Gerhard Roth

 3,8 Sterne bei 141 Bewertungen
Autor von Der Plan, Das Labyrinth und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gerhard Roth

Vom Schreiben besessen: Gerhard Roth, geboren am 24.Juni 1942 in Graz, ist ein österreichischer Schriftsteller. Als 1945 das Haus der Roths bombardiert wurde, flohen sie nach Deutschland. Nach ihrer Rückkehr nach Österreich besuchte Roth die Grazer Karl-Franzens-Universität und studierte dort Medizin. Kurze Zeit später brach er sein Studium ab und arbeitete als Organisationsleiter in Graz. In dieser Zeit fing er dann an zu Schreiben und veröffentlichte seine erste literarische Arbeit. Anlässlich der Verfilmung seiner Bücher und der Veröffentlichung seines Autoren Porträts „Ich war süchtig nach Bildern“ reiste er oft nach Amerika. Aus diesen Reisen konnte er dann zahlreiche Inspirationen für seine Werke sammeln. Er schloss sich Autorenvereinigungen an und ging im Rahmen eines Förderprogramms nach Hamburg, wo seine Fotografien und Romane ausgestellt wurden. Als er dann seinen heutigen Wohnsitz in Wien bezog, fing er an, an seinem berühmtesten Werk „Die Archive des Schweigens“ zu arbeiten. Nach Veröffentlichung wurde dieses Werk als Prosa der Aufmerksamkeit gerühmt. Für seine literarischen Arbeiten gewann er bereits zahlreiche Literaturpreise, den Alfred-Döblin Preis, den Würdigungspreis für Literatur, den Peter-Rosegger Preis, den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels, das Ehrenzeichen des Landes Steriermark, den Jean-Paul-Preis und viele Andere.

Neue Bücher

Cover des Buches Es gibt keinen böseren Engel als die Liebe (ISBN: 9783103972146)

Es gibt keinen böseren Engel als die Liebe

 (1)
Neu erschienen am 24.02.2021 als Hardcover bei S. FISCHER.

Alle Bücher von Gerhard Roth

Cover des Buches Der Plan (ISBN: 9783104008325)

Der Plan

 (17)
Erschienen am 07.01.2011
Cover des Buches Das Labyrinth (ISBN: 9783104013183)

Das Labyrinth

 (11)
Erschienen am 12.04.2011
Cover des Buches Der Berg (ISBN: 9783104013176)

Der Berg

 (8)
Erschienen am 12.04.2011
Cover des Buches Der See (ISBN: 9783104013190)

Der See

 (7)
Erschienen am 12.04.2011
Cover des Buches Das Alphabet der Zeit (ISBN: 9783104013169)

Das Alphabet der Zeit

 (6)
Erschienen am 12.04.2011
Cover des Buches Fühlen, Denken, Handeln (ISBN: 9783518292785)

Fühlen, Denken, Handeln

 (7)
Erschienen am 25.02.2010
Cover des Buches Der Strom (ISBN: 9783104013213)

Der Strom

 (7)
Erschienen am 12.04.2011

Neue Rezensionen zu Gerhard Roth

Cover des Buches Die Hölle ist leer - die Teufel sind alle hier (ISBN: 9783103972139)mapefues avatar

Rezension zu "Die Hölle ist leer - die Teufel sind alle hier" von Gerhard Roth

Wer Venedig gut kennt oder besser kennen lernen will, wird diesen besonderen Roman mit noch mehr Genuss lesen
mapefuevor 7 Monaten

S. Fischer Verlagsinformation
 Der Übersetzer Emil Lanz lebt allein in einem Haus auf dem Lido von Venedig und beschließt, seinem eintönigen Leben ein Ende zu setzen. Auf der Suche nach einem guten Platz zum Sterben betrinkt er sich und schläft ein. Als er erwacht, beobachtet er einen Mord. Aber ist wirklich passiert, was er gesehen hat? Oder ist sein Selbstmordversuch doch gelungen, und er bewegt sich von nun an in einer anderen Dimension? Als einziger Zeuge des Mordes gerät Lanz jedoch in höchste Gefahr. Er, der eben noch sterben wollte, will nur noch überleben und sieht die Welt wie nie zuvor. Welche Rolle spielt die rätselhafte Fotografin Julia Ellis, welche das tote Flüchtlingsmädchen am Strand? Ist die Wirklichkeit tatsächlich nur das, was wir wahrnehmen? Lanz nimmt es mit einem übermächtigen Gegner auf – dem Unsichtbaren.

 Gerhard Roth, 1942 in Graz geboren, lebt als freier, vielfach ausgezeichneter Schriftsteller in Wien und der Südsteiermark. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Theaterstücke, darunter den 1991 abgeschlossenen siebenbändigen Zyklus »Die Archive des Schweigens« und den nachfolgenden Zyklus »Orkus«. Zuletzt erschienen die beiden Bände über Venedig »Die Irrfahrt des Michael Aldrian« und »Die Hölle ist leer – die Teufel sind alle hier«.
 Der dritte und letzte Venedig-Roman ist bereits fertig, dann, so Gerhard Roth, wird der böse Gott gezeigt „und wie wir das Böse an ihm nicht wahrhaben wollen.“

Emil Lanz fühlt sich wie ein einsamer Fisch in einem Aquarium, ein Sonderling, der die Bücher von Schriftstellern in andere Sprachen übersetzte und in dieser Zeit zu einer oder mehreren erfundenen Figuren in einer erfundenen Welt wurde (S. 23).

Er würde sich nicht aus Verzweiflung umbringen, sondern in einem Moment der Gleichgültigkeit und Leere. Er wünscht sich einen nebensächlichen Tod, einen undramatischen, von Gleichgültigkeit begleitetes Sterben.

Roth hat ein Faible für Venedig und damit für ihre Geo- und Topographie, ihre locande, pizzerie, chioschi, alberghi und ospedali. Beeindruckend und sehr bereichernd die Schilderungen der historischen Hintergründe des venezianischen Ghettos und des jüdischen Museums.

Alles war Teil eines unendlichen, komplizierten Rätsels und wenn Lanz glaubte es gelöst zu haben brachte es weitere Rätsel hervor und wenn er diese löste, stieß er auf Widersprüche, die seine Hypothesen und Theorien in Frage stellten. Er fühlte sich in einen Irrgarten hineingeboren zu sein, aus dem er sein ganzes Leben vergeblich einen Ausgang suchte.

Lanz bummelte von der Außenwelt in seine Innenwelt und von seiner Innenwelt in die Außenwelt, er spürte wie verwirrt er war. Er konnte zuerst nicht unterscheiden, was gerade geschah und was Erinnerung war.

Emil/Emilio geriet in eine Drehscheibenwelt, in der sich die Drehscheiben synchron bewegen und niemand sie versteht und jeder, der ihm nahesteht, sich an jedem reibt, sich selbst beschädigt und zuletzt im Leerlauf dahinvegetiert. Kaum hat sich das Betthäschen Julia verflüchtigt, hat Emilio wieder ein neues gefunden – Caecilia.

Die kriminalistische Handlung ist nicht sehr glaubwürdig, eher eine Persiflage und verleitet zum Schmunzeln, ist doch Gerhard Roth in ganz anderen literarischen Gefilden zu Hause. Ein Lesegenuss auf alle Fälle. 

Cover
Venedig und der Karneval sind untrennbar verbunden und mit ihm die Masken. Langenasenmasken sind in Karneval sehr beliebt. Charakteristisch für diese sogenannten Halbmasken, die nur Augen und Nasen bedecken, sind die langen Nasen. Auch wenn im Buchtitel „Teufel“ steht, ist die abgebildete Maske keine Teufelsmaske. Bei einer Teufelsmaske dominiert die Farbe ROT und die Masken haben keine lange Nase. Die Abbildung auf dem Cover ist die sehr beliebte Zani Halbmaske in Schwarz, die etwas Düsteres mit sich bringt. Der Erzählung nach trug der Tod einst diese Maske als er sein Unheil in Venedig trieb. Daraus entstand auch die Pestarzt-Maske, die von Dottore della Peste, die sich von der Zani Halbmaske in einem wesentlichen Detail unterscheidet, vor allem, weil sie WEISS ist.

 Venedig Krimi-Tipps
Der Film „The Tourist” mit Angeline Jolie und Johnny Depp, 2010.

Neben unzähligen Autorinnen und Autoren, die Venedig als Krimischauplatz gewählt haben, ist Donna Leon der unerreichte Star unter ihnen: Die US-amerikanische Schriftstellerin Donna Leon (geboren 1942) lebt seit 1981 in Venedig und schreibt seit 1992 Jahr für Jahr einen neuen in Venedig spielenden Kriminalroman. Bis 2020 hat sie bereits 29 Krimis veröffentlicht, alle mit dem Commissario Guido Brunetti als Protagonisten.

Der Venedig-Klassiker von Daphne du Maurier „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ 1971/Film 1973 mit Julie Christie und Donald Sutherland.

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Cover des Buches Der Plan (ISBN: 9783104008325)Raidens avatar

Rezension zu "Der Plan" von Gerhard Roth

Weniger Story. Mehr Drumherum.
Raidenvor einem Jahr

Der Schreibstil und die Hauptfiguer erinnern mich etwas an Wolf Haas und de Brenner. Nur nicht so Gesellschaftskritisch und humorvoll. Aber eben auch ein Thriller/Krimi, der nicht über die Spannung funktioniert.

Die Story ist eigentlich gar nicht so relevant. Viel packender ist dei Reise der Hauptfigur und die detailierte Beschreibung seiener Umgebung und seines Charakters.

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Cover des Buches Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern (ISBN: 9783608964561)M

Rezension zu "Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern" von Gerhard Roth

Auf den Punkt formuliert und eine echte Hilfestellung
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Auf den Punkt formuliert und eine echte Hilfestellung


Schon Paulus hat es in der Bibel verewigt, jenes Grundproblem allen „Wollens in eine andere Richtung“:


„Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach“.


Und nicht umsonst sind die Ratgeber unter den Büchern Legion und füllen immer wieder aufs Neue mit Neuerscheinungen die Regale der Buchhandlungen und der eigenen Lesezimmer.


Vieles darin klingt natürlich (der Geist ist ja willig) einsichtig und einfach. Bis dann die Praxis hinzutritt, die schrittweise auch Veränderungen im Handeln erfordern würde, um die guten Gedanken und Einsichten, die andere vielfach darreichen, tatsächlich auch umsetzen zu können.


Gut somit, dass Gerhard Roth zunächst ruhig und gelassen, dennoch die Punkte aber sehr griffig und verständlich treffend, dem Leser zunächst überzeugend verdeutlicht, was das eigentlich genau ist, das verhindert, aus dem „Ist-Zustand“ zu einem „Wunsch-Zustand“ zu gelangen. Sich also tatsächlich aus Einsicht in gewünschter Richtung zu verändern.


Das dabei die aktuellen Ergebnisse der neurowissenschaftlichen Forschungen von Roth zusammengefasst werden und die Methoden der Hirnforschung in Richtung einer „Persönlichkeit“ vorgetragen werden, mag zunächst etwas trocken herüberkommen, ist aber eine notwendige Grundlegung für den Leser, die eigenen, inneren Abläufe biologisch, chemisch und psychologisch zu verstehen (was gerade in Bezug auf die „Temperamentforschung“ dem Leser interessante Anstöße zu einem besseren Verständnis der eigenen „Antriebe“ vermittelt und damit auch schon gute Spuren dafür legt, wie man mit sich selbst so arbeiten kann, dass Bewegung in den Raum tritt“.


Bis dahin, sehr konkret und klar mögliche und gängige „Entscheidungsstrategien“ von Menschen mit ihren Persönlichkeiten vor Augen zu führen. Wobei die „aufgeschobene intuitive“ Form der Entscheidungsfindungen vielleicht am Ende gar eine Art „beten Weg“ darstellt, damit es nicht nur emotional spontan entschieden wird (und spätere Reue bei genauem Nachdenken in den Raum tritt) und auch nicht nur vermeintlich „rein rational“ Entscheidungen gefunden werden, mit denen sich die Gesamtpersönlichkeit nachher unter Umständen im emotionalen Widerstreit befinden kann.


Was man, wie Roth in einem folgenden Kapitel ausführt, relativ gut an „den anderen“ Ablesen kann. Denn dass diese oft trotzt triftiger und einsichtiger „Ratschläge“ die gehörten Argumenten entweder nicht akzeptieren oder trotz Akzeptanz und Einsicht nicht zu einer Änderung gelangen oder sich nur vorübergehend ändern, all das ist ja wie ein Spiegel auch der eigenen Person und Bemühungen und wird im Buch zwar nicht aufgelöst, aber mir frischen Ideen zur Ursache der „Nicht-Veränderung“ versehen.


Wobei sich im Lauf der Lektüre immer klarer herauskristallisiert, dass es am Ende der Widerspruch zwischen den „bewussten Zielen“ und den „unbewussten Motiven“ für die eigenen Handlungen ist, der eine einfache und rationale Veränderung der eigenen Lebensweise und Haltungen verhindert.


Immer wieder führt Roth dabei die „Orientierung an der Persönlichkeit“ als bestes Mittel für Veränderungen ein. Sich somit „mit sich“ und nicht „gegen sich“ zu verändern.


Ein Ansatz, der in der modernen Ressourcentherapie lösungsorientiert aufgenommen wird und auch in der Selbstarbeit an sich selbst mit diesem Betrachten der eigenen Kompetenzen zur Veränderung bestmöglich beginnen kann.


Was in erster Linie dann nicht bei konkreten Zielen, sondern beim eigenen „Beharrungsvermögen“ anzusetzen hat. Dieses sich einzugestehen, klar zu umreißen und zu verstehen bildet den besten ersten Schritt, Veränderungen und neue Herausforderungen anzunehmen und nicht immer wieder in alte Verhaltensmuster zu verfallen.


Die Lektüre selbst ist dabei mit doch einiger Eigenarbeit versehen und hat auch eine Reihe trockener Lesephasen zu überstehen. Auch wenn Roth sowohl für Individuen, als auch für Führungsverantwortung und die Veränderung von Organisationen konkrete Schritte und Hinweise im Buch setzt.


Eine interessante, aber nicht einfache Lektüre, die dem Leser die Konkretisierung dann überlässt. Dass man „nicht aus seiner Haut kann“, dennoch aber „begrenzte Abänderungen der persönliche Lebensführung“ durchaus für sich selbst und bewusst umsetzen kann.

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Gerhard Roth wurde am 24. Juni 1942 in Graz (Österreich ) geboren.

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