Gerrit Fischer

 4.4 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Adria-Express, Coccobello und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Gerrit Fischer

Gerrit FischerAdria-Express
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Adria-Express
Adria-Express
 (8)
Erschienen am 16.08.2011
Gerrit FischerCoccobello
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Coccobello
Coccobello
 (3)
Erschienen am 06.06.2012
Gerrit FischerMeErkenntnisse
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MeErkenntnisse
MeErkenntnisse
 (0)
Erschienen am 07.10.2014
Gerrit FischerVon der „Versöhnung“ zur Internationalisierung: das Auseinanderklaffen von Programm und Programmatik
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Von der „Versöhnung“ zur Internationalisierung: das Auseinanderklaffen von Programm und Programmatik

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Janika_Hoffmanns avatar

Rezension zu "Coccobello" von Gerrit Fischer

Rezension zu "Coccobello" von Gerrit Fischer
Janika_Hoffmannvor 6 Jahren

Der zweite Band zu Gerrit Fischers „Adria Express“ knüpft kurz nach dessen Ende an. Tim ist glücklich, seine Lara wiedergefunden zu haben, doch diese ist von Zweifeln erfüllt. Sie sieht in Italien keine Zukunft, stattdessen versucht sie, Tim zu einer Rückkehr nach Deutschland zu überreden, in ihre Heimatstadt Köln. Er sträubt sich zunächst und hält an seinem Heim, seinem Job und seinem geliebten Meer fest, doch dann gibt er nach. Er will Lara kein zweites Mal verlieren, also lässt er zu, dass sie ihm in Köln einen Job in einer Bar organisiert.
Doch vorher planen die beiden noch etwas anderes, in Erinnerung an die früheren Zeiten als Interrailer: Über seinen alten, italienischen Chef gelangt Tim an einen alten, liebevoll bemalten VW Bulli, den Coccobello. Mit ihm wollen die Beiden durch die Toskana reisen, bevor sie schließlich weiter nach Deutschland fahren.
Noch einmal erleben Tim und Lara aufregende Reiseabenteuer wie früher an der Adriaküste, fühlen sich wieder jung und frei. Die Schönheit der Toskana, aber auch Österreichs, begeistert sie und sie machen wieder viele interessante Bekannt- und schließen neue Freundschaften.
Dennoch hängt für Tim immer Köln wie eine dunkle Wolke über allem. Schließlich ist es soweit, sein neues Leben beginnt. Von Anfang an merkt Tim, dass Deutschland ihm fremd geworden ist, dass er nicht mehr in diese Welt gehört. Er kann sich nicht eingewöhnen, kommt mit den Leuten nicht klar, tappt in jedes Fettnäpfchen und wird von einigen Leuten geradezu terrorisiert. Allein Lara hält ihn, doch die Beiden sehen sich immer weniger und ihr Verhältnis zueinander verschlechtert sich rapide. Tim geht es immer miserabler und er fragt sich, ob es sich noch lohnt, für und um Lara zu kämpfen …

Mit „Coccobello“ hat Gerrit Fischer eine würdige Fortsetzung zum „Adria Express“ geschrieben und es geschafft, meine Stammbücherei um eines der wenigen Nicht-Fantasy-Bücher zu bereichern. Ich hatte gespannt darauf gewartet, wie es mit Tim und Lara weitergeht. Die Wendung, dass nach Tims schlimmer Vergangenheit nicht plötzlich alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ ist, ist klasse gesetzt, so etwas versäumen viel zu viele Autoren in Ihren Folgebänden.
Der Autor hat seinen munteren, lockeren Stil beibehalten und damit wieder einmal erfrischende Abwechslung in meinen Lesealltag gebracht. Außerdem hat er wieder einmal bewiesen, dass es keine Kämpfe mit Waffengewalt benötigt, um mich als Leserin mitzureißen.
Die neuen Figuren schloss man diesmal nicht alle ins Herz und behielt sie im Kopf, dafür traf man alte Charaktere wieder, an die man sich gern zurückerinnerte.
Was ich allerdings wieder zu bemängeln habe, ist wie schon bei Fischers Debüt die Tatsache, dass der Wechsel von Sprechern in der wörtlichen Rede nicht durch eine neue Zeile kenntlich gemacht wird. Zwischendurch fiel es mir, wie schon beim „Adria Express“, schwer, auf Anhieb den jeweiligen Sprecher zu erkennen! Das finde ich sehr schade, zumal dieses Manko meiner Meinung für den Lesefluss äußerst stören ist. Daher gibt es dafür auch einen ganzen Stern Abzug von meiner Seite!

