Germán Kratochwil Río Puro

(9)

Lovelybooks Bewertung

  • 8 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 8 Rezensionen
(0)
(0)
(2)
(4)
(3)

Inhaltsangabe zu „Río Puro“ von Germán Kratochwil

Der Journalist Leo Kainzer soll über die argentinische Präsidentenwahl berichten und eilt aus der Toskana ins herbstliche Buenos Aires. Doch statt auf Kundgebungen und Pressekonferenzen zu gehen, muss er sich auf die Spur des Ehemanns einer Jugendfreundin setzen – eines Experten für die Wasserreserven der Welt, der sich grußlos mit einer halben Million Dollar und viel Whisky im Gepäck in den patagonischen Regenwald abgesetzt hat. Kainzer kann nicht einmal annähernd ahnen, was auf dem gefährlichen Ritt durch die südliche Andenwildnis auf ihn zukommen wird: ein durchgeknallter Diplomat mit austrofaschistischer Gattin; ein bisexueller Naturanbeter aus dem Innviertel; ein zwergenhafter Schuhputzer und Fabulierer; eine trostbedürftige junge Frau aus Montevideo. Stets ein Phantom bleibt dabei Franz Melan, der Verschollene. Der schwelgt indessen, kaum aus dem Sattel, in patagonischen Gaumenfreuden und fällt bald in die Arme einer oft missbrauchten, vergeltungssüchtigen Mapuche. Eine bigotte, esoterische Initiationsreise, ein ironisch-patagonischer Western, ein redlicher Kampf um reines Süßwasser? Germán Kratochwil entführt in einen Urwald menschlicher Begierden und Sehnsüchte, wo gegensätzliche Interessen und widersprüchliche Charaktere aufeinanderstoßen. Er tut dies in einer saftigen Prosa, voll Scharfsinn und Humor.

Stöbern in Romane

Der gefährlichste Ort der Welt

Ein vorrangig narrativ beeindruckendes Debüt, das mich nicht hundertprozentig packen konnte.

Isabella_

Ehemänner

Die Story einer jungen Frau, die sich in ihrer Liebe und Ehe völlig aufgegeben hat. Tiefgründiger, als Titel und Klappentext ahnen lassen.

Xirxe

Walter Nowak bleibt liegen

Die Erzählung will nicht gefallen, sie ist sperrig wie ihr Hauptcharakter, sie fordert. Ungewöhnlich, originell, interessant...

LitteraeArtesque

Leere Herzen

Juli Zeh kratzt die Probleme heraus. Kritisch aber nicht nervig. Hervorragend geschrieben und die Botschaft sitzt.

leseAlice

Und es schmilzt

Brutal, grausam ehrlich, gnadenlos offen: Dieses Buch erfüllte für mich alle Erwartungen, die von Lobgesängen geschürt worden waren.

once-upon-a-time

Kleine große Schritte

Dieses Buch lässt einen nicht mehr los und verändert den Blick, mit dem man die Welt und die Menschen sieht.

Tintenklex

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Leserunde zu "Río Puro" von Germán Kratochwil

    Río Puro

    Picus_Verlag

    Liebe Leserinnen und Leser, Wir laden Sie herzlich ein, Germán Kratochwils zweiten Roman »Río Puro« mit uns zu lesen, druckfrisch und soeben erschienen. Wie in seinem Debütroman »Scherbengericht«, der für den Deutschen Buchpreis 2012 nominiert war, findet man sich hier in Patagonien wieder – auf einer spannungsreichen, detailreichen und aberwitzigen Reise durch den Urwald. Bizarre Gestalten, Größenwahn, Heilsfantasien und Leidenschaft – all das ist in diesem großen Roman zu finden. Wir verlosen wieder 10 Exemplare, sowohl als haptisches Buch als auch als E-Book.

    Mehr
    • 113
  • Rio Puro

    Río Puro

    lesemaus

    10. October 2013 um 11:03

    Aus dem Klapptext: "Der Journalist Leo Kainzer soll über die argentinische Präsidenten­wahl berichten und eilt aus der Toskana ins herbstliche ­Buenos Aires. Doch statt auf Kundgebungen und Pressekonferenzen zu ­gehen, muss er sich auf die Spur des Ehemanns einer Jugendfreundin setzen – eines Experten für die Wasserreserven der Welt, der sich grußlos mit einer halben Million Dollar und viel ­Whisky im ­Gepäck in den patagonischen Regenwald abgesetzt hat. Kainzer kann nicht einmal annähernd ahnen, was auf dem ­gefähr­lichen Ritt durch die südliche Andenwildnis auf ihn zukommen wird: ein durchgeknallter Diplomat mit austrofaschistischer Gattin; ein bisexueller Naturanbeter aus dem Innviertel; ein ­zwergenhafter Schuhputzer und Fabulierer; eine trostbedürftige junge Frau aus Montevideo. Stets ein Phantom bleibt dabei Franz ­Melan, der Verschollene. Der schwelgt indessen, kaum aus dem Sattel, in patagonischen Gaumenfreuden und fällt bald in die Arme einer oft missbrauchten, vergeltungssüchtigen ­Mapuche. Eine bigotte, esoterische Initiationsreise, ein ironisch-patagonischer Western, ein redlicher Kampf um reines Süßwasser?" Das Buch soll den Leser zum Lachen bringen, sowie mitfiebernd sein. Ich wurde sehr enttäuscht, denn ich musste mit dem Buch aufhören. Ich habe das Buch angefangen und dachte mir, ok, der Anfang ist schwer, aber ich werde mit der Zeit reinkommen. Leider wurde ich enttäuscht. Der Schreibstil liegt mir überhaupt nicht. Die Sprache ist abgehackt, die Wörtern werden an aneinander gereiht ohne Sinn. Es kommt kein flüssiger Lesefluss zu Stande, denn auch die Geschichte ist chaotisch, die Gedanken huschen hin und her. Die Gedankenwechsel sind total unabhängig voneinander und ergeben in der Geschichte keinen Zusammenhang. Nachdem ich das Buch weggelegt hatte und ich es später nochmal probierte, kam ich einfach nicht ran an die Geschichte und dem Schreibstil. Dieser Schreibstil ist viel schlimmer als der von Daniel Kehlmann. Ich habe mich durch sein Buch "Die Vermessung der Welt" auch durchgequält, aber da ging es von der Sprache. Es war eine Biografie. Erschreckend musste ich feststellen, dass ich dieses Buch keinem weiter empfehlen kann und den Leser nur abraten kann von diesem Buch.

    Mehr
  • Das lesenswerteste sind die Naturbeschreibungen...

    Río Puro

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. October 2013 um 15:01

    Leo Kainzer, Journalist, soll über die argentinische Präsidentschaftswahl berichten. Jedoch verläuft dann alles ganz anders, nach dem sich der Mann einer Jugendfreundin mit einer halbe Million Dollar in den patagonischen Regenwald abgesetzt hat. Kainzer trifft auf den Spuren Melans viele merkwürdige und auch nicht immer vorteilhaft dargestellte Menschen.... Ich muss jetzt erst einmal schreiben, dass es leider gar nicht mein Buch ist. Vielleicht bin ich einfach nicht die richtige Leserschaft, ich lese sehr gerne und viel Trivialliteratur, habe aber auch keine Probleme damit mal etwas anspruchsvolleres zu lesen, sowohl vom Inhalt als auch vom Stil her – doch hier war ich nahe dran mit wehenden Fahnen aufzugeben. Aber dennoch habe ich mich durch das Buch, ich muss es leider sagen, gequält. Dabei klang es für mich am Anfang wirklich sehr interessant, mal eine Abwechslung im Lesefutter, dennoch hat die Euphorie sehr schnell aufgehört. Die Charaktere haben mich gelangweilt und nachher sogar angeekelt. Ich wollte sie schnellstmöglich wieder loswerden und auch Bilder, die sich in meinem Kopf festgesetzt hatten. Der Schreibstil des Autoren ist nicht generell schlecht. Manchmal hatte ich Probleme mit seinen sehr langen Sätzen und die gestelzten Dialoge, öfter noch Monologe konnten mich nicht fesseln – einzig die Natur- und Landschaftsbeschreibungen des Regenwaldes haben mir sehr gut gefallen. Auch die Charakterisierung bzw. Darstellung der Ureinwohner und der Amerikaner, voller Klischees, hat nicht zu meiner Unterhaltung beigetragen, ganz im Gegenteil.Außerdem konnte ich dem Autor bis zum Ende nicht folgen, wohin diese Reise eigentlich gehen sollte. Ein wenig wirkte es, als ob er selbst den Faden verloren hätte... Für mich ist „Rio puro“ definitiv nichts – aber ich denke, dass es auch für dieses Buch bestimmt die passenden Leser gibt!

    Mehr
  • Río Puro (Germán Kratochwil)

    Río Puro

    LieLu

    29. September 2013 um 17:37

    Picus Verlag Der Autor Germán Kratochwil wurde in Korneuburg geboren und wanderte als Kind aus. Heute lebt er in Patagonien und Buenos Aires, wo auch sein Roman spielt. Er studierte in Hamburg Sozialwissenschaft und war für 5 große Organisationen auf der ganzen Welt tätig. 2012 erschien seit erster Roman „Scherbengericht“, der für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. Río Puro Eigentlich soll der Journalist Leo Kanzler nur über die Präsidentenwahl in Argentinien berichten, doch stattdessen muss er sich auf die Suche nach dem Ehemann einer Jugendfreundin machen, welcher ein Experte für Wasserreserven der Welt ist. Dieser hat sich ohne Rückmeldung mit einem Haufen Geld in den patagonischen Regenwald abgesetzt. Auf der Reise zum Fluss Río Puro beginnt für den Journalisten Leo Kanzler und die anderen Figuren im Roman, ein Kampf um reines Süßwasser. Auf der Suche nach dem Paradies auf Erden gerät die Gruppe immer weiter hinein in den Urwald und die Reise wird bald zur Odyssee. Nicht nur Naturgewalten stellen sich ihnen in den Weg, sondern auch die einheimische Bevölkerung selbst und die Figuren, die ihnen sonst noch auf ihrer Reise begegnen. Leider bleibt gerade Franz Melan, der Ehemann, nach welchem gesucht wird, verschwunden… Fazit Klappentext und Inhaltsangabe des Buches versprachen etwas besonders und ich hatte wirklich Lust dieses Buch zu lesen. Doch schon nach den ersten Seite hatte ich nicht nur den Inhaltsbezug verloren oder noch nicht gefunden und kam auch mit den handelnden Personen nicht zurecht. Leider änderte sich dieses Verhältnis auch im Laufe des Buches nicht wirklich. Auch der Schreibstil führte dazu, dass ich weiterhin mit dem Roman nicht wirklich warm wurde. Die Thematik des Buches ist bemerkenswert, denn der Kampf um reines Süßwasser und die letzten Wasserreserven der Erde werden thematisiert. Gut gefallen hat mir an dieser Stelle, dass dem Leser beide Seiten der Reise beleuchtet wurden. Einerseits der Suchtrupp mit Kanzler usw. und andererseits wurde Franz Melan gezeigt, der indessen den patagonischen Gaumenfreuden frönte und es sich auch sonst recht gut gehen lies. Alles in allem ein Buch, in welches ich mich nicht wirklich einlesen konnte und welches für mich kein Lesevergnügen darstellt. Ich finde jedoch, dass das Geschmacksache ist. Bald hier: http://immer-mit-buch.blogspot.de/

    Mehr
  • Ich konnte es leider nicht beenden...

