Gerhard Langer

 4 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Gnädig ist der Tod, Midrasch (Jüdische Studien 4675) und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Gerhard Langer

Gerhard LangerGnädig ist der Tod
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Gnädig ist der Tod
Gnädig ist der Tod
 (2)
Erschienen am 16.07.2018
Gerhard LangerMidrasch (Jüdische Studien 4675)
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Midrasch (Jüdische Studien 4675)
Midrasch (Jüdische Studien 4675)
 (1)
Erschienen am 10.10.2016
Gerhard LangerMenschen-Bildung
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Menschen-Bildung
Menschen-Bildung
 (0)
Erschienen am 01.09.2012

Neue Rezensionen zu Gerhard Langer

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Krimisofa_coms avatar

Rezension zu "Gnädig ist der Tod" von Gerhard Langer

Solides Debüt, das Lust auf mehr macht
Krimisofa_comvor 2 Monaten

Oberstleutnant ist in Österreich der zweithöchster Dienstgrad bei der Verwendungsgruppe E 1 „Leitende Beamte“ in der Exekutive. Höher ist nur der Oberst, der nonchalant mit „Obst“ abgekürzt wird. Oberleutnant wird mit „Obstlt“ abgekürzt, was hingegen so klingt, als hätte man zu viel gegärtes Obst konsumiert und wäre an der Aussprache des Wortes „Oberstleutnant“ gescheitert. Was uns zu unserem Protagonisten führt, der früher mal ein schwerwiegenderes Alkoholproblem hatte, bevor er von einem Fall buchstäblich gerettet wurde, der ihn bis heute verfolgt. Michael Winter ist Oberstleutnant bei der Wiener Polizei. Im Prolog vernimmt er gerade eine zweifache Mörderin – der Fall findet jedoch nur am Rande der Handlung statt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Mord eines ehemaligen Politikers, der wortwörtlich ausgeblutet wurde; neben der Leiche wurde eine Tasse mit Blut abgestellt.

Der erste Satz des Buches klingt wie ein Statement, macht direkt Lust auf mehr – erst nach đem Prolog kommt die Ernüchterung, dass Winter den Fall abgibt und es um einen ganz anderen Fall geht. Das ist zwar schade, aber der neue Fall ist nicht minder brisant. Es wird sehr politisch, mehr als ich erwartet hätte – als ehemaligen Politikwissenschaft-Studenten holte mich das aber ab. Dazu kommt, dass Langer einen schnörkellosen Schreibstil hat und nicht mit Kraftausdrücken geizt, was ich erfrischend finde, weil es eher der Wiener Mentalität entspricht als wenn man solche Wörter ausspart. Die Sprache ist allerdings komplett hochdeutsch, da handhabt er es wie sein Autorenkollege Andreas Gruber, dessen Bücher teilweise auch in Wien spielen. Die Lokalkolorit entspricht eher der von Beate Maxian, allerdings hält im Gegensatz zu Maxian etwas zurück – als Wiener erkennt man Straßen und Orte, wenn man nicht aus Wien kommt, macht es aber auch nichts.

In der Danksagung findet sich der bekannte Satz „Alle Handlungen und Personen sind frei erfunden“ - der hat meistens auch seine Berechtigung, nur Langer nehme ich ihn nicht ganz ab. Denn bei den Personen – allen voran dem Opfer – habe ich einige Parallelen zu einer realen Person aus dem öffentlichen Leben entdeckt; er ist übrigens nicht der einzige Charakter bei dem es so ist. Auch die Tageszeitungen haben nur einen geringfügig anderen Namen als ihre realen Pendants. In einem Interview habe ich diesbezüglich nachgehakt.

Beim Plot ist Langer allerdings wesentlich kreativer und er lässt seinem Protagonisten genügend Freiraum, um über den Tellerrand zu blicken, was vermutlich auch Langers Naturell als Akademiker entspricht – zwischendurch merkt man auch immer wieder theologische Einflüsse. Es ist jedoch bei weitem nicht so, dass man mit Religion erschlagen wird. Genau so wie beim Showdown niemand erschlagen wird. Dieser kommt völlig ohne Peng, Klatsch und anderem Brimborium aus und geht sehr sachlich und zivilisiert über die Bühne, was mich an „In deinem Namen“ von Harlan Coben erinnern ließ. Alles in allem ein solides Krimi-Debüt, das Lust auf mehr macht.

Langer erfindet das Rad allerdings nicht neu. Klar, manches hat man in dieser Ausprägung von den bekannteren Österreichern oder anderen Autoren noch nicht gesehen, zum Beispiel die vielen Kraftausdrücke – aber Langer wird damit keine Revolution anstoßen. Dennoch liest sich das Buch sehr gut.

Tl;dr: „Gnädig ist der Tod“ von Gerhard Langer ist ein äußerst politischer Krimi, der durch einen guten und schnörkellosen Schreibstil besticht und nicht mit Kraftausdrücken geizt. Der Hauptcharakter ist, wie der ganze Krimi, ziemlich solide und macht Lust auf mehr. Der Satz „Alle Handlungen und Personen sind frei erfunden“ im Nachwort klingt aber eher wie eine Phrase, den nehme ich ihm nicht ganz ab.

