Gerhart Hauptmann Der Ketzer von Soana

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Inhaltsangabe zu „Der Ketzer von Soana“ von Gerhart Hauptmann

Erzählung. Ein katholischer Priester verliebt sich in die Tochter eines des Inzests bezichtigten Bauernpaares. (Quelle:'Fester Einband/01.01.1996')

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  • Rezension zu "Der Ketzer von Soana" von Gerhart Hauptmann

    Der Ketzer von Soana

    sabisteb

    23. November 2012 um 18:24

    Priester verliebt sich in Minderjährige. Als der Autor dieser Geschichte Sommerurlaub im Tessin macht, begegnet er einem seltsamen Hirten. Dieser Hirte namens Ludovico ist gebildet, trägt Brille und wird von allen nur „Der Ketzer von Soana“ genannt. Von Neugierde getrieben setzt der Autor alles daran das Vertrauen des Hirten zu erringen, bis dieser ihm eine seltsame Geschichte erzählt. Der Hirte erzählt von einem Jungen Priester namens Raffaele Francesco. Dieser junge Priester wolle Zeit seines Lebens nie etwas anderes sein, als ein Diener Gottes. Geboren in Ligornetto erhält er die Gemeinde Soana als zugewiesen. Die Bewohner sind von seiner Frömmigkeit hingerissen, die Frauen himmeln ihn an und er nimmt seine Berufung sehr ernst. So gibt es in seinem Bezirk eine Familie, die von allen verstoßen wurde, Bruder und Schwester Scarabote in Erbsünde vereint zeugten mehrere Nachkommen der Blutschande. Diese Begegnung verändert das Leben des Priesters schlagartig, er, der ein Leben der Keuschheit geführt, der nur für Gott gelebt hatte, erfährt das Wunder der Liebe auf den ersten Blick. Agata ist erst 15. Wow, bisher waren beine Erfahrungen mit Gerhart Hauptmann durchwachsen bis gesetzt. Das Buch ist ein ganz anderes Kaliber. Hier geht es um einen Priester, der sich zum ersten Mal in seinem Leben verliebt. Unerfahren in diesen Dingen, die man normalerweise als Teenager hinter sich bringt, weiß er zunächst nicht, wie ihm geschieht. Er glaubt sich von Dämonen versucht, er hat erotische Träume (von Priesterinnen, die es mit Priestern in heiligen Grotten treiben „herzerstarrende Schmerzensschreie der Priesterinnen übertonen, die an den Qualen der Lust dahinstarben“), er kasteit sich, erbeichtet und findet doch keine Ruhe. Die Darstellungen der weiblichen Nacktheit beginnen ihn zu verlocken, seine ersten Erfahrungen macht er, als er Skulpturen seines verstorbenen Onkels, der Bildhauer war, heimlich berührt, und zwar an unschicklichen Stellen wie unter der Brust. Das Buch ist eine einzige Selbstzerfleischung des von der ersten Liebe geplagten jungen Priesters und voller sexueller Anspielungen. Nach der ersten Begegnung mit Agata macht er ein Päuschen, um sich zu erholen und wird von einem Bock angegangen, während dessen Ziege das Brevier vertilgt. Symbolisch ist hier schon alles vorweggenommen, was noch kommen wird. Hauptmann spielt mit Anzüglichkeiten, deutet aber immer nur an, wird nie direkt und hält dennoch das ganze Buch über eine erotische Spannung. Teils sind es nur wenige Worte wie „die feuchte Röte der Lippen in der Glut des Granatapfels“, und „ihre Augen eine gewisse feuchte, überdrängende Zärtlichkeit.“ Die Bettszene ist sehr, sehr dezent und regt die Fantasie mehr an, als es Shades of grey je könnte „Mitten im überirdischen Rausch des Genusses empfand der Jüngling mit stechendem Schmerz die Vergänglichkeit, im Genuß des Besitzes die Qual des Verlustes […] Aber das alles war mehr, als Genuß, vielmehr etwas, was auszudrücken Menschliche Sprache nicht hinreichend ist. “ Und dann, im nächsten Abschnitt, nach den höchsten Wonnen, „Francesco las pünktlich am Morgen die Frühmesse.“ Wenn das mal kein Witz, keine Ironie und keine Kritik an den ach so keuschen Priestern ist. Bissig, aber nie direkt geht Hauptman hart mit den katholischen Priestern, die die Natur und die Liebe verleugnen ins Gericht. Hart an der Grenze zu gehobener erotischer Literatur, das hätte ich Hauptmann wirklich nicht zugetraut.

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  • Rezension zu "Der Ketzer von Soana" von Gerhart Hauptmann

    Der Ketzer von Soana

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. July 2009 um 20:21

    Alles in allem ziemlich trostlos und öde mit klassischer Rollenverteilung einer Femme fatale Geschichte des Fin de siècle. Agata, die unentrinnbare "Sünderin" verleitet den armen, hilflosen Priester zum Sündigen. Francesco, der im eigentlichen Sinne der wahre Lustmolch ist, erfährt vom Erzähler keine Rüge oder dergleichen, kann ohne Kommentar sich an das junge Mädchen ranschmeißen, wird sogar als vorbildlich dargestellt. Agata hingegen, die durchweg passiv bleibt und eigentlich nichts tut, um Aufmerksamkeit zu erregen, wird als allmächtige Verführerin verurteilt. Pah!

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