Gershom Scholem

 4,6 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf

Gershom Scholem (1897–1982) begründete mit seinen Werken einen neuen Forschungszweig: die wissenschaftliche Erforschung der jüdischen Mystik, die ein neues Verständnis des Judentums und der jüdischen Geschichte eröffnet hat.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Gershom Scholem

Cover des Buches Ursprung und Anfänge der Kabbala: 2.: Auflage, Mit Einem Geleitwort Von Ernst Ludwig Ehrlich Und Einem Nachw Ort Von Joseph Dan (Studia Judaica, 3, Band 3) (ISBN: 9783110172539)
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Rezension zu "Ursprung und Anfänge der Kabbala: 2.: Auflage, Mit Einem Geleitwort Von Ernst Ludwig Ehrlich Und Einem Nachw Ort Von Joseph Dan (Studia Judaica, 3, Band 3)" von Gershom Scholem

Im Gegensatz zu Thora, Christlicher Kabbala & NT ist dieses interessante Buch aber fast keine Hilfe für die in Kürze beginnenden, auch im AT (s. M Kahir!) z.T. prophezeiten Extrem-Ereignisse (3Wk! ANTIchrist…) der „Drangsalszeit“ (Daniel) & „letzten sieben Jahre der Erde" (mE 2026-33)! Lichtblick: Magere Elias-Hinweise! Dessen bereits geschehene letzte Vorläufer-Inkarnation (nach Johannes der Täufer) & große Aufgaben offenbarte JHWH (Christus!) umfangreich an Bertha Dudde! Das 2. Kommen des (jüdischen ;-) Messias (mE 2033)...!
Georg333vor 2 Monaten

1) Fazit: a1) Sehr hilfreich: 14 S. Sach- & Namen-Register; Viele nützliche Füßnoten, aber kein Literaturverzeichnis!
a2) Zitate aus dem Buch siehe unten
a3) 47 S. Leseprobe mit Inhaltsverzeichnis: api.pageplace.de pdf

b) Wer nach Absoluter Wahrheit/Weisheit und/oder echter Hilfe sucht, sollte sich fragen, warum der Gott der Juden, JHWH (Jehova) und der Gott der (Schein)Christen Jesus Christus  nachbiblisch gemäß seinem Versprechen Joh 14:16,21,26 so umfangreich & detailliert an die "gänzlich entartete Menschheit" der "Endzeit" & der "letzten sieben Jahre der Erde" (Bertha-Dudde-Buch, m.E. 2026-33) offenbarte, v.a. an Jakob Lorber, Bertha Dudde, Max Seltmann, Ida Kling, Jakob Böhme & E. Swedenborg!

Die Antwort ist einfach: Weil die irdische Menschheit laut JHWH/Christus/Jehova auf einem fatalen Weg der kompletten Selbstvernichtung einschließlich Drittem Weltkrieg und der Zerstörung der gesamten Erdoberfläche  ist! Siehe v.a. Gerd Gutemann: lovelybooks 2020-2028 [mE 2026-33!] Bertha-Duddes-Prophezeiungen!

In der jüdischen Mystik-Literatur einschließlich Kabbala, Talmud-, Henoch- & Hekhalot-Literatur usw. kann man viel Wißenswertes finden, aber eine echte Hilfe für die direkt vor uns liegende Extrem-Zeit (und Vorbereitung auf diese!) ist sie im Vergleich mit den sensationellen & meist leicht verständlichen Dudde- & Lorber-Kundgaben nicht, trotz einiger endzeitlicher bzw. eschatologischer Texte & Kommentare! Positiver ist die Sache für Den, der den Gott der (orthodoxen) Juden JHWH mit Christus identizifiert und gleichsetzt! Gewinn ist ihm garantiert! Zumindest wenn er Christi nachbiblische Hilfen & Prophezeiungen annimmt! Zu denen rechne ich auch die sehr beachtenswerte & Endzeit-relevante Literatur vom jüdisch-stämmigen Wissenschaftler & Propheten J J Hurtak (duckduckgo)!

c) J J Hurtak (duckduckgo)
schluesseldesenoch.org
Pistis-Sophia-Eine-koptische-Schrift-der-Gnosis-mit-Kommentar-J-J Hurtak

d) „Der Stein, den die Bauleute [antichristliche Orthodoxe Juden & viele Andere] verwarfen, ist zum ECKSTEIN geworden [wahrer Messias =Christus =GOTT =JeHoVaH =YHWH =JHWH = JaHWeH =Unbewegter Beweger...]!" Psalm 118:23, S. 451: Nachwort von Joseph Dan

e) In ihrer berühmt-berüchtigten "Engstirnigkeit" & Ignoranz GOTTES (Jesus Christus!) neutestamentlicher  &  nachbiblischer  Offenbarungen, Hilfen (!) & extrem wichtiger & detaillierter Prophezeiungen (v.a. Jakob Lorber, Bertha Dudde! Sekundär: M Kahir, Gerd Gutemann, Kurt Eggenstein!) verkennen und/oder ignorieren Scholem & seine zumeist antichristlichen Glaubens- & Theologen-Genoßen "ihren" Gott (JaHWeH), Dessen Pläne & Dessen umfangreiche Kritik an ihnen! Siehe v.a. "Das große Johannes-Evangelium, Band 1-11, v.a. Bd.11, von Jakob Lorber und viele andere Mitteilungen "ihres Gottes" in der "Neuoffenbarung" (j-lorber.de/jl/lorber/zus-fass = Gerd Gutemann; Michael Nolten, duckduckgo!)

e) Elias/Elija (S. 30, hebräisch אֵלִיָּהוּ ʾĒlijjā́hû, auch אֵלִיָּה ʾĒlijjâ)
ist laut Christus (siehe "Die letzten sieben Jahren der Erde" von Bertha Dudde, = Rest-"Endzeit": m.E. 2026-33!) der Totalitarismus-System- & ANTIchrist-Diktatur-Kritiker & Prophet in der "Großen Drangsalszeit" (siehe Daniel im AT), d.h. in den  letzten 3,5 Jahren der jetzigen Menschheit! Laut Christus ist menschlicher Hochmut der Anlaß zur Totalzerstörung der Erdoberfläche (siehe Gerd-Gutemann-Buch "2020-2028 [mE 2026-33!]...")

Christus weist bei Bertha Dudde & Jakob Lorber sehr ausführlich hin auf die sehr wichtige Rolle des für die Rest-"Endzeit" (bereits jetzt) inkarnierten Lieblings Elias/Elijah der Juden. Sie wollen aber nicht wahrhaben, daß er laut Christus Johannnes der Täufer (Vorläufer Christi!) ist und dieser war eine Inkarnation vom  Erzengel Michael! Von dieser wichtigen Inkarnation & Funktion ihres Elijah im kurz bevorstehenden, vielfach prophezeiten 7-Jahre-Endkampf von LICHT- und Finsternis-Mächten (Beginn ist der 3. Weltkrieg, m.E. 2026, der laut Christus durch den "Feind aus den Lüften" zwangsbeendet wird!) wollen die orthodoxen Juden allerdings nichts wißen und so ist auch in Scholem's Buch darüber nichts zu finden, was nicht nur schade, sondern auch tragisch für sie ist, v.a., weil auch sie zu denen gehören, die den ECKSTEIN verwarfen und auf dieser Meinung beharren! 

e1) „Denn es sinnt...[die LIEBE] nicht auf Vernichtung, sondern nur auf Umänderung des Denkens [& Handelns!]. Und so muß...[SIE] also das Denken hinwenden auf Geistiges und abwenden vom Irdischen [rein Materialistischen, Egomanischen, Egozentrischen, Rationalistischen, Atheistischen...], und dies ist der Zweck aller (!) kommenden Ereignisse!“

e2) "Ich bin eigentlich und hauptsächlich darum in diese Welt gekommen, um die gänzlich entartete und aus aller Meiner ursprünglichen Ordnung getretene Menschheit wieder durch Lehre, Beispiele und Taten auf denjenigen Urzustand zurückzuführen, in welchem die ersten Menschen als wahre Herren aller andern Kreatur sich befanden. " Christus an Bertha Dudde, lorber-jakob.de 

2) Hilfreiches
a) Inhaltsverzeichnis & 47 S. Leseprobe: api.pageplace.de pdf
b) duckduckgo Gershom+Scholem
c) de.wikipedia Gershom_Scholem (1897-1982): "In Palästina lebte er als gläubiger, nicht orthodoxer Jude. Politisch verstand er sich als Mitglied der Linken. ...Sein Sozialismus trug daher eher individualistische, libertäre und staatskritische Züge."
Buchseite des Verlages: degruyter.com: "Über dieses Buch" (siehe auch unten Punkt 5)

d) Internet-Literatur
  kabbalah.info der-ursprung-der-kabbala
  de.wikipedia : Talmud:
  de.wikipedia Christliche_Kabbala: "Anhänger der christlichen Kabbala vertraten die Sichtweise, dass jüdische Lehren für das Christentum wertvoll seien und das Judentum mehr Wahrheit enthalte als von Christen behauptet. Insbesondere in der Kabbala sahen sie christliche Wahrheiten und suchten nach Parallelen zwischen Juden- und Christentum; das Christentum sollte hierbei als Nachfolger und Verbesserung des Judentums dargestellt werden, ohne dabei den Respekt vor dem Judentum zu verlieren"

  de.wikipedia Kabbala: "Die schriftliche Überlieferung und Produktion der Kabbala enthält auch gnostische, neuplatonische und christliche
Elemente. Seit Pico della Mirandola[3] (15. Jahrhundert) wird die Kabbala auch in nichtjüdischen Kreisen fortgeführt (vgl. Christliche Kabbala, Hermetische Kabbala)."
  en.wikipedia Kabbalah 
  en.wikipedia Ecstatic_Kabbalah
  en.wikipedia Practical_Kabbalah
  de.wikipedia Hermetische Kabbala
  de.wikipedia Merkaba

Schi'ur Qoma (S. 20: Fn 28): duckduckgo, en.wikipedia Shi'ur_Qomah: "Hebrew: שיעור קומה, lit. Dimensions of the Body) is a midrashic text that is part of the en.wikipedia Hekhalot_literature."

Hekhalot(h)-Literatur: en.wikipedia Hekhalot_literature: "from the Hebrew word for "Palaces", relating to visions of ascents into heavenly palaces. The genre overlaps with Merkabah or "Chariot" literature, concerning Ezekiel's chariot, so the two are sometimes referred to together as "Books of the Palaces and the Chariot" (ספרות ההיכלות והמרכבה‎). The Hekhalot literature is a genre of Jewish esoteric and revelatory texts produced some time between late antiquity – some believe from Talmudic times or earlier – to the Early Middle Ages. Many motifs of later Kabbalah are based on the Hekhalot texts, and the Hekhalot literature itself is based upon earlier sources, including traditions about heavenly ascents of Enoch found among the Dead Sea scrolls and the Hebrew Bible pseudepigrapha.[1] Hekhalot itself has many pseudepigraphic texts.[2]"

e) Bücher
  Gershom-Scholem Sefer-ha-Bahir-Das-Buch-Bahir ( lovelybooks)
  Peter Schäfer und Claus-Jürgen Thornton: Die Ursprünge der jüdischen Mystik (lovelybooks)
  lovelybooks Adolphe-Franck Die Kabbala lovelyb
  duckduckgo Qabbala+books

3) Rezensionen
a) perlentaucher.de: "Rezensionsnotiz zu  Süddeutsche Zeitung, 21.02.2002: Vierzig Jahre nach seinem ersten Erscheinen bringt der De Gruyter-Verlag Scholems "Ursprung und Anfänge der Kabbala" neu heraus. Friedrich Niewöhner erklärt in seiner respektvollen Kritik noch einmal die komplizierte Geschichte des Buchs, das ursprünglich in deutsch geschrieben war und nie ins Hebräische übersetzt wurde, obwohl Scholem nach seiner Emigration nach Israel eigentlich nur noch auf Hebräisch publizierte. Einer der Gründe für diese Sprach-Entscheidung dürfte nach Niewöhner darin liegen, dass Scholem mit der israelischen Kabbala-Forschung nicht einverstanden gewesen sei - vielleicht wollte er das in Israel nicht so bekannt machen. Ausführlich setze sich Scholem in dem Buch mit der deutschen Kabbala-Forschung des 19. Jahrhunderts auseinander, die er an anderer Stelle scharf kritisiert habe, merkt Niewöhner an. Im vorliegenden Buch sei Scholems Haltung zwar kritisch, aber nicht mehr polemisch. Sein Haupteinwand sei, dass die Kabbala in die Religions-, nicht in die Philosophiegeschichte gehöre. Im Nachwort Joseph Dans vermisst Niewöhner einen Hinweis auf den wichtigen heutigen Kabbala-Forscher Moshe Idel - er vermutet hier ein politisches Motiv, denn Idel ist ein Scholem-Kritiker. Abschließend schwärmt Niewöhner vom "intellektuellen Genuss", das die Lektüre dieses nicht einfach zu lesenden Buches bis heute gewähre."

4) Zitate aus dem Rezensionsbuch
a) S. 451-2: Nachwort von Joseph Dan:
"Wenn der Bahir und Rabbi Isaak der Blinde auf voneinander unabhängige Quellen zurückgriffen, müssen wir die Anfänge der Kabbala ein oder zwei Generationen vor dem Buch Bahir ["1922 wurde Scholem an der Universität in München mit seiner Dissertation über das Sefer ha-Bahir promoviert" de.wikipedia Gershom_Scholem] ansetzen und davon ausgehen, daß es ältere Traditionen gibt, die bereits die Vorstellung von zehn göttlichen Hypostasen [Seinsweisen, Sephiroth] kannten; einen direkten Beweis dafür gibt es nicht. Trotz dieser und anderer Fragen steht eines genauso fest wie vor vierzig Jahren: Scholems einzigartiges Verdienst in der Zusammenstellung von Texten, Traditionen und Zitaten sowie von verstreuten historischen und bibliographischen Belegen, aus denen er ein zusammenhängendes historisches Bild entwarf. In seiner kurzen Dankesrede, die er anläßlich der Verleihung des Rothschild-Preises hielt und die er mit der Überschrift „Der Stein, den die Bauleute verwarfen" 27 versah, sagte Scholem nicht ohne Stolz, er hätte Manuskripte, für die sich niemand interessierte, zusammengetragen und daraus Geschichte rekonstruiert. Das ist ihm in der Tat gelungen. Seit Scholem seine Geschichte der Kabbala veröffentlichte, wächst mit der Zahl der vergangenen Jahre auch die Ehrfurcht vor seiner außergewöhnlichen Leistung.

Fn 27 Die Wendung spielt auf den Psalmvers „Der Stein, den die Bauleute verwarfen, ist zum Eckstein geworden" an (Psalm 118,23). Scholems Rede wurde erstmals veröffentlicht in: Molad 20 (1962), S. 135-137; englische Übersetzung in: Jerusalem Post vom 27. 4. 1962. Zur selben Zeit, als Scholem seine Rede anläßlich der Preisverleihung hielt, erschien Ursprung und Anfänge der Kabbala.."

b) S. 30-31: "Die erste Gattung solcher Nachrichten geht auf Traditionen zurück, die sich im Kreise der spanischen Schülersschüler der provençalischen Kabbalisten erhalten haben. Sie sprechen mit großem Nachdruck von der mystischen Inspiration, dem „Erscheinen des heiligen Geistes" in einer der angesehensten Familien, die die rabbinische Kultur des provençalischen Judentums repräsentierten. Diese Quellen benennen einige historische Persönlichkeiten, die eine Offenbarung des Propheten Elias, Gilluj Elijahu, empfangen hätten, das heißt : denen eine Tradition über himmlische Mysterien zugekommen sei, von denen die bisherige Überlieferung nichts wußte, sondern die ihnen als Revelationen von oben zugekommen seien. Solche Revelationen mögen rein visionären Charakters gewesen sein oder aber sich auf Erleuchtungen in der Kontemplation beschränkt haben. Ich habe mich an anderer Stelle über den Sinn dieser Kategorie des Gilluj Elijahu geäußert 64, die für das Verständnis des Verhältnisses von religiöser Autorität und Mystik im Judentum sehr charakteristisch ist. Der Prophet Elias [Johannes der Täufer laut Christus bei Lorber!] ist im rabbinischen Judentum der Hüter der heiligen Tradition. Er wird am Ende, beim Erscheinen des Messias [nein, vor dem Erscheinen (2. Kommen) von Christus! Siehe Christi Prophezeiungen bei Jakob Lorber & Bertha Dudde!] den Ausgleich zwischen den divergenten Meinungen der Thoralehrer herstellen. Er erscheint jetzt den Frommen bei allen möglichen Gelegenheiten, auf dem Marktplatz, auf ihren Wegen und zu Hause. Wichtige religiöse Traditionen des Talmud, ja ein ganzes Midraschwerk werden auf seine Belehrung zurückgeführt 56. Er ist bei jeder Aufnahme eines Kindes in den Bund Abrahams, also bei der Herstellung des sakralen Zusammenhangs zwischen den Geschlechtern durch die Beschneidung, gegenwärtig. Es sind keineswegs nur die Mystiker, die ihm begegnen : er vermag dem einfachen, in Not geratenen Juden, ebenso zu erscheinen wie dem vollendeten Frommen und Thoragelehrten. Als der biblische Eiferer für Gott ist er der Garant der Tradition. Er ist, wie ich es ausgedrückt habe, „keine Gestalt, von der angenommen werden konnte, sie würde irgendetwas zum Gegenstand ihrer Mitteilung und Offenbarung machen, das grundsätzlich mit solcher Tradition im Widerspruch steht" 56. Eine Tradition, die als vom Propheten Elias stammend anerkannt wurde, war also, auch wenn
sie etwas Neues brachte, in den Traditionszusammenhang des Judentums für das gläubige Bewußtsein einbezogen und stand über dem
Verdacht fremder Inspiration oder häretischer Haltung. Kein Wunder also, daß solche Berufung auf Offenbarungen des Propheten Elias an
wichtigen Stellen der Geschichte der jüdischen Mystik, gerade wo Neues zum Vorschein kommt, immer wieder auftritt. Tradition war
eben in diesem Sinne nicht nur, was auf Erden und in der Geschichte weitergegeben wurde, sondern auch was von oben, aus dem „himm-
lischen Lehrhaus" überliefert wurde."

c) S. 357: "Dabei ist übrigens Ascher keineswegs bloßer Literator und Apologet der Kabbala, sondern seine Ausführungen, be-
sonders im Epilog zu seinem Sepher ha-Jihud (S. 20) zeigen ihn als echten Mystiker. Selbst wenn man die göttlichen Dinge — sagt er —
aufschreiben dürfte, so könnte man es nicht, ja nicht einmal mündlich ließen sie sich sagen, und es bliebe nur bei einem hilflosen Stammeln.
Aber wenn auch die Dinge selber unsagbar sind, hegt doch in diesem Stammeln selber ein authentischer Hinweis, der den Jünger weiter-
führen kann. Die wahren Mystiker, die „Gottes Namen nachsinnen", man kann auch übersetzen: „über Gottes Namen zahlenmystische
Spekulationen anstellen", suchen zu zeigen, daß „das Emanierte nicht vom Emanierenden zu trennen ist", mit anderen Worten, daß der
Prozeß des göttlichen Lebens in den Sephiroth nicht Gott gegenüber verselbständigt werden darf, sondern — den Abweichungen unreifer
Jünger gegenüber — in der Einheit mit seiner Quelle als die Totalität der wirkenden Gottheit aufzufassen ist. Die Stellung, welche die Kabbalisten im Bewußtsein der jüdischen Öffentlichkeit einnahmen, war also in der Generation Isaaks des Blinden und der ersten spanischen Kabbalisten keineswegs schon fest begründet. Von Anfang an begleiteten ihr Auftreten Einsprüche und Kritik, die innerhalb der jüdischen Geschichte niemals ganz verstummt sind, selbst in den Zeiten, in denen die Kabbala auf dem Höhepunkt ihres historischen und gesellschaftlichen Einflusses stand. Die Kabbalisten selber empfanden sich aber durchaus als legitime Erben echter jüdischer Tradition, um deren Bestätigung und Untermauerung innerhalb des rabbinischen Rahmens es ihnen ging. Während sie zur Halacha durchweg positiv stehen, ist ihr Verhältnis zur anderen zeitgenössischen Macht, nämlich der aufklärerischen jüdischen Philosophie, mindestens in Gerona, noch unsicher. Zwei Tendenzen sind hier erkennbar. Sie fühlen sich einerseits als Fortsetzer der Philosophen, mit denen sie nach Möglichkeit Streit vermeiden. Sie übernehmen die Grundlagen des Denkens, wie es von den ihnen vorangehenden platonisierenden Aristotelikern ausgebaut worden war. Sie beanspruchen Einsicht in Bereiche, über die die Philosophen nichts zu sagen wissen, beziehen aber keine feindliche Stellung zu ihnen."

d)  S. 20: "So h a b e n wir in Ms. Oxford Heb. C 65 ein großes F r a g m e n t des Schi'ur Qoma, in Ms. Sassoon 522 ein F r a g m e n t eines sehr alten u n b e k a n n t e n Merkaba-Midrasch und eines Blattes des SchiKur Qoma"

5) Über ideses Buch: Der gebürtige Berliner Gershom Scholem (1897 - 1982), der 1923 nach Jerusalem emigrierte, wurde einer breiteren Öffentlichkeit zunächst hauptsächlich als der Freund und Nachlaßverwalter Walter Benjamins, als Schüler, Verehrer und Antipode Martin Bubers und als Kritiker Franz Rosenzweigs bekannt. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde die ungewöhnliche Breite und Tiefe seines Denkens zunehmend als herausragender Beitrag zur europäischen Geistesgeschichte erkannt. Heute gilt Scholem als einer der führenden Intellektuellen Westeuropas und Amerikas und einer der wichtigsten Juden des 20. Jahrhunderts überhaupt.

Im Zentrum von Scholems schier unüberschaubaren Veröffentlichungen stand die Erforschung der als Kabbala bezeichneten jüdischen Mystik und mittelalterlichen Esoterik. Erst durch seine kritische Erfassung und Untersuchung der Quellen wurde es möglich, diese reichen, geheimnisvollen und versunkenen Traditionen jüdischer Geschichte zu entschlüsseln. Aus der Fülle seiner Publikationen ragt das Buch über "Ursprung und Anfänge der Kabbala" (1948 auf Hebräisch erschienen) heraus, das Scholem im persönlichen Gespräch als sein Hauptwerk bezeichnete.

Die Neuauflage dieses Klassikers wird durch ein Geleitwort von Ernst Ludwig Ehrlich eröffnet, dessen persönlicher Verbindung zu Scholem und unermüdlichem Einsatz es zu verdanken ist, daß Scholems Werk 1962 überhaupt in einer deutschen Ausgabe erscheinen konnte. In einem ausführlichen Nachwort würdigt Joseph Dan, Schüler und Nachfolger Scholems auf dem Lehrstuhl für jüdische Mystik an der Hebräischen Universität von Jerusalem, Scholems epochalen Beitrag zur kritischen Erforschung der jüdischen Mystik.




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