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martina_turbanischs avatar

Rezension zu "Gnädig ist der Tod" von Gerhard Langer

Politiker sind auch nur Menschen…
martina_turbanischvor 2 Monaten

Gnädig ist der Tod ist in neun große Kapitel unterteilt. Jedes Kapitel steht für einen Tag der Ermittlungen - also dauerte es neun Tage, bis Kommissar Winter den Fall gelöst hat. In diesen neun Tagen gab es reichlich Vernehmungen und Recherchearbeiten, aber gefühlt nur sehr wenig Ergebnisse. Allerdings kenne ich mich jetzt in Wien ganz gut aus, denn für seine Vernehmungen ist der Kommissar ganz schön viel unterwegs.

Wenig aufregend

Normalerweise bin ein Freund von ausschweifenden Beschreibungen und groß angelegten Charakterbeschreibungen, aber hier wurde mir das dann doch etwas zu viel. Vermutlich ist Polizeiarbeit in der Realität langweilig, kleinteilig, unspektakulär und wenig aufregend. Aber ich will ja kein Dienstprotokoll lesen, wenn ich mir einen Krimi kaufe.

Banalitäten

Grundsätzlich war der Fall des ermordeten Politikers spannend ausgedacht, aber sobald ein bisschen Spannung aufkam, wurde diese von alltäglichen Banalitäten erstickt. Irgendwann habe ich mehr Seiten quergelesen und überblättert, als ich tatsächlich ernsthaft gelesen habe. Das fand ich schade, denn ich hatte mich wirklich auf diesen Krimi aus Wien gefreut.

Auflösung

Die Auflösung war dann zwar durchaus überraschend (was vielleicht auch an meinem Querlesen lag), versteckte sich aber wieder im Alltagsstress der Ermittler. Es wirkte mehr wie ein Zufall, als ein Ermittlungserfolg. Ich kam mit Gnädig ist der Tod nicht wirklich gut klar und fand das Buch eher enttäuschend oder jedenfalls hätte man mehr daraus machen können.

Mein Fazit:

Gnädig ist der Tod ist der Debütroman zu einer neuen Krimiserie von Gerhard Langer. Vielleicht müssen Autor und Protagonist sich ja noch ein bisschen “eingrooven” - aber mit hat dieser erste Teil nicht besonders gut gefallen. Zu langatmige Beschreibungen und zu wenig Krimi…

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SeilerSeites avatar

Rezension zu "Midrasch (Jüdische Studien 4675)" von Gerhard Langer

kompakte Einführung auf hohem Niveau
SeilerSeitevor einem Jahr

Die Einführung des Wiener Alttestamentlers Gerhard Langer in Midrasch ist der erste Band der utb-Reihe "Jüdische Studien". Die darin erscheinenden Monografien wollen die wichtigsten Themenfelder des Fachs Judaistik erfassen und in kompakter Form darstellen. Weitere bereits erschienene Bände behandeln den Chassidismus und die Texte von Qumran.

Unter Midrasch wird oftmals schlicht die Schriftauslegung im Judentum verstanden. Dass der Begriff jedoch noch zahlreiche weitere Facetten in sich vereint, stellt Gerhard Langer in seiner Einführung heraus. Nach einem Forschungsüberblick nähert sich Langer dem Midrasch mit der Frage, was darunter eigentlich zu verstehen sei und wie sich die hermeneutischen Grundlagen beschreiben lassen. Im Anschluss daran richtet der katholische Alttestamentler seinen Blick auf die Wurzeln des Midrasch sowie Methodenfragen. Schließlich folgen noch einige Kapitel zur Verhältnisbestimmung von Midrasch zu Exegese, Halacha, Haggada, Liturgie und Geschichte. Der geschichtliche Bogen des Anfangs schließt sich im letzten Abschnitt, wenn die Entwicklung des Midrasch bis in die Moderne dargestellt wird.

Positiv hervorzuheben ist zudem der umfangreiche Anhang. Die wichtigsten Midraschim werden hier erklärt und historisch eingeordnet. Auf das Abkürzungsverzeichnis folgt die Erklärung der Transkription des Hebräischen. Das Literaturverzeichnis bietet in umfangreichem Sinn die Primärtexte und nimmt in den weiteren Angaben der Sekundärliteratur erfreulicherweise auch evangelische Monografien auf.

Die inhaltlichen Kapitel geben zusammen mit dem detaillierten Anhang dem Leser ein wissenschaftlich hochwertiges Hilfsmittel an die Hand, um die eigenen Studien zu vertiefen. Man erhält einen umfassenden Einblick in das Phänomen Midrasch auf methodischer, geschichtlicher und inhaltlicher Ebene. Die breiten Seitenränder geben wichtige Kernbegriffe an und lassen zugleich Platz für eigene Notizen. Damit ist das Buch auch zur Prüfungsvorbereitung geeignet. Das Einzige, was den Lesefluss unterbricht, ist die durchgehende Transkription des Hebräischen. Da das Buch ja explizit für ein Fachpublikum aus dem Bereich Theologie, Religionswissenschaft und Judaistik geschrieben wurde, sollte die Kenntnis der Hebräischen Schrift doch eigentlich vorauszusetzen sein. Wären einige Begriffe schlicht auf Hebräisch stehen gelassen worden, hätte das die Lesbarkeit mehr vereinfacht als deren Umschreibung.

Zusammenfassend sei das Buch jedem Studierenden und Interessierten der Judaistik und des Alten Testaments zur Lektüre und Lernvorbereitung empfohlen.

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