Glatteis
In furioser, teils traumwandlerischer Sprache zeigt der Autor, wie seine Hauptfigur vor dem Zeithintergrund der achtziger/neunziger Jahre in einen Strudel von Selbstzweifeln, Krisen und sexuellen Experimenten gerät, getrieben von der Suche nach der Liebe, die er meint verloren zu haben.
Solch einen Text, eigentlich eine Trennungsgeschichte, hatte ich bisher noch nicht gelesen: Was mit einem Mann geschieht, dessen Ehefrau mit Frauen leben will und ihn mit dem gemeinsamen Sohn alleine lässt. Der Protagonist Victor Strauß, ein Alt-Achtundsechziger um die Dreißig, lebt exemplarisch die Widersprüche der Emanzipation in Ost und West.
Jetzt ist der Roman in einer Neufassung unterm Klarnamen erschienen. Ich bin fasziniert und erschüttert von der Tragik und zugleich Aktualität dieses Buches, das einen Mann in den Zwängen zwischen Männlichkeitswahn und Sehnsucht zeigt.




