Gerhild Stoltenberg Überall bist du

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Inhaltsangabe zu „Überall bist du“ von Gerhild Stoltenberg

Wenn Martha geahnt hätte, dass Tom vom einen auf den anderen Tag aus ihrem Leben verschwinden würde, hätte sie ihn nachts geweckt, statt ihn nur anzuschauen. Sie wäre mit Tom nur U-Bahn statt Fahrrad gefahren, dann gäbe es in der Stadt jetzt weniger Orte, die sie mit ihm verbindet. Und sie hätte versucht, viel weniger mit ihm zu erleben, damit die Liste der Dinge, die sie so sehr an ihn erinnern, jetzt nicht so lang ist. Zum Glück gibt es den fünfjährigen Oskar und seine Brüder, die ihr die unausgesprochenen Gesetze des Spielplatzes erklären und mit denen sie unbeschwerte Sommertage im Freibad verbringt. Doch wenn der Liebeskummer so schlimm wird, dass nicht mal Winnie Puuh-Pflaster helfen, weiß selbst der sehr weise Oskar nicht mehr weiter. Martha muss sich eingestehen, dass sie nicht die besten Ideen hat, um über Tom hinwegzukommen, und entscheidet kurzerhand, alles hinter sich zu lassen.

Eine schöne Geschichte

— Melli274

Hatte mir mehr von diesem Buch erwartet.

— evafl

Melancholisch, leise, wundervoll geschrieben. Enthält leider einige Längen, aber auch herzerwärmende Passagen.

— Schassi

Humorvolle Elemente, aber für mich insgesamt zu viel und die Protagonistin ging mir leider auf die Nerven...keine Identifikation möglich :(

— Isaopera

Leider nicht das, was ich erwartet habe

— Anni59

Anders als erwartet, dennoch schön, wegen der Sprache und den Jungs.

— 19angelika63

Ein Buch, dessen Cover und Titel mich irregeführt hat und mit dem ich inhaltlich sowie sprachlich leider nichts anfangen konnte.

— seschat

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Ein schöner Roman, mit wundervoller Sprache - dennoch, auch wenn ich nicht weiß was, der letzte Funken fehlte.

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Ein Buch über Liebeskummer mit gutem Beginn und Ende, aber einem sehr anstengenden Mittelteil.

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  • Überall bist du

    Überall bist du

    Kleine8310

    18. August 2017 um 22:46

    Lesegrund:  Bei diesem Buch fand ich den Klappentext sehr interessant. Ich habe mir eine warmherzige Geschichte verprochen und war neugierig, wie die Autorin die Gefühle in der Handlung darstellen würde.   Handlung:  In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Martha. Martha wurde vor kurzem von ihrem Freund Tom verlassen und leidet schlimm unter ihrem Liebeskummer. Nicht einmal das Babysitten kann sie noch von ihrem Leid ablenken und überall wird sie an Tom und gemeinsam erlebtes erinnert. Kurzerhand beschließt sie dann alles hinter sich zu lassen und nach Belgrad zu gehen, aber ob sie Tom dort vergessen kann?   Schreibstil:  Der Schreibstil von Gerhild Stoltenberg ist poetisch angehaucht und irgendwie auch immer melancholisch. Das Buch lässt sich flüssig lesen, aber die langen, verschachtelten Sätze liessen es manchmal so wirken, als würde die Autorin den Kern der Aussagen ein bisschen aus den Augen verlieren. Charaktere:  Die Charaktere hat die Autorin teilweise sehr schön gezeichnet ( die Kids ) , aber mit der Protagonistin hatte ich leider so meine Probleme. Ich kann nicht sagen, dass sie mir unsympathisch wäre, aber die Botschaft, die die Autorin durch sie vermittelt, hat mir gar nicht gefallen. Ich fand vieles ein bisschen überzogen und habe auch eine klare Entwicklung bei  der Protagonistin vermisst. In meinen Augen schlittert sie am Ende in ein ähnliches Szenario, was ich nicht gut gewählt fand, da sie gar nicht merkt, dass man keinen Partner in Aussicht braucht, um überhaupt Erfüllung im eigenen Leben zu finden.   Spannung:  Den Spannungsbogen hat Gerhild Stoltenberg, meiner Meinung nach, nicht gut gehalten. Der Beginn war vielversprechend, aber danach nahm mein Interesse leider rapide ab, was vorallem an den vielen, langatmigen Passagen lag, in denen einfach kaum etwas passiert.    Emotionen:   Von den Emotionen hatte ich mir bei dieser Geschichte sehr viel versprochen, da die Thematik eigentlich alles dafür mitgebracht hätte. Leider war es so, vielleicht auch, weil ich das Handeln und Denken der Protagonistin kaum nachvollziehen konnte, dass mir einiges nicht sehr glaubwürdig vorkam und mich daher auch nur sehr selten etwas, wirklich, berührt hat! Das fand ich extrem schade, denn das Thema Liebeskummer hätte emotional sehr bewegend sein können, ebenso wie eine, leider nicht stattgefundene, persönliche Entwicklung!    "Überall bist du" hatte das Potenzial für eine emotionale Geschichte, welches, meiner Meinung nach, leider kaum genutzt wurde. Ich fand die Ideen schön, aber die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen! Besonders die Botschaften die hier deutlich werden fand ich nicht gut gewählt. Schade!

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  • Liebeskummer lohnt sich nicht ...

    Überall bist du

    19angelika63

    12. June 2017 um 16:37

    KlappentextMartha hat einen langweiligen Job, den sie von ihrer Schwester übernommen hat, und lebt in der Wohnung, die ihr Bruder ihr überlassen hat. Sogar ihre beste Freundinn hat sie sozusagen geerbt. Mit Tom sollte alles besser werden. Tom, der ihr mit Kreide Botschaften vor die Haustür malt und die beste Marmelade aus selbstgepflückten Brombeeren kocht. Doch dann verschwindet Tom, und Martha weiß nicht mehr weiter - bis sie die schöne und geheimnisvolle Stella trifft, die mir ihren Söhnen auf der Suche nach einer Mary Poppins ist. Martha erliegt dem Zauber der Jungs, die ihr zeigen, worauf es wirklich ankommt im Leben. "Manchmal scheint die ganze Welt entvölkert zu sein, wenn ein einziger Mensch fehlt" ( Alphonse de Lamartine)Martha ist eine junge Frau, die auf den ersten Blick, nichts in ihrem Leben auf die Reihe bekommen hat. Sie hat den Job ihrer Schwester übernommen, trägt deren Kleider auf, lebt in der Wohnung ihres Bruders, die der nicht mehr nutzt. Doch da ist Tom. Der erste Junge, der nur ihr allein gehört. Sie zeigt ihn weder den Eltern noch den Freunden, aus Angst, dass Tom dann nicht mehr ihr allein gehört. Doch eines Tages ist Tom verschwunden und Martha hat keine Ahnung wie das passieren konnte. "Ich hingegen war froh über all diese Orte, die ich mit den Jungs wiederentdeckte. Sie gaben mir das Gefühl zurück, dass man zwar erwachsen werden musste, aber dass es dennoch weiter diese unbeschwerten Momente im Leben geben konnte. Mich erleichterte es, dass sie mir zeigten, dass man sich irrt, wenn man denkt, man könne die Pommes nicht mehr essen, nur weil sie auf den Boden gefallen sind. Man musste einfach nur das bisschen Sand und die Grashalme abkratzen, und schon aß man die besten Pommes der Welt, besser als alle, die man je zuvor probiert hatte. Wen störte da noch ein kleines Knirschen beim Kauen. Sie zeigten mir, dass es weiter möglich war, auf dem Geländer zu balancieren, selbst wenn man sich dabei anfangs wie eine Witzfigur fühlte, weil man immer wieder unelegant ins Schwanken geriet und runter springen musste. Dass es dennoch Quatsch war, sich für so etwas zu schämen, dass man sich stattdessen amüsieren konnte und sollte," (Seite 85)In ihrem Liebeskummer trifft sie auf Stella und ihre Jungs. Stella erwartet ihr viertes Kind und sucht dringend eine "Mary Poppins" für ihre drei Jungs. Eigentlich so gar nicht Marthas Ding, doch hier sieht sie die Möglichkeit aus ihrem "alten Leben" zu entfliehen. Tom zu vergessen. Die Kinder, voran der fünfjährige Oskar , mögen sie auf Anhieb und möchten sie als Nanny. Das Abenteuer "Ablenkung" beginnt ... "Kinder wecken schlafende Inseln, die man in seiner eigenen Kindheit gebaut hat und die einen nun wieder dazu bringen, dass alles flirrt und sirrt und aufregender wird. Kinder bringen einen dazu, viele Fragen zu stellen, so lange, bis es nur noch ein "Warum ist die Banane krumm?" als Antwort gibt. (...) Man erinnert sich an alle die guten Dinge, die das Leben ausmachen sollte." (Seite 183)Dieses Buch ist so ganz anders als ich erwartet habe. Martha als Protagonistin ist mir ganz schön auf die Nerven gegangen. Sie ist so vollkommen unselbstständig. Kein Wunder, dass sie immer alle "beerbt". Den Job der Schwester, die Wohnung des Bruder ... und dann hat sie endlich Tom, und den vergrault sie meiner Meinung nach durch ihr klammern. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich dieser Zeit, der Zeit des Liebeskummerhaben schon lange enteilt bin. :-) Obwohl, auch mit Anfang fünfzig kann man noch Liebeskummer haben. Wie dem auch sei.Trotz alle dem hat mich die Geschichte unterhalten. Das liegt zum einen an der poetischen und philosophischen Art und Weise des Schreibens. Gerhild Stoltenberg hat mich an vielen Stellen verzaubert.  Ich habe ewig viele Stellen markiert, die ich einfach wunderschön finde. Dann sind da noch die drei Jungs, die ich vom ersten Augenblick an mochte, ja liebte  ... vor allem den fünfjährigen Oskar. Die Jungs mit ihrer Sicht auf die Welt sind so erfrischend und unschuldig, dass man selbst wieder fünf sein  möchte, damit man ungezwungen und frei in dieser Welt herumlaufen kann. Nippon sagt an einer Stelle im Buch ..."Wer mich nicht mag ist blöd" (Seite 138)    In diesem Sinne ... lesen!

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    • 4
  • Heutzutage stirbt ja kaum noch einer am Tod.

    Überall bist du

    evafl

    01. June 2017 um 08:22

    Martha hat ein doch eher tristes, gar langweiliges Leben, wäre da nicht Tom, den sie für ihre große Liebe hält. Doch irgendwie sieht dieser das anders, denn plötzlich verschwindet er aus ihrem Leben – vom einen auf den anderen Tag. Und dann ist nichts mehr so, wie es einmal war, nicht einmal die anfängliche Begeisterung für einen neuen Job ist noch da. Doch der fünfjährige Oskar versucht immer wieder auf seine weise und charmante Art ihr zu helfen.Eine gewisse Erwartung an „Überall bist du“ hatte ich wohl, allein das schön gemachte Cover in mint hat mich wirklich angesprochen. Leider konnte mich das Buch dann aber nicht so ganz überzeugen.Der Schreibstil der Autorin ist in Ordnung, gelegentlich poetisch, manchmal einfach ein bißchen lang. Es ist definitiv kein Buch zum schnell-runterlesen, sondern ein Buch, dem man wirklich Zeit widmen muss. Inhaltlich ist es gut verständlich, gelegentlich sind es Fremdwörter oder Fachbegriffe, die die Autorin wohl gerne einbauen wollte. („Adoleszenz“). Sowas hat mich in meinem Lesefluß etwas gestört, muss ich ehrlich zugeben. Und generell war es teilweise sehr langatmig formuliert statt auf den Punkt zu kommen. Poetisch muss ja nicht immer heißen, dass alles ewig ausufert.Inhaltlich war ich erst etwas abgeneigt, weil es für mich einfach ein wenig komisch begann, die Geschichte entwickelte sich dann aber richtig toll, bis sie dann auf den letzten 80 bis 100 Seiten nur noch so dahin plätschert. Das war für mich dann schon enttäuschend, was man hier aus dem ganzen Potential der Geschichte gemacht hat. Denn gerade die Aussagen des wirklich weisen fünfjährigen Oskar waren so wunderbar zu lesen, all das hat das Buch so toll aufgelockert. Es war wunderbar zu sehen, wie Kinder mit Problemen umgehen, wie sie meinen, dass ein Winnie-Pooh-Pflaster eben bei allen Schmerzen, auch seelischen, helfen können.Erwartet hatte ich mir hier einen Roman, der poetisch, unterhaltsam und durchaus emotional ist. Das war er zeitweise auch, teilweise sogar mal recht amüsant, dann aber driftet er ab ins dramatische, ins sehr traurige Dasein. Das hat mir nicht wirklich gefallen, es war für mich einfach zu langatmig, nicht mehr so lesenswert wie zu dem Zeitpunkt als die Kinder im Buch immer mal zu Wort kommen dürfen bzw. die Geschichte mitbestimmen.Ich wurde hier zeitweise gut unterhalten, habe mich amüsiert, habe mitgefühlt, leider erschien mir das Buch dann aber in die Länge gezogen, die Geschichte hat mich nicht mehr gepackt. Ich kann hier nur zwei Sterne vergeben, hinsichtlich einer Empfehlung bin ich unentschlossen. 

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  • Wundervoll geschrieben!

    Überall bist du

    TheLastUnicorn_

    08. May 2017 um 13:28

    Wenn es nach Martha gehen würde, dann wäre die Liebesgeschichte zwischen ihr und Tom noch lange nicht zu Ende gewesen. Doch Tom hat sich dazu entschlossen zu verschwinden. Martha weiß nicht warum und sie kommt auch nicht an ihn ran, dabei war doch alles gut? Eine schwierige Zeit für Martha und obwohl ihr Job als Babysitterin bzw. die Kinder ihr versuchen über die Trennung hinwegzuhelfen und ihr Leben mit Leichtigkeit füllen, kommt der Moment in dem sie fällt und auf einmal sieht sie nur noch einen Weg... weg. Gestaltung:Ich finde die Cover von Atlantik häufig ganz wundervoll, obwohl sie in der Regel immer ziemlich schlicht sind. Aber schlicht und schön zugleich hat was. Auch dieses Cover finde ich unheimlich schön, vor allem weil es durch die Farbe sehr leicht wirkt durch die Regentropfen und dem schwarzen Schriftzug, aber einen weiteren eher traurigen Unterton bekommt, was einfach genau zum Buch passt. Aber vielleicht interpretiere ich auch nur zu viel! :D Meinung: Ich hab mich sehr auf dieses Buch gefreut, ich fand allein der Klappentext war unheimlich toll geschrieben und ein Buch übers Liebeskummer bzw. vom überwinden, finde ich generell sehr reizvoll und ansprechend. Ich war also sehr gespannt auf Marthas reise zu sich selbst und wie sie es schafft wieder glücklich zu werden. Ich mochte dieses Buch dann auch ziemlich gerne, was zu einem an den Charakteren an sich lag aber auch an dem Schreibstil der mich wirklich gepackt hat. Für mich war der Schreibstil wirklich besonders, hier wird mit vielen Metaphern gespielt, die manchmal ein wenig absurd klingen und man generell so nicht verwenden würde, die aber trotzallem ziemlich passen. Dadurch hat Martha für mich eine ganz eigene Denkweise bekommen, was ich generell immer sehr liebe. Zudem schafft die Autorin es, ihren Schreibstil den Begebenheiten anzupassen. Zum Beispiel schreibt Gerhild Stoltenberg eher fröhlich und vom Ton her auch einfacher wenn Martha zusammen mit den Kindern ist und sehr melancholisch, tiefgründig und auch düster wenn Martha mit sich selbst oder mit anderen Erwachsenen zusammen ist. So gab es Bspw. eine Szene in der sie sich mit der Mutter ihrer Schützlinge unterhält, bei vier Kindern liegen die Nerven wahrscheinlich auch mal blank und sie erzählt ihr in einem sehr intimen Moment wie die Mutterschaft sich für sie anfühlt und was sie bedeutet. Das war für mich schon eine sehr ehrliche, schonungslose und auch intensive Schilderung, die einfach so gut geschrieben war, dass ich Gänsehaut bekam.  Die Charaktere waren ziemlich eigensinnig, was ich generell immer sehr toll finde. Die meisten Probleme hatte ich da stellenweise noch mit Martha selbst. Sie schildert Momente aus ihrer Beziehung und ist so unglücklich über die Trennung und dann lernt man Tom durch ihre Erzählungen kennen und ist einfach nur fassungslos, wieso sie einem solchen Kerl hinterher trauert.^^ Tom ist gelinde gesagt ein Arschloch und es ist okay, dass sie ihn liebt und das sie das offensichtliche nicht sehen kann, aber es macht es so unheimlich schwer sie zu verstehen und dann gibt es auch diese Momente wo ihre Trauer dadurch einfach nur nervt!  Dennoch mochte ich sie trotzallem, weil es als objektive Person natürlich immer einfacher zu sehen ist, dass jemand wie Tom es einfach nicht wert ist und es gibt glücklicherweise auch viele andere Momente in denen sie nicht von Trauer zerfressen wird. Mein Highlight waren aber die Kinder auf,die sie aufpasst und von der Story her mochte ich auch die Szenen in denen sie, auf sie aufpasste am meisten. Von den Kindern sticht vor allem Oskar hervor, er ist 5 Jahre alt, wirkt aber wie ein weiser Erwachsener. In manchen Szenen ist es ein bisschen komisch wie er sich gibt und wie viel er versteht, es wirkt dann auch nicht allzu realistisch, aber das war mir egal. Denn ehrlich gesagt liebe ich solche "besonderen" Kinder und ich finde auch wenn die Szenen mit ihnen immer etwas leichter waren und vor allem auch glücklicher gibt es mit ihnen viel zu lernen und das fand ich ebenfalls unheimlich toll. Neben Martha und Oskar gab es auch die kleineren Nebencharaktere die wirklich toll war und durch ihre eigensinnige Art, schnell ein Gesicht bekommen haben und sie ihren Teil zur Geschichte beitrugen. Es waren aber nicht nur der Schreibstil und die Charaktere die mich für sich einnehmen können, auch den Verlauf der Story mochte ich gerne, auch wenn ich lange Zeit das Gefühl hatte, ein wirklicher roter Faden wäre hier nicht vorhanden, es fühlte sich einfach nicht so an als hätte diese Geschichte ein richtiges Ziel. Damit habe ich mich geirrt, was gut ist, auch wenn ich fand, dass es am Ende dann doch zu schnell ging und irgendwie dann auch zu einfach? Dennoch waren die einzelnen Szenen wirklich unterhaltsam und toll und ich fand das Buch hatte viel zu sagen, nicht nur über Beziehungen und deren Schattenseiten sondern über das Leben generell. Fazit: Ich hab am Anfang schon meine Zeit gebraucht um in dieses Buch hineinzufinden, weil der Erzählstil und die Charaktere schon eigen sind, aber der Schreibstil hat mich letztendlich gepackt und mir geholfen mich hineinzuwühlen und darüber bin ich sehr glücklich, denn es gibt in diesem Buch tolle Momente die Freude bereiten, aber auch tolle Momente die nachdenklich stimmen, ein toller Mix, sehr gut umgesetzt, der mich berühren konnte und  dann noch so wundervoll geschrieben, hach! Von Gerhild Stoltenberg möchte ich unbedingt mehr lesen. :)

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  • Eine Geschichte vom Loslassen mit einer antriebslosen Protagonistin

    Überall bist du

    Nabura

    06. May 2017 um 19:45

    Martha hat einen Listen-Job, dem sie nicht sonderlich viel abgewinnen kann. Ihr Lichtblick ist ihr Freund Tom, der auch privat alles in Listen ordnet, um es im Griff zu haben. Als Martha einen neuen Job als Kindermädchen für den fünfjährigen Oskar und seine beiden jüngeren Brüder annimmt, ist er davon nicht sonderlich begeistert. Ebenso wenig will er Martha seinen Eltern vorstellen oder ihre Freunde kennenlernen. Und dann ist er plötzlich ganz aus ihrem Leben verschwunden. Alles erinnert Martha an ihn, ihr Liebeskummer scheint endlos. Wie kann es nun weitergehen?Der Titel des Buches und die Regentropfen auf seinem Cover signalisieren eine eh bedrückende Geschichte über die Liebe. Zu Beginn des Buches lernt man Martha kennen, die sich gerade in Belgrad befindet, weil das ein Ort ist, wo „er“ noch nicht gewesen ist. Danach erinnert sie sich zurück an die Zeit, in der sie noch mit ihrem Freund zusammen war. Sie nennt ihn Tom, um nicht an seinen richtigen Namen denken zu müssen.Martha gibt selbst zu, dass ihr Listen-Job sie nicht sonderlich begeistert, sie dort aber hängen geblieben ist, weil sie irgendwann vergessen hat, neue Pläne zu schmieden. Auf mich wirkte sie wie ein Mensch, dem der Antrieb und ein echtes Ziel fehlen. Zufällig erfährt sie von dem Job als Kindermädchen und nimmt ihn spontan an. Ich war gespannt, ob dieser Job sie verändern wird. Was Martha an Tom so toll findet, konnte ich leider überhaupt nicht nachvollziehen. Die Geschichten ihres Kennenlernens und eines gemeinsamen Picknicks, das er genauestens geplant hat, klangen schön. Aber das war es dann auch. Tom wirkte auf mich wie ein mürrischer Kontrollfreak, der kein Interesse hat, Martha irgendwo hin zu begleiten oder sie irgendwo hin mitzunehmen. Trotzdem ist sie am Boden zerstört, als er sie plötzlich verlässt, was für mich nach den zuvor gelesenen Episoden aber nicht überraschend war. Leider konnte ich mich deshalb auch nicht so recht in Martha und ihre emotionale Situation hineinversetzen.Am Besten gefallen hat mir der fünfjährige, für sein Alter sehr weise Oskar, auf den Martha aufpasst. Er hat interessante Ideen und Lebensweisheiten parat. Außerdem versucht er auf rührende Weise, Marthas Liebeskummer zu stillen, indem er zum Beispiel unbedingt ihre Wohnung sehen will und dann heimlich Toms Fotos einsammelt. Inwiefern sein Verhalten authentisch für einen fünfjährigen ist, sei mal dahingestellt. Im Gegensatz zu ihm bleiben die anderen Charaktere eher blass, zum Beispiel Oskars Mutter, die sich um ihr Neugeborenes kümmert oder Marthas Bekanntschaften auf dem Spielplatz, die alles spitz kommentieren.Die Sprache des Buches ist poetisch-melancholisch, konnte mich aber nicht fesseln. Immer wieder erwischte ich mich dabei, ganze Absätze gelesen zu haben, ohne mir viel davon behalten zu haben. Martha grübelt viel über alle möglichen Alltagsdinge nach und erinnert sich an die Zeit mit Tom zurück. Das fand ich leider nicht sonderlich interessant oder berührend. Ich hoffte die ganze Zeit, dass endlich irgendetwas Martha aus ihrer Lethargie reißt. Die Reise nach Belgrad, die im Prolog schon vorweggenommen wird, ist ein erster Schritt in diese Richtung, die zum Ende hin noch mal ein bisschen Schwung in die Geschichte brachte. Doch auch die Art und Weise, wie Martha dort ihren Liebeskummer allmählich überwindet, konnte mich nicht überzeugen. „Überall bist du“ kann man flüssig und zügig lesen. Doch die Antriebslosigkeit von Martha und ihre für mich nicht nachvollziehbaren Gefühle für ihren wenig sympathischen und ohne Erklärung verschwundenen Ex-Freund machten es zu keiner interessanten Lektüre für mich. Ich habe leider keinen emotionalen Zugang zu ihr gefunden und das Buch hat bei mir keine Spuren hinterlassen. Es ist keine schlechte Geschichte, doch sie wird mir vermutlich nicht lang in Erinnerung bleiben.

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  • Martha und ihr Liebeskummer

    Überall bist du

    bookgirl

    26. April 2017 um 16:37

    Inhalt Martha ist verliebt in Tom. Tom, der sie von einem Tag auf den anderen verlässt. Martha kommt damit nicht klar, suhlt sich im Liebeskummer und macht sich dann auf zu einer Reise nach Belgrad, die ihr die Augen öffnet. Meine Meinung "Überall bist du" ist die Geschichte von Martha. Martha hat schon immer alles von anderen übernommen. Ob die abgelegten Kleider ihrer Geschwister, Freunde oder sogar Hobbies. Nur mit Tom ist es zum ersten Mal anders. Zumindest denkt sie das bis ihr bewusst wird, dass auch Tom alles in ihrem Leben geregelt hat. Als er eines Tages verschwindet, merkt sie erst, dass die Beziehung nie ganz ohne eine gewisse Distanz abgelaufen ist, was zu einer schweren Depression bei Martha führt. Und genau dieser Teil, der mehrere Monate umfasst, hat mir so gar keinen Lese-Spaß bereitet. Damit möchte ich nicht sagen, dass ich nicht mit traurigen Themen umgehen kann, aber hier war es einfach zu viel davon. Natürlich darf man um das Ende einer Beziehung trauern, aber irgendwann muss es doch auch mal weitergehen. Man kann sich doch nicht wegen jemandem der es überhaupt nicht wert ist so gehen lassen. Martha hätte ich gerne gerüttelt und geschüttelt, damit sie mal aufwacht und das Leben in die Hand nimmt. Erst ihre Freundin Anna schafft es, dass sie sich aus dem Bett erhebt und statt in den Familienurlaub zu fahren, in einen Zug nach Belgrad setzt. In Belgrad kann man sehen, dass es Martha langsam besser geht. Für meinen Geschmack geht sie dort auch für mich nicht ganz verständliche Wege, die ich persönlich ablehne, aber sei es drum. Das ist halt Martha. Letztendlich wacht sie dort endlich auf und sieht klarer, was ein positiver Schritt in die richtige Richtung ist. Fazit "Überall bist du" ist eine Geschichte über den Liebeskummer und sicher bestens für Leser geeignet, die genau an diesem leiden.

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  • Überall bist du

    Überall bist du

    Kitsune87

    25. April 2017 um 12:09

    Rezension zu Überall bist du… … oder auch: wie mir die Klebezettel ausgingen Titel: Überall bist du Autor: Gerhild Stoltenberg Verlag: Atlantik (Hoffmann und Campe) Seiten: 272 Genre: Gegenwartsliteratur Preis: Hardcover 20,00 € / ebook 15,99 € Erscheinungsdatum: 11.04.2017 Isbn: 978-3455600599  Vielen Dank an den Atlantik Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Klappentext: Wenn Martha geahnt hätte, dass Tom vom einen auf den anderen Tag aus ihrem Leben verschwinden würde, hätte sie ihn nachts geweckt, statt ihn nur anzuschauen. Sie wäre mit Tom nur U-Bahn statt Fahrrad gefahren, dann gäbe es in der Stadt jetzt weniger Orte, die sie mit ihm verbindet. Und sie hätte versucht, viel weniger mit ihm zu erleben, damit die Liste der Dinge, die sie so sehr an ihn erinnern, jetzt nicht so lang ist. Zum Glück gibt es den fünfjährigen Oskar und seine Brüder, die ihr die unausgesprochenen Gesetze des Spielplatzes erklären und mit denen sie unbeschwerte Sommertage im Freibad verbringt. Doch wenn der Liebeskummer so schlimm wird, dass nicht mal Winnie Puuh-Pflaster helfen, weiß selbst der sehr weise Oskar nicht mehr weiter. Martha muss sich eingestehen, dass sie nicht die besten Ideen hat, um über Tom hinwegzukommen, und entscheidet kurzerhand, alles hinter sich zu lassen. Meinung: Als ich die Anfrage zum rezensieren erhalten hatte, war mir von der Verlagsvorschau noch ungefähr der Klappentext in Erinnerung und ich wusste sofort: ja, dieses Buch willst du lesen. Nachdem es dann angekommen war, mussten erst einmal ein Haufen Bilder geschossen werden, da es wirklich ein sehr tolles Cover hat. Und dann begann ich zu lesen und lernte Martha kennen. Und war mir auf einmal nicht mehr so sicher, ob dieses Buch wirklich meins sein würde. Las trotzdem weiter… und verliebte mich in den Roman.  Gerhild Stoltenberg hat mit Martha eine Figur geschaffen, die wie aus dem Leben gegriffen scheint. Wahnsinnig liebenswert und gleichzeitig so fehlerhaft, dass ich sie - besonders zu Beginn des Romans - am liebsten angebrüllt hätte, sie solle endlich aufhören, die Augen vor der Realität zu verschließen.  „Warum will man mit jemanden zusammen sein, der das nicht will?“ - Seite 137 Auch wenn kein Städtename gefallen ist, erschließt sich schnell unsere Hauptstadt als Schauplatz des Geschehens. Überspitzte Erzählungen aus dem Alltagsleben der typischen Großstadtfamilien wirken gekonnt dem dramtatischen Trennungsschmerz  entgegen. Genauso herrlich überzogen ist der Charakter des fünfjährigen Oskars, der schnell einen Platz in meinem Herzen fand. Jede Figur ist durchdacht und hervorragend in Szene gesetzt. „Heutzutage stirbt ja kaum noch einer am Tod.“ - Seite 143 Bestimmte Elemente des Romans wirken gewollt inszeniert: Der Exfreund, den man bereits während der Rückblenden zu hassen beginnt und für all das Übel, welches Martha widerfährt, verantwortlich gemacht wird. Oder eben auch der altkluge fünfjährige, der einen Mix aus Gewissen und Wegweiser des Lebens fungiert.   Dann und wann ist die Rede davon, ein Buch genau zur richtigen Zeit lesen zu müssen, damit es einem für immer im Gedächtnis haften bleibt. Bei „Überall bist du“ ist dies der Fall. Als Mutter von zwei Kleinen Kinder konnte ich die Botschaft, die Stoltenberg vermitteln will, zwischen den Zeilen entdecken und diese wiederum haben einen Nerv bei mir getroffen.   „Meine Freundin Carla sagt immer: >Resignieren ist das neue Erwachsenwerden<.“ - Seite 53 Ursprünglich wollte ich nur die Stellen, die mir als besonders zitierfähig erschienen, markieren und dann in meine Rezension einfügen. So kam dann rasch ein Post It zum nächsten, denn dieser Roman ist so reich an Lieblingsstellen, dass ich sie euch am liebsten alle vorlesen würde. Da dies  natürlich nicht geht - und ich eine furchtbare Vorlesestimme habe - müsst ihr euch wohl den Roman selbst besorgen um herauszufinden, was ihn so besonders macht.  Tom wollte ein geordnetes, überschaubares Hier und Jetzt und sicher keine unkalkulierbaren Erinnerungen an die Kindheit, die voller Sieg, aber eben auch voller Niederlagen waren. - Seite 87 Fazit: „Überall bist du“ wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben denn er ist ein Roman, den ich aufgrund seiner Charaktere gleichzeitig geliebt und auch teilweise gehasst habe. Genau wie Martha habe ich mit ihm Höhen und Tiefen durchlebt. Auch wenn ich mir vielleicht ein anderes Ende gewünscht hätte, kann doch gut mit dem gewählten leben. Ich wünsche mir mehr Bücher, die so vielschichtige Gefühle in mir auslösen können und würde es definitiv zu meinen Highlights des Jahres zählen.

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  • Sendet für mich leider eine schwierige Botschaft

    Überall bist du

    Isaopera

    23. April 2017 um 13:53

    "Überall bist du" wartet mit einem wunderschönen Cover in Mary Poppins-Look auf, und diese Figur ist auch wirklich eine Art Ikone in der Geschichte, denn Martha versucht sich als Kindermädchen von drei zauberhaften Jungs und lernt dabei schätzen, wie wichtig familiäre Nähe ist.Auch wenn das Cover dies vielleicht vermuten lässt, ist das Buch kein Liebesroman, sondern es geht um die Verarbeitung von Verlusten und das Finden der eigenen Identität.Martha ist eine sehr strittige Protagonistin, mit der ich leider überhaupt nicht warm geworden bin. Begleitet wird sie auf ihrem Weg von einer guten Freundin und den zauberhaften Kindern, die sie zeitweise betreut, die zwar nicht unbedingt altersentsprechend beschrieben sind (aus 5 sollte man hier bei Oscar lieber 10 machen....), aber immer wieder für einen Lacher sorgen und mich wirklich gekriegt haben. Es gibt noch einige weitere Figuren, die ich leider weniger schätzen konnte, unter anderem den wirklich grauenhaften Exfreund Tom und die Mutter der Kinder. Nach der Lektüre des Romans bin ich etwas ratlos zurückgeblieben und eigentlich fühle ich mich jetzt immer noch so. Es geht mir nicht unbedingt darum, dass ich etwas anderes erwartet hatte, obwohl ich mir definitiv mehr emotionalen Zugang zur Hauptperson gewünscht hätte, was mir sonst auch eigentlich nicht schwer fällt...Für mich ist es aber so, dass das Buch leider eine wirklich falsche Botschaft sendet und ich mich damit nicht anfreunden konnte. Gerade im letzten Drittel des Buches hat mich die Geschichte wirklich heruntergezogen. Das Problem ist nicht, dass ich keine traurigen Geschichten mag, sondern dass sich die Protagonistin wirklich in ihrer Trauer suhlt und ich sie oft einfach schütteln wollte und sagen wollte: Es ist keiner gestorben, jetzt reiß dich mal zusammen! Dieses wirklich EXTREME Selbstmitleid hat mich gestört und auch wütend gemacht und als dann im letzten Abschnitt noch das Thema Drogen für mich nicht moralisch einwandfrei behandelt wurde, bin ich leider enttäuscht zurückgeblieben. Man muss sagen, dass der Stil der Autorin wirklich gut ist und viele schöne Zitate vorkommen - leider konnte ich diese nicht genießen, weil mich das Buch wirklich angestrengt hat. Ich finde es richtig, dass ein Buch die Schattenseiten des Menschen aufzeigt. Aber in dieser Geschichte fehlte mir leider eine gewisse Rationalität und die Lektüre hat mich vor allem ungeduldig gemacht. Schade!!

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  • Wenn die Liebe nicht endet

    Überall bist du

    Schassi

    21. April 2017 um 07:11

    Diese Geschichte ist ganz anders, als ich sie mir vorgestellt hatte.Martha ist Anfang dreißig und lebt ein eintöniges Leben, in dem sie so gut wie alles von ihren älteren Geschwistern geerbt hat: ihren langweiligen Listenjob, ihre kleine Wohnung und sogar die beste Freundin, die früher mit ihrem Bruder zusammen war. Ihren Namen erfahren wir erst in der Mitte des Buches, was eine Distanz zu der Ich-Erzählerin aufbaut. Das Buch beginnt in Belgrad, wohin Martha Hals über Kopf geflüchtet ist. Wie und warum es soweit gekommen ist, erzählt sie detailliert von Anfang an.Als ihre vermeintlich große Liebe Tom sie verlässt, bricht für Martha eine Welt zusammen, hätte sie doch schwören können, dass die beiden füreinander bestimmt sind und ihre Liebe ewig hält. All die kleinen Warnsignale, die im Vorfeld der Trennung aufgetaucht sind, hat sie übersehen. Nun schleppt sie sich mehr schlecht als recht durchs Leben und trauert um ihre verlorene Liebe. Nichts kann sie tun oder ansehen, ohne an ihren Verlust erinnert zu werden. Ein Gang durch ihre Heimatstadt wird zum Spießrutenlauf der Erinnerungen.Erst als sie auf das alternde Model Stella und ihre vier Kinder trifft und spontan einen Job als Kindermädchen annimmt, kehrt die Sonne in ihr Leben zurück. Die Passagen, in denen sich die unbeholfene Martha um die altkluge Rasselbande gekümmert hat, haben mir am besten gefallen. Vor allem der 5-jährige Oskar hat sich mit seiner liebenswert-oberlehrerhaften Art direkt in mein Herzen geschlichen. Auch wenn Martha mit Kindern vorher nicht viel zu tun hatte, werden die fünf schnell zu einem eingespielten Team. Die Kinder bringen ein Stück weit Lebensfreude in Marthas tristen Alltag zurück. Doch das kleine Glück hält nicht lange – nach einer Weile wird der Kummer wieder übermächtig. Die Autorin hat einen angenehmen, leicht poetischen, aber auch anspruchsvollen Schreibstil. Verschachtelte Sätze sind keine Seltenheit in diesem besonderen Debütroman. Dennoch liest sich das Buch wunderbar flüssig. Gerade der außergewöhnliche Stil fesselt den Leser. Leider empfand ich die Passagen ohne die Kinder als langatmig. Vor allem die letzten Kapitel, die wieder in Belgrad spielen, haben sich sehr in die Länge gezogen. Auch wenn der Schluss überzeugend und konsequent war, hätte ich mir am Ende vielleicht noch eine Aussprache oder einen eindeutigeren Abschluss für Martha gewünscht.Leider fürchte ich, dass außer den zauberhaften Kids nicht viel von diesem Buch bei mir hängen bleiben wird. Trotzdem wünsche ich der Geschichte zahlreiche Leser/innen. Für „Überall bist du“ vergebe ich 3,5 Sterne Fazit:„Überall bist du“ ist ein melancholischer Roman über die Trauer und das Verlassenwerden. Obwohl Martha sich alle Mühe gibt, will ihre Liebe einfach nicht enden. Dieser besondere Roman besticht durch einen anspruchsvollen, wunderbaren Schreibstil und liebenswerte Nebenfiguren. Leider empfand ich den Anfangs- und Endteil als sehr langwierig, trotzdem wünsche ich der Geschichte viele Leser.

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  • Entspricht nicht meinen Erwartungen

    Überall bist du

    Anni59

    17. April 2017 um 13:53

    Martha liebt Tom. Sie versteht es nicht, warum er sich nach einem Streit plötzlich nicht mehr meldet. Nichts macht ohne ihn mehr einen Sinn. Sie grübelt tagein, tagaus über ihre Beziehung nach. Bis sie nach Belgrad flüchtet und dort endlich die Augen geöffnet bekommt.Ich muss sagen, ich hatte sehr hohe Erwartungen an dieses Buch, weil mich allein der Buchrücken schon so unglaublich angesprochen hatte. Aber schon mit Beginn des Buches musste ich erkennen, dass ich mir leider zu große Hoffnungen gemacht hatte. Das Buch ist durchweg zäh zu lesen, die Spannung fehlt komplett. Sätze sind teilweise über mehrere Zeilen hinweg geschrieben, müssen mehrmals gelesen werden, ehe man den Sinn begreift. Oft werden seitenweise Themen angesprochen, die eigentlich total nebensächlich sind und damit wird sich seitenweise auseinandergesetzt. Mir gefallen die Figuren von Oskar, Nippon und Beppi sehr. Auch wenn ich leider sagen muss, dass sie sehr unrealistisch sind. Denn man kann von einem 5jährigen leider keine Tipps zum Thema Liebeskummer erwarten. Martha war ein sehr einsamer Charakter meinen Augen nach. Sie hat sich kaum mit ihrer besten Freundin Anna getroffen, hat wenig Kontakt zu ihrer Familie und kann sich auch nicht wirklich mit Stella, der Mutter von den Jungs anfreunden. Sie scheint ein sehr schwieriger Charakter zu sein. Ich fühlte mich leider einfach nicht mit Martha verbunden, da von seite 1 ab nur schlecht von Tom geredet wurde und man von Anfang an schon ahnen konnte, dass Tom kein guter Freund ihr gegenüber gewesen ist. Deshalb ließ sich ihre Trauer und ihr Liebeskummer schwer nachvollziehen und hat mich somit nicht berührt.

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  • Leserunde zu "Überall bist du" von Gerhild Stoltenberg

    Überall bist du

    AtlantikVerlag

    »Manchmal scheint die ganze Welt entvölkert zu sein, wenn ein einziger Mensch fehlt.« Alphonse de LamartineIn ihrem entzückenden Debütroman erzählt Gerhild Stoltenberg feinsinnig und poetisch von der Liebe: vom Zauber des Anfangs, den Fängen des Alltags und von Liebeskummer, der nie zu enden scheint. Hast Du Lust auf ein Buch, das direkt ins Herz geht und auf charmante Weise von dem unerschütterlichen Glauben erzählt, dass am Ende alles gut wird? Dann wartet dieser feinsinnige Roman darauf, von dir entdeckt zu werden. Gerhild Stoltenberg: »Überall bist du« Wenn Martha geahnt hätte, dass Tom vom einen auf den anderen Tag aus ihrem Leben verschwinden würde, hätte sie ihn nachts geweckt, statt ihn nur anzuschauen. Sie wäre mit Tom nur U-Bahn statt Fahrrad gefahren, dann gäbe es in der Stadt jetzt weniger Orte, die sie mit ihm verbindet. Und sie hätte versucht, viel weniger mit ihm zu erleben, damit die Liste der Dinge, die sie so sehr an ihn erinnern, jetzt nicht so lang ist. Zum Glück gibt es den fünfjährigen Oskar und seine Brüder, die ihr die unausgesprochenen Gesetze des Spielplatzes erklären und mit denen sie unbeschwerte Sommertage im Freibad verbringt. Doch wenn der Liebeskummer so schlimm wird, dass nicht mal Winnie Puuh-Pflaster helfen, weiß selbst der sehr weise Oskar nicht mehr weiter. Martha muss sich eingestehen, dass sie nicht die besten Ideen hat, um über Tom hinwegzukommen, und entscheidet sich kurzerhand, alles hinter sich zu lassen. Zur Autorin Gerhild Stoltenberg, geboren1979 in Hamburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. »Überall bist du« ist ihr erster Roman. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.Wir wollen mit euch und gemeinsam mit der Autorin Gerhild Stoltenberg exklusiv vor der Veröffentlichung diesen Roman lesen und diskutieren. Dafür stellen wir euch 20 Exemplare zur Verfügung. Was es für euch zu tun gibt? Verratet uns einfach bis zum 19.03. eure besten Tipps gegen Liebeskummer und ihr springt in den Lostopf!Wir freuen uns auf eine schöne Leserunde mit euch und Gerhild Stoltenberg, die gespannt is auf eure Leseeindrücke und Fragen. Wir drücken euch die Daumen!

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    • 320

    seschat

    14. April 2017 um 16:17
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    Isaopera schreibt Nein, mit Martha werde ich auch nicht warm. Einiges stört mich an ihr wirklich... Finde es per se nicht schlimm, wenn mir ein Protagonist nicht sympathisch ist, aber in diesem Fall scheint sich ...

    Martha und Anna sind zwei komplett unterschiedliche Charaktere und ich wundere mich über deren Freundschaft. Ja, mit Martha kann ich mich auch nicht wirklich anfreunden. Sie ist mir zu ...

  • Wenig überzeugender Leidensweg einer Verlassenen

    Überall bist du

    seschat

    14. April 2017 um 15:54

    INHALTMartha hat bisher fast alles, ob nun Hobbys, Studiengang oder Freunde, in ihrem Leben ererbt bzw. von Geschwistern/Eltern übernommen. Nur ihre große Liebe Tom bildet dabei eine Ausnahme. Als dieser Martha eines Tages sang- und klanglos verlässt, bricht für diese eine Welt zusammen. Denn ihr bisheriges, wohlgeordnetes Leben ist nun in Schieflage geraten. Ein Zustand mit dem sie sich keinesfalls anfreunden kann. Daher versucht sie Tom zurückzuerobern, doch sie sucht sie nicht etwas ganz Anderes?Der Jobwechsel zur Kindererzieherin ist schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung.MEINUNGGerhild Stoltenbergs Debüt "Überall bist du" konnte mich leider nicht von sich überzeugen. Dies lag vor allem an der weinerlichen und inaktiven Hauptfigur Martha. Zudem fand ich den nüchternen bis belanglosen Erzählstil alles andere als passend. Hatte ich im Vorhinein noch auf eine emotionale Story mit einer Protagonistin, die erstarkt aus ihrem Beziehungsdebakel hervorgehen würde, gehofft, so wurde ich leider Seite um Seite enttäuscht. Der Plot wurde langatmig und recht eindimensional dargeboten. Vor allem die Gefühlsebene geriet wenig nachvollziehbar. Mein Lichtblick ist hingegen Marthas Zeit als Kindermädchen der Geschwister Oskar, Nippon und Beppi gewesen. Hier blühte sie förmlich auf und wirkte lebendiger. Einzig der altkluge 5-Jährige Oskar wollte nicht so recht ins Bild passen, was besonders an seinem erwachsenen Handeln und Denken lag. Sich in diesem Alter bereits mit psychologischen Theorien auszukennen und so geschliffen gutes Deutsch zu sprechen, empfand ich als wenig glaubhaft. Zumal Oskar mehr und mehr Martha dirigierte und sich als Familienboss aufspielte. Darüber hinaus konnte ich mich nicht damit abfinden, dass Martha ihrem erimitischen Ex Tom so lange Zeit nachtrauerte, währenddessen dieser sich kein einziges Mal bei ihr meldete. Nein, eine Mut machende Geschichte ist Stoltenberg hiermit eindeutig nicht gelungen. Zu viel Pessimismus und Fatalismus beherrschten die Handlung. Daran konnte auch das positive Ende nichts ändern, weil diesem eine unglaubwürdige Flucht nach Belgrad samt Drogenparty mit Zufallsbekanntschaft vorausging. Ein wirklicher Neufang sieht m. E. anderes aus...FAZITEin Buch, dessen Cover und Titel mich irregeführt hat und mit dem ich inhaltlich sowie sprachlich leider nichts anfangen konnte. 

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  • Ein Buch für zwischendurch!

    Überall bist du

    Velina2305

    12. April 2017 um 20:28

    Martha hat ein gut strukturiertes Leben und fühlt sich in ihrer geplanten Routine sehr wohl. Eines Tages ergibt sich die Chance auf eine Veränderung. die Martha ohne lang nachzudenken, ergreift. Ihr Freund ist von dieser Neuerung nicht sehr angetan und auf einmal ist alles anders und Martha hat Liebeskummer, der kaum überwindbar scheint. Was ist bloß schief gelaufen und wie soll es jetzt weitergehen? "Manchmal scheint die Welt entvölkert zu sein, wenn ein einziger Mensch fehlt." Geschichten mit poetischen Momenten berühren mich und deswegen habe ich mich über das gewonnene Buch sehr gefreut. Leider gab es im Endeffekt nicht so viele poetische Zeilen wie erwartet. Wobei einige auch etwas versteckt und nicht so offensichtlich sind. Die tiefe Traurigkeit von Martha konnte ich voll und ganz nachvollziehen. Das ist Liebeskummer und zwar genau so! Hier ist die Autorin in meinen Augen eng am Leben. Leider konnte ich mit den restlichen Handlungssträngen in der Geschichte eher weniger anfangen. Hier wurde ich des Öfteren im Stich gelassen und konnte mit diversen Abschnitten einfach nicht warm werden, da sie die Geschichte nicht wirklich weitergebracht haben. Das Ende hat mich daher auch nicht besonders umgehauen. Mein Fazit ist deshalb: Eine Story über den Kummer einer unerfüllten Liebe, die der Leser schnell und leicht zwischendurch weg lesen kann. Jedoch hält man hier kein Buch in der Hand, das einen dazu bringt seine komplette Leseseele zu investieren.

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  • Überall bist du

    Überall bist du

    Summer-Sarah

    11. April 2017 um 16:28

    das Cover/der Titel: Das Cover gefällt mir wahnsinnig gut. Dieses Retro/Vintagedesign ist etwas besonderes, passt zur Atmosphäre des Romans und vermittelt märchenhafte Stimmung. Auch der Titel ist passend, wenn auch nicht sehr aussagekräftig. der Schreibstil: der Schreibstil war für mich das schönste Erlebnis an diesem Buch. Es werden unendlich viele zauberhafte Sprachbilder und Metaphern benutzt, was dem Buch den Märchencharakter verleiht. Auch wenn nichts aufregendes passiert, fühlte ich mich doch durch den Schreibstil gedrängt weiter zu lesen. Es wird nicht zu ausführlich beschrieben, aber auch nicht zu oberflächlich - eine perfekte Mischung! die Handlung: anfangs hat auch die Handlung mich noch sehr überzeugt. Ich war gespannt was als nächstes mit Martha passiert, wollte Stella und ihre Kinder kennenlernen und wissen was mit Tom passiert ist. Die Handlung hat jedoch keine überraschende oder rührende Wendung genommen, sodass das Buch in der Mitte ein paar Längen bekam. Das Ende jedoch konnte mich wieder restlos überzeugen und ich konnte zufrieden mit der Geschichte abschließen. die Personen: Martha war mir gleich sehr sympathisch, sie ist nicht sehr außergewöhnlich, sodass man sich gut mit ihr identifizieren kann. Zudem hat sie noch typische Probleme, die die meisten kennen und man kann gut mit ihr leiden :) Stella fand ich von Beginn an schwer einschätzbar, aber interessant. Ich hätte gerne mehr über ihr Leben erfahren und wieso sie so ist wie sie ist, doch da wurde ich leider enttäuscht. Die Jungs mochte ich auch sehr , allerdings hat es manchmal irritiert, dass Oskar für sein Alter viel zu reif gehandelt hat. Das war an manchen Stellen sehr realitätsfern. Im Gesamten lässt sich der Roman als ein modernes Märchen mit zauberhaften Worten und ein paar Längen beschreiben. 4 von 5 Glitzerpunkten und ein riesiges Dankeschön an die Autorin und den Verlag dafür, dass sie mir das Buch zur Verfügung gestellt haben.

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  • Ein mühsamer Genesungsprozess oder "Es gibt immer Dinge, die einen retten"

    Überall bist du

    Barbara62

    10. April 2017 um 16:15

    Dieser Debütroman lässt mich etwas ratlos zurück, zum einen, weil ich nach dem hübsch-verspielten Cover und dem Klappentext etwas Anderes erwartet hatte, zum anderen, weil die drei Teile, in die ich ihn unterteilen würde, sehr unterschiedlich ausfallen. Der Einstieg in die Geschichte hat mir zunächst gut gefallen. Der Prolog „Belgrad“ hat meine Neugier geweckt, dann erzählt Martha von sich und wie es dazu kam, dass sie zu der fremdbestimmten Frau ohne Courage wurde, die sie heute ist. Ihre Familie entschied stets für sie, sie trug die abgelegten Kleider ihrer Geschwister, übernahm deren Hobbies, Freunde, Sportarten und das Klavierspiel und ließ sich sogar die Modedesign-Schule zugunsten eines Marketingstudiums ausreden. Vielleicht merkte sie deshalb nicht, dass Tom, den sie für ihre große Liebe hielt, genauso über sie bestimmt hat wie vorher ihre Familie, sei es bei den Terminen ihrer Treffen, bei den Gesprächsthemen oder beim Radioprogramm. Erst als er sich plötzlich nicht mehr meldet, wird ihr klar, dass es immer eine gewisse Distanz zwischen ihnen gegeben hat und sie sich nie auf Augenhöhe begegnet sind. Dieser mittlere Teil des Romans, der circa vier Monate umfasst, beschreibt die tiefe Depression, in die Martha nach Toms Verschwinden fällt, ihren Grübelzwang, ihre Heulkrämpfe und die Verzweiflung. Zu Beginn kann der Babysitterjob, den sie seit einigen Monaten beim fünfjährigen, extrem altklugen Oskar und seinen beiden jüngeren Brüdern hat, noch trösten, doch schließlich ist sie auch dazu nicht mehr in der Lage. Eigentlich hätte ich in diesem Teil Mitleid mit Martha haben müssen, doch leider ist es der Autorin Gerhild Stoltenberg nicht gelungen, Empathie für ihre Protagonisten bei mir zu wecken. Sei es, weil ich nicht nachempfinden kann, warum Martha diesem Ekel von Tom derart nachtrauert, sei es, weil ihre jämmerliche Passivität mir gegen den Strich geht, war der Mittelteil des Romans sehr anstrengend für mich. Als Martha sich mit Hilfe ihrer tatkräftigen Freundin Anna schließlich aus dem Bett erhebt und kurzentschlossen statt zum Skiurlaub mit der Familie zu fahren den Zug nach Belgrad besteigt, setzt der Genesungsprozess ein. Dieser letzte Teil des Romans hat mir wieder besser gefallen, da ich ihre heilende Wut und die Tatsache, dass nichts in Belgrad sie an Tom erinnert, gut beschrieben fand und das in Teilen offene Ende gut gelungen ist. Im Gegensatz zu Kristof Magnusson habe ich Überall bist du nicht als poetisch empfunden, doch haben mir die Sprache von Gerhild Stoltenberg, ihr immer wieder durchscheinender feinsinniger Humor, Ihre Beobachtungsgabe und die Bilder, die sie findet, gut gefallen. Ich bin überzeugt, dass ich den Roman deutlich lieber gelesen hätte, wenn ein strengeres Lektorat beim Jammern gekürzt und die starken Figuren wie Anna und die Spielplatz-Cousinen zugunsten von Oskar und seiner Mutter Stella aufgewertet hätte.

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