Gerhard Polt

 4,1 Sterne bei 59 Bewertungen
Autor*in von Fast wia im richtigen Leben, Hundskrüppel und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gerhard Polt

Gerhard Polt, geboren 1942 in München, aufgewachsen im Wallfahrtsort Altötting, studierte in Göteborg und München. Seit 1975 brilliert Polt als Kabarettist, Schauspieler, Poet und Philosoph auf deutschen und internationalen Bühnen. 2001 wurde er mit dem Bayerischen Staatspreis für Literatur (»Jean-Paul-Preis«) ausgezeichnet, 2019 folgte der Kulturelle Ehrenpreis der Landeshauptstadt München. Polt lebt und schreibt in Schliersee, München und Terracina. Sein Gesamtwerk ist bei Kein & Aber erschienen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gerhard Polt

Cover des Buches Fast wia im richtigen Leben (ISBN: 9783866159280)

Fast wia im richtigen Leben

 (44)
Erschienen am 24.09.2011
Cover des Buches Abfent, Abfent…! (ISBN: 9783036952550)

Abfent, Abfent…!

 (5)
Erschienen am 01.09.2011
Cover des Buches Hundskrüppel (ISBN: 9783036959238)

Hundskrüppel

 (6)
Erschienen am 24.09.2014
Cover des Buches Circus Maximus (ISBN: 9783036959351)

Circus Maximus

 (3)
Erschienen am 17.11.2015
Cover des Buches Gerhard Polt und auch sonst (ISBN: 9783036956299)

Gerhard Polt und auch sonst

 (3)
Erschienen am 27.03.2012
Cover des Buches Schelmpflicht (ISBN: 9783888977800)

Schelmpflicht

 (3)
Erschienen am 27.06.2012
Cover des Buches Arche Sowa (ISBN: 9783725412839)

Arche Sowa

 (2)
Erschienen am 08.09.2003
Cover des Buches Bibliothek (ISBN: 9783036956305)

Bibliothek

 (2)
Erschienen am 01.04.2012

Neue Rezensionen zu Gerhard Polt

Cover des Buches Dr. Arnulf Schmitz-Zceisczyk (ISBN: 9783036958774)
L

Rezension zu "Dr. Arnulf Schmitz-Zceisczyk" von Gerhard Polt

Wenn die Moderne zuschlägt
Lesefreund6203vor 7 Monaten

Wenn die Moderne zuschlägt

 

Natürlich kann den Mann kein Wässerchen trüben. Ist doch alles völlig normal. Dass man „in Finanzen macht“, um die Welt jettet, sein Vermögen hegt und pflegt und überhaupt ja doch wohl erwarten kann, dass auch die anderen Leutchen von vorneherein verstehen: Da stellt man sich so einem doch nicht in den Weg!

Da lässt man doch nicht sein altvertrautes Leben einfach weiterlaufen, wenn sich ein Dr. Arnulf-Schmitz Zceiscyk, als lauter gutem Charakter heraus, erbarmt, den „Bauerleutchen“ aus der Patsche zu helfen. Mit natürlich deutlichen Abschlägen für das alte Haus am Tegernsee, versteht sich, aber doch nur zu deren Besten!

 

„Ich hab also diese Schaluppe gekauft“.

 

Aber: „Bis wir da so heimisch geworden sind, das hat sich hingezogen“.

 

Und das nicht unbedingt mit den anderen „Neubürgern“ am Tegernsee, die mal kurz das Portfolio nur lüften für ein Anwesen, sondern mit den (weniger werdenden, aber hartnäckigen!) „Ureinwohnern“. Die doch, unter anderem, nicht den Kotau täglich machen und zudem, wer konnte das ahnen, gar ihrer altvertrauten Arbeit auf dem Hof weiter nachgehen wollen. Ohne Rücksichtnahme, was den neuen Gönner und Gutmenschen angeht.

 

Gülle, Schweine, Vieh, Gerüche, gar noch Almauftriebe und Abtriebe, wer kann denn da in ruhe seine verdienten Auszeiten genießen? So nicht! Nicht mit einem Dr. Arnulf Schmitz-Zceiscyk. Wer hat der hat, vor allem Anwälte. Und wer nicht hat, der wird diese und damit die „neue Welt“ einfach mal gründlich kennenlernen müssen. Vielleicht kann man ja später noch mit einer Kleinigkeit unterstützten, den Burgfrieden wieder herstellen in der Nachbarschaft, wenn man denen ihre Höfe und Häuser vielleicht zu einem guten (natürlich für ihn, nicht für die) Kurs noch aus Gnade abkaufen würde?

 

Alleine schon das „sich einfühlen“ in teils todernster Form des Gerhard Polt (unverdächtig eines Neo-Liberalismus) in eine solche Figur, diese Ernsthaftigkeit, mit der abstruse Dinge, Gedanken und Werte als gesetzt, der Natur entsprechend, normal und einfach intern bestens begründet in den Raum treten , lohnt bereits die Lektüre. Denn gerade weil Polt auf offensichtliche Verballhornungen zunächst verzichtet und den Leser mit hinein nimmt „in den Kopf“ seines Protagonisten, gerade dies lässt den Leser hier und da an sich selbst und seinem „natürlichen Empfinden“ stark zweifeln, bis es gar in Teilen einem klamm ums Herz wird und die Pole der Gesellschaft sinnbildlich hier am schönen (und teuren) Tegernsee weitgehend unversöhnlich einander gegenüber stehen. Nicht aus strategischer Böswilligkeit, sondern schlicht und einfach, weil, so scheint es am Ende, auf verschiedenen Planeten gelebt wird.