    Río Puro

    AnikaFischer

    Klappentext:Der Journalist Leo Kainzer soll über die argentinische Präsidenten­wahl berichten und eilt aus der Toskana ins herbstliche ­Buenos Aires. Doch statt auf Kundgebungen und Pressekonferenzen zu ­gehen, muss er sich auf die Spur des Ehemanns einer Jugendfreundin setzen – eines Experten für die Wasserreserven der Welt, der sich grußlos mit einer halben Million Dollar und viel ­Whisky im ­Gepäck in den patagonischen Regenwald abgesetzt hat. Kainzer kann nicht einmal annähernd ahnen, was auf dem ­gefähr­lichen Ritt durch die südliche Andenwildnis auf ihn zukommen wird: ein durchgeknallter Diplomat mit austrofaschistischer Gattin; ein bisexueller Naturanbeter aus dem Innviertel; ein ­zwergenhafter Schuhputzer und Fabulierer; eine trostbedürftige junge Frau aus Montevideo. Stets ein Phantom bleibt dabei Franz ­Melan, der Verschollene. Der schwelgt indessen, kaum aus dem Sattel, in patagonischen Gaumenfreuden und fällt bald in die Arme einer oft missbrauchten, vergeltungssüchtigen ­Mapuche. Normalerweise übernehme ich den Klappentext nicht einfach so, aber bei diesem Buch war ich dazu gezwungen, da ich es schon nach dem ersten Kapitel abbrechen musste. Ich habe wirklich versucht alles zu verstehen, aber es wurden Sachen vorausgesetzt, von denen ich noch nie etwas gehört hatte, die Formulierungen so kompliziert und der Schreibstil war mir wirklich zu langatmig.Ich will keinem, der vorhat dieses Buch zu lesen die Vorfreude vermiesen, denn ich hatte mir auch einiges von dem Buch erhofft und mich bei der Leserunde beworben. Schade, dass nicht gesagt wurde, wie kompliziert das Buch ist und, dass es definitiv nicht für Leute in meinem Alter vorgesehen ist, denn dann hätte ich mich nicht beworben. Ich natürlich davon ausgegangen, dass es kein ganz unkompliziertes Buch ist, aber so etwas hätte ich nicht erwartet. Fazit: Ich würde das Buch auf gar keinem Fall jemandem empfehlen, der ca. 14-16 Jahre alt ist. Es mag sein, dass ältere Leute diesem Buch mehr abgewinnen können, aber ich definitiv nicht!

    Mehr
    • 3
  • konnte mich leider gar nicht überzeugen...

    Río Puro

    tweedledee

    14. September 2013 um 19:07

    Der österreichischeische Journalist Leopold Kainzer fliegt nach Argentinien, um über die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen zu berichten. Seine Reise möchte er mit einem Besuch bei seinen alten Freunden, Livia und Franz Melan, verbinden. In Buenos Aires angekommen wird er jedoch nur von Livia empfangen, welche ihm aufgelöst berichtet, dass Franz sich mit fast einer halben Million Dollar mit unbekanntem Ziel aus dem Staub gemacht hat. Livia bittet ihn, die Spur von Franz zu verfolgen, die nach Villa Angostura führt. Leopold macht sich widerwillig auf die Suche.... Ich bin mit den Erwartungen an das Buch, über eine Abenteuergeschichte zu lesen, die im patagonischen Urwald spielt. Soweit so gut. Der Einstieg in die Geschichte war leicht, auch wenn die ausschweifende Erzählweise nicht so flüssig zu lesen ist. Die ersten Beschreibungen der Natur, des Rio Puro und des Urwalds waren schön detailliert, atmosphärisch und haben mir gut gefallen. Leider verliert sich der Autor alsbald in Nebenschauplätzen und endlosen Gedankenmonologen, die für die Geschichte keine Bedeutung haben, so dass sich die weitere Lektüre zäh gestaltete und ich mich zwingen musste, weiterzulesen. Mir fehlte der rote Faden, der die Schauplätze zusammen hält und durch die Handlung führt. Lange Zeit ist überhaupt nicht klar, worum sich die Handlung dreht, erst ab der Mitte konnte man ahnen, dass es im weitesten Sinn um Quellen und Süßwasserreservoire geht, ein geplantes Staudammprojekt (und dessen Verhinderung?). Doch wie der Protagonist involviert ist klärt sich selbst bis zum Schluss nicht auf, das Ende bleibt offen und lässt mich als Leser unbefriedigt zurück. Die Charaktere sind stark überzeichnet, teilweise bizarr, ihr Handeln war für mich nicht nachvollziehbar. Ich konnte für keinen der Protagonisten Sympathie empfinden, ein wenig für den Amerikaner Don Tim, der gute Absichten hegt, dessen Part aber leider viel zu nebensächlich bleibt. Sehr befremdlich war für mich, dass ein Kleinwüchsiger in einer Nebenrolle als "Zwerg, Winzling, Kerlchen, Gnom und Hutzelmännchen" tituliert wird. Dass in einem Buch Sexszenen vorkommen und dass es sich nicht immer um Blümchensex handelt, ist für mich ok. Eine Szene hat mich jedoch dermaßen angewidert, dass ich überlegt habe, abzubrechen. Alle Hauptprotagonisten befinden sich im Alter 60+, womit ich generell auch kein Problem habe. Es drängt sich jedoch der Eindruck auf, dass es den Protagonisten nur um das Ausleben ihrer außerehelichen Sexfantasien geht und die um Jahrzehnte jüngeren Frauen ganz wild darauf sind, sich auf die alten Kerle mit Halbglatze und/oder Bierbauch zu stürzen. Unglaubwürdig und für mich eine sehr abwegige Vorstellung. Mein Fazit: Leider hat das Buch in keinster Weise meine Erwartungen erfüllt. Statt eines Abenteuerromans bekam ich einen wirren Plot ohne Spannung und ohne abgeschlossenes Ende. Einzig die schönen Naturschilderungen retten die 1,5 auf aufgerundete zwei Punkte.

    Mehr
  • Schöne Landschaft - miese Charaktere - viele Klischees

    Río Puro

    Leserin71

    13. September 2013 um 21:27

    Klappentext: Der Journalist Leo Kainzer soll über die argentinische Präsidentenwahl berichten und eilt aus der Toskana ins herbstliche Buenos Aires. Doch statt auf Kundgebungen und Pressekonferenzen zu gehen, muss er sich auf die Spur des Ehemanns einer Jugendfreundin setzen eines Experten für die Wasserreserven der Welt, der sich grußlos mit einer halben Million Dollar und viel Whisky im Gepäck in den patagonischen Regenwald abgesetzt hat. Kainzer kann nicht einmal annähernd ahnen, was auf dem gefährlichen Ritt durch die südliche Andenwildnis auf ihn zukommen wird: ein durchgeknallter Diplomat mit austrofaschistischer Gattin; ein bisexueller Naturanbeter aus dem Innviertel; ein zwergenhafter Schuhputzer und Fabulierer; eine trostbedürftige junge Frau aus Montevideo. Stets ein Phantom bleibt dabei Franz Melan, der Verschollene. Der schwelgt indessen, kaum aus dem Sattel, in patagonischen Gaumenfreuden und fällt bald in die Arme einer oft missbrauchten, vergeltungssüchtigen Mapuche. Eine bigotte, esoterische Initiationsreise, ein ironisch-patagonischer Western, ein redlicher Kampf um reines Süßwasser? Gemán Kratochwil entführt in einen Urwald menschlicher Begierden und Sehnsüchte, wo gegensätzliche Interessen und widersprüchliche Charaktere aufeinanderstoßen. Er tut dies in einer saftigen Prosa, voll Scharfsinn und Humor. Meine Meinung: Nachdem Kratochwils erster Roman „Scherbengericht“ für den Deutschen Buchpreis nominiert war, habe ich mir einiges von seinem zweiten Buch versprochen. Seine Sprache ist sehr vielseitig, er schreibt gerne auch längere Sätze, was ich nicht als negativ empfunden habe. Dem in Österreich geborenen und in der Kindheit nach Argentinien Ausgewanderten gelingt es, die Bilder der Landschaft mit Worten zu malen. Zitate von Philosophen heben das Buch gegenüber anderen des Mainstream positiv ab. Das Buch berichtet aus den Perspektiven von Melan (der abgehauen ist) im Wechsel mit Kainzer (der ihn sucht). Kainzer trifft ein paar Tage später an den gleichen Stellen wie Melan ein. Dadurch werden gewisse Begebenheiten doppelt beschrieben und manchmal weiß man nicht mehr, wer was an welchem Tag macht bzw. gemacht hat. Am Anfang fand ich die Personen, die Kainzer auf seiner Suche trifft ganz erfrischend anders, ironisch überzeichnet. In Südamerika gibt es tatsächlich viele alte Nazis, die nach dem 2. WK dort Zuflucht vor der Justiz gefunden haben. Mit zunehmendem Lesefortschritt stieß ich dann auf Personen, die mich abgestoßen haben, bzw. vermehrt auf Haltungen gegenüber anderen Personen, die ich nicht für gut heißen kann. Es werden viele Klischees bedient: Die Eingeborenen bzw. Mestizen werden als dreckig beschrieben, der Amerikaner ist der Heilsbringer, Männer beherrschen Frauen. Leider konnte ich nichts Humoriges daran finden. Szenen wie die mit dem Schuhputzer hatten wenig Bezug zur Handlung und waren dadurch langweilig. Verschiedene Sexszenen fand ich widerwärtig. Mir erschloß sich auch nicht der Sinn des Buches: Wollte Kratochwil einen Beitrag zur Trinkwasserproblematik schreiben? Einen Appell, Wasser sauber zu halten und zu sparen? Oder das Leben in Südamerika beschreiben? Die Frage im Klappentext nach dem Genre konnte ich somit auch nicht beantworten. Ich gebe diesem Roman zwei Sterne, weil mir die Sprache gut gefallen hat.

    Mehr
  • Zuviel Schmutz

    Río Puro

    alasca

    Zuviel Schmutz Leopold Kainzer, österreichischer Journalist im Ruhestand, hat einen Reportageauftrag zu Argentiniens Präsidentschaftswahlen ergattert. Bei der Gelegenheit will er Livia und Franz Melan besuchen, alte Freunde, die in Buenos Aires leben. Franz hat sich jedoch mit unbekannter Absicht nach Patagonien abgesetzt – mit 450 000 Dollar vom gemeinsamen Konto – wofür? Widerwillig kommt Kainzer der Bitte der besorgten Livia nach, nach ihrem Mann zu forschen und steigt in den nächsten Flieger nach Villa Angostura. Bald ist klar: Es geht um Wasser – sauberes Süßwasser, die wichtigste Ressource unseres Planeten und Objekt globaler Begehrlichkeit. Von diesem kostbaren Stoff gibt es reichlich in den Flüssen und Seen der patagonischen Anden. Einer der (fiktiven?) Flüsse in diesem Gebiet ist der Río Puro, der reine Fluss. Und zu diesem Fluss ist Franz Melan mit seinem Geld unterwegs, um sich mit dem dort lebenden Amerikaner Timothy Meyllonet zu treffen. „Don Tim“ hat sich zum imperialistischen Patriarchen der Ureinwohner aufgeschwungen und ist entschlossen, das andinische Quellgebiet mit seinen Dollarmilliarden zu schützen, vor allem vor dem Zuzug weiterer Menschen. Gregor Hold, Naturphilosoph nach Stifterschem Vorbild, bei dem Melan sein Basislager aufgeschlagen hat, stilisiert sich als " Kämpfer im Patagonischen Trinkwasserkrieg“ nicht nur gegen Meyllonet, sondern auch gegen ein multinationales Consortium, das mit einem Staudamm seinen Grund und Boden überfluten will – der eigentlich seiner misshandelten einheimischen Frau gehört. Melan hat indes seine eigenen heimlichen Pläne, was Hold überhaupt nicht in den Kram passt. Zwischen beiden Positionen bewegt sich Kainzer, den das alles nicht interessiert; er will nur den Freund finden und endlich seine Reportage schreiben. Die Ureinwohner dieses Buches sind meist ungewaschen und/oder Quell starker Ausdünstungen, was wohl den Gegensatz zum westlichen Hygienewahn darstellen soll. (Allgemein zollt der Autor Gerüchen große Aufmerksamkeit, meist mehr, als mir lieb war.) Ansonsten werden sie von den Ausländern zwar einerseits ausgebeutet und bevormundet, prostituieren sich aber andererseits für sie auf jede nur erdenkliche Weise, was sie ihnen gleichzeitig übelnehmen. Das klingt nach Konflikt und Action genug für eine spannende Geschichte, aber leider lässt der Autor keine Spannung aufkommen: Sein Stil ist anspruchsvoll, aber sehr elaboriert und in der wörtlichen Rede meist unnatürlich geschraubt. Seine Protagonisten führen seitenlange Monologe, mit denen er die unterschiedlichen Positionen „mäandernd und in weit ausholenden Schleifen“ darstellt. Manche der Nebenfiguren dienen nur der Ausschmückung, nehmen dafür aber zu viel Raum ein, etwa der karikaturhafte österreichische Honorarkonsul Gruber, der endlose dutzend Seiten lang über eine Vor-Urknall-Theorie („Vor dem Knallen das Ballen!“) schwadroniert. Wie lustig man das findet, ist wahrscheinlich Geschmacksache; mich hat es nach den ersten Seiten gelangweilt. Nach zwei zähen Dritteln dann kommt abrupt Action auf: Der Roman gipfelt in einer Aufwallung von Gewalt und Sex, nämlich in einer deftigen Szene zwischen der jungen Mestizin Cintia und Franz Melan. Durch Missbrauchserfahrungen charakterlich und sexuell deformiert, leidet sie obendrein unter einer Geschlechtskrankheit, die die Libido anheizt (und wohl nur in des Autors Fantasie existiert). Mitgefühl konnte ich für sie allerdings nicht aufbringen, denn die tierhafte Darstellung dieser Frau ist eine der abstoßendsten, die ich jemals gelesen habe. Überhaupt scheinen die jungen Frauen (und Männer) in diesem Roman nichts Eiligeres zu tun zu haben, als mit fetten alten Säcken ins Bett zu steigen. Zum Beispiel die Assistentin von Melan, die umstandslos mit Kainzer Sex hat; die junge japanische Frau Meyllonets, die angesichts des versehrten Melan erotische Anwandlungen bekommt; eine „blutjunge“ Kellnerin „mit hingebungsbereitem Leuchtblick“. Zeitweilig kam mir der Roman wie eine einzige ausufernde Altmännerfantasie vor. Obendrein sind wir, nachdem die rätselhafte Reise Melans ein so fetter Aufhänger war, am Ende des Romans nicht klüger. Eine Auflösung bekommen wir nicht. Immerhin erfährt der mieseste Charakter des Romans ausgleichende Gerechtigkeit, aber das war es auch schon. Falls der Autor in seinem Roman lediglich die Reinheit der Natur mit dem schmutzigen Streben der Menschen kontrastieren wollte, ist ihm das nur zu gut gelungen. Selten habe ich eine Riege derart unsympathischer Figuren erlebt. Ich war heilfroh, mich am Ende des Romans von ihnen verabschieden zu können. Daran hat auch sein großes Plus, die ausführlichen Naturschilderungen, nichts geändert. Das immerhin ist das Verdienst des Autors, dass mich große Lust überkommen hat, das schöne wilde Patagonien einmal selbst zu bereisen.

    Mehr
    • 2
  • Zumindest für mich kein Lesevergnügen

    Río Puro

    Deengla

    13. September 2013 um 08:48

    Kurzmeinung Ein Buch, mit dessen Figuren ich leider überhaupt nicht warm werden konnte und in dem mir einzig und allein die Landschaftsbeschreibungen Patagoniens gefallen haben. Inhalt Der Österreicher Leopold Kainzer fliegt nach Argentinien, um über die dortigen Präsidentschaftswahlen zu berichten. In Buenos Aires möchte er sich mit alten Freunden, dem Paar Livia und Franz Melan, treffen. Bei seiner Ankunft erfährt Leo jedoch von Livia, dass Franz verschwunden ist - mit fast einer halben Million Dollar. Sie weiß lediglich, dass er irgendwo in Patagonien ist. Aber warum er abgehauen ist und wofür er das Geld braucht, das weiß sie nicht. Livia bittet Leopold, nach Patagonien zu reisen und Franz zu suchen, was dieser letztendlich auch macht. Was steckt hinter dem Verschwinden von Franz Melan und kann Leopold ihn ausfindig machen? Meine ausführlichere Meinung Ich hatte mich sehr auf die Lektüre dieses Buches gefreut, da es recht vielversprechend klang und mir eine "saftige Prosa, voll Scharfsinn und Humor" versprochen wurde. Ich hatte zuvor noch nichts von Kratochwil gelesen, aber da sein Erstlingswerk für den Deutschen Buchpreis nominiert worden ist, war ich mir sicher, dass ich dieses Buch mögen würde. Leider lag ich da falsch. Der Schreibstil entspricht leider überhaupt nicht meinem Geschmack. Aufzählungen über Aufzählungen; Sätze, die teilweise eine halbe Seite einnehmen; Dialoge, die künstlich und sehr geschraubt wirken, meist überlang sind und meiner Meinung nach eher aneinandergereihte Monologe sind; übermäßiger Einsatz von teilweise unpassenden Vergleichen und anderen Stilmitteln - all dies führte schon ziemlich zu Beginn des Buches dazu, dass die Lektüre für mich anstrengend wurde und ich mich zum Weiterlesen zwingen musste. Hinzu kommt, dass ich mit keinem einzigen der geschilderten Charaktere warm werden konnte und diese für meinen Geschmack oft überzeichnet sind, ja eher Karikaturen als Figuren. Desweiteren habe ich Probleme damit, die Handlungsweisen mancher Figuren nachzuvollziehen. Insbesondere bei Leopold Kainzer wurde mir nie klar, warum dieser alles stehen und liegen lässt und seinen Freund in Patagonien sucht, wobei er sich doch ständig darüber beschwert, dass er eigentlich keine Lust und Zeit dazu hat und er seine Arbeit, die ihn ja erst nach Argentinien geführt hat, deshalb vollkommen vernachlässigt. Im Laufe des Romans kristalliert sich dann der Kampf um sauberes Trinkwasser als Thematik heraus, was eigentlich ein wirklich spannendes und vor allen Dingen wichtiges Thema ist. Dieses geht meiner Meinung nach aber fast völlig unter, da der Autor sich in seinen Figuren, Dialogen und Beschreibungen dermaßen verliert, dass auch dieses Thema mich letztendlich nicht fesseln konnte. Im letzten Drittel des Buches wird es dann immer gewalttätiger und es wird eine Sexszene geschildert, die ich als äußerst abstoßend empfinde und wo ich spätestens hier die Lektüre normalerweise abgebrochen hätte. Warum diese Sexszene so im Detail geschildert wurde bzw. überhaupt stattfand, da sie für den Fortgang der Handlung eigentlich keinerlei Bedeutung hat - ich weiß es nicht. Überhaupt gibt es in dem Buch eine Großzahl älterer Herren, die sich voll und ganz ihren Gelüsten hingeben und mit denen auffallend viele junge Damen (oder im Falle des bisexuellen Liebhabers auch junge Männer) Sex haben. Vom angepriesenen Humor habe ich leider nichts gesehen oder er hat sich eben auf einer Ebene abgespielt, die ich nicht als lustig empfinden konnte. Anderen mag es vielleicht anders ergehen. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass der Autor wirklich viel weiß und in sich verschiedenen Bereichen gut auskennt. Doch dadurch verliert sich das Buch in Details bzw. Monologen und die eigentliche Handlung tritt zurück. Ich musste mich wie gesagt wirklich durch dieses Buch kämpfen, es gibt aber selbstverständlich auch einige, wenn für mich auch enttäuschend wenige positive Aspekte: man erfährt doch einiges über die Geschichte, Landschaft und kulturellen Besonderheiten Patagoniens. Einzig und allein dieser Tatsache verdankt das Buch noch eine 2-Sterne-Bewertung von mir. Fazit Dieses Buch wird mir leider in schlechter Erinnerung bleiben und hat mir einige der schlechtesten bzw. abstoßendsten Lesemomente, die ich je hatte, verschafft.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks