Gerhard Schweizer

 4.4 Sterne bei 25 Bewertungen
Autor von Syrien verstehen, Islam verstehen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gerhard Schweizer

Gerhard Schweizer, 1940 in Stuttgart geboren, studierte an der Universität Tübingen Germanistik, Geschichte, Politik und promovierte bei Hermann Bausinger in Empirischer Kulturwissenschaft. Er lebt als freier Schriftsteller in Wien. Seit 1960 erkundet Gerhard Schweizer auf seinen Reisen insbesondere den islamischen, indischen und fernöstlichen Kulturraum. Schwerpunkt seiner Publikationen bildet der weitgespannte Kulturvergleich von Orient und Okzident. Seine Sachbücher – unter ihnen etliche Bestseller – verdanken ihren Erfolg vor allem den anschaulich erzählten persönlichen Erlebnissen. Mit »Unruhe. Geschichte einer Jugend« gibt der Globetrotter sein Romandebüt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gerhard Schweizer

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Syrien verstehen (ISBN: 9783608949087)

Syrien verstehen

 (10)
Erschienen am 06.05.2018
Cover des Buches Islam verstehen (ISBN: 9783608981001)

Islam verstehen

 (7)
Erschienen am 28.10.2018
Cover des Buches Türkei verstehen (ISBN: 9783608962017)

Türkei verstehen

 (5)
Erschienen am 25.11.2016
Cover des Buches Pilgerorte der Weltreligionen (ISBN: 9783843600699)

Pilgerorte der Weltreligionen

 (1)
Erschienen am 12.10.2011
Cover des Buches Mit offenem Blick (ISBN: 9783608963779)

Mit offenem Blick

 (1)
Erschienen am 22.08.2020
Cover des Buches USA 2010 - Southern border (ISBN: 9783844298734)

USA 2010 - Southern border

 (0)
Erschienen am 18.06.2014
Cover des Buches Schlaganfall (ISBN: 9783844298024)

Schlaganfall

 (0)
Erschienen am 11.06.2014

Neue Rezensionen zu Gerhard Schweizer

Neu
E

Rezension zu "Mit offenem Blick" von Gerhard Schweizer

Der Blick auf das Fremde
evaczykvor 8 Tagen

 In seinem Buch "Mit offenem Blick" hat Gerhard Schweizer zu einem Rundumschlag zum Thema unterwegs sein ausgeholt, einschließlich der Reflektion eigener Reiseerfahrungen in mehr als vier Jahrzehnten und dem Wandel des Reisens. Zugegeben, ich hatte zunächst eine andere Vorstellung zu dem Buch, erwartete eine Auseinandersetzung mit Kulturschocks und der Sensibilisierung für die anderen Sichtweisen in bereisten Regionen, gerade in völlig anderen Kulturkreisen.

Dabei schilderte Schweizer allerdings zuerst seinen eigenen Blick, bei frühen Reisen etwa nach Nordafrika und Asien in einer Zeit, als die meisten Menschen in Deutschland allenfalls von einem Sommerurlaub an der Adria träumen konnten und Fernreisen für die Mehrheit der Menschen ein Ding der Unmöglichkeit war - entweder finanziell oder aus Zeitgründen. Da war ein Rucksackurlaub etwa nach Marokko noch etwas völlig Exotischen - und Exotik erwartete auch der junge Schweizer: Eben Menschen in traditioneller Kleidung, enge Kasbah-Straßen, verfallende Häuser wurden von dem jungen Reisenden als malerischempfunden und ein wenig rümpfte er die Nase, wenn ein einheimischer Reiseführer auf neue, moderne Stadtviertel hinweist, eine Vorliebe für "westliche"Kleidung zeigt. Kurz: Genau die Welt bewundert, der der Reisende eigentlich entfliehen will.

Und auch in späteren Jahren ist der Reisende enttäuscht, wenn Modernisierung die "Exotik" abhanden kommt, mokiert er sich über die Ortsansässigen, die sich von ihrer traditionellen Lebensweise entfernt haben und den Anschluss an die - überall gleich langweilige ? - Moderne vollziehen.  Und klar, es darf auch nicht die Abgrenzung zu den Europäern oder gar Landsleuten fehlen, die dann in späteren Jahren ebenfalls in den gleichen Gebieten unterwegs sind, nur eben nicht monate lang - puh, Touristen, bäh!

Da musste ich dann doch grinsen, denn da der Autor ein paar Jahrzehnte älter ist als ich habe ich zwar die frühen Rucksackreisenden auf Hippie Trail usw nicht erlebt, bin in Südostasien aber später auf ähnliche Spezies gestoßen, die sich - mitunter leicht arrogant - als "Reisende" bezeichneten und keinesfalls Touristen sein wollten. Wer wie ich nur fünf, sechs Wochen mit dem Rucksack unterwegs war, wurde leicht abschätzig behandelt. Ist ja auch zu blöd, keine reichen Eltern im Hintergrund zu haben und einer bezahlten Beschäftigung nachgehen zu müssen, um sich das Reisen leisten zu können. 