 

„Ja, bei uns am Tegernsee, das ist natürlich landschaftlich schön. Da könnt ihr nicht mithalten da oben – in Gießen“. Als wenn es auf der Welt nur um einen anregenden Ausblick geht und nicht um Lebenswirklichkeiten, die am Geld tatsächlich zerbrechen, „vertrieben“ werden.

 

„Da hatten wir bei den Rotariern einen Bordeaux-Abend. Das ist immer sehr zünftig“.

Das Zitat reicht schon, um die Paradoxie dieser Welt auf den punkt zu bringen. Dass man teure Weine als „zünftigen Abend“ setzt, mag der Ur-Bayer am Tegernsee wohl nicht ganz nachvollziehen. Aber am Ende, stört der nicht einfach nur, der Ur-Einwohner?

 

Wobei auf den letzten drei Seiten dann auch wieder, was den Leser fast zum Mitleid treibt, diese Gentrifizierung der Herr Dr. am eigenen Leib erleben wird.

 

Der kurze Blick auf Kitzbühel reicht eigentlich dann auch aus, um am Ende des bestens geschriebenen, an sich aber übersichtlichen Werkes, deutlich zu machen: All das mit dem Tegernsee ist nur der erste Schritt. Wenn Pakistan, Indien, Afghanistan und „Roasted Potatoe with Black Pudding“ ins Spiel kommen, dann weiß man: da ist noch Luft nach oben. In den schönen Orten mit tollen Aussichten……..

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Cover des Buches Im Schatten der Gans (ISBN: 9783036951065)
mabuereles avatar

Rezension zu "Im Schatten der Gans" von Gerhard Polt

Mit spitzer Zunge
mabuerelevor 2 Jahren

„...Wie man weiß, ist der Höhepunkt des Heiligen Abends die Bescherung. Der Zeitpunkt,wann sie stattfindet, kann variieren. Sie kann stattfinden vor der Rede des bayerischen Ministerpräsidenten oder auch nachher, das wäre dann vor der Rede des Bundeskanzlers und der des Bundespräsidenten...“


Mit teilweise tiefschwarzem bayrischen Humor wendet sich der Autor in sieben Kurzgeschichten dem Thema Weihnachten zu. Die Erzählungen zeigen, dass er mit dem Fest nicht nur gute Erfahrungen gemacht hat. Nikolaus oder Krampus werden ihm immer negativ in Erinnerung bleiben. Leicht sarkastisch formuliert er das so:


„...und ich weiß, ich habe eine Kindheit gehabt, die kann mir keiner mehr nehmen!...“


Mit ähnlich spitzer Zunge sind alle Geschichten geschrieben. Vieles steht eher zwischen den Zeilen als in den Zeilen. Er nimmt geschickt die Schwächen seiner Mitmenschen aufs Korn. Dazu gehören ungewohnte Weihnachtsbräuche und amüsante Wirtshausgespäche.

Die Schwarz-Weiß - Zeichnungen passen hervorragend zum Text.

Das kleine Büchlein hat mir sehr gut gefallen.

Kommentare: 10
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Cover des Buches Bibliothek (ISBN: 9783036956305)
Duffys avatar

Rezension zu "Bibliothek" von Gerhard Polt

Ein Klassiker!!
Duffyvor 4 Jahren

Was ist denn der Polt nun?  Satiriker, Humorist, Schauspieler, Regisseur, Humorist oder Schreiber? Und kann man ihn als bayerisches Urgestein bezeichnen? Ist er gar Kult? Eine Legende? Wahrscheinlich ist er alles und vielleicht mag er die Bezeichnung Kabarettist am liebsten. In jedem Fall ist er einer, der einer aussterbenden Spezies angehört, der kritisches Kabarett nicht vorrangig politisch versteht, sondern seine Stoffe immer aus dem Leben und von den ganz normalen Durchschnittsmenschen gezogen hat. Er ist auch einer, der angeeckt hat und obwohl er ein Bayer aus „echtem Schrot und Korn“ ist, dies auch in seiner Sprache, dem oft unzugänglichen Bajuwarisch, immer auch in der Öffentlichkeit und auf der Bühne zu Gehör bringt, erfreut sich er überregional im ganzen Land sehr großer Beliebtheit. Wobei ihm wohl bewusst ist, dass er immer auch das Klischee des Bayern bedient, darin aber seine Kunst liegt, dem Schein knallhartes Contra entgegenzusetzen.

Polts Kreativität ist ungehemmt, seine Produktion auf allen Medien umfangreich verbreitet, sodass der Verlag Kein & Aber schon eine zehnbändige Ausgabe brauchte, um nur die wichtigsten Texte aus den Anfangszeiten mit Christian Müller bis zum Jahr 2012 zusammenzustellen. Die liegt hier vor, eine schöne, kleine Kassette mit zehn Büchern, nach Themen geordnet, und mit einem Begleitbuch, das mit einem informativen Karriereabriss sowie einem ausführlichen Register seiner Veröffentlichungen aufwartet. Das alles ist heute noch erhältlich und genauso herrlich wie vor sieben Jahren, als es veröffentlicht wurde. Zu einem kleinen Preis.

Wer also Polt kennenlernen will, ist hier genauso gut bedient wie seine Fans, die noch einmal ein „Best of“ bekommen. In einer wirklich sehr schönen Aufmachung.

Und wer dann noch unbedingt etwas zu der Frage sagen will, was Polt denn nun ist, der könnte den Künstler selbst zitieren, denn der sagte: „Ich bin keine lineare Existenz“. Wohl wahr, besser kann man das nicht ausdrücken. 1800 Seiten Kabarettgeschichte.

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