Gernot Wolfram Das Wüstenhaus

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Inhaltsangabe zu „Das Wüstenhaus“ von Gernot Wolfram

Ein Tag im April und die Macht des Zufalls Auf einer Ferieninsel in Tunesien wird im Frühjahr 2002 ein Anschlag auf eine alte Synagoge verübt, bei dem mehrere deutsche Touristen ums Leben kommen. Fünf Jahre später erreicht einen Journalisten in Berlin ein merkwürdiger Anruf. Die junge Frau am anderen Ende der Leitung behauptet, sie müsse ihn dringend sprechen, denn er habe den Tod ihrer Eltern verschuldet ... Mit der ihm eigenen »verblüffenden Leichtigkeit« der Sprache (Die Zeit) erzählt Gernot Wolfram in seinem zweiten Roman vom Zauber des Südens und dem mutigen Versuch eines jungen Mädchens, mit den Folgen eines schicksalhaften Zufalls fertig zu werden. Das Wüstenhaus ist die Geschichte einer Konfrontation zweier vollkommen unterschiedlicher Menschen auf der Suche nach sich selbst, inmitten einer ihnen fremd bleibenden Kultur. Terrorismus und die Frage nach Schuld – ein beunruhigender Roman von hoher Aktualität.

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  • Rezension zu "Das Wüstenhaus" von Gernot Wolfram

    Das Wüstenhaus
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    23. September 2011 um 12:38

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, mit welcher Begeisterung ich vor sechs Jahren Gernot Wolframs Debütroman „Samuels Reise“ aus der Hand gelegt habe, ein Buch über das Reisen, das Glück des Lebens und die Freundschaft in Zeiten des gesellschaftlichen und persönlichen Umbruchs. Es war ein unglaublicher, wenn damals auch wenig beachteter Auftritt auf der deutschen Literaturbühne. Für seinen zweiten Roman „Das Wüstenhaus“, in dem die Themenspektren des ersten durchaus wieder, wenn auch modifiziert auftauchen, und der soeben bei DVA erschienen ist, hat er sich viel Zeit gelassen. Und das spürt man. Er erzählt die Geschichte eines Journalisten und einer jungen Frau auf dem Hintergrund eines realen Geschehens. Viele werden sich erinnern, wie im Frühjahr 2002 bei einem terroristischen Anschlag auf die Al-Ghriba- Synagoge auf der tunesischen Insel Djerba vielen Menschen, darunter auch zahlreiche deutsche Touristen ums Leben kamen. Diese Synagoge ist das „Wüstenhaus“, um dessen Geschichte und Aktualität sich der plot des Romans rankt. Ein namenlos bleibender Journalist, der seit langem bei einer großen, seriösen deutschen Zeitung arbeitet, erhält eines Tages einen geheimnisvollen Anruf. „Es geht um Sie und um den Tod meiner Eltern. Wir kennen uns von einer Reise“, sagt eine junge Frau zu ihm, ohne am Telefon ihren Namen zu nennen. Der Journalist stimmt entgegen seiner sonstigen Praxis einem Treffen in einem Berliner Cafe zu. Als die junge Frau ihm dort gegenüber sitzt, sagt sie zu ihm, der sie nicht gerade freundlich begrüßt hat: „Meine Eltern sagten noch kurz vor ihrem Tod zu mir, dass Sie ein Mensch seien, der das Herz auf dem rechten Fleck habe. Ich habe lange über diesen Satz nachgedacht. Ich glaube mittlerweile, dass er kein Kompliment ist, im Gegenteil, er ist im Grunde genommen eine ganz sachliche Beschreibung; Ihr Herz ist irgendwo verborgen, jedenfalls für mich. Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder ihr Gesicht vor mit gesehen.“ Und weil sie glaubte, „nie so sprechen zu können wie Sie“, hat sie ihre Geschichte aufgeschrieben und nötigt den nach wie vor völlig überraschten und von dem ersten Eindruck, den er von der Frau hat, ziemlich konfusen Journalisten ihren Text noch im Cafe zu lesen. Darin beschreibt Maja, so heißt die junge Frau, die Geschichte ihrer Familie, die, total zerstritten, die Ehe der Eltern am Boden, im Frühjahr 2002 mit einem Urlaub auf der Insel Djerba zu retten suchten, was doch schon lange verloren war. In dem Hotel, das der Vater gebucht hatte, wohnte damals auch der Journalist. Er sitzt schon am ersten Tag am Tisch der Familie, beeindruckt den Vater Majas mit seinem Wissen und seiner sprachlichen Kompetenz, und auch das Mädchen fühlt sich von dem Mann angezogen. Der Journalist erzählt kurz vor seiner Abreise der Familie Majas von der Synagoge Al-Ghriba als einem Ort, den sie unbedingt besuchen sollten. Als auf Drängen des Vaters, gegen den Willen von Mutter und Tochter, die drei dann einige Tage später dorthin fahren, bleibt Maja aus Trotz in dem Mietwagen sitzen. Das rettet ihr Leben. Vater und Mutter kommen bei dem Anschlag nur wenige Minuten später ums Leben. Sie kommt zu ihrem Onkel Bernhard, der sich später mit einem langen Brief bei dem Journalisten meldet und ihm versichert, dass er, im Unterschied zu Maja, ihn nicht für schuldig am Tod seines Bruders und seiner Schwägerin hält. Er rät ihm, keinen weiteren Kontakt zu Maja aufzunehmen. Man müsse vergessen. Doch der Journalist kann nicht. Er muss sich mit Maja treffen, am alten Ort, denn die Gefühle sind stärker, als er dachte … Ein einfühlsamer Roman mit einer Beziehungsgeschichte ganz eigener Art. Der überzeugende Roman hätte eine Nominierung für den Deutschen Buchpreis verdient.

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  • Rezension zu "Das Wüstenhaus" von Gernot Wolfram

    Das Wüstenhaus
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    11. April 2011 um 02:51

    Ein Journalist bekommt einen Anruf. Das ist nichts Ungewöhnliches, aber dieser Anruf ist seltsam. Eine Frau möchte dringend mit dem Journalisten sprechen, persönlich, in einem Café. Und sie möchte nicht sagen, worum es geht. Der Journalist hat überhaupt keine Lust, sich darauf einzulassen, aber die Neugier ist dann doch stärker. Es dauert eine Weile, aber schließlich erkennt er die Frau. Es ist Maja, die er sechs Jahre zuvor in einem Hotel in Djerba kennen gelernt hat, wo sie, damals noch eine 17jährige Jugendliche, mit ihren Eltern einen Urlaub verbracht hat. Er hat seitdem nicht mehr an sie gedacht. Maja dagegen hat ihn nicht vergessen, denn sie macht den Journalisten für den Tod ihrer Eltern verantwortlich. Er hatte ihnen damals so eindringlich den Besuch einer alten Synagoge empfohlen, dass sie hingefahren sind, obwohl sie eigentlich wegen eines Streits keine Lust dazu hatten. Der Ausflug hatte fatale Folgen. An diesem Tag wurde ein Anschlag auf die Synagoge verübt, und Majas Eltern waren unter den Toten. Nach und nach erzählt Maja die Geschichte des Urlaubs und die Rolle, die der Journalist gespielt hat. Dabei werden bei den beiden alte Gefühle wieder wach… Obwohl das Thema so ernst ist, liest sich das Buch sehr gut. Der Schreibstil von Gernot Wolfram hat mir gut gefallen, weil er die Atmosphäre der verschiedenen Orte wie Berlin und Djerba mit feinem Gespür eingefangen hat. In diesem Roman wird sich dem Thema Terrorismus und Schuld einmal auf eine ganz andere Art und Weise genähert, und das machte für mich den Reiz dieses Buches aus.

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