Was ich seinerzeit allerdings nie verstand war, warum eben diese Traveller dann mit Vorliebe in Backpacker Kneipen hockten, mit dem immer gleichen Essen in jedem Land, den immer gleichen Typen und den Einheimischen als Servicekräften. Oder warum sie so wenig Sensibilität für die lokalen Befindlichkeiten hatten, dass Tank Top und Shorts auch in Regionen getragen werden müssen, wo die Kleidergewohnheiten eher zur Ganzkörperbedeckung  tendierten. Wobei da wieder die Frage nach dem "offenen Blick" aufkommt.

In Schweizers Buch ist davon wenig die Rede, wohl aber von der Frage, wie Tourismus auch zum Erhalt lokaler Kulturen beitragen kann oder sie sogar, Beispiel Nepal, vor der Zerstörung durch übereifrige moderne Stadtplaner schützen kann. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Reisen aus Neugier oder als Freizeitbeschäftigung im Gegensatz zu Migration, die aus der Notwendigkeit geboren wurde - seien es die Auswanderer im 19. Jahrhundert. seien es die türkischen "Gastarbeiter", denen der Autor in den 60-er Jahren in Zügen nach Südosteuropa begegnete, seien es die Flüchtlinge und Migranten der Gegenwart. Wie verändern diese globalen Bewegungen die Herkunfts- und die Ankunftsgesellschaft? Wie breiten sich globale Trends immer mehr aus, sorgen moderne Kommuikationsmittel und soziale Medien für ein völlig verändertes Unterwegssein?

Eine "Anleitung" zur Auseinandersetzung mit fremden Kulturen gibt "Mit offenem Blick" nicht, wohl aber die eine oder andere Denkanregung und Überlegung zum Zusammenleben in einer pluralistischen multikulturellen Gesellschaft mit ihren Herausforderungen und Chancen. Aber das ist vielleicht auch ganz gut so. Denn den offenen Blick erreicht man sicherlich am besten durch den eigenen Aufbruch.

Kommentieren0
0
Teilen
N

Rezension zu "Türkei verstehen" von Gerhard Schweizer

Fundiert, gut.
nicekingandqueenvor 10 Monaten

"Türkei verstehen" ist nach "Die Türkei" aus dem Jahr 2008 Schweizers zweites Buch über die Türkei. Daher gibt es wirklich sehr viele Parallelen. Teilweise liest sich das Buch wie eine Wiederholung. Schade. Wenn er bei diesem Buch sich mehr ausschließlich auf die neuen Erschließungen in den Jahren zwischen 2008, dem Erscheinen seines ersten Buchs über die Türkei bis 2016 fokussiert hätte, wäre das sicherlich besser gewesen - für den Leser, der sich bei dem zweiten Buch ein wenig irritiert fühlt, da er fast alles schon aus dem ersten Buch kennt, als auch für die Umwelt, da umsonst Bäume gefällt werden mussten.

Sollten Sie dagegen das erste Buch nicht kennen, so empfehle ich ausschließlich dieses Buch zu kaufen.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Syrien verstehen" von Gerhard Schweizer

Geschichte, Gesellschaft und Religion
yellowdogvor 3 Jahren

Man muss hohen Respekt haben, wie gründlich und umfassend der Autor über Syrien, den Menschen dort und der Geschichte des Landes geschrieben hat. Er geht dabei weit zurück, bis ins Mittelalter, schreibt über das Wesen des Islams, Herrscher Syriens wie Saladin und auch über das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Ländern, Libanon, Jordannien oder vergleicht z.b. mit Türkei oder Ägypten.
Wesentlich die Passagen über die Baath-Partei und ihr Vorgehen. Interessant der Abschnitt über die Rechte der Frauen in Syrien, auch im Vergleich zu anderen arabischen Ländern.

Es sollte aber klar herausgestellt werden, dass der Kern des Buches schon von 1998 ist und für die vorliegende Ausgabe überarbeitet und erweitert wurde. So sind die Abschnitte über Syriens Bürgerkrieg, dem Islamischen Staat, der Zerstörung von Weltkulturerbe wie z.B. in Palmyra und den Flüchtligsströmen nach Europa zum Buch hinzugekommen und nehmen nicht unbedingt den Schwerpunkt ein. Das letzte Verstehen der Entwicklung der letzten Jahre bleibt aus. Das kann man aber nicht dem Autor direkt anlasten. Vieles an dem jetzigen Syrienzustand kann man nicht nachvollziehen und zu Recht wundert man sich, warum Bashar al Assad von einem Erneuerer, der den Damaszener Frühling einleitete, Demokratisierung und mehr Frauenrechte versprach, zu einem so schlimmen Diktator und Massenmörder werden konnte.

Gerhard Schweizer hat ein ansprechendes, gut verständliches Buch geschrieben, dass sich in die Reihe über Länder (Iran verstehen, Türkei verstehen, Islam verstehen etc) einfügt.

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 59 Bibliotheken

auf 5 Wunschzettel

von 5 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks