Gerhild Stoltenberg

 3.2 Sterne bei 30 Bewertungen
Autorin von Überall bist du.
Gerhild Stoltenberg

Lebenslauf von Gerhild Stoltenberg

Gerhild Stoltenberg wurde 1979 in Hamburg geboren. Nach dem Abitur in Niedersachsen studierte sie in Leipzig am Deutschen Literaturinstitut Prosa und Dramatik. Nach einigen Jahren in Berlin, lebt sie nun mit ihrer Familie wieder in Hamburg.

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Überall bist du

Überall bist du

 (31)
Erschienen am 17.07.2018

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Rezension zu "Überall bist du" von Gerhild Stoltenberg

Das war wohl nix!
BeautyBooksvor 9 Monaten

Wenn Martha geahnt hätte, dass Tom vom einen auf den anderen Tag aus ihrem Leben verschwinden würde, hätte sie ihn nachts geweckt, statt ihn nur anzuschauen. Sie wäre mit Tom nur U-Bahn statt Fahrrad gefahren, dann gäbe es in der Stadt jetzt weniger Orte, die sie mit ihm verbindet. Und sie hätte versucht, viel weniger mit ihm zu erleben, damit die Liste der Dinge, die sie so sehr an ihn erinnern, jetzt nicht so lang ist. Zum Glück gibt es den fünfjährigen Oskar und seine Brüder, die ihr die unausgesprochenen Gesetze des Spielplatzes erklären und mit denen sie unbeschwerte Sommertage im Freibad verbringt. Doch wenn der Liebeskummer so schlimm wird, dass nicht mal Winnie Puuh-Pflaster helfen, weiß selbst der sehr weise Oskar nicht mehr weiter. Martha muss sich eingestehen, dass sie nicht die besten Ideen hat, um über Tom hinwegzukommen, und entscheidet kurzerhand, alles hinter sich zu lassen.

Meine persönliche Meinung:
Als ich dieses Buch in der Verlagsvorschau entdeckt habe, war ich natürlich sofort von dem schlichten aber sehr süßen Cover angetan. Ein Klappentext, der eine poetische aber auch traurig-schöne Geschichte verspricht. Klingt ganz nach einem Buch für mich, somit durfte es sofort in mein Regal einziehen.

Wir lernen die Protagonistin Martha kennen, die von Tom verlassen wurde. Seitdem ist sie einsam und leidet. Martha zieht sich in ihre eigenen vier Wänden zurück, da sie dort draußen alles an Tom erinnert. Mit dem Fahrrad sind sie stets herum gefahren, sie kochten gemeinsam, lagen liebend gerne lange im Bett und liebten sich. 

Mit voller Wucht bekommt der Leser zu spüren, wie Martha mit ihrer Situation umgeht. Verlassen und einsam, sie ist gebrochen und zerfließt in ihrem Selbstmitleid. Leider ging mir dies sehr schnell auf die Nerven, da sie aus ihrem Loch absolut nicht mehr herausgekommen ist und auch keine Heilung erwartet bzw. auch nichts dafür getan hat, um wieder etwas fröhlicher durchs Leben gehen zu können. Eine sehr deprimierende und negative Stimmung.

Martha's Kinder sind einzigartig. Oskar, fünf Jahre alt, ist wahnsinnig klug. So klug, dass ich während dem lesen immer wieder den Gedanken hatte, dass sich kein Kind mit fünf Jahren so verhält und genau das hat mich immer wieder etwas gestört. Nippon ist etwas seltsam und der dritte im Bunde ist zu klein, um irgendwas verstehen zu können. Drei Kinder, die es ebenfalls nur kaum geschafft haben, Martha zum Lächeln zu bringen. Das Leben ist nicht schlecht, jedoch hat Martha dies noch lange nicht erkannt.

Ich hatte definitiv andere Erwartungen an dieses Buch. Gerhild Stoltenberg liefert uns hier einen Roman, der definitiv leicht und schnell zu lesen ist. Schade, dass er schwer von Melancholie durchdrungen ist. Mit fehlte die Fröhlichkeit und Hoffnung in dieser Geschichte. Zeit muss vergehen, dass zeigt uns Stoltenberg mit "Überall bist du". Der Mensch kann sich mit vielem ablenken, aber trotzdem ist er immer noch selbst zuständig, zu schauen, aus einem Loch auch wieder herauskriechen zu können. Sie wehrt sich regelrecht gegen die schönen Zeiten und lässt diese erst recht nicht an sich ran. Ich konnte mit ihr als Person leider nicht wirklich etwas anfangen.

Eine Geschichte, bei der ich dachte, dass sie ganz wunderbar werden würde, aber leider konnte sie mich nicht wirklich überzeugen. Ich muss gestehen, dass ich froh war, als ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte. Deprimierend, nervig und absolut nichts besonderes. Wie schade.

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Kleine8310s avatar

Rezension zu "Überall bist du" von Gerhild Stoltenberg

Überall bist du
Kleine8310vor einem Jahr

Lesegrund: 

Bei diesem Buch fand ich den Klappentext sehr interessant. Ich habe mir eine warmherzige Geschichte verprochen und war neugierig, wie die Autorin die Gefühle in der Handlung darstellen würde.

 

Handlung: 

In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Martha. Martha wurde vor kurzem von ihrem Freund Tom verlassen und leidet schlimm unter ihrem Liebeskummer. Nicht einmal das Babysitten kann sie noch von ihrem Leid ablenken und überall wird sie an Tom und gemeinsam erlebtes erinnert. Kurzerhand beschließt sie dann alles hinter sich zu lassen und nach Belgrad zu gehen, aber ob sie Tom dort vergessen kann?

 

Schreibstil: 

Der Schreibstil von Gerhild Stoltenberg ist poetisch angehaucht und irgendwie auch immer melancholisch. Das Buch lässt sich flüssig lesen, aber die langen, verschachtelten Sätze liessen es manchmal so wirken, als würde die Autorin den Kern der Aussagen ein bisschen aus den Augen verlieren.

Charaktere: 

Die Charaktere hat die Autorin teilweise sehr schön gezeichnet ( die Kids ) , aber mit der Protagonistin hatte ich leider so meine Probleme. Ich kann nicht sagen, dass sie mir unsympathisch wäre, aber die Botschaft, die die Autorin durch sie vermittelt, hat mir gar nicht gefallen. Ich fand vieles ein bisschen überzogen und habe auch eine klare Entwicklung bei  der Protagonistin vermisst. In meinen Augen schlittert sie am Ende in ein ähnliches Szenario, was ich nicht gut gewählt fand, da sie gar nicht merkt, dass man keinen Partner in Aussicht braucht, um überhaupt Erfüllung im eigenen Leben zu finden.

 

Spannung: 

Den Spannungsbogen hat Gerhild Stoltenberg, meiner Meinung nach, nicht gut gehalten. Der Beginn war vielversprechend, aber danach nahm mein Interesse leider rapide ab, was vorallem an den vielen, langatmigen Passagen lag, in denen einfach kaum etwas passiert. 

 

Emotionen:  

Von den Emotionen hatte ich mir bei dieser Geschichte sehr viel versprochen, da die Thematik eigentlich alles dafür mitgebracht hätte. Leider war es so, vielleicht auch, weil ich das Handeln und Denken der Protagonistin kaum nachvollziehen konnte, dass mir einiges nicht sehr glaubwürdig vorkam und mich daher auch nur sehr selten etwas, wirklich, berührt hat! Das fand ich extrem schade, denn das Thema Liebeskummer hätte emotional sehr bewegend sein können, ebenso wie eine, leider nicht stattgefundene, persönliche Entwicklung! 

 

"Überall bist du" hatte das Potenzial für eine emotionale Geschichte, welches, meiner Meinung nach, leider kaum genutzt wurde. Ich fand die Ideen schön, aber die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen! Besonders die Botschaften die hier deutlich werden fand ich nicht gut gewählt. Schade!



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19angelika63s avatar

Rezension zu "Überall bist du" von Gerhild Stoltenberg

Liebeskummer lohnt sich nicht ...
19angelika63vor einem Jahr

Klappentext
Martha hat einen langweiligen Job, den sie von ihrer Schwester übernommen hat, und lebt in der Wohnung, die ihr Bruder ihr überlassen hat. Sogar ihre beste Freundinn hat sie sozusagen geerbt. Mit Tom sollte alles besser werden. Tom, der ihr mit Kreide Botschaften vor die Haustür malt und die beste Marmelade aus selbstgepflückten Brombeeren kocht. Doch dann verschwindet Tom, und Martha weiß nicht mehr weiter - bis sie die schöne und geheimnisvolle Stella trifft, die mir ihren Söhnen auf der Suche nach einer Mary Poppins ist. Martha erliegt dem Zauber der Jungs, die ihr zeigen, worauf es wirklich ankommt im Leben.



"Manchmal scheint die ganze Welt entvölkert zu sein, wenn ein einziger Mensch fehlt" ( Alphonse de Lamartine)

Martha ist eine junge Frau, die auf den ersten Blick, nichts in ihrem Leben auf die Reihe bekommen hat. Sie hat den Job ihrer Schwester übernommen, trägt deren Kleider auf, lebt in der Wohnung ihres Bruders, die der nicht mehr nutzt. Doch da ist Tom. Der erste Junge, der nur ihr allein gehört. Sie zeigt ihn weder den Eltern noch den Freunden, aus Angst, dass Tom dann nicht mehr ihr allein gehört. Doch eines Tages ist Tom verschwunden und Martha hat keine Ahnung wie das passieren konnte.

"Ich hingegen war froh über all diese Orte, die ich mit den Jungs wiederentdeckte. Sie gaben mir das Gefühl zurück, dass man zwar erwachsen werden musste, aber dass es dennoch weiter diese unbeschwerten Momente im Leben geben konnte. Mich erleichterte es, dass sie mir zeigten, dass man sich irrt, wenn man denkt, man könne die Pommes nicht mehr essen, nur weil sie auf den Boden gefallen sind. Man musste einfach nur das bisschen Sand und die Grashalme abkratzen, und schon aß man die besten Pommes der Welt, besser als alle, die man je zuvor probiert hatte. Wen störte da noch ein kleines Knirschen beim Kauen. Sie zeigten mir, dass es weiter möglich war, auf dem Geländer zu balancieren, selbst wenn man sich dabei anfangs wie eine Witzfigur fühlte, weil man immer wieder unelegant ins Schwanken geriet und runter springen musste. Dass es dennoch Quatsch war, sich für so etwas zu schämen, dass man sich stattdessen amüsieren konnte und sollte," (Seite 85)

In ihrem Liebeskummer trifft sie auf Stella und ihre Jungs. Stella erwartet ihr viertes Kind und sucht dringend eine "Mary Poppins" für ihre drei Jungs. Eigentlich so gar nicht Marthas Ding, doch hier sieht sie die Möglichkeit aus ihrem "alten Leben" zu entfliehen. Tom zu vergessen. Die Kinder, voran der fünfjährige Oskar , mögen sie auf Anhieb und möchten sie als Nanny. Das Abenteuer "Ablenkung" beginnt ...

"Kinder wecken schlafende Inseln, die man in seiner eigenen Kindheit gebaut hat und die einen nun wieder dazu bringen, dass alles flirrt und sirrt und aufregender wird. Kinder bringen einen dazu, viele Fragen zu stellen, so lange, bis es nur noch ein "Warum ist die Banane krumm?" als Antwort gibt. (...) Man erinnert sich an alle die guten Dinge, die das Leben ausmachen sollte." (Seite 183)

Dieses Buch ist so ganz anders als ich erwartet habe. Martha als Protagonistin ist mir ganz schön auf die Nerven gegangen. Sie ist so vollkommen unselbstständig. Kein Wunder, dass sie immer alle "beerbt". Den Job der Schwester, die Wohnung des Bruder ... und dann hat sie endlich Tom, und den vergrault sie meiner Meinung nach durch ihr klammern. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich dieser Zeit, der Zeit des Liebeskummerhaben schon lange enteilt bin. :-) Obwohl, auch mit Anfang fünfzig kann man noch Liebeskummer haben. Wie dem auch sei.

Trotz alle dem hat mich die Geschichte unterhalten. Das liegt zum einen an der poetischen und philosophischen Art und Weise des Schreibens. Gerhild Stoltenberg hat mich an vielen Stellen verzaubert.  Ich habe ewig viele Stellen markiert, die ich einfach wunderschön finde.

Dann sind da noch die drei Jungs, die ich vom ersten Augenblick an mochte, ja liebte  ... vor allem den fünfjährigen Oskar. Die Jungs mit ihrer Sicht auf die Welt sind so erfrischend und unschuldig, dass man selbst wieder fünf sein  möchte, damit man ungezwungen und frei in dieser Welt herumlaufen kann. Nippon sagt an einer Stelle im Buch ...

"Wer mich nicht mag ist blöd" (Seite 138)   

In diesem Sinne ... lesen!

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Gespräche aus der Community

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»Manchmal scheint die ganze Welt entvölkert zu sein, wenn ein einziger Mensch fehlt.« Alphonse de Lamartine

In ihrem entzückenden Debütroman erzählt Gerhild Stoltenberg feinsinnig und poetisch von der Liebe: vom Zauber des Anfangs, den Fängen des Alltags und von Liebeskummer, der nie zu enden scheint. Hast Du Lust auf ein Buch, das direkt ins Herz geht und auf charmante Weise von dem unerschütterlichen Glauben erzählt, dass am Ende alles gut wird? Dann wartet dieser feinsinnige Roman darauf, von dir entdeckt zu werden.

Gerhild Stoltenberg: »Überall bist du«


Wenn Martha geahnt hätte, dass Tom vom einen auf den anderen Tag aus ihrem Leben verschwinden würde, hätte sie ihn nachts geweckt, statt ihn nur anzuschauen. Sie wäre mit Tom nur U-Bahn statt Fahrrad gefahren, dann gäbe es in der Stadt jetzt weniger Orte, die sie mit ihm verbindet. Und sie hätte versucht, viel weniger mit ihm zu erleben, damit die Liste der Dinge, die sie so sehr an ihn erinnern, jetzt nicht so lang ist. Zum Glück gibt es den fünfjährigen Oskar und seine Brüder, die ihr die unausgesprochenen Gesetze des Spielplatzes erklären und mit denen sie unbeschwerte Sommertage im Freibad verbringt. Doch wenn der Liebeskummer so schlimm wird, dass nicht mal Winnie Puuh-Pflaster helfen, weiß selbst der sehr weise Oskar nicht mehr weiter. Martha muss sich eingestehen, dass sie nicht die besten Ideen hat, um über Tom hinwegzukommen, und entscheidet sich kurzerhand, alles hinter sich zu lassen.

Zur Autorin



Gerhild Stoltenberg, geboren1979 in Hamburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. »Überall bist du« ist ihr erster Roman. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.





Wir wollen mit euch und gemeinsam mit der Autorin Gerhild Stoltenberg exklusiv vor der Veröffentlichung diesen Roman lesen und diskutieren. Dafür stellen wir euch 20 Exemplare zur Verfügung. Was es für euch zu tun gibt? Verratet uns einfach bis zum 19.03. eure besten Tipps gegen Liebeskummer und ihr springt in den Lostopf!


Wir freuen uns auf eine schöne Leserunde mit euch und Gerhild Stoltenberg, die gespannt is auf eure Leseeindrücke und Fragen. Wir drücken euch die Daumen!
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