Rezension zu "Mai 1945: Das absurde Ende des »Dritten Reiches«" von Gerhard Paul
Ein LovelyBooks-NutzerBald jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 80. Mal und Gerhard Paul widmet sich in seinem Buch "Mai 1945: Das absurde Ende des »Dritten Reiches«" mit einer nicht ganz alltäglichen Herangehensweise dieser Thematik. Die Absurdität der letzten Kriegstage bis hin zur bedingungslosen Kaputilation, die immer noch verherlichende Anschauung und Fahnetreue bis zum letzten Atemzung werden als tragikomischen Bühenstück in Szene gesetzt.
Paul strickt ein Sachbuch, das teilweise recht ausufernd, manchmal aber auch sehr stark beschnitten von eben jenen Tagen berichtet, fasst dies in manchmal sachliche trockene Beiträge und dann wiederum in zotig-zynische Abschnitte zusammen, die dem Werk schon den Stempel einer Posse aufdrücken.
Die einzelnen Kapitel gleichen daher eher Akte einer bühenenreifen Inszenierung, die mit Bildern, Dokumenten und Zeitzeugenberichten untermalt werden. Demzufolge ist lauf Paul der Gedanke des "Dritten Reiches" eben nichts anderes gewesen als eine bühnenreife Inszenierung, die unglaublich viele brutale Momente, menschenverachtende und völkervernichtende Hirngespinste durch Helfershelfer und fanatische Anhänger in die Tat umgesetzt haben.
Ein blutiges Stück Zeitgeschichte, das die Nazi-Elite auseinanderpflückt, ihre Beweggründe und verzerrten Selbstbildnisse mit Zynismus und überspitzder Feder dbeschreibt und den einen oder anderen bekannten Namen an den Pranger stellt. Nicht immer leicht zu lesen, da sich der Autor manchmal etwas verzettelt, dennoch trotzdem eine ganz andere Art und Weise, dem Schrecken zu begegnen, auf die sich die Lesenden einlassen müssen.
3,5 Sternchen für den Mut, andere Wege zu gehen und der Thematik einen ganz eigenen Stempel aufzudrücken










