Gerhart Hauptmann Die Hochzeit auf dem Buchenhorst. Erzählung

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Inhaltsangabe zu „Die Hochzeit auf dem Buchenhorst. Erzählung“ von Gerhart Hauptmann

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  • Rezension zu "Die Hochzeit auf dem Buchenhorst. Erzählung" von Gerhart Hauptmann

    Die Hochzeit auf dem Buchenhorst. Erzählung

    sabisteb

    18. November 2012 um 18:39

    Jena 1882. In traulicher Runde finden sich einige Studenten immer wieder zusammen, nur eine Freundschaft übersteht die Studienzeit, jene des Erzählers mit dem exzentrischen Dietrich Kühnelle. Bald tritt zu diesem Bund ein dritter, Haspel, ein angehender Komponist. Die drei jungen Männer unternehmen zunächst viel gemeinsam, sie wandern nach Meißen, wo sie Haspels Angebetete kennenlernen, ein hübsches Fünfzehnjähriges Mädel. Aber auch im Hause der Verlobten des Erzählers sind Haspel und Kühnelle, die immer fröhlichen Klaviervirtuose gern gesehen. Als Terese, die Schwester der Verlobten des Erzählers, sich in Kühnelle verliebt und eine recht komplizierte Beziehung mit diesem beginnt, kühlt die Freundschaft der drei jungen Männer langsam ab. Man verliert sich aus den Augen. Der Erzähler heiratet, erkrankt, wird Vater und hat andere Sorgen, als sich um die komplizierte Beziehung seiner Schwägerin mit einem seiner Freunde zu befassen. „Die Hochzeit auf Buchenhorst“ ist teilweise wohl von Hauptmanns eigenen Jugendereignissen inspiriert und teilweise wohl auch autobiographisch. Er wird sich wohl mit dem unbenannt bleibenden, zwanzigjährigen Erzähler identifiziert haben. Das Büchlein, das fast schon eher unter Kurzgeschichte fällt, beschreibt stimmungsvoll die Jugendzeit, das Ende des Studiums, erste Schritte ins (Ehe-)Leben und die Suche nach den eigenen Talenten. Der Erzähler liebt die Kunst, er versucht sich als Bildhauer, er bereist Italien, wozu er sich letztendlich entscheiden wird, bleibt im Dunkeln. Der Erzählstrang um das Schicksal Teresas, der Schwägerin des Erzählers, ist fast schon Chick-Lit. Sie liebt Kühnelle, der wohl am ehesten als manisch depressiv mit einem Hauch von Verfolgungswahn bezeichnet werden kann. Schon zu Anfang beschreibt er seine Kindheit als Qual, er empfand es als Grausam, wie er in der Schule geformt, seine Ansichten gebrochen und angepasst werden sollten. Der Erzähler erfährt irgendwann, dass die Familie Kühnelles eigentlich sehr nette, normale Leute sind, und hofft daher, dass Kühnelles Selbsteinschätzung so falsch wie jener seiner Familie ist. Teresa hingegen will Kühnelle vor allem eines: retten. Sie bedrängt ihn und hat ihn schließlich tatsächlich endlich so weit, dass er sich mit ihr verlobt. Auch das: klassisch. Die Frau kämpft gegen alle Widerstände für eine aussichtslose Liebe. Prinzipiell passiert in dieser Erzählung nicht viel. Sie ist ein wehmütiger Rückblick eines alten Mannes auf die Jugend. Der Erzähler schwelgt in Erinnerungen, das aber sehr gekonnt und extrem Stimmungsvoll, voller zeitgenössischem Lokalkolorit. Das Sein der Freundschaft, das geistige Werden und Wachsen darin, ist das größte Gnadengeschenk, das jungen Leuten zuteil werden kann.

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