Gerhard Tötschinger Sherlock Holmes und das Geheimnis von Mayerling

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Inhaltsangabe zu „Sherlock Holmes und das Geheimnis von Mayerling“ von Gerhard Tötschinger

Eine literarische und kriminalistische Spurensuche. Was geschah wirklich mit Kronprinz Rudolf in jener Nacht vom 19. auf den 30. Jänner auf Schloss Mayerling? Der große Detektiv und sein ständiger Begleiter, Dr. Watson, finden sich plötzlich mitten im Geschehen, obwohl sie doch aus ganz anderen Gründen nach Österreich gekommen waren. Heuer wäre der Kronprinz hundertfünfzig Jahre alt - das regt an. Aus einer Vielzahl von Informationen lässt der Autor Historisches und Fiktion ineinander verfließen. Den historischen Blick auf das Unglück hinter sich lassend, entdeckt Sherlock Holmes verblüffende Beweise, die den Tod des Kronprinzen neu beleuchten. Voll atmosphärischer Details und historischer Genauigkeit beschreibt Gerhard Tötschinger die Zeit der Wiener Jahrhundertwende, die Politik, die Schauplätze sowie natürlich die berühmten Charaktere jener Epoche und versetzt seine Leser von der ersten Seite an in Spannung

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  • Wie eine Fiaker-Fahrt mit lahmen Pferd

    Sherlock Holmes und das Geheimnis von Mayerling
    Stefan83

    Stefan83

    09. October 2011 um 12:19

    Als großer Liebhaber der Geschichten um Sherlock Holmes komme ich nicht umhin, auch die Nacherzählungen, die so genannten Pastichés mit Hingabe zu sammeln. Umso mehr freute es mich, "Sherlock Holmes und das Geheimnis von Mayerling" von meiner Freundin geschenkt zu bekommen, welches schon wegen des Covers eine schöne Lektüre im typischen Stile Sir Arthur Conan Doyles erwarten ließ. Nach Beendigung des Buches ist diese anfängliche Begeisterung jedoch zu großen Teilen in Enttäuschung umgeschlagen, denn Autor Gerhard Tötschinger schafft es in keinster Weise den Geist und den Ton des Originals zu beleben bzw. die Figuren ihren Vorgaben entsprechend zu zeichnen. Ein große Chance, die hier verpasst wurde, sind doch die mysteriösen Umstände um den Tod des österreichischen Kronprinzen Rudolf eigentlich prädestiniert für eine gute Kriminalgeschichte. Die Handlung sei schnell angerissen: London im September des Jahres 1888. Dr. John Watson ist mit den Vorbereitungen seiner Hochzeit und der Einrichtung seiner eigenen Praxis in Paddington beschäftigt, als ihn ein Brief aus Feldkirch in Voralberg erreicht. Dort, wo er in seiner Jugend auf Wunsch des Vaters für zwei Jahre die deutsche Sprache lernte, findet nun das Klassentreffen des Maturajahrgangs von 1878 statt. Watson, der ohnehin seine Kontakte in Kreisen der Wiener Ärzte erweitern will, nimmt die Einladung dankend an. Gemeinsam mit seinen alten Freunden, darunter Heinrich Schellenberg, der mittlerweile ebenfalls Arzt ist, verlebt er ein paar schöne Tage in Feldkirch und Wien, wobei er jedoch nicht umhin kommt, die deutschnationalen Strömungen zu bemerken, welche den liberalen Aktivitäten des Kronprinzen mehr als ablehnend gegenüberstehen. Was er nicht weiß: Zur selben Zeit hält sich auch Sherlock Holmes in Österreichs Hauptstadt auf, um dort seine Geige in Reparatur zu geben. Gemeinsam zurück lachen die zwei Freunde über diesen Zufall, bis Anfang 1889 ihnen ein weiterer Brief aus Wien die Freude verdirbt. Heinrich Schellenberg bittet um dringende Rückkehr und die Anwesenheit von Holmes. Ein Teil seiner Freunde, das so genannte Komitee, scheint unter Führung des geheimnisvollen X ein Attentat zu planen. Das Ziel ist der Kronprinz... Hervorragend, denkt der Holmes-Fan und reibt sich begeistert die Hände ob der Vorstellung, dass nun Sherlock Holmes die Ermittlungen der Tragödie von Mayerling aufnimmt, um mittels deduktiver Logik die wahren Täter zu überführen. Leider tritt nichts davon ein. Mehr als die Hälfte des Buches ist alles andere als ein Kriminalroman, vielmehr eine zeitgenössische Milieustudie Wiens, in der auf die kulinarischen und kulturellen Kostbarkeiten ebenso detailliert eingegangen wird, wie auf die politisch angespannte Situation zwischen Österreich und dem Deutschen Reich. Im Mittelpunkt steht Dr. Watson, der Wiener Caféhäuser, Fiaker-Fahrten und den Anblick schöner Frauen genießt, bis es der Leser nicht mehr hören kann. Nicht-Wienern und Nicht-Österreichern wird bei diesem langatmigen Gefasel eine gehörige Portion Geduld abverlangt. Wenn Holmes dann überhaupt auftaucht, bleibt die Figur erschreckend blass und überlässt anderen das Handeln. Kostproben seines genialen Geistes, Spurensuche oder gar ein Anfall von Langeweile? Fehlanzeige. Der große Detektiv genießt das laue Leben und frönt der Lust am Verkleiden, während rings um ihn herum Morde geplant und ungesühnt ausgeführt werden. Ermittelt wird nichts. Dafür erfahren wir viel über Georg von Schönerers antisemitische Parolen, den aufkeimenden Deutschnationalismus und das Treiben im Wiener Rotlichtmilieu. Für Historiker äußerst erhellend, als Unterhaltungslektüre aber so kurzweilig und spritzig wie eine Fiaker-Fahrt mit lahmen Pferd. Null Spannung, eine schwach konstruierte Handlung und unbeholfener Witz zerstören hier eine eventuell fesselnde Geschichte bereits im Ansatz. Das wir überhaupt erst nach 250 Seiten (257 Seiten hat das Buch) den Schauplatz Mayerling erreichen, setzt dem ganzen Schmarrn schließlich die Krone auf. Insgesamt ist "Sherlock Holmes und das Geheimnis von Mayerling" ein Pastiché, welches der geneigte Holmes-Freund mal getrost nicht gelesen haben muss und in dem der große Detektiv nur eine äußerst kleine Rolle spielt. Schade um das, meiner Meinung nach für so wenige Seiten, viele Geld.

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