebenslanger Abhängigkeit und Armut - wenn sie fehlen. Also gründete er eine Bank für die Armen: Hier bekommen die Kredit, die sonst überall abgewiesen werden. Die Grameen Bank hat heute über 2300 Filialen und fast 7 Millionen Kreditnehmer, 97 Prozent von ihnen sind Frauen. Unzählige Menschen verdanken der Grameen Bank ein Leben ohne die ständige Sorge um das tägliche Brot. In diesem Buch geht Yunus einen Schritt weiter: Er zeigt darin, dass "traditionelle" Unternehmen, die einseitig auf Profitmaximierung ausgerichtet sind, die drängenden globalen Probleme - Armut, Krankheiten, Umweltverschmutzung, Kriminalität - nur verschärfen, statt sie zu lindern. Was wir stattdessen brauchen, ist Soziales Unternehmertum: Unternehmen, die sozialen Nutzen für diejenigen schaffen, deren Leben sie berühren, demonstrieren auf eindrucksvolle Weise, dass Wirtschaft für die Menschen da ist - und nicht umgekehrt. Wenn wir selbst solche Unternehmen aufbauen, sie unterstützen und unsere Macht als Kunden nutzen, indem wir bei ihnen kaufen, dann wird es uns gelingen, die Armut von diesem Planeten zu verbannen - das ist die große Vision des Friedensnobelpreisträgers.“

So wurde vor vier Jahren ein Buch beworben („Die Armut besiegen“), in dem man glaubte den Stein der Weisen für die unterentwickelten Länder und ihre Bevölkerungen gefunden zu haben. Bis hin zum Nobelkomitee in Oslo reichte der Ruhm, und so wurde der Autor des Buches mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Warum man in den vergangenen beiden Jahren von Yunus nicht mehr viel hörte, hängt mit dem Inhalt des vorliegenden Buches zusammen, das mit dem Ansatz der Mikrokredite sehr kritisch abrechnet. Aufmerksame Leser von Wochenzeitungen konnten in den letzten Monaten den einen oder anderen verstreuten Artikel lesen, in dem beschrieben wurde, wie die Kreditnehmer in den Ländern der Dritten Welt durch die die Yunus-Kredite in immer tiefere Anhängigkeit gestoßen wurden, ein großes Thema aber war es nicht.

Gerhard Klas hat für sein anschauliches Buch lange in Bangladesh recherchiert. Er traf dort auf Frauen, für die die Mikrokredite ein große Belastung geworden waren. Nicht wenige mussten ihr Hab und Gut verpfänden, ihre Kinder statt in die Schule zur Arbeit schicken, um die Kredite überhaupt bedienen zu können.

Eines wird erschütternd deutlich: Die Mikrofinanzindustrie ist nur ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Ausbeutung der Armen, ein unter dem Mantel von Menschenrechten besonders gut getarntes Beispiel des Geschäftes mit der Armut.

Kommentieren0
8
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 1 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks