Gerhart Honig Morden ohne Risiko

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Inhaltsangabe zu „Morden ohne Risiko“ von Gerhart Honig

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  • Rezension zu "Morden ohne Risiko" von Gerhart Honig

    Morden ohne Risiko
    rumble-bee

    rumble-bee

    12. July 2010 um 11:00

    Inwiefern eine Rezension für dieses Büchlein, das gerade mal 100 Seiten stark ist, Sinn macht, ist wohl fraglich. Denn diese Ausgabe stammt aus den 70er Jahren, und ich habe keine Ahnung, ob das Buch jemals neu aufgelegt wurde. Ich werde dennoch eine Rezension verfassen, für den Fall, dass es einem Leser zufällig über den Weg läuft. Denn dann würde ich eine Lektüre doch empfehlen! Man muss allerdings genau wissen, worum es sich handelt. Wenn man folgende Punkte bedenkt, kann die Lektüre glücken und Genuss bringen: 1) dem Buch merkt man sein Alter durchaus an 2) es ist keinesfalls ernst gemeint!! 3) es ist von bitterbösem schwarzem Humor durchzogen, 4) es wird nur halb seinem Titel gerecht, und 5) der Autor ist promovierter Jurist - kein Humorist. zu 1). Das Alter des Buches wird einerseits durch die Sprache ersichtlich. Die Ausdrucksweise ist doch eindeutig ein wenig angestaubt, ebenso wie die Anflüge von Humor. Der wahre Kern des jeweiligen Witzes bleibt jedoch erhalten, so dass man hierüber hinweg lesen kann. Auch sind die zahlreichen, verwendeten Beispiele aus der Kriminalgeschichte eben alle nicht älter als aus den späten 60er Jahren, so dass man aus heutiger Sicht so manches vermisst. Besonders grotesk wird es für heutige Leser, als der Autor in einem kurzen Abschnitt das "Flugzeug als Waffe" erwähnt... gruselig! zu 2) und 3). Der Autor betont dies in seinem Vorwort, und auch gegen Ende, immer wieder! Sinngemäß sagt er, da so viele Verbrecher seiner Erfahrung nach scheitern, habe er sich einmal überlegen wollen, was sie alle "falsch gemacht" hätten. Und so sei, fast aus Versehen, dieser humoristische Ratgeber entstanden. Allerdings nimmt das dem Buch auch etwas von seinem Reiz. Denn eigentlich ist man als Leser, zumindest aus heutiger Sicht, eine gewisse ironische Distanz zum Stoff durchaus gewöhnt. Es hätte also noch deutlich komischer und lebendiger gewirkt, wenn der Autor eben NICHT darauf hingewiesen hätte, dass alles nur als witzig-übertriebenes Beispiel gelten soll. Es ist in etwa so, als würde vor einer Theatervorstellung jemand vor den Vorhang treten und sagen, "bitte nehmen Sie die Vorstellung nicht allzu ernst, ist ja alles nur Theater". Es verdirbt den Gesamteindruck ein wenig. Ich vermute aber, dass diese Maßnahme dem Autor damals ratsam erschien - eben weil er eigentlich Jurist war, und sich nicht falschen Vorwürfen aussetzten wollte. Das Gesagte betrifft auch unmittelbar den Humor. Es sind wirklich rabenschwarze Sätze dabei, u. a. wenn er wieder einmal "bedauert", warum diese oder jene Methode nicht funktioniert habe - oder wenn er darüber sinniert, von welchen unangenehmen Mitmenschen man sich gerne trennen würde. Aber, wie gesagt, durch die Relativierungen des Autors wirkt alles ein wenig entschärft - wie alkoholfreies Bier. zu 4). Ja, so ganz gerecht wird das Buch seinem Titel nicht. Zwar ist es "methodisch" strukturiert; so haben wir ein Kapitel "vorgetäuschter Selbstmord", "Tod durch Unfall", oder "die Leiche einfach verschwinden lassen", etc. Aber: Es ist eben kein reiner Sachtext in dem Sinne, dass dem Leser Vorschläge unterbreitet würden. Der Autor schweift andauernd ab, und füllt das Buch bis zum Rand mit Beispielen aus der Kriminalgeschichte. Zahlreiche Fälle wird man kennen : Jürgen Bartsch kommt ebenso vor wie Haarmann, der gruselige Doktor Petiot ebenso wie Dr. Crippen oder Jack the Ripper. Aber es wirkt ein klein wenig bemüht - bei keinem dieser Fälle wird eine Quelle angegeben, und die jeweilige Erwähnung ist wirklich nur sehr kurz und beiläufig - so als würde ein Jurist in einem Gespräch diese Anekdoten zufällig fallenlassen. Was ja auch irgendwie stimmt. Und am Ende haben wir ein Register mit allen erwähnten, wahren Fällen. Aber eben keine Quellenangaben. Das Ganze ist also ein Mittelding zwischen Lexikon und Humoreske. Schade, man hätte sich eindeutiger entscheiden können! Mir geht gerade auf, dass ich Punkt 5) eigenttlich schon behandelt habe. Ja, im Nachhinein geht mir auf, dass dieses Buch wahrscheinlich ein echtes Zufallsprodukt gewesen ist. Der Autor hat aus seinem Berufsalltag mal alle Fälle, die unter Juristen geläufig waren, zusammentragen wollen, und dabei ist dann nebenbei dieses Buch entstanden. Allerdings wirkt dieses unentschiedene, dieses Tändeln zwischen Lexikon einerseits und bitterböser Satire andererseits, heute ein wenig befremdlich Nun ja, wie ich schon sagte, mit Genuss lesen kann man es durchaus. Schon allein des durchaus perfiden Humors wegen, und auch wegen der zahlreichen wahren Fälle, von denen man beileibe nicht alle kennen wird. Für Freunde des schwarzen Humors gebe ich also eine eindeutige Lese-Empfehlung!

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