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TheLastUnicorn_

vor 2 Monaten

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Wenn es nach Martha gehen würde, dann wäre die Liebesgeschichte zwischen ihr und Tom noch lange nicht zu Ende gewesen. Doch Tom hat sich dazu entschlossen zu verschwinden. Martha weiß nicht warum und sie kommt auch nicht an ihn ran, dabei war doch alles gut?
Eine schwierige Zeit für Martha und obwohl ihr Job als Babysitterin bzw. die Kinder ihr versuchen über die Trennung hinwegzuhelfen und ihr Leben mit Leichtigkeit füllen, kommt der Moment in dem sie fällt und auf einmal sieht sie nur noch einen Weg... weg.


Gestaltung:
Ich finde die Cover von Atlantik häufig ganz wundervoll, obwohl sie in der Regel immer ziemlich schlicht sind. Aber schlicht und schön zugleich hat was. Auch dieses Cover finde ich unheimlich schön, vor allem weil es durch die Farbe sehr leicht wirkt durch die Regentropfen und dem schwarzen Schriftzug, aber einen weiteren eher traurigen Unterton bekommt, was einfach genau zum Buch passt. Aber vielleicht interpretiere ich auch nur zu viel! :D


Meinung:
Ich hab mich sehr auf dieses Buch gefreut, ich fand allein der Klappentext war unheimlich toll geschrieben und ein Buch übers Liebeskummer bzw. vom überwinden, finde ich generell sehr reizvoll und ansprechend. Ich war also sehr gespannt auf Marthas reise zu sich selbst und wie sie es schafft wieder glücklich zu werden.
Ich mochte dieses Buch dann auch ziemlich gerne, was zu einem an den Charakteren an sich lag aber auch an dem Schreibstil der mich wirklich gepackt hat. Für mich war der Schreibstil wirklich besonders, hier wird mit vielen Metaphern gespielt, die manchmal ein wenig absurd klingen und man generell so nicht verwenden würde, die aber trotzallem ziemlich passen. Dadurch hat Martha für mich eine ganz eigene Denkweise bekommen, was ich generell immer sehr liebe. Zudem schafft die Autorin es, ihren Schreibstil den Begebenheiten anzupassen. Zum Beispiel schreibt Gerhild Stoltenberg eher fröhlich und vom Ton her auch einfacher wenn Martha zusammen mit den Kindern ist und sehr melancholisch, tiefgründig und auch düster wenn Martha mit sich selbst oder mit anderen Erwachsenen zusammen ist. So gab es Bspw. eine Szene in der sie sich mit der Mutter ihrer Schützlinge unterhält, bei vier Kindern liegen die Nerven wahrscheinlich auch mal blank und sie erzählt ihr in einem sehr intimen Moment wie die Mutterschaft sich für sie anfühlt und was sie bedeutet. Das war für mich schon eine sehr ehrliche, schonungslose und auch intensive Schilderung, die einfach so gut geschrieben war, dass ich Gänsehaut bekam. 
Die Charaktere waren ziemlich eigensinnig, was ich generell immer sehr toll finde. Die meisten Probleme hatte ich da stellenweise noch mit Martha selbst. Sie schildert Momente aus ihrer Beziehung und ist so unglücklich über die Trennung und dann lernt man Tom durch ihre Erzählungen kennen und ist einfach nur fassungslos, wieso sie einem solchen Kerl hinterher trauert.^^ Tom ist gelinde gesagt ein Arschloch und es ist okay, dass sie ihn liebt und das sie das offensichtliche nicht sehen kann, aber es macht es so unheimlich schwer sie zu verstehen und dann gibt es auch diese Momente wo ihre Trauer dadurch einfach nur nervt!  Dennoch mochte ich sie trotzallem, weil es als objektive Person natürlich immer einfacher zu sehen ist, dass jemand wie Tom es einfach nicht wert ist und es gibt glücklicherweise auch viele andere Momente in denen sie nicht von Trauer zerfressen wird.
Mein Highlight waren aber die Kinder auf,die sie aufpasst und von der Story her mochte ich auch die Szenen in denen sie, auf sie aufpasste am meisten. Von den Kindern sticht vor allem Oskar hervor, er ist 5 Jahre alt, wirkt aber wie ein weiser Erwachsener. In manchen Szenen ist es ein bisschen komisch wie er sich gibt und wie viel er versteht, es wirkt dann auch nicht allzu realistisch, aber das war mir egal. Denn ehrlich gesagt liebe ich solche "besonderen" Kinder und ich finde auch wenn die Szenen mit ihnen immer etwas leichter waren und vor allem auch glücklicher gibt es mit ihnen viel zu lernen und das fand ich ebenfalls unheimlich toll. Neben Martha und Oskar gab es auch die kleineren Nebencharaktere die wirklich toll war und durch ihre eigensinnige Art, schnell ein Gesicht bekommen haben und sie ihren Teil zur Geschichte beitrugen.
Es waren aber nicht nur der Schreibstil und die Charaktere die mich für sich einnehmen können, auch den Verlauf der Story mochte ich gerne, auch wenn ich lange Zeit das Gefühl hatte, ein wirklicher roter Faden wäre hier nicht vorhanden, es fühlte sich einfach nicht so an als hätte diese Geschichte ein richtiges Ziel. Damit habe ich mich geirrt, was gut ist, auch wenn ich fand, dass es am Ende dann doch zu schnell ging und irgendwie dann auch zu einfach? Dennoch waren die einzelnen Szenen wirklich unterhaltsam und toll und ich fand das Buch hatte viel zu sagen, nicht nur über Beziehungen und deren Schattenseiten sondern über das Leben generell.
Fazit:
Ich hab am Anfang schon meine Zeit gebraucht um in dieses Buch hineinzufinden, weil der Erzählstil und die Charaktere schon eigen sind, aber der Schreibstil hat mich letztendlich gepackt und mir geholfen mich hineinzuwühlen und darüber bin ich sehr glücklich, denn es gibt in diesem Buch tolle Momente die Freude bereiten, aber auch tolle Momente die nachdenklich stimmen, ein toller Mix, sehr gut umgesetzt, der mich berühren konnte und  dann noch so wundervoll geschrieben, hach! Von Gerhild Stoltenberg möchte ich unbedingt mehr lesen. :)

Autor: Gerhild Stoltenberg
Buch: Überall bist du
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