Gerhard Schulze Krisen

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Inhaltsangabe zu „Krisen“ von Gerhard Schulze

Ist das Problem der Krise das Reden über die Krise? Kein Tag ohne Krise. Und immer geht es um alles, um den Untergang der Welt, das Ende der Menschheit. Gerhard Schulze kehrt in seinem schwungvollen und leidenschaftlichen Essay den Blick nun jedoch um: von der Krise auf das Reden über sie. Unter welchen Voraussetzungen sprechen wir von einer Krise? Welche Denkoperationen setzt das voraus? Worauf einigen wir uns, nachdem wir das Für und Wider erwogen haben? Und schließlich: Was ist überhaupt das Normale? Glänzend formuliert, öffnet seine kritische Analyse die Augen für unsere Gegenwart zwischen Expertentum, Risiko, Alarmdilemma und Dialektik der Vorsicht. Damit uns Krisen nicht überfordern, brauchen wir den Blick auf uns selbst. Eine Dosis Skepsis, zeigt Gerhard Schulze, könnte helfe n

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  • Rezension zu "Krisen" von Gerhard Schulze

    Krisen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    18. March 2011 um 13:10

    Ruhiges Abwägen statt Panik Der Begriff Krise bedeutete urtümlich im Griechischen nichts anderes als einen Zustand der Zuspitzung, erst in moderner Zeit wurde das Wort mehr und mehr ein Synonym für massive Bedrohungen und existentielle Gefahren. Gerhard Schulze nun geht in seinem Buch zunächst von einer einfachen Beobachtung aus, die man fast als Inflation des Begriffes Krise bezeichnen könnte. Mittlerweile befindet sich die Welt fast ständig an irgendeinem Ort in einer Art, zumindest behaupteter, existentieller Krise. Oder, wie es der Klappentext formuliert: „Kein Tag ohne Krise“. Hier nun fügt Gerhard Schulze als Grundkonzept seines ausführlichen Essays die Methode der Skepsis ein. Er stellt, in seinen Worten, zunächst einmal „den Alarm in Frage“. Erst Denken und über das Zustandekommens des Alarms reden und dann Handeln, statt umgehend in Panik und, vor allem, Krisengerede, zu verfallen. Ein im übrigen an sich sehr vernünftiges Konzept, dass Schulze auf knapp 225 Seite Text verfolgt, indem er zunächst über die Krise redet statt in der Krise bereits sich zu verfangen. Und er erweitert sein Thema umgehend dahingehend, dass vielfach Krisen und Notstände durchaus mit einer Form skeptischer Überlegungen im Vorfeld verhindert hätten werden können, wie er am Beispiel der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko wunderbar vor Augen führt. Wenn man denn bereit gewesen wäre, wahrhaftig und skeptisch im Vorfeld die Dinge diskursiv zu betrachten statt mit einem Gefühl des „wird schon gut gehen“ immer erstmal einfach zu machen. Skepsis aber braucht das „Selbstdenken“ und hier wird es schwierig, wie er konstatiert, in einer Zeit, die das „Selbstdenken“ an professionelle „Aufklärer“ delegiert. So gerüstet und grundgelegt wendet er sich im weiteren Verlauf des Buches seiner Aufforderung zum Selbstdenken und zur gesunden Skepsis zu. Weist auf diesem Wege auf, dass der Mensch zugleich Pionier und Vorwärtsgehender, damit ins Risiko gehender ist, aber auch ein Besorgter, nach Sicherheit verlangender Charakter. Und dies in der Zeit der Moderne, die durch eine beständige Aufbruchstimmung in beschleunigter Zeit gekennzeichnet ist und damit eine quasi immerwährende Krisendrohung in den Raum setzt. Der Mensch ist mittlerweile ein Krisenwesen und ob der Schnelligkeit der Veränderungen eben subjektiv immer im Angesicht von Krisen vorzufinden. Was also bleibt ist die skeptische Prüfung vermeintlichen Krisenwissens. Erst in Relation gesetzt zu dem, was aktuell als „Normalzustand“ zu gelten hat (rasche Veränderungen und daher höhere Schnelligkeit, auch bei Krisen, zudem verschiedene „Normalitäten“, je nach Standpunkt der Redenden), erst nach zudem einer skeptischen Diagnose und nach Einbeziehung von Kausalmodellen, bekommt ein Wissen um und über eine Krise einen Sinn. Mit einer klugen Argumentation widerspricht Schulze in seinem Buch nachvollziehbar einem rein emotionalen Reagieren auf Krisen und dagegen, dass sich ein Pathos gegen einen skeptischen Diskurs beständig durchsetzt und mit seiner emotionalen Wucht das als kleinlich angesehene Pro und Contra betrachten eines Vorfalles ständig einfach überrollt. Gerhard Schulze hält ein ruhiges, überzeugendes und beruhigendes Plädoyer für die Kraft des Diskurses und die Berechtigung des Zweifels, der sich den besten Argumenten, nicht der emotionalen Wucht zu guter Letzt anschließt. Und ein Plädoyer zum Selbstdenken angesichts der mannigfaltigen Redebeiträge und Talkshows oft selbsternannter Experten.

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