Mein Fazit: Gerrit Fischer hat erneut bewiesen, dass er ein klasse Autor ist, und mit seinem zweiten Buch eine weitere wunderbare, leicht verdauliche Geschichte geschaffen, die man überall lesen kann und die einen Fernweh bekommen lässt. Seine Bücher gehören in jeden Reisekoffer.
Die fehlenden Zeilenumbrüche bei Sprecherwechsel sind für mich ein schwerwiegendes Manko, weshalb „Coccobello“, wie schon der vorherige Band „Adria Express“, von mir „nur“ vier Sterne erhält. Dennoch kann ich dieses Buch potenziellen Lesern nur wärmstens empfehlen!

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Janika_Hoffmanns avatar

Rezension zu "Adria-Express" von Gerrit Fischer

Rezension zu "Adria-Express" von Gerrit Fischer
Janika_Hoffmannvor 6 Jahren

Das Leben des achtzehnjährigen Tim ist stramm durchgeplant: Schulbildung, Ferienbeschäftigung, späterer Beruf – alles bestimmt sein Vater. Der einzige Lichtblick für Tim ist die Zeit mit seiner Freundin und seinem besten Kumpel Jan. Als letzterer jedoch ums Leben kommt und auffliegt, dass seine Freundin seit einiger Zeit fremdgeht, bricht sein Leben komplett zusammen.
Kurzentschlossen leert er sein Sparbuch, setzt sich in den nächstbesten Zug und fährt nach München. Dort trifft er auf einige Interrailer – Menschen, die mit dem Zug quer durch die Länder reisen und kleinere oder größere Abenteuer erleben. Als sie ihm von ihren Reiseplänen nach Italien erzählen, schließt er sich ihnen an.
Eine spannende Reise beginnt, auf der Tim viele neue Freunde und auch sich selbst ganz neu kennenlernt. Die freie Lebensweise gefällt ihm sehr, ebenso Lara, eine seiner Reisegefährtinnen. Doch die ist single und will das auch bleiben …
Je länger Tim unterwegs durch Italien ist, an der Adria-Küste entlang, desto mehr verändert er sich. Dennoch ist ihm klar, dass er früher oder später eine Entscheidung für seine Zukunft treffen muss …

„Adria Express“ ist eines der sehr wenigen Stammbücher in meinem Regal, das keinerlei Fantasy-Elemente enthält. Dieses Buch beweist, dass keinerlei Kämpfe, Kriege oder Morde nötig sind, um den Leser in seinen Bann zu ziehen. Auf seine eigene Art reißt es einen mit und bildet eine neue Art von Spannung, wie es mit Tims Leben und seiner aussichtslosen Liebe weitergeht.
Gerrit Fischer versteht es, diese ungewöhnliche Interrail-Geschichte auf muntere und erfrischende Art zu erzählen. Er versteift sich nicht auf die Wortwahl, sondern geht mit dieser an den richtigen Stellen auch mal ein wenig lockerer um.
Ich habe die Personen allesamt liebgewonnen, von den verrückten Kumpels Ische und Keks über Ina und Lara bis hin zu den Hotelgästen – oder auch einen gewissen Mann, der ziemlich sauer auf Tim und seinen Kumpel Daniel ist. ;-)
Was mich an diesem Buch gestört hat, ist die Tatsache, dass bei Sprecherwechsel keine neue Zeile begonnen, sondern höchstens ein Trennstrich gesetzt wurde, teilweise stand nur ein beschreibender Satz dazwischen. Einige Male kam ich dadurch durcheinander, wer denn nun wann spricht, das finde ich schade, daher auch ein Stern Abzug.

Davon einmal abgesehen, hat Gerrit Fischer jedoch ein tolles Werk geschaffen. „Adria Express“ ist etwas Neues, leicht Verdauliches - und damit die ideale Lektüre für Urlaub, Mittagspause oder den Feierabend nach einem langen Arbeitstag. Aber Vorsicht, nicht, dass jemand sofort in den nächsten Zug nach Italien springt, um all die so liebevoll beschriebenen Sehenswürdigkeiten selbst zu bestaunen!
Vier Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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sarahsbuecherwelts avatar

Rezension zu "Adria-Express" von Gerrit Fischer

Rezension zu "Adria-Express" von Gerrit Fischer
sarahsbuecherweltvor 7 Jahren

Jeder im Leben hatte schon mal eine Situation, wo er am Liebsten einfach irgendwo eingestiegen, und einfach ohne Ziel losgefahren wäre. Egal ob mit der Bahn, dem Auto oder gar dem Flugzeug, einfach dem Straßenverlauf oder einem bestimmten Gleis folgen, sich treiben lassen und schauen, wo man landet.

Diesen Gedanken hat sich Gerrit Fischer zu Nutzen gemacht und dabei seine Erfahrungen, die er in den 90er Jahren auf zahlreichen Bahnreisen mit Freunden in Richtung Süden, mit eingebaut.

In der Ich-Perspektive begleitet der Leser den jugendlichen Tim auf seiner Reise. Eine Reise zum Sinn des Lebens. Tim wird den Lesern als antriebslos, verzweifelt und hilfebedürftig dargestellt. Er ist an einem Punkt in seinem Leben angekommen, wo er seine Träume aufgibt, und die kalte Realität erblickt. Mit dieser kommt er jedoch nicht klar. Es ist eine Situation, wie man sie vielleicht selbst kennt. Und selbst wenn dies nicht der Fall ist, kann man sie trotzdem nachvollziehen, denn Gerrit Fischer gelingt es durch die richtige Wortwahl ein klares, emotionales und tiefgründiges Bild entstehen zu lassen. Diese Liebe für seine Hauptfigur kommt auch bei den anderen Nebenrollen zum Vorschein. Ich hatte ganz oft das Gefühl, dass es sich um reale Figuren handelt, so greifbar und authentisch wurden sie dargestellt.

Alles erscheint sinnlos. Anstrengend. Ziellos. Planlos. Leer. Ich fühlte mich wie eine Flipperkugel. Immer in Bewegung, die Richtung fremdbestimmt, von einem harten Anschlag zum nächsten harten Aufprall geschossen. (Zitat S. 6)

Doch nicht nur bei den Charakteren, sondern auch bei den Schauplätzen und Begebenheiten ist der Stil ein wahrer Genuss. Leicht, plastisch und verträumt schildert er Ortschaften, sodass man sie direkt vor seinem inneren Auge sieht und davon träumen kann. Mitreißen, kräftig und zart hingegen sind die Situationen. An Hand dieser Beschreibungen wurde mir sofort klar, warum dieser Autor schon in der ersten Klasse von seiner Deutsch-Lehrerkraft, für seine Schreib- und Stilsicherheit gelobt wurde. Im fliegen die Worte nur so zu. Es ist eine Freude diese Wortgewandtheit miterleben zu dürfen.

Neben dem Stil kommt auch der Inhalt nicht zu kurz. Spannende Momente werden von lustigen Situationen abgelöst. Kleine Anekdoten, neue Kontakte oder interessante Begebenheiten sorgen für eine gute Abwechslung, sodass in meinen Augen keine Langweile aufkommt. Zeitgleich vergiss Gerrit Fischer die Grundidee nicht. Tiefgründig, Gefühlvoll und zum Nachdenken anregend befasst er sich mit dem Sinn des Lebens, dem Träumen und den Zielen, die man haben sollte.

Gerrit Fischer bezeichnet das vorliegende Werk als Jugendbuch. Ich selbst würde es in die zeitgenössische Literatur einordnen. Der Protagonist ist zwar 18, und Interrailer ist ein Thema, dass gerade junge Leser interessiert, aber durch die Grundidee ist es nicht unbedingt eine Umsetzung die Jugendliche begeistern wird. Trotzdem will ich damit nicht sagen, dass nicht auch Leser ab 16 oder gar ab 14 das Buch lesen können. Im Gegenteil, es eignet sich idealerweise für den Deutschunterricht ab der 9 Klasse. Die stilistischen Mittel, der Inhalt und die Umsetzung bieten nicht nur genügend Material im „Deutsch-Sinn“, sondern auch zum Diskutieren.

Unterhaltsam ist dieser Roman definitiv, aber als leichte Sommerlektüre, würde ich ihn nicht empfehlen. Da muss ich der Mittelhessischen Anzeigen Zeitung widersprechen. Oberflächlich gesehen ist es ein leichtes Thema, aber liest man zwischen den Zeilen, dann ist es tiefsinnig. Und genau diese Kombination macht das Buch so lesenswert. Vergesst den Verlag, denn der Autor kann definitiv überzeugen.

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