Gerhard Seyfried Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer

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Inhaltsangabe zu „Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer“ von Gerhard Seyfried

Der Aufstand der Boxer

Peking im Jahr 1900. Der deutsche Botschafter wird auf offener Straße erschossen - der Beginn zum Aufstand des Geheimbunds der "Boxer". Tausende von Aufständischen wollen das Diplomatenviertel stürmen. Unter den Belagerten befindet sich auch die Familie des Kaufmanns Leck. Sein Sohn ist vor wenigen Tagen bei einem Ausflug zur chinesischen Mauer verschwunden - wahrscheinlich wurde er entführt. Fünfundfünfzig Tage müssen die Belagerten unter immer dramatischeren Umständen ausharren und um ihr Leben fürchten.

"Seyfrieds Roman lässt uns die deutsch-chinesische Geschichte und damit auch das moderne China besser verstehen. Ein spannender Roman." RBB

Peking, 1900. Baron von Ketteler, der deutsche Botschafter, wird auf offener Straße erschossen - der Beginn des Aufstands des fremdenfeindlichen Geheimbunds der chinesischen "Boxer". Kirchen gehen in Flammen auf, Christen werden massakriert. Das chinesische Kaiserhaus gibt sich entsetzt, tut aber nichts. Unter den im Diplomatenviertel Belagerten gehört die Familie des Kaufmanns Leck, dessen Handelsimperium in der deutschen Kolonie Tsingtau gerade zu florieren begann. Minutiös recherchiert und großartig geschrieben - das erste große Epos über Deutschlands koloniale Vergangenheit und den Boxeraufstand.

"Seyfried berichtet aus einer Epoche, über die hierzulande noch immer viel zu wenig gesprochen wird." NDR

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  • Zwischendurch etwas zäh, aber interessant

    Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer

    Jisbon

    07. October 2017 um 06:35

    In "Gelber Wind" erzählt Seyfried die Geschichte von mehreren europäischen Charakteren, die sich 1900 zum Zeitpunkt des sogenannten Boxeraufstandes in China aufgehalten haben. Die Bewegung richtete sich vor allem gegen die ausländischen Besatzer und ging auf das imperialistische Handeln zurück, mit dem China immer mehr in seiner Unabhängigkeit eingeschränkt worden war. Obwohl der Autor ausdrücklich betont, dass er nicht versuchen werde, die chinesische Perspektive der Vorkommnisse wiederzugeben, ist es ihm gelungen, diese Motivation gut herauszuarbeiten. Trotz der Grausamkeiten, die den Ausländern und chinesischen Christen angetan werden, hat er gezeigt, dass die Chinesen ebenfalls Opfer sind, in Bezug auf die Vergangenheit und was den Umgang mit den Aufständischen angeht.   Die Geschichte ist im Präsens geschrieben. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich an diese doch eher ungewohnte Erzählzeit gewöhnt hatte, doch ich fand, dass auf diese Art eine gewisse Unmittelbarkeit der Geschehnisse vermittelt wurde, was mir gefallen hat. Dadurch, dass die Protagonisten in verschiedenen Verhältnissen leben und zu den Kriegshandlungen einen jeweils anderen Bezug haben, kann Seyfried ein rundes Bild der Ereignisse zeichnen und nicht nur die schwere Situation im Belagerungszustand und die Angst, sondern auch die Befreiungstaktiken und die Reaktionen in Deutschland schildern. Dabei hat er immer deutlich herausgearbeitet, wie die Charaktere sich fühlen und die Situation wurde nie beschönigt. Die furchtbare Lage und die Entbehrungen, ganz zu schweigen von den Auseinandersetzungen und den Todesopfern, wurden ausgiebig, aber nicht zu detailliert geschildert. Dazu kamen persönliche Dramen und Konflikte, die gut mit dem übergreifenden Thema verknüpft wurden.   Obwohl ich die Charaktere und die Handlung interessant fand und der Autor die historischen Tatsachen gut mit den fiktiven Erlebnissen der Figuren zusammengeführt hat, war das Buch für mich zwischendurch etwas zäh und trocken. Dies lag unter anderem daran, dass sehr viele Daten eingearbeitet wurden und ich dadurch das Gefühl hatte, dass die Geschichte nicht richtig voranging. Davon abgesehen hat das Buch mir gefallen. Es ist ein umfassender Bericht über die Ereignisse in China im Jahr 1900, der Fakten und Fiktion gut vermischt und sich zwar auf die europäische Sicht konzentriert, zugleich aber auch die andere Seite beleuchtet.

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  • Geschichtsstunde

    Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer

    Arun

    Gelber Wind oder der Aufstand der Boxer von Gerhard Seyfried Ein historischer Roman, der uns nach China im Jahre 1900 führt. Inhalt. Im Laufe der Kolonialpolitik befinden sich Abordnungen vieler europäischer Länder, dazu noch die USA und Japan im Reich der Mitte. Alle sind bestrebt ein Stück vom Kuchen zu erhaschen, sprich sich Häfen, Handelsniederlassungen, Ländereien und Rohstoffe zu sichern. In dem riesigen Land befinden sich vor allem in den Küstenregionen Gebiete, die von den ausländischen Mächten okkupiert wurden und mit Handelsposten, Militärs und Missionaren bestückt sind. In der Kaiserstadt Peking befindet sich das Diplomatenviertel mit den Botschaften und Vertretungen der auswärtigen Mächte. China selbst wird formal von einer Kaiserin regiert, doch innenpolitisch ist das Reich zerstritten und geschwächt. Es gärt im Land und die Ablehnung der fremden Mächte nimmt immer größere Ausmaße an. Geschürt durch Hetzkampagnen kommt es durch den Geheimbund der „Boxer“ im Jahr 1900 zu einem Aufstand gegen alles Fremde. Besonders im Gesandten Viertel von Peking spitz sich die Lage zu. Die Aufständischen wollen das Diplomatenviertel stürmen doch die Belagerten wehren sich dagegen. Meine Meinung. In diesem Roman der eine fiktive Handlung mit historischen Ereignissen geschickt verknüpft erfahren wir einiges von dem Leben und der Politik in China sowie auch von den dort involvierten Ländern zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Überaus kenntnisreich und gut recherchiert bietet uns der Autor ein Bild der damaligen Zeit. Handlungsschwerpunkte sind vor allem Peking mit seinem Diplomatenviertel, Tsingtau Hauptstadt des deutschen Pachtgebietes Kiautschou und Berlin mit seinen Menschen und der politischen Führung. Vor allem die Stimmungen von Kaiser, Reichstagsabgeordneten, Militärs und Zivilbevölkerung fand ich vorzüglich eingefangen. Der Autor scheint ein Kenner der Materie zu sein, Dienstgrade, Bewaffnung, Ausrüstung, taktische Hintergründe, Kampfhandlungen die auch Übergriffe, Gräueltaten und Massaker einschließen, geschäftliche Verbindungen und gesellschaftliche Stellungen sowie vieles mehr werden beschrieben. All dieses wirkt vollkommen authentisch. Fazit. Viele werden schon mal den Ausdruck „Boxeraufstand“ gehört oder gelesen haben, wer dazu Näheres wissen möchte, sollte unbedingt zu diesem hervorragenden Roman greifen. In diesem Buch wird dieses Thema aufgearbeitet und vertieft, für jeden Geschichtsinteressierten eine klare Leseempfehlung. Übrigens liegt von dem Autor noch ein Buch zur deutschen Kolonialgeschichte in Südwest-Afrika mit dem Namen „Herero“ vor.

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    • 12

    Gulan

    02. August 2015 um 18:57
    Arun schreibt Danke für den Hinweis. Schau dir mal den letzten Satz in meiner Rezension an.

    Sorry, das kommt davon, wenn man zu früh vom Lesen abschaltet...;)

  • Rezension zu "Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer" von Gerhard Seyfried

    Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer

    HeikeG

    12. August 2008 um 12:44

    "Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht." Diesen berühmt-berüchtigten Satz verkündete Kaiser Wilhelm II. zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in seiner Hunnenrede, mit der er die deutsche "Schutztruppe" - ein Begriff, der auch heute noch aktuell ist - nach China entsandte, um das von Aufständischen belagerte Diplomatenviertel Pekings "aufzuräumen". "Wie vor 1000 Jahren die Hunnen sich einen Namen gemacht haben, so möge der Name Deutscher auf 1000 Jahre durch euch in einer Weise bekannt werden, dass niemals wieder ein Chinese wagt, einen Deutschen auch nur scheel anzusehen." Die Soldaten nahmen Wilhelm wörtlich, und seit der "Hunnenrede" galt der Name als Synonym für deutsche Zerstörungswut. Mitten in der Zeit der Opiumkriege, nach einer offiziellen Kriegserklärung Chinas gegen die Westmächte, bekämpfen die "Boxer" - Mitglieder des chinesischen Geheimbundes Yi-he quan ("Faust für Recht und Einigkeit") - unterstützt durch die Kaiserin-Witwe Tzu Hsi, die christliche Missionierung und gewaltsam übergestülpte Modernisierung und Industrialisierung mit ihrer einhergehenden Zerstörung von Traditionen durch die Kolonialherren: "Man hat dann angefangen, Eisenbahnen zu bauen; Webereien und Fabriken und Dampfschifffahrt eingeführt", so Gerhard Seyfried. "Es haben Abertausende von Chinesen die Arbeit dadurch verloren. Das sind alles Leute, aus denen sich die Boxerbewegung rekrutiert hat." Gerhard Seyfried, der in den 70er und 80er Jahren als Cartoon-Zeichner berühmt wurde, hat daraus einen opulenten Roman gemacht, der den Leser die deutsch-chinesische Geschichte, vielleicht sogar das heutige China, besser verstehen lässt. Der Autor beleuchtet in diesem akribisch recherchierten und detailliert beschriebenen Roman die historischen Ereignisse abwechselnd aus der Sicht von vier Deutschen, einer Frau und dreier Männer: Arletta Lind, die auf Grund einer Stellenanzeige als Privatlehrerin zur Kaufmannsfamilie Lenk ins Reich der Mitte kommt, Ferdinand Roeder, ein auf der Flucht vor einer unglücklichen Liebe und gerade von seiner Opiumsucht geheilter Auslandskorrespondent, Max von Reichenow, ein junger adliger, aber verarmter Marineoffizier und der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Janus Ballhaus. Beschaulich und (noch) ruhig - am 3. Oktober 1899 - beginnt Seyfrieds Roman, doch schon bald überschlagen sich die Ereignisse und finden, nach schon lange schwärenden Konflikten und der Ermordung des deutschen Diplomaten Freiherr Klemens von Ketteler, im Sommer 1900 zu ihrem unrühmlichen Höhepunkt. Dem Autor gelingt mit seinem Roman ein Spagat zwischen historischem Dokument - der 55tägigen Belagerung des Botschaftsviertels in Peking - und einer fiktiven Geschichte. "Gelber Wind", so nennen die Chinesen übrigens den mongolischen Sandsturm, der regelmäßig Peking in eine gelbe Staubwolke einhüllt, ist ein wortreicher und detailversessener, manchmal sentimentaler, dann wieder schockierender, von Zeit zu Zeit mit wunderbarem Lokalkolorit aufwartender, im Präsens erzählter Roman, der jedoch sprachlich so manches Mal haarscharf an der Grenze der Trivialität und Kolportage vorbeischrammt. Ergänzt wird das Buch durch ein ausführliches Glossar und eine Liste weiterführender Literatur zum Boxeraufstand, zum alten China und zur deutschen Kolonialgeschichte. Fazit: Gerhard Seyfried ist ein solider, spannender und lebendig erzählter sowie leicht zu lesender Historienroman gelungen, der an ein Stück deutsche (Kolonial-)Geschichte erinnert. Stilistisch spielt er jedoch keineswegs in der literarischen Oberliga.

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