Gerhard Massenbauer

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Gerhard MassenbauerNie wieder Zinsen
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Nie wieder Zinsen
Nie wieder Zinsen
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Erschienen am 08.05.2017
Gerhard MassenbauerMassenbauers Strategie Depot
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Massenbauers Strategie Depot
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Erschienen am 01.03.2016

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Rezension zu "Nie wieder Zinsen" von Gerhard Massenbauer

"Wer nicht spekuliert, verliert"
R_Mantheyvor einem Jahr

Man weiß nicht so recht, wie man den Titel dieses Buches verstehen soll. Manche Menschen halten schließlich das Zinssystem für die Ursache allen Übels dieser Welt. Sie würden die Abschaffung des Zinses also freudig begrüßen. Jedenfalls so lange, bis sie die Folgen einer solchen Dummheit schmerzlich selbst zu spüren bekämen. Mit diesem Buch kann man zunächst schmerzfrei lernen, welche Folgen die sogenannte Nullzinspolitik der Notenbanken nach sich zieht, die faktisch genau das macht, was die Zinsgegner schon lange wollten: Wer sein Geld anderen zur Verfügung stellt, um ihnen bei Investitionen zu helfen, wird dafür nicht belohnt, denn immerhin geht er das Risiko ein,  sein Geld nicht wiederzusehen, sondern er wird im schlimmsten Fall noch bestraft und verliert einen Teil seines Vermögens durch Strafzinsen und Inflation. Eine völlig absurde Situation, in die nur planwirtschaftliche Überlegungen führen können, in deren Hintergrund immer die größenwahnsinnige Überzeugung steht, man könne ein komplexes System voraussehen.


Gerhard Massenbauer erklärt im ersten Teil seines Buches, welche Folgen die "Nullzins-Eiszeit" bereits hervorgerufen hat und welche noch folgen werden. Im zweiten Teil erläutert er dann eine Strategie, mit der man unter diesen Voraussetzungen immer noch Geld verdienen kann. Diese Strategie ist jedoch zunächst einmal allgemein, obwohl sie mit konkreten Anlageinstrumenten unterfüttert zu sein  scheint. Es liegt jedoch in ihrer Natur, dass man aktiv sein muss, denn die Dinge beginnen sich schnell zu verändern. Mit einer Buy-and-hold-Mentalität wird man nach Massenbauers Ansicht keinen Blumentopf mehr gewinnen können.


Jede finanzielle Großkrise wurde seit den 1990er Jahren von den Notenbanken stets mit umfangreichem Gelddrucken beantwortet. Der Preis des Geldes musste damit zwangsläufig sinken. Bereits der erste Versuch, die Zinsen etwas anzuheben, führte 2008 in den USA zu einer drastischen Krise des Finanzsystems, das sich über die betrügerisch falsch bewerteten US-Anleihenpakete auf die ganze Welt ausdehnte. Wieder wurde das kranke System mit einer aus dem Nichts erzeugten Geldflut überschwemmt. Da keine der wirklichen Ursachen dieser Krise beseitigt wurde, muss man beim nächsten Mal mit einer viel größeren Dramatik rechnen. Diesmal träfe es, wie Massenbauer indirekt klar macht, die Staaten selbst. Sie sind der letzte Schuldnern des Finanzsystems, den bereits eine kleine Zinserhöhung der Notenbanken in den Ruin treiben würde. Eine solche Situation soll so lange wie es irgend geht unbedingt verhindert werden, was die Apokalypse des Systems dann allerdings noch gewaltiger machen wird.


Massenbauer beleuchtet im ersten Teil seines Textes (etwas mehr als die Hälfte des Buches) recht detailliert, welche ökonomischen Folgen die Nullzinspolitik zwangsläufig haben muss und schon hat. Die Verzerrungen in den Volkswirtschaften sind bereits jetzt erheblich. Schwache Unternehmen, die sich bei einem  normalen Zinsniveau nicht am Markt halten könnten, weil sie nicht genügend Gewinne abwerfen, um Kredite und deren Zinsen zu bedienen, verbleiben im System. Innovative Neugründungen haben es nicht nur deshalb schwer. Sie bekommen auch kaum noch Kredite, weil Banken über die Zinsen ihr Kreditrisiko nicht mehr absichern können, andererseits aber noch jede Menge risikoreiche Kredite im Portfolio haben, die ihre Bilanz verschlechtern. Immobilienkredite werden dagegen noch vergeben, weil man sie mit der vorfinanzierten Immobilie absichern kann. Steigen jedoch die Zinsen, so werden diese Immobilien an Wert verlieren, weil unter anderem der Kaufdruck nachlassen wird. Um das zu verstehen, reicht ein Blick zurück in die USA. Dort hat sich 2008 genau dieses Szenario ereignet.


Von den Staaten muss man erst gar nicht reden, weil sie vollständig am Tropf der jeweiligen Notenbanken hängen und gleichzeitig auf das kranke Finanzsystem angewiesen sind, um sich zu refinanzieren, wie die Vermeidung der Pleite elegant umschrieben wird. Die sogenannte schwarze Null des deutschen Finanzministers kann inzwischen nur noch erreicht werden, weil Deutschland für seine neuen Anleihen Geld erhält anstatt Zinsen zu zahlen. Am griechischen Beispiel wiederum kann man wunderbar sehen, was wirklich los ist: Das Land ist schon seit vielen Jahren eigentlich pleite und wird nur durch Geldspritzen aus anderen Ländern über Wasser gehalten, wodurch die griechischen Schulden immer weiter drastisch steigen. Völlig klar ist: Niemals wird dieses Land diese Schulden zurückzahlen können. Eine faktische Pleite Griechenlands würde aber sehr wahrscheinlich eine Kettenreaktion auslösen mit drastischen Folgen auslösen. Deshalb wird man sie so lange es geht vermeiden – eine Vorlage für alles andere.


Massenbauer zeigt also auf der einen Seite, in welche gefährliche Sackgasse die Notenbanken die Weltwirtschaft insgesamt geführt haben. Trotz dieser sehr gefährlichen Situation ist er der Meinung, und diese kann man gut nachvollziehen, dass das System aus Notenbanken und Staaten alles tun wird, um den unausweichlichen Zerfall so lange wie es nur geht zu vermeiden. Daraus entwickelt er seine Strategie zur Vermögenssicherung und –vermehrung. Sein Grundansatz dabei ist das Erkennen von Übertreibungen, woraus man für sich persönlich ableiten kann, dass man diesen Ansatz zwar verstehen, aber nicht unbedingt nachvollziehen kann, denn Massenbauer erklärt nicht, wie er diese Übertreibungen ausmacht. Sein "Erfolgsportfolio für 2017" findet man am Ende des Buches. Es besteht zu vier gleichen Teilen aus Investments in Aktien, Anleihen, Edelmetallen und Immobilien und "anderen alternativen Investments" und reicht bis zu den Wertpapiernummern.


Massenbauer besitzt ein eigenes Beratungsunternehmen für vermögende Menschen, für die übrigens auch dieses Buch geschrieben wurde. Es dient gewissermaßen als Wegweiser in sein Büro (vielleicht mit dem Umweg über seinen Internetauftritt): "Wenn Sie im Nullzinsumfeld statt einer Rendite von -1 bis -2% pro Jahr (nach Inflation und Kosten) eine Rendite von 3 bis 5% erwirtschaften wollen, sollten Sie den Herausforderungen Rechnung tragend bereit sein, ein Honorar von 1% pro Jahr zu zahlen." Steht auf der letzten Seite des Buches.


Mir hat dieses Buch eigentlich sehr gut gefallen, allerdings hat es gelegentlich auch einige Längen. Der praktische Teil wird nur grundsätzlich erklärt. Immerhin jedoch findet man in ihm Einschätzungen zu verschiedenen Szenarien der nahen Zukunft, die wiederum überzeugen. Man ist immer auf Massenbauer angewiesen, wenn man dessen Strategie umsetzen will. Deshalb nur vier Sterne